Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, Ausstellung 'Hero Games'. Foto/Photo: TES

Mit Athena die Abenteuer griechischer Helden in Basel erleben

Die Herkunft des Namens Basel ist noch immer nicht mit Sicherheit geklärt. Der heutige Name leitet sich von der antiken Siedlung Basilia oder Basilea ab. Einige behaupten sogar, dass das Wort Basileus aus dem Altgriechischen der Namensgeber ist.

Wahrscheinlich stammt der Name vom keltischen Stamm der Rauraker, die damals das Gebiet bewohnte und eine kleine Siedlung am Münster und bei der alten Gasfabrik hatte.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Römer und mit ihnen die griechische Göttin Athena (Minerva für die Römer) jahrhundertelang (ca. 13 v. Chr.-410 n. Chr.) an diesem Ort präsent waren. Seitdem hat sich Athena nicht mehr in Basel gezeigt, bis zum 14. September 2025 anlässlich der Ausstellung „Hero Games“ im Antikenmuseum Basel.

Kopf der Athena, Marmor, verkleinerte römische Kopie nach einer griechischen Bronzestatue um 430 v. Chr. Inv. Lu 231

Es kommt ausserdem nicht mehr allzu oft vor, dass sich die Göttin Athena auch noch an Menschen wendet. Dennoch sind ihre Worte nach langer Abwesenheit wieder im Antikenmuseum Basel zu hören.  Das ist auch notwendig, denn die Besucher und Besucherinnen stehen kurz davor, die Abenteuer der mythischen griechischen Helden zu erleben. Athene unterstützt sie mit den Worten:

«Ich, die unbezwingbare Athena spreche zu dir! Ich, die ich Sieg und Ruhm in meinen göttlichen Händen halte. Ich, die Göttin der Weisheit und des Krieges, die Tochter des Zeus. Ich begrüsse dich bei den Hero Games!

Eilig bin ich vom Olymp herabgestiegen, um dir beizustehen. Bereits vor Tausenden von Jahren zur Zeit der grossen Heldinnen und Helden war ich stets zur Stelle. Ich begleitete Herakles in die dunklen Tiefen des Hades, lenkte Perseus’ Schwert an die Kehle der dämonischen Medusa und stärkte Theseus im Labyrinth des Minotauros den Rücken. Noch heute kennen die Menschen ihre Namen. Durch ihre Taten haben sie sich unsterblich gemacht.

Nun aber ist deine Zeit gekommen. Die Ära deiner Heldentaten ist da. Du trittst in die Fussstapfen der antiken Heldinnen und Helden und bestreitest selbst ihre legendärsten Abenteuer. Auf deiner Reise erwarten dich sieben Aufgaben. Bei jeder musst du eine andere Fähigkeit unter Beweis stellen.

Dein Ziel, das Orakel von Delphi und Apollo, warten am Ende deiner Abenteuer auf dich. Dort erhältst du die Auswertung deiner Heldentaten. Und, sei gewiss, ich, Athena, stehe dir bei jeder Aufgabe bei und sage dir stets, was du tun musst

Statue der Athena (sog. Athena Giustiniani), Marmor, römische Kopie nach einem griechischen Bronzewerk um 380 v. Chr., Rom, Vatikanisches Museum (Original), Gipsabguss, Inv. SH 947

Athena begleitet die Besucher und Besucherinnen tatsächlich via Audioguide in drei Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch) durch die ganze Ausstellung.

Auf insgesamt sieben Aufgaben in Form von analogen und digitalen Spielen begeben sich die Besucher und Besucherinnen auf die Spuren ihrer antiken Vorgänger und Vorgängerinnen, erleben die gleichen Abenteuer, treten den gleichen Ungeheuern entgegen und stehen vor den gleichen Rätseln.

Der durch einen Pfeil von einem/einer Besucher(in) getötete Eber

Pfeilspitzen, Bronze, verschiedene Epochen. Antikenmuseum Basel verschiedene Inv.

