150 Jahre Bundesgericht der Schweiz

Das Bundesgericht feiert im Jahr 2025 sein 150-jähriges Bestehen. In der Verfassung von 1848 gab es bereits ein höchstes Gericht, dessen Kompetenzen jedoch bescheiden waren.

Erst mit der Verfassung von 1874, die 1875 in Kraft trat, wurde das Bundesgericht zum ständigen Gericht, das als oberste rechtsprechende Behörde der Konföderation die Freiheits- und Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger sowie die einheitliche Anwendung des Bundesrechts sicherzustellen hatte.

Der Sitz des Bundesgerichts wurde an Lausanne vergeben, ein Kompromiss: Bern ist die deutschsprachige politische Hauptstadt, Lausanne die französischsprachige rechtsprechende Hauptstadt des Landes. Das Bundesgericht hat seinen Sitz im neoklassizistischen Gebäude (1922 erbaut) im Mon-Repos-Park.

Das Bundesgericht ist das höchste Gericht der Schweiz. Ob Zivilrecht, Strafrecht oder Verwaltungsrecht – jede Bürgerin und jeder Bürger kann ans Bundesgericht gelangen.

Dabei richtet sich die Beschwerde gegen Urteile der höchsten kantonalen Gerichte, des Bundesstrafgerichts, des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundespatentgerichts. Das Bundesgericht hat Standorte in Lausanne, Bellinzona (Bundesstrafgericht), Luzern (Bundesverwaltungsgericht) und St. Gallen (Bundespatentgericht).

Gerügt werden kann eine Verletzung des Bundesrechts, des Völkerrechts und des interkantonalen Rechts. Das Bundesgericht beurteilt insbesondere auch Rügen wegen Verletzung der Grundrechte, wie man sie in der Bundesverfassung oder in der Europäischen Menschenrechtskonvention findet. Bundesgesetze, die vom Parlament erlassen wurden, müssen vom Bundesgericht angewendet werden. Es kann einzig die Unvereinbarkeit mit der Verfassung feststellen.

(Quelle und weitere Informationen: Bundesgericht)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Le Parc de Mon-Repos

50 Jahre Römervertrag und kantonale Zusammenarbeit

Am 13. Oktober 2025 haben die Kantone Basel-Landschaft, Aargau und Basel-Stadt beim Kastell in Kaiseraugst 50 Jahre Römervertrag gefeiert. Das Abkommen gilt als Meilenstein für den Schutz, die Erforschung und Entwicklung von Augusta Raurica und ihrem Museum.

Mit der feierlichen Unterzeichnung einer neuen Vertragsfassung wurde das gemeinsame Engagement für die Zukunft dieses Kulturdenkmals bekräftigt. Gleichzeitig gingen fast 30’000 Sammlungsobjekte aus Basel-Stadt in den Besitz der Römerstadt Augusta Raurica über.

Daniel Suter, Leiter von Augusta Raurica

Die Kantone sowie die beiden weiteren Vertragsparteien (Historische und Antiquarische Gesellschaft zu Basel und Stiftung Pro Augusta Raurica) bestätigten mit dem revidierten Vertrag den Schutz, die Erforschung und die Vermittlung der antiken Stadt gegenüber der Öffentlichkeit. Der Vertrag markiert den Beginn einer neuen langjährigen, interkantonalen Zusammenarbeit. Er tritt am 1. Januar 2026 in Kraft.

BAK-Direktorin Carine Bachmann schliesslich drückte ihre Wertschätzung gegenüber den Politikerinnen und Politikern aus, die vor 50 Jahren mit viel Weitblick und Mut den Weg für ein kulturelles Erbe von nationalem Interesse ebneten.

Das historische Museum Basel präsentiert zu gleicher Zeit 25 Schätze aus der Region Basel und dem grenznahen Ausland. Darunter befindet sich einer der wertvollsten Schätze aus der Sammlung von Augusta Raurica, nämlich der Silberschatz von Kaiseraugst.

Der Römervertrag von 1975 legte die Grundlage dafür, dass sich Ausgrabungen, Museum und Forschung nicht länger auf private Initiativen stützen mussten, und nahm somit eine Schlüsselrolle für die Entwicklung von Augusta Raurica ein. Sammlung, Archiv, Grabungsdokumentation und Forschung wurden erstmals zusammengeführt. Es wurden einheitliche Standards eingeführt und das gesammelte Wissen für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Silberschatz von Augusta Raurica

Dies schuf Raum für vielfältige Kooperationen, etwa mit den Museen Basel, dem Staatsarchiv Basel-Stadt, der Universitätsbibliothek, der Bodenforschung Basel-Stadt und mit regionalen Tourismusorganisationen. Der Römervertrag gilt bis heute als Vorzeigemodell für eine erfolgreiche Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg.

