Die Mineralquellen im Unterengadin

Die Schweiz ist (vorerst) nicht nur das „Wasserschloss Europas“, sondern auch für ihre Mineralquellen, Kurorte und die damit verbundenen Grand Hotels bekannt.

Diese Quellen sind im ganzen Land zu finden, auch wenn diese Orte heute nicht mehr als Kurorte genutzt werden. Das Epizentrum liegt jedoch im Engadin im Kanton Graubünden, insbesondere im Unterengadin.

Auf einer Strecke von nur sechs Kilometern entspringen in der Region Tarasp, Vulpera, Scuol, Ftan und Sent (Unterengadin, Kanton Graubünden) auf beiden Seiten des Inns über 30 Mineralquellen. Dabei sind die Quellen, die kein mineralisiertes Wasser führen, nicht mitgerechnet. Nirgendwo in Europa entspringen so viele unterschiedliche mineralisierte Quellen auf so engem Raum.

Scuol

Mineralwasser

Mineralwasser entsteht aus Regen- und Schmelzwasser, das über Klüfte, Brüche, Poren und Karstöffnungen in den Felzen eindringt. Je nach dem Weg, den sich das Wasser sucht, entscheidet sich, ob es als Wasser ohne Mineralien oder als hochmineralisiertes Wasser an die Oberfläche dringt. Der Quellaustritt erfolgt meist an der tiefsten Stelle in Talbodennähe.

Trifft Wasser in grossen Tiefen auf Kohlendioxidgas, wird es damit angereichert und es entsteht Sauerwasser oder Säuerling. Dieses löst je nach Gestein verschiedene Elemente aus dem Boden, wie zum Beispiel Natrium, Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen, Chlorid oder Sulfat. Meist tritt es nach mehreren Jahren oder Jahrzehnten als Mineralwasser zutage.

Bogn Engiadina

Die geologische Geschichte

Graubünden zählt zu den geologisch spannendsten Gegenden der Schweiz. Die Rheinschlucht, der schweizerische Nationalpark Parc Ela, der Naturpark Beverin, der Gletschergarten Cavaglia oder die Tektonikarena Sardona sind nur einige Beispiele. Das Unterengadin hat nicht nur eine ähnliche geologische Geschichte, sondern auch seine Mineralquellen.

Vor rund 125 Millionen Jahren entstand das sogenannte Ur-Mittelmeer. Vor etwa 95 Millionen Jahren türmten sich die europäischen und afrikanischen Kontinentalplatten auf und der Alpenbogen entstand. Das ‘geologische Fenster des Unterengadins’ folgte im Laufe der Zeit. Es ist etwas 55 Kilometer lang und 17 Kilometer breit. Es erstreckt sich von Guarda bis Prutz im Inntal (Österreich).

Scuol

Das Kurtourismus

Das Mineralwasser wurde erstmals urkundlich 1369 erwähnt. Der Arzt Paracelsus (1493-1541) beschrieb die heilende Wirkung der Quellen. Es war schon lange unbestritten, dass Mineralwasser (und gesunde Luft) diese Wirkung auf den Körper hat. Kalzium, Magnesium, Natrium, Eisen, Chlorid und verschiedene andere Stoffe haben wissenschaftlich anerkannte Heilwirkungen.

Die Trinkhalle

Obwohl bereits im 16. Jahrhundert Gäste nach Tarasp reisten (damals im Besitz der Habsburgermonarchie), um die Wirkung der Mineralquellen zu nutzen, begann die Blütezeit des Kur-Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts.

Schweizerhof

Bereits im Jahr 1843 entstand die erste Trinkhalle in Tarasp (auf Romanisch Büvetta). 1876 wurde die Büvetta Tarasp mit integrierter Wandelhalle eröffnet, am gegenüberliegenden Ufer des im Jahr 1864 errichteten Kurhauses Tarasp.

Grand Hotel Scuol Palace/Kurhaus Tarasp

Mit dem Bau des Kurhauses in Tarasp setzte das schnelle Wachstum ein. 1897 entstanden  mit dem Waldhaus Vulpera und dem Schweizerhof weitere Wahrzeichen der Belle Époque in dieser Region. In Scuol entstanden zur gleichen Zeit das Grand Hotel Belvédère und in der Nähe von Sent das Grand Hotel Val Sinestra.

Kurhaus in Nairs/Kurhaus Tarasp

Ein Kuraufenthalt dauerte mehrere Wochen oder Monate. Der Alltag der Gäste bestand hauptsächlich aus Wassertrinken, Bädern,Bewegung und sozialen Veranstaltungen. Winter- und Sommersport kamen später dazu.

Grand Hotel Belvédère 150 Jahre

Die Quellen haben noch immer die gleichen heilenden Wirkungen, nur gibt es heute viele medizinische Alternativen und der Tourismus hat sich nach 1945 verändert. Das Walhaus Vulpera wurde 1989 durch einen Brand zerstört, der Schweizerhof und das Kurhotel Tarasp sind zu. Die Trinkhalle wurde 2006 wegen Felsturzgefahr geschlossen. Die Hotels Bellevue und Val Sinestra funktionieren noch. Im Frühjahr 1993 wurde das Bogn Engiadina Scuol eröffnet.

Scuol

Die Mineralwasserwege

Die Mineralwasserwege führen zu den Mineralquellen und Brunnen und informieren über Namen, Quelltypen, Inhaltsstoffe und Eigenschaften der Quellen.

Die Wasserquellen in Scuol (Graubünden, Unterengadin) und in anderen Dörfern befinden sich oft in der Mitte eines von Häusern umgebenen Platzes. Die Quellen hatten eine soziale (Treffpunkt) und eine häusliche (Wasserverbrauch) Funktion.

Die Mineralquellen sind oft mit Kupferplatten versehen, auf denen die Zusammensetzung angegeben ist. Viva, der romanische Ausdruck für ‚Prost‘ oder ‚Gesundheit‘.

(Quelle und weitere Informationen: Bogn Engiadina Scuol; www.engadin.com; K. Mischol, Mineralquellen im Unterengadin, Geschichten und Fakten,  Scuol, 2019; M. Dubois, Die Brunnen des Engiadina Bassa, Zürich, 2014)

Sent

 

Die Basilica Minor Mariastein feiert ihr hundertjähriges Jubiläum

Der 15. August 1926 war ein besonderer Tag für das jahrhundertealte Benediktinerkloster und den Wallfahrtsort Mariastein (Kanton Solothurn). An diesem Tag erhielt die Klosterkirche vom Vatikan den Status einer Basilica Minor, einen höheren Rang innerhalb der katholischen Kirche.

Mariastein ist seit Jahrhunderten ein Wallfahrtsort für rund 200 000 Pilger jährlich. Die Ursprünge der Wallfahrt reichen bis ins Mittelalter zurück, das Kloster wurde im 17. Jahrhundert gegründet. Es erfüllt nach wie vor eine wichtige soziale Funktion in der Region, und seine Mönche pflegen das religiöse und spirituelle Leben.

(Quelle und weitere Informationen: Kloster Mariastein)

Archäozoologie in Augusta Raurica

Equus asinus (Esel), bos taurus (Rind), numida meleagris (Perlhuhn), capra hircus (Ziege), columba domestica (Taube), pavo cristatus (Pfau), sus domesticus (Schwein), gallus gallus (Huhn), anser domesticus (Gans) oder anas domesticus (Ente) sind nur einige der Tierarten im Tierpark Archäozoologie in Augusta Raurica in Augst (Kanton Basel-Landschaft).

Das Wissen über die Tierhaltung zur Römerzeit beruht auf wissenschaftlichen Untersuchungen von ausgegrabenen Tierknochen, auf schriftlichen Quellen, sowie bildlichen und figürlichen Darstellungen.

Aufgrund morphologischer Kriterien wird bestimmt, von welchen Tieren die Knochen stammen. Auch Aussagen zu Geschlecht, Alter, Grösse und Gesundheitszustand der Tierarten sind möglich.

Aus ihren Haustieren zogen die Menschen zur Römerzeit einen grossen Nutzen. Sie setzten sie als Arbeitstiere ein, assen ihr Fleisch, Milchprodukte und Eier und verarbeiteten tierische Materialien wie Knochen, Horn, Daunen, Häute und Wolle. Die Bienen lieferten Honig, aus Knochen wurde Leim gewonnen. Es wurden auch Gesellschaftstiere gehalten.

Der Tierpark ist ein Teil des Freilichtmuseums Augusta Raurica.

(Quelle: www.augustaraurica.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner

Erasmus klingt wieder in Basel

Der grosse Humanist, Theologe, Autor und Gelehrte Desiderius Erasmus (ca. 1466–1536) ist nicht nur im Basler Münster begraben, sondern erklingt sogar wieder in Basel beim «Erasmus klingt! Festival – LAB».

Es ist ein interdisziplinäres Festival, das Erasmus‘ Wirken auf die Wissenschaften der folgenden Jahrhunderte beleuchten möchte. Basels historische Altstadt wird vom 6. bis 13. September 2026 zum dritten Mal zum Schauplatz dieses interdisziplinären Festivals.

Für die dritte Ausgabe des Festivals dienen Erasmus’ Reiseberichte als Quelle der Inspiration für zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen zum Thema «Viaggio» – Erasmus unterwegs.

Das Festival wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen Basler Bildungs- und Kulturinstitutionen durchgeführt, darunter der Universität Basel, der Schola Cantorum Basiliensis und der Volkshochschule beider Basel.

Die Universitätsbibliothek Basel beherbergt eine einzigartige Sammlung von Briefwechseln, Erstausgaben seiner Schriften sowie weiteren Veröffentlichungen. Diese sind teilweise (digital) für die Öffentlichkeit zugänglich. Darüber hinaus ist diese Universität ein renommiertes Zentrum für die Erforschung Erasmus’, seiner Werke und seiner Zeit.

(Quelle und weitere Informationen: Erasmus Klingt! Festival –LAB)

500 Jahre geschriebene romanische Sprache

Im Jahr 2027 feiert die romanische Sprache 500 Jahre seit dem ersten literarischen romanischen Text. Der Zuozer Jurist, Politiker und Diplomat Gian Travers (1483-1563) schrieb 1527 die «Chianzun dalla guerra dagl Chiastè da Müs».

Auf seiner Vermittlung predigte Philipp Gallicus 1554 in romanischer Sprache in der Kirche Santa Chatrigna (St. Katharina). Im selben Jahr trat Zuoz zum reformierten Glauben über. Die Kirche wurde zu einem Lagerraum. Seit 1900 wird sie wieder als katholische Kirche genutzt.

Santa Chatrigna

Das Jubiläum wird mit einem Freilichtspiel, thematischen Spaziergängen in den romanischen Talschaften und Veranstaltungen in Schweizer Städten ausserhalb des romanischen Sprachgebiets gefeiert.

Die Festlichkeiten münden im romanischen Theaterfestival Travers in Zuoz. Die Gemeinde Zuoz und die Lia Rumantscha organisieren die Jubiläumsveranstaltungen gemeinsam.

Zuoz, Kulturarchiv Oberengadin

Um das zeitgenössische romanische Theater zu fördern, haben die Gemeinde Zuoz, die Lia Rumantscha und das Lyceum Alpinum Zuoz den romanischen Theaterpreis Premi Travers Zuoz sowie das Festival Travers Zuoz initiiert.

Zu diesem Zweck riefen die drei Gründerinstitutionen im Jahr 2022 den Verein Uniun Travers ins Leben. Dieser wird im Sommer 2027 das Jubiläumsfestival in Zuoz ausrichten.

Das Festival umfasst neben dem Freilichtspiel die Bühnenrealisierung des mit dem Premi Travers Zuoz 2026 prämierten Stücks sowie weitere kulturelle Anlässe. Der Premi Travers 2026 ist bereits ausgeschrieben.

Gesucht wird ein romanischer Monolog. Bis zum 15. Mai 2026 ist es möglich, ein Stückkonzept und einen Textauszug einzureichen. Alle Informationen sind auf der Website der Uniun Travers veröffentlicht.

Im Sommer 2027 wird das Freilichtspiel «Il battibuogl» (das Durcheinander) auf dem «Plaz Zuoz» gezeigt. Das Festival findet vom 28. Juli bis zum 15. August 2027 statt.

Zuoz

Die romanische Sprache unterwegs

Das Jubiläum beginnt im Juni 2027 mit der Eröffnung in Trun. Die Lia Rumantscha lädt zu einem Tag mit Musik und ersten thematischen Kostproben rund um die Verschriftlichung der romanischen Sprache ein. Die 500 Jahre geschriebene Sprache wird mit einer Neukomposition für einen Kinderchor eingeläutet.

Nach der Eröffnung finden mehrere thematische Spaziergänge in den romanischen Regionen sowie einige Veranstaltungen ausserhalb des romanischen Sprachgebiets in Schweizer Städten statt. Die Spaziergänge und Veranstaltungen sind jeweils einem Aspekt der geschriebenen romanischen Sprache gewidmet.

Das Fest, organisiert von der Gemeinde Zuoz und der Lia Rumantscha, beginnt in der Surselva und reist von Station zu Station durch Graubünden und die Schweiz bis nach Zuoz.

(Quelle und weitere Informationen: Lia Rumanscha)

Der Niesen und sein Panorama

Die echten Pyramiden stehen in Ägypten. Einige pyramidenförmige Berge und Felsformationen finden sich jedoch auch in den Schweizer Alpen. Einer der auffälligsten ist der Niesen (2’363 m) im Kanton Bern.

Dieser Berg verfügt von Mülenen (692 m) aus nicht nur über eine lange, steile Standseilbahn