Medusa

Perseus schlägt Medusa im Beisein von Athena den Kopf ab. Bauschmuck vom Tempel in Seliunt, um 530 v. Chr. Palermo, Museo Archeologico Regionale (Original), Gipsabguss. Inv. SH 440 

Auf ihrem Weg begegnen sie der furchteinflössenden Medusa am Rande der Welt und danach dem Wald von Kalydon und dem riesigen Eber, einem bösartigen Monster.

Sie bezwingen den dreiköpfigen Kerberos in der Unterwelt und stellen sich dem menschenfressenden Minotauros in seinem Labyrinth auf Kreta.

Der Minotauros in seinem Labyrinth

Sie sind im Zeltlager der Griechen, die Troja schon zehn Jahre belagern. Die Besucher und Besucherinnen versuchen das berühmte trojanische Pferd zu konstruieren. Ist das Pferd fertig gebaut, ziehen es die Trojaner samt seiner heimlichen Fracht griechischer Krieger in die Stadt. Damit ist Trojas Untergang besiegelt.

Auf in die Schlacht. Athena steht Kriegern bei. Weinmischgefäss (Krater) aus Korinth, um 590 v. Chr., Inv. BS 451

Im Zimmer der Medea, einer der mächtigsten Zauberinnen der Welt, gibt es viel zu sehen: Büchsen, Gläser und Töpfe mit geheimen Zauberzutaten, getrocknete Kräuter. In einem Kessel blubbert ein Zaubertrank, mit dem Medea ihren berühmten Verjüngungszauber braute.

Hekate war die Göttin der Magie. Kultmal der Hekate (sog. Hekateion), Marmor, um 100 v. Chr. Inv. Lu 246

Medeas Spezialität war ein Verjüngungszauber. Weinmischgefäss (Krater) aus Athen, um 440 v. Chr., Inv. BS 1450

Die Besucher und Besucherinnen  geben noch die wichtigsten Ingredienzen dazu. Dabei müssen sie sich streng an das Rezept halten.

Die letzte Aufgabe führt sie in das Gebirge von Theben. Hier hockt die grausame Sphinx auf einem Felsen und stellt allen, die an ihr vorbeigehen wollen, ein Rätsel. Unwissenheit bestraft sie mit dem Tod. Unzählige hat sie bereits verschlungen. Einst besass nur Ödipus die Geisteskraft, das Ungeheuer zu besiegen. Nun stehen die Besucher und Besucherinnen vor der Rätselstellerin und müssen ihre Logik & ihren Verstand beweisen.

Zum Schluss haben die Besucher und Besucherinnen die Abenteuer überstanden und sind am Ende ihrer Reise im heiligen Delphi angekommen. Hier besitzt Apollo, der Gott der Weissagung, die bedeutendste Orakelstätte der antiken Welt. In seinem Tempel spricht er durch seine Prophetin Pythia. Die Pythia verkündet auf einem Dreifusskessel sitzend ihre Orakelsprüche.

Dreifusskessel, Bronze, um 750 v. Chr., Inv. BS 554

Pythia fasst in einem Orakelspruch die besonderen Fähigkeiten zusammen, die sie auf ihrer Heldenreise in sich entdeckt haben. Zum Abschluss verewigen sich die Besucher und Besucherinnen an der Wall of Heroes.

Lorbeerkranz aus Etrurien, Gold. 3. Jahrhundert v. Chr., Inv. Zü 485

„Athena comes home“ ist eine treffende Zusammenfassung dieser Ausstellung. Sie bietet ein innovatives Spielkonzept, eine immersive Inszenierung, interaktive Missionen und über 2500 Jahre alte griechische und römische Originalwerke, die diese Abenteuer und Helden und Heldinnen darstellen. Griechische Mythen sind auch in der heutigen Zeit noch aktuell, denn nichts Menschliches war den Göttern, Göttinnen, Helden und Monstern fremd.

Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat

(Quelle und weiterer Informationen: Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig)

Hades sitzt in seinem Palast und begrüsst einen Verstorbenen in der Unterwelt. Grabvase (Krater), aus Apulien, um 320 v. Chr., Inv. BS 464