Die Kelten in der Schweiz
13 April 2020
Archäologisch nachweisbar sind die Kelten Mitteleuropas erstmals im 8. bis 4. Jahrhundert v. Chr. in Gebieten von Südostfrankreich über die Schweiz bis nach Südwestdeutschland und Österreich (die Hallstatt-Kultur).
Die Verwendung des Namens der Kelten stammt aus der griechisch-römischen Ethnographie (Galatoi, Keltoi, Galli, Celtae).
Die Kelten waren in zahlreiche Stämme zersplittert und sprachen unterschiedliche, miteinander verwandte Sprachen. Aber es gab eine gemeinsame Kultur mit gemeinsamen religiösen und sozialen Sitten, obwohl diese Einheit nicht im Bewusstsein der Kelten selbst lag.

Bremgarten, Modells eines oppidums
Die keltischen Völker besetzten einen Grossteil des Kontinents, Irlands und der Britischen Inseln, aber es sollte ihnen nicht gelingen, ein einheitliches Reich zu schaffen.

Bremgarten, Oppidum (Rekonstruktion)
Die materielle Grundlage dieser Kultur bildeten in erster Linie Ackerbau, Handwerk, Handel und Viehzucht.
Das Handwerk war hochentwickelt und spezialisiert. Von überragender Bedeutung war das Schmiedehandwerk, in dem vor allem Eisen, Silber, Bernstein, Bronze und Gold verarbeitet wurden.
Die heute als La Tène (4.-1. Jahrhundert v. Chr.) bekannte Periode der vorrömischen Eisenzeit hat ihren Namen von einer Untiefe, La Tène, an der Nordspitze des Neuenburger Sees (Lac de Neuchâtel). Es war eine Ufersiedlung der Helvetier. Das Laténium in Hauterive (kanton Neuenburg) widmet sich dieser Zeit.
Die Kelten hatten im 6. Jahrhundert schon intensive Handelsbeziehungen zur Griechischen Kolonie Massalia (Marseille), nachher mit den Etruskern Mittel- und Oberitaliens und schliesslich mit den römischen Eroberern.
Im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. vollzog sich in den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen der keltischen Völker Mitteleuropas ein tiefgreifender Wandel.
Helvetische Stämme bewohnten das Waadtland und das Mittelland. Weitere Stämme auf dem Gebiet der heutigen Schweiz waren die Rätier im Osten (Graubünden), die Lepontii, Uberes, Nantuates, Sedunes und Veragres im Alpenraum und in der Südschweiz sowie die Rauraken in Teilen des nördlichen Jura, in Basel und Basel-Landschaft, Thurgau, Aargau und Nordost-Schweiz.
Die Kelten bewahrten nach der römischen Eroberung (58 – 15 v. Chr.) viele Züge ihres kulturellen Erbes. Aus dieser Verschmelzung ging eine gallo-römische Kultur hervor.
Die keltische Sprache wich jedoch dem Lateinischen, das sich allmählich zum Französischen weiterentwickelte, ausser in den Regionen, wo die Alemannen sich ansiedelten.
(Quelle: B. Maier, Die Kelten. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart (München 2016).
Korrektorin: Petra Ehrismann
