Vivienne Gaskell, Jean-Claude Mensch et le titteul. Foto/Photo: TES

Ein besonderer Tag für den Kulturverein Elsass-Freunde Basel in Ungersheim

Das Elsass und Baden pflegen mit der Region Basel und der Nordwestschweiz seit Jahrhunderten enge wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Kontakte. Diese Geschichte wurde in verschiedenen früheren Artikeln behandelt.

Trotz der Landesgrenzen sind seit 1945 zudem verschiedene grenzüberschreitende Organisationen und Projekte entstanden. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass dieses Gebiet am Oberrhein eine Vorbildfunktion für eine effektive europäische Zusammenarbeit hat.

Es ist bemerkenswert, dass die Region Basel eine Vorreiterrolle bei der Entstehung dieser Zusammenarbeit gespielt hat. Eine dieser Organisationen ist der Kulturverein Elsass-Freunde Basel/l’Association culturelle Les Amis de l’Alsace Bâle, der vor 40 Jahren in Ungersheim gegründet wurde.

Ungersheim

Der Anlass war symbolisch für das gemeinsame Erbe, nämlich um das 1984 eröffnete Écomusée d’Alsace auch in Basel und Umgebung bekannt zu machen. Der Initiator des Écomusée d’Alsace, Architekt Mard Grodwohl, und sein Kollege, der Basler Architekt Jürg-Peter Lienhard, ergriffen die Initiative. Der Kulturverein Elsass-Freunde Basel wurde am 25. April 1985 in Ungersheim, in der Nähe des Écomusée, gegründet.

Aus diesem Grund sprechen vierzig Jahre später Einwohner aus Basel und dem Elsass in Ungersheim wieder oder immer noch im lokalen deutsch-alemannischen Dialekt miteinander! Der blühende Verein symbolisiert nicht nur jahrhundertealte Verbindungen, sondern vor allem auch die Zukunft: Zusammenarbeit und Austausch auf regionaler Ebene.

Zur Bestätigung dieser Freundschaft und Verbundenheit pflanzten Vivienne Gaskell, Vorsitzende des Vereins, und Jean-Claude Mensch, Bürgermeister von Ungersheim, eine Linde auf dem Gelände des „La Maison des Natures et Cultures“ in Ungersheim. Wer Bäume pflanzt, hat besonders in dieser Zeit die Zukunft im Blick; das herzförmige Blatt der Linde entspricht auch dem Logo des Vereins.

Die Veranstaltung im „La Maison des Natures et Cultures“ war bereits eine Entdeckungsreise durch Natur, biologische Landwirtschaft und das Engagement der lokalen Bevölkerung. Das Écomusée hat inzwischen einen Ruf, der weit über Basel hinausreicht. Der Verein spielt nun auch eine Rolle bei der Bekanntmachung des in vielerlei Hinsicht besonderen „Maison des Natures et Cultures“.

La Maison des Natures et Cultures in Ungersheim

Der Tag wurde mit einem Konzert des Orchestre d’harmonie Vogésia unter der Leitung von Valérie Seiler stilvoll abgeschlossen. Nicht nur der Basler Marsch von Willy Haag, Accents Alsaciens von Benoît Bilger, Europe von Santana und Happy Birthday to you von Stevie Wonder, sondern sogar ein Elsässer Alphornstück, Melancholy von Lothar Pelz wurde neben anderen Arrangements aufgeführt.

Das Alphorn 

Valérie Seiler wurde 1969 in Mulhouse geboren und hat eine enge musikalische und künstlerische Verbindung zu dieser Dreiländerregion. Sie hat sogar ihr Studium der Orchesterleitung in Basel absolviert. Vielleicht spielt der jahrhundertealte Status des „Zugewandten Ortes“ (bis 1798) der Eidgenossenschaft noch eine unbewusste Rolle.

Wie dem auch sei, der Verein und andere regionale Projekte wachsen und gedeihen, wie die Linde es auch noch lange tun wird.

Basierend auf Bildern von Peter Gaymann 

(Quelle und weitere Informationen: Kulturverein Elsass-Freunde Basel/ l’Association culturelle Les Amis de l’Alsace Bâle)

Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat

Eindrücke aus Ungersheim

Eindrücke aus La Maison des Natures et Cultures