50 Jahre Römervertrag und kantonale Zusammenarbeit
19 Oktober 2025
Am 13. Oktober 2025 haben die Kantone Basel-Landschaft, Aargau und Basel-Stadt beim Kastell in Kaiseraugst 50 Jahre Römervertrag gefeiert. Das Abkommen gilt als Meilenstein für den Schutz, die Erforschung und Entwicklung von Augusta Raurica und ihrem Museum.
Mit der feierlichen Unterzeichnung einer neuen Vertragsfassung wurde das gemeinsame Engagement für die Zukunft dieses Kulturdenkmals bekräftigt. Gleichzeitig gingen fast 30’000 Sammlungsobjekte aus Basel-Stadt in den Besitz der Römerstadt Augusta Raurica über.

Daniel Suter, Leiter von Augusta Raurica
Die Kantone sowie die beiden weiteren Vertragsparteien (Historische und Antiquarische Gesellschaft zu Basel und Stiftung Pro Augusta Raurica) bestätigten mit dem revidierten Vertrag den Schutz, die Erforschung und die Vermittlung der antiken Stadt gegenüber der Öffentlichkeit. Der Vertrag markiert den Beginn einer neuen langjährigen, interkantonalen Zusammenarbeit. Er tritt am 1. Januar 2026 in Kraft.
BAK-Direktorin Carine Bachmann schliesslich drückte ihre Wertschätzung gegenüber den Politikerinnen und Politikern aus, die vor 50 Jahren mit viel Weitblick und Mut den Weg für ein kulturelles Erbe von nationalem Interesse ebneten.

Das historische Museum Basel präsentiert zu gleicher Zeit 25 Schätze aus der Region Basel und dem grenznahen Ausland. Darunter befindet sich einer der wertvollsten Schätze aus der Sammlung von Augusta Raurica, nämlich der Silberschatz von Kaiseraugst.
Der Römervertrag von 1975 legte die Grundlage dafür, dass sich Ausgrabungen, Museum und Forschung nicht länger auf private Initiativen stützen mussten, und nahm somit eine Schlüsselrolle für die Entwicklung von Augusta Raurica ein. Sammlung, Archiv, Grabungsdokumentation und Forschung wurden erstmals zusammengeführt. Es wurden einheitliche Standards eingeführt und das gesammelte Wissen für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Silberschatz von Augusta Raurica
Dies schuf Raum für vielfältige Kooperationen, etwa mit den Museen Basel, dem Staatsarchiv Basel-Stadt, der Universitätsbibliothek, der Bodenforschung Basel-Stadt und mit regionalen Tourismusorganisationen. Der Römervertrag gilt bis heute als Vorzeigemodell für eine erfolgreiche Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg.
Hoffentlich wird das einzigartige und relativ gut funktionierende nationale und europäische Denkmal der direkten Demokratie, des Föderalismus, des Subsidiaritätsprinzips und der Dezentralisierung genauso gut verwaltet wie Augusta Raurica.
Was weg ist, ist weg – auch auf demokratischer und verfassungsrechtlicher Ebene. Dies war in den 1960er Jahren in Augusta Raurica mit dem römischen Erbe, dem Haus- und Strassenbau ebenso aktuell wie heutige politische Themen.
Und nomen est omen: Auch in Augusta Raurica haben die Kantone eine entscheidende Rolle gespielt. Die Schweizer Verfassung ist ebenfalls eindeutig: Das Volk und die Kantone sind souverän und bilden die Schweizerische Eidgenossenschaft. Allerdings setzt sich manchmal auch oder eben in der Schweiz politischer Opportunismus durch, was für das Land und seine Zukunft kein gutes Zeichen ist.
Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat

Archäozoologie in Augusta Raurica

Das Römische Theater von Augusta Raurica