Hoffentlich wird das einzigartige und relativ gut funktionierende nationale und europäische Denkmal der direkten Demokratie, des Föderalismus, des Subsidiaritätsprinzips und der Dezentralisierung genauso gut verwaltet wie Augusta Raurica.

Was weg ist, ist weg – auch auf demokratischer und verfassungsrechtlicher Ebene. Dies war in den 1960er Jahren in Augusta Raurica mit dem römischen Erbe, dem Haus- und Strassenbau ebenso aktuell wie heutige politische Themen.

Und nomen est omen: Auch in Augusta Raurica haben die Kantone eine entscheidende Rolle gespielt. Die Schweizer Verfassung ist ebenfalls eindeutig: Das Volk und die Kantone sind souverän und bilden die Schweizerische Eidgenossenschaft. Allerdings setzt sich manchmal auch oder eben in der Schweiz politischer Opportunismus durch, was für das Land und seine Zukunft kein gutes Zeichen ist.

Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat

Archäozoologie in Augusta Raurica

Das Römische Theater von Augusta Raurica

Kaiser August im Garten der Clavel-Villa in Augst

Die Birsig in zwei Ländern und drei Kantonen

Sie hat zwei Mütter, sie hat eine grosse Schwester, sie lebt teilweise oberirdisch, teilweise unterirdisch und reist mit ihrer Schwester in die Niederlande. Es klingt wie ein Rätsel der Sphinx, die derzeit im Antikenmuseum Basel zu sehen ist, aber es geht um die Birsig, ein Diminutiv der Birs, ihrer grösseren Schwester.

Die Birsig ist ein etwa 20 Kilometer langer Fluss, der von Quellen am Remelberg (Kanton Basel-Landschaft) und bei Wolschwiller (Elsass) gespeist wird. Sie mäandert teilweise durch Frankreich und teilweise durch die Kantone Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt, um schliesslich neben dem Grand Hotel Les Trois Rois in den Rhein zu münden. Die Birs ist bei Birsfelden der Grenzfluss zwischen den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt und mündet dort in den Rhein.

Der Remelturm 

Der Binnbach

Die Birs ist zwar in der Länge klein, aber ihre Taten waren jahrhundertelang gross, zum Nachteil und zum Vorteil des Menschen. Für die im und nach dem Mittelalter schnell wachsende Stadt Basel war sie lange Zeit eine Quelle für Wasser und Fisch, aber auch immer wieder die Ursache für Überschwemmungen, eine Müllhalde und Krankheiten. Nicht nur das alte Schlachthaus stand an ihren Ufern. Auch kleine Betriebe und Wohnhäuser standen dicht gedrängt dort.

Die Birs fliesst immer noch, aber jetzt unterirdisch. Der Barfüsserplatz mit Blick auf das ehemalige St. Leonhardskloster

Sie floss zwischen zwei Hügeln hindurch, auf der einen Seite das Münster, auf der anderen Seite Stadtmauern aus dem elften und zwölften Jahrhundert, das St. Leonhardskloster (heute die reformierte französischsprachige Kirche), der Lohnhof, Centrepoint Basel, das Musikmuseum Basel, ein Hotel und Wohnungen.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Birsig wegen der Überschwemmungen, der Industrialisierung und des explosiven Wachstums der Stadt sowie der erbärmlichen und krankheitsfördernden hygienischen Bedingungen allmählich kanalisiert und ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts im Stadtzentrum überdacht.

Wo heute Strassenbahnen und Fahrzeuge fahren, floss früher die Birsig. Das bedeutete auch einen Anstoss für den Bau besserer Wohnungen, Geschäfte und die Entwicklung eines grossen Marktplatzes.

Die Schweiz wäre nicht die Schweiz, wenn diese Veränderung nicht auch dazu genutzt worden wäre, den Transport sauberer Energie zu erleichtern. Bereits in den 1950er Jahren wird ein Teil der überdeckten Birsig genutzt, um Fernwärme an Tausenden von Verbrauchern zu leiten. Die Kapazität beträgt laut der Betreiberin IBW Strom für etwa 40.000 Haushalte.

 

Die Mündung in den Rhein befindet sich an der alten Schifflände, wo früher die Berufsschifffahrt anlegte.

Die erste Kapelle St. Martin wird 1302 erwähnt, 1528 reformiert, 1621 abgerissen und 1622 wurde eine neue Kirche geweiht. Das Pfarrhaus stammt aus dem Jahr 1678.

Biel-Benken (Kanton Basel-Landschaft) und die alte Zoll

Nicht nur die Mündung in Basel ist sehenswert, sondern auch die Dörfer im Elsass und im Kanton Basel-Landschaft. Die Kirche von Biel-Benken, Oberwil, Therwil, Bottmingen sowie Binningen und ihre Schlösser gehören zum kurzen, aber besonderen Einzugsgebiet der Birsig.

Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat

Die Landschaft der Birsig und das Klösterli

Das Laténium und die keltische Kultur

Im September 2023 wurde im Neuenburgersee eine wichtige Entdeckung gemacht. In der Nähe von Grandson (Kanton Waadt) wurde im See ein Boot aus Eichenstämmen gefunden, das etwa 2.500 Jahre alt ist und der Eisenzeit (900–100 v. Chr.) angehört. Damals lebten keltische Stämme in dieser Region.

Es wurde zwischen 750 und 520 v. Chr. aus einem etwa 12,30 Meter langen und einen Meter breiten Eichenstamm gefertigt. Diese Art von Boot wurde hauptsächlich zum Transport von Waren und Personen sowie zum Fischfang verwendet. Es handelt sich um einen der grössten in der Schweiz gefundenen Prams.

Auf der anderen Seite des Neuenburger Sees mit dem Mont Vully und zu seiner Linken La Tène

Das helvetische Oppidum auf dem Mont Vully

Die keltische Kultur

Ein Fischer entdeckte 1857 an der Mündung der Zihl (Thielle) in den See bei La Tène den Fundort von Pfahlbauten und zahlreichen Gegenständen aus der Jungen Eisenzeit (500-100 v. Chr.).

Die Pfahlbauten und die keltische Kultur und Gesellschaft sind Themen mehrerer (Freilicht-)Museen und Forschungsinstitute. Es gibt aktuelle Ausgrabungen, insbesondere in Deutschland, Slowenien, Italien, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Über 100 Stätten wurden 2011 von der UNESCO als Weltkulturerbe eingetragen.

Klimawandel und Erwärmung gab es schon damals. Der Pegel des Neuenburger-, Bieler- und Murtensees schwankte in den vergangenen Jahrtausenden.

Diese Seen (heute auch Drei-Seen-Land/Lac des Trois-Lacs genannt) stiegen nach 1 000 v. Chr. um mehrere Meter an, und die Pfahlbauten wurden aufgegeben. Da sie unter Wasser lagen, blieben das Holz und die Gegenstände gut erhalten.

Die keltische Kultur war um 1860 bereits bekannt, allerdings meist aus einer früheren Zeit stammend. Sie breitete sich von Britannien bis zur heutigen Ukraine aus. Eine Interpretation dieser europäischen keltischen Kultur ist die Hallstattzeit (850–500 v. Chr.), benannt nach dem Dorf Hallstatt in Österreich. Der sensationelle Fund von La Tène ist Namensgeber der Latène-Kultur (500–100 v. Chr.).

Auguste Bachelin (1830-1890), La Tène, 1878. Sammlung Laténium

Im Drei-Seen-Land hat vor allem die Zeit nach der Juragewässerkorrektur von 1868 bis 1891 die Forschung beschleunigt. Diese „Korrektur“ senkte den Wasserspiegel der Seen um etwa drei Meter. Immer mehr Pfahlbauten und Gegenstände kamen an die Oberfläche entlang der Seeufer.

Die Funde von La Tène wurden bereits 1874 für ihre Besonderheit geschätzt. Der 1865 in Neuenburg gegründete Internationale Kongress für Prähistorische Anthropologie und Archäologie/Le Congrès international d’anthropologie et d’archéologie préhistoriques beschloss in jenem Jahr, La Tène als Bezeichnung für die keltische Kultur der jungen Eisenzeit zu wählen, wobei Hallstatt damals die vorangehende Zeit (850-500 v. Chr.) bezeichnete.

La Tène 

 Laténium

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen die vom Kanton Neuenburg und dem Bund organisierten und finanzierten Ausgrabungen. Die Société d’histoire et d’archéologie koordinierte diese Aktivitäten von 1907 bis 1917 in La Tène.

Dolmen aus der Zeit um 3000 v. Chr., 1876 bei Auvernier/Colombier am Seeufer ausgegraben. Ein Dolmen wurde auch in Laufen (Kanton Basel-Landschaft) gefunden. 

Ausgrabungen 1907–1917. Sammlung: Laténium

Der Name Laténium ist aus den Wörtern ‘La Tène’ und ‘Museum’ zusammengesetzt.  Das Laténium umfasst das Museum, den Archäologiepark, die Kantonsarchäologie sowie das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Neuchâtel.

Menhir, um 3 000 v. Chr.

Monumentalgräber. In der Bronze- und Eisenzeit wurden Gräber unter künstlich angelegten Hügeln angelegt; heute sind mit Planzenbewuchs bedeckte Erhebungen zurückgeblieben (links, nachgebaut).  Das rechts stehende Monument ist authentisch: eine Grabstätte der Mittelbronzezeit (etwa 1 500 v. Chr.). Sie wurde 2013 in Colombier/Plantée de Rive ausgegraben.

Die Dauerausstellung zeigt auch andere Epochen: die Neanderthaler (100 000-40 000 v. Chr.), das Magdalénien und das Mesolithikum (13 000-5 500 v. Chr.), das Neolithikum und die Bronzezeit (5 500-800 v. Chr.), die Eisenzeit (800-15 v. Chr.), die römische Zeit (15 v. Chr. – 476 n. Chr.), das Frühmittelalter und die Renaissance (476-1 600). Sie umfasst eine grosse Sammlung von Objekten und (digitale) Informationen.

Der 20 Meter lange gallo-römische Lastkahn ist das grösste Exponat und Unterwasserobjekt des Museums. Die Nachbildung einer Unterwasserausgrabung in Originalgrösse veranschaulicht die angewandten Grabungsmethoden. In einem Minilabor werden die Besucher mit den Konservierungstechniken für nasses Holz vertraut gemacht.

Der Park zeigt Bauwerke, Fundstätten und Landschaften aus 15.000 Jahren Ortsgeschichte. Die vielen im Museum ausgestellten Stücke werden im Park durch Nachbildungen ergänzt: eine Rekonstruktion eines Wohnhauses aus der späten Bronzezeit, eines Grabhügels (Tumulus), eines Pfahlfeldes, eines gallo-römischen Lastkahns und einer keltischen Holzbrücke. Ausserdem gibt es im Park viele Originalexponate (u.a. Schalenstein, Dolmen, Menhir, Brunnen und eine Wasserleitung).

Rekonstruktion einer keltischen Brücke

Rekonstruktion eines Wohnhauses und Prams

Rekonstruktion der Jagd

Menhir, er wurde vor 6’000 Jahre aufgerichtet in Bevaix

Gesichter von Vorfahren des Gebietes. Sammlung Laténium

Im Jahr 1984 wurde ein neolithisches Dorf entdeckt. Das Dorf bestand aus sechs Häusern und vielen kleineren Bauten. Es wurde um 3.800 v. Chr. bewohnt. Die heute in den Boden neu eingelassenen Holzpfähle stehen genau an den Stellen, an denen die prähistorischen Hölzer standen.

(Quelle und weitere Informationen: Laténium; Marc-Antoine Kaeser, Erinneringsort La Tène. Zu den Ursprüngen der keltischen Archäologie: La Tène, lieu de mémoire. Aux origines de l’archéologie celtique, Hauterive, 2022)

Korrektorin: Petra Ehrismann

Ein Keltischer Brunnen

Ein Dorf am Rande des Sees, ca. 800 v. Chr.

Landschaft nach dem Abschmelzen des Rhonegletschers vor 12’500 Jahren.

Paul Vouga (1880-1940). Er ist bekannt für seine Grabungen in La Tène und die erste stratigrafische Chronologie des Neolithikums in der Schweiz

Hundert Jahre Vertrag von Locarno und der bonus ac diligens pater familias

In diesem Monat jährt sich zum hundertsten Mal, dass Frankreich und Deutschland am 16. Oktober 1925 in Locarno den Vertrag von Locarno geschlossen haben. Am 1. Dezember 1925 wurde dieser Vertrag in London unterzeichnet und trat in Kraft.

Die Wahl fiel auf Locarno (Kanton Tessin) aufgrund der guten Erreichbarkeit für die Teilnehmer, der italienischen Sprache (also nicht Deutsch oder Französisch), der Neutralität der Schweiz und der geringen Grösse der Stadt, die „spontane und informelle” Begegnungen ermöglichte und ohne grosse Ablenkungen für die Teilnehmer.

Der Sitzungssaal in Locarno: Foto: Gemeinde Locarno

Die Regierungen Frankreichs und Deutschlands waren trotz des Widerstands im eigenen Land über ihren Schatten gesprungen, um Frieden, Stabilität, Handel und wirtschaftliche Entwicklung zu gewährleisten.

Der Hass, die Angst und die Frustration grosser Teile der Bevölkerung in Deutschland und Frankreich waren nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) für eine allgemein akzeptierte Versöhnung jedoch noch zu gross.

Dennoch führte dieser Vertrag zu einer Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs und relativer Stabilität in der Weimarer Republik (1919–1933) und in Frankreich. Die Inflation in Deutschland verschwand, die deutschen Reparationszahlungen an Frankreich (Vertrag von Versailles, 1919) wurden teilweise revidiert und die „Roaring Twenties” erreichten ihren Höhepunkt in Paris und Berlin, als hätte es das Ende des Fin de Siècle nie gegeben.

Locarno, Via della Pace

Die Grossmächte Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Amerika hatten ihre gemeinsamen Interessen gefunden, und Deutschland trat 1926 sogar dem Völkerbund bei. „Locarno” war damals eine Sensation: Es war offenbar doch möglich, Konflikte auf diese Weise zu vermeiden und nach vorne statt in die Vergangenheit zu blicken. Darüber hinaus verpflichteten sich die Länder, Konflikte durch Schiedsverfahren beizulegen.

Der Vertrag von Locarno führte sogar zum Briand-Kellogg-Pakt von 1928. Alle Mitgliedsländer, einschliesslich Amerika, das kein Mitglied des Völkerbundes war, verpflichteten sich, bei Konflikten mit anderen Ländern keine Gewalt anzuwenden.

Amerika wurde innerhalb kürzester Zeit zum grössen Investor im neuen und demokratischen Deutschland. Die Arbeitslosigkeit ging rapide zurück, eine neue Mittelschicht bildete sich und extremistische Parteien stellten (noch) keine Bedrohung für die Demokratie dar.

Sammlung: Bernisches Historisches Museum

Der Börsencrash an der Wall Street am 24. und 29. Oktober 1929 verwandelte diese optimistische Zeit jedoch in einen wirtschaftlichen und damit politischen Albtraum. Extrem linke und extrem rechte Parteien profitierten von der (wirtschaftlichen) Verunsicherung, der (finanziellen) Verzweiflung und der Enttäuschung vieler Bürger.

Das Vertrauen in die etablierten politischen, wirtschaftlichen und demokratischen Institutionen war mit einem Schlag dahin, nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Und das Vertrauen der Bürger in demokratische Institutionen war und ist der Kitt der Gesellschaft.

Religiöser, politischer und nationalistischer Extremismus gedeihen schliesslich gut auf hungrigen Mägen, leeren Bankkonten, mangelnden (wirtschaftlichen und demokratischen) Perspektiven und der fehlenden Umsicht und Sorgfalt eines vorsichtigen Familienvaters („bonus ac diligens pater familias“) in der Politik und Verwaltung.

Dies gilt nach wie vor auch in der Schweiz, die zwar über eines der besten konstitutionellen, politischen und demokratischen Systeme der Welt verfügt, aber dennoch gegen den Verlust dieses Vertrauens und den Einfluss internationaler und gesellschaftlicher Entwicklungen nicht immun ist.

Paul Troxler (1780-1866), um 1840. Foto: Wikipedia

„Die Umsicht und Sorgfalt eines Familienvaters“ lassen sich nicht genau definieren, aber einer der Begründer der direkten Demokratie in der Schweiz hat es treffend formuliert: Hören Sie auf die Bürger und Bürgerinnen!

Das ist etwas anderes als der politische Missbrauch dieser Beziehung. Denn auch wenn sie vielleicht nicht immer recht haben, funktioniert das (demokratische, wirtschaftliche und politische) System langfristig gerade wegen dieser gegenseitigen Vertrauensbasis am besten.

(Quelle: 100 Jahre Verträge von Locarno)

Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat

Das deutsch-französische Kulturzentrum Art’Rhena

Art’Rhena ist ein grenzüberschreitendes Kulturzentrum, das von der Communauté de Communes Alsace Rhin Brisach auf französischer Seite in Partnerschaft mit der deutschen Stadt Breisach am Rhein getragen wird und auf der Rheininsel, dem Treffpunkt der beiden Länder, angesiedelt ist.

Das 2021 eröffnete Art’Rhena bietet ein multidisziplinäres Programm von Live-Darbietungen, das wortlose (Zirkus, Musik, Tanz) und gesprochene Angebote (Theater, Marionetten, Kabarett) miteinander verbindet.

Die Hälfte des Programms ist einem eher erwachsenen Publikum gewidmet, die andere Hälfte Kindern. Neben den verschiedenen Aufführungen vervollständigen Schulprogramme, verschiedene Kulturvermittlungsaktionen und mehrsprachige gesellschaftspolitische Ausstellungen das Angebot von Art’Rhena.

Das deutsch-französische Kulturzentrum Art’Rhena öffnet am Samstag, den 11. Oktober, seine Türen für eine fünfte Saison mit einer Tanzaufführung.

(Quelle und weitere Informationen: Kulturzentrum Art’Rhena)

Der höchste Berg des Kantons Zürich und die direkte Demokratie

Das Schnebelhorn (1292 m) ist der höchste Gipfel des Kantons Zürich. Der Berg liegt im Tösstal.

Das Schnebelhorn

Die Töss, mit einer Länge von 60 Kilometern, gibt dem Tal nicht nur seinen Namen, sondern hat auch eine besondere Eigenschaft, die diesmal nichts mit dem Klimawandel zu tun hat: Sie fällt gelegentlich vollständig trocken.

Die Töss

Steg

Der Fluss entspringt in St. Gallen und mündet, wie so viele Flüsse und Bäche, in den Rhein. Das erste Dorf, das er auf dem Weg zum Rhein erreicht, ist Steg im Kanton Zürich.

Der Säntis

Bei einer Brücke über die Töss steht eine ausführliche Erklärung über die jahrhundertealten natürlichen Ursachen für das gelegentliche Fehlen von Wasser im Fluss. Das ändert jedoch nichts daran, dass dieser Fluss in der Vergangenheit auch Überschwemmungen verursacht hat. Dies war Anlass für Kanalisierungen und andere Massnahmen am Ende des 19. Jahrhunderts.

Steg

Steg ist zwar ein kleines Dorf in der Gemeinde Fischenthal, liegt aber am Fuss des höchsten Berges des Kantons und hat sogar (noch) ein Skigebiet!

Ausserdem liegt es am alten Pilgerweg Via Jacobi oder dem Jakobsweg (auch Schwabenweg genannt, von Konstanz nach Einsiedeln), der zum Kloster Fischingen, nach Rapperswil und zum Kloster Einsiedeln führt. Das Gasthaus zum Steg ist seit Jahrhunderten eine Raststätte für Pilger und andere Reisende.

Steg ist auch der Ort, an dem 1532 der letzte Bär des Zürcher Oberlands erschossen wurde (der letzte Bär in Graubünden erlitt dieses Schicksal erst 1904!).

Steg ist Teil der Gemeinde Fischenthal, der grössten Landgemeinde des Kantons. Dieses Gebiet, in einem Dokument aus dem 9. Jahrhundert Fiskinestal genannt, war jahrhundertelang im Besitz des Klosters St. Gallen. Nach einer kurzen Zeit im Besitz der Habsburger erwarb Zürich 1425 Fischenthal.

Fischenthal gehörte in der neuen Konföderation (1803–1813) auch einige Zeit zum Bezirk Uster. Einwohner aus Fischenthal und Steg haben möglicherweise auch in den Jahren 1830/1831 am Aufstand in Uster teilgenommen, der zu einer liberalen Verfassung im Kanton führte.

Damit waren sie auch Wegbereiter für die Verfassung von 1848 und die direkte Demokratie in den Jahren 1874 und 1891. Die Töss kümmert sich um das alles nicht; sie fällt trocken, wenn es die Gesetze der Natur vorschreiben.

(Quelle und weitere Informationen: Gemeinde Fischenthal)

Eindrücke aus dem  Tösstal

    

Grand Hotel Les Trois Rois in Basel

Das Hotel Les Trois Rois in Basel hat eine Geschichte, die bis zum ersten Gasthaus im 11. Jahrhundert zurückreicht, als das Münster gebaut wurde.

Die Bischofsstadt gehörte lange Zeit zum Königreich Burgund (888–1032) und ab 1032 zum Heiligen Römischen Reich. Der deutsche Kaiser Heinrich II. (973-1024) und der letzte burgundische König Rudolf III. (970-1032) besuchten die Stadt jedenfalls mehrmals, und ihr grosses Gefolge benötigte viel Platz zum Essen und Schlafen.

Über dieses erste Gasthaus ist nicht viel bekannt, auch nicht, ob seine Lage genau der aktuellen Position des Hotels entspricht. Das Hotel wurde 1681 erstmals urkundlich erwähnt: Gasthof zu den drei Königen.

Die drei Könige an der Vorderseite des Gebäudes wurden jedoch erst im 18. Jahrhundert installiert. Zu dieser Zeit nahm das Gasthaus zunehmend das Aussehen und die Funktion eines Hotels an. Berühmte Besucher waren Napoleon, Mitglieder der österreichischen Kaiserfamilie und zum Beispiel Goethe. Der letzte kaiserliche Spross der Habsburger lebte sogar fast 15 Jahre lang dort!

Die Französische Revolution und Besatzung (1798-1813) blieben nicht unbemerkt. Der französische Name Gasthaus Aux Trois Magots stammt aus dieser Zeit. Schliesslich waren Könige in diesen revolutionären Tagen nicht beliebt, bis Napoleon Kaiser und seine Familienmitglieder Könige wurden.

Theodor Herzl auf dem Balkon des Hotels Les Trois Rois in Basel. Die alte hölzerne Mittlere Brücke ist noch zu sehen. Foto: Wikipedia.

Das berühmte Foto von Theodor Herzl (1860–1904) wurde 1901 vom Balkon dieses Hotels aus aufgenommen.

Das Hotel Les Trois Rois und die provisorische Brücke neben der Mittleren Brücke im Jahr 1903. Die mittelalterliche Mittlere Brücke wurde 1905 durch eine neue Brücke ersetzt. Freiluftausstellung an der Mittleren Brücke. Privatsammlung. Foto: TES

Das Hotel erhielt 1844 die heutige Grösse und Fassade und den Balkon mit Arkaden auf der Rheinseite. Der Name wurde ebenfalls in Hotel Drei Könige am Rhein geändert. Der offizielle Name lautet nun wieder Grand Hotel Les Trois Rois.

Das Grand Hotel verfügt bereits über zwei ausgezeichnete Restaurants, die Brasserie und das Drei-Sterne-Restaurant Cheval Blanc.

Am 12. September öffnete jedoch das neue Restaurant Banks im Grand Hotel seine Türen. Herzog de Meuron entwarf die neue Inneneinrichtung im ehemaligen Ballsaal und Bankgebäude.

Mit diesem neuen Lokal öffnet das Grand Hotel seine Türen für die Basler Bevölkerung mit erschwinglichen und originellen Menüs. Auch die Innenausstattung ist eine Mischung aus dem klassischen Stil des Grand Hotels und dem farbenfrohen, aber stilvollen Image des Restaurants Banks.

Das Restaurant Banks befindet sich im ehemaligen Ballsaal und Bankgebäude.

Im Rahmen des Konzepts des Grand Hotels verbindet das neue Restaurant Modernität, Gemütlichkeit und Lebendigkeit. Dies spiegelt sich auch in der asiatisch-europäischen Speisekarte wider, die Variationen aus anderen Kontinenten unter dem Konzept ‚Sharing‘ serviert.

(Quelle und weitere Informationen: Grand Hotel Les Trois Rois)

Eindrücke aus Les Trois Rois

Restaurant Banks

 

Les Fleurs des Rois

Die Bibliothek

Die Raucherlounge mit dem Heizungssystem von Herzog de Meuron

Die zweisprachige Stadt Biel/Bienne

Im Frühmittelalter lag das Seeland am Rand des burgundischen Königreichs (443–534). Nach der Einwanderung der Alemannen im 5. und 6. Jahrhundert bildete sich in der Gegend von Biel eine romanisch-alemannische Mischzone.

Erst ab dem 8. Jahrhundert dominierte das germanische Kulturelement. Biel/Bienne ist heute noch immer zweisprachig.

Die Basler Fürstbischöfe bauten im 11. und 12. Jahrhundert ihre Herrschaft im Jura weiter aus; dabei stiessen sie auf die Konkurrenz der Grafen von Neuenburg und Neuenburg-Nidau.

Der Einflussbereich dieser Dynastie erstreckte sich von beiden Seeufern des Bielersees und Neuenburgersees und den Jurahöhen bis nach Grenchen und Büren an der Aare und umfasste wohl im 12. und frühen 13. Jahrhundert auch noch die um 1140 erbaute Burg Nidau.

Der Bischof von Basel, Heinrich II. Von Thun gründete 1225-1230 die Stadt Biel (und baute die Mittlere Brücke in Basel) als Stützpunkt gegenüber der älteren Bastion Nidau. 1275 verlieh König Rudolf von Habsburg (1217-1291) Biel das Stadtrecht.

Das Bündnis mit Bern, seit 1352 ein „ewiger Bund“, führte Biel in die Eidgenossenschaft.

Im 15. Jahrhundert war die Stellung der Stadt gefestigt. Biel war souveräner Ort der Eidgenossenschaft. Die Stadt erlangte als Verbündete von Bern, Freiburg und Solothurn zwar allmählich den Status eines zugewandten Orts, blieb aber ohne Bundesvertrag. Der Übertritt zur Reformation erfolgte im Jahr 1528.

Mit der Französischen Revolution trat für Biel eine neue Situation ein. Am 6. Februar 1798 erfolgte der Einmarsch der französischen Truppen. Biel wurde als „Canton de Bienne“ Frankreich einverleibt. Der Kanton gehörte zunächst dem Département du Mont-Terrible, 1800-1813 dann dem Département du Haut-Rhin an.

Unbekannter Künstler, Biel um 1830. Neues Museum Biel

Nach der Niederlage Napoleons im Jahr 1815 lebte die Hoffnung auf einen eigenen eidgenössischen Kanton neu auf. Biel wurde jedoch zusammen mit den meisten Gebieten des ehemaligen Fürstbistums dem Kanton Bern zugeteilt.

Die zweisprachige Stadt beherbergt das Forum du bilinguisme/Forum für die Zweisprachigkeit (www.zweisprachigkeit.ch).

(Quelle: Dubler, Anne-Marie; Kästli, Tobias: Biel, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS).

Korrektorin: Melinda Fechner

Neues Museum Biel

Biel Bözingen (Boujean auf Französisch) ist der grösste Stadtteil und war bis 1917  eine Gemeinde

Ein besonderer Tag für den Kulturverein Elsass-Freunde Basel in Ungersheim

Das Elsass und Baden pflegen mit der Region Basel und der Nordwestschweiz seit Jahrhunderten enge wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Kontakte. Diese Geschichte wurde in verschiedenen früheren Artikeln behandelt.

Trotz der Landesgrenzen sind seit 1945 zudem verschiedene grenzüberschreitende Organisationen und Projekte entstanden. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass dieses Gebiet am Oberrhein eine Vorbildfunktion für eine effektive europäische Zusammenarbeit hat.

Es ist bemerkenswert, dass die Region Basel eine Vorreiterrolle bei der Entstehung dieser Zusammenarbeit gespielt hat. Eine dieser Organisationen ist der Kulturverein Elsass-Freunde Basel/l’Association culturelle Les Amis de l’Alsace Bâle, der vor 40 Jahren in Ungersheim gegründet wurde.

Ungersheim

Der Anlass war symbolisch für das gemeinsame Erbe, nämlich um das 1984 eröffnete Écomusée d’Alsace auch in Basel und Umgebung bekannt zu machen. Der Initiator des Écomusée d’Alsace, Architekt Mard Grodwohl, und sein Kollege, der Basler Architekt Jürg-Peter Lienhard, ergriffen die Initiative. Der Kulturverein Elsass-Freunde Basel wurde am 25. April 1985 in Ungersheim, in der Nähe des Écomusée, gegründet.

Aus diesem Grund sprechen vierzig Jahre später Einwohner aus Basel und dem Elsass in Ungersheim wieder oder immer noch im lokalen deutsch-alemannischen Dialekt miteinander! Der blühende Verein symbolisiert nicht nur jahrhundertealte Verbindungen, sondern vor allem auch die Zukunft: Zusammenarbeit und Austausch auf regionaler Ebene.

Zur Bestätigung dieser Freundschaft und Verbundenheit pflanzten Vivienne Gaskell, Vorsitzende des Vereins, und Jean-Claude Mensch, Bürgermeister von Ungersheim, eine Linde auf dem Gelände des „La Maison des Natures et Cultures“ in Ungersheim. Wer Bäume pflanzt, hat besonders in dieser Zeit die Zukunft im Blick; das herzförmige Blatt der Linde entspricht auch dem Logo des Vereins.

Die Veranstaltung im „La Maison des Natures et Cultures“ war bereits eine Entdeckungsreise durch Natur, biologische Landwirtschaft und das Engagement der lokalen Bevölkerung. Das Écomusée hat inzwischen einen Ruf, der weit über Basel hinausreicht. Der Verein spielt nun auch eine Rolle bei der Bekanntmachung des in vielerlei Hinsicht besonderen „Maison des Natures et Cultures“.

La Maison des Natures et Cultures in Ungersheim

Der Tag wurde mit einem Konzert des Orchestre d’harmonie Vogésia unter der Leitung von Valérie Seiler stilvoll abgeschlossen. Nicht nur der Basler Marsch von Willy Haag, Accents Alsaciens von Benoît Bilger, Europe von Santana und Happy Birthday to you von Stevie Wonder, sondern sogar ein Elsässer Alphornstück, Melancholy von Lothar Pelz wurde neben anderen Arrangements aufgeführt.

Das Alphorn 

Valérie Seiler wurde 1969 in Mulhouse geboren und hat eine enge musikalische und künstlerische Verbindung zu dieser Dreiländerregion. Sie hat sogar ihr Studium der Orchesterleitung in Basel absolviert. Vielleicht spielt der jahrhundertealte Status des „Zugewandten Ortes“ (bis 1798) der Eidgenossenschaft noch eine unbewusste Rolle.

Wie dem auch sei, der Verein und andere regionale Projekte wachsen und gedeihen, wie die Linde es auch noch lange tun wird.

Basierend auf Bildern von Peter Gaymann 

(Quelle und weitere Informationen: Kulturverein Elsass-Freunde Basel/ l’Association culturelle Les Amis de l’Alsace Bâle)

Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat

Eindrücke aus Ungersheim

Eindrücke aus La Maison des Natures et Cultures