Die Birsig in zwei Ländern und drei Kantonen
19 Oktober 2025
Sie hat zwei Mütter, sie hat eine grosse Schwester, sie lebt teilweise oberirdisch, teilweise unterirdisch und reist mit ihrer Schwester in die Niederlande. Es klingt wie ein Rätsel der Sphinx, die derzeit im Antikenmuseum Basel zu sehen ist, aber es geht um die Birsig, ein Diminutiv der Birs, ihrer grösseren Schwester.
Die Birsig ist ein etwa 20 Kilometer langer Fluss, der von Quellen am Remelberg (Kanton Basel-Landschaft) und bei Wolschwiller (Elsass) gespeist wird. Sie mäandert teilweise durch Frankreich und teilweise durch die Kantone Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt, um schliesslich neben dem Grand Hotel Les Trois Rois in den Rhein zu münden. Die Birs ist bei Birsfelden der Grenzfluss zwischen den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt und mündet dort in den Rhein.


Der Remelturm



Der Binnbach
Die Birs ist zwar in der Länge klein, aber ihre Taten waren jahrhundertelang gross, zum Nachteil und zum Vorteil des Menschen. Für die im und nach dem Mittelalter schnell wachsende Stadt Basel war sie lange Zeit eine Quelle für Wasser und Fisch, aber auch immer wieder die Ursache für Überschwemmungen, eine Müllhalde und Krankheiten. Nicht nur das alte Schlachthaus stand an ihren Ufern. Auch kleine Betriebe und Wohnhäuser standen dicht gedrängt dort.

Die Birs fliesst immer noch, aber jetzt unterirdisch. Der Barfüsserplatz mit Blick auf das ehemalige St. Leonhardskloster
Sie floss zwischen zwei Hügeln hindurch, auf der einen Seite das Münster, auf der anderen Seite Stadtmauern aus dem elften und zwölften Jahrhundert, das St. Leonhardskloster (heute die reformierte französischsprachige Kirche), der Lohnhof, Centrepoint Basel, das Musikmuseum Basel, ein Hotel und Wohnungen.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Birsig wegen der Überschwemmungen, der Industrialisierung und des explosiven Wachstums der Stadt sowie der erbärmlichen und krankheitsfördernden hygienischen Bedingungen allmählich kanalisiert und ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts im Stadtzentrum überdacht.




Wo heute Strassenbahnen und Fahrzeuge fahren, floss früher die Birsig. Das bedeutete auch einen Anstoss für den Bau besserer Wohnungen, Geschäfte und die Entwicklung eines grossen Marktplatzes.


Die Schweiz wäre nicht die Schweiz, wenn diese Veränderung nicht auch dazu genutzt worden wäre, den Transport sauberer Energie zu erleichtern. Bereits in den 1950er Jahren wird ein Teil der überdeckten Birsig genutzt, um Fernwärme an Tausenden von Verbrauchern zu leiten. Die Kapazität beträgt laut der Betreiberin IBW Strom für etwa 40.000 Haushalte.


Die Mündung in den Rhein befindet sich an der alten Schifflände, wo früher die Berufsschifffahrt anlegte.





Die erste Kapelle St. Martin wird 1302 erwähnt, 1528 reformiert, 1621 abgerissen und 1622 wurde eine neue Kirche geweiht. Das Pfarrhaus stammt aus dem Jahr 1678.








Biel-Benken (Kanton Basel-Landschaft) und die alte Zoll
Nicht nur die Mündung in Basel ist sehenswert, sondern auch die Dörfer im Elsass und im Kanton Basel-Landschaft. Die Kirche von Biel-Benken, Oberwil, Therwil, Bottmingen sowie Binningen und ihre Schlösser gehören zum kurzen, aber besonderen Einzugsgebiet der Birsig.
Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat
Die Landschaft der Birsig und das Klösterli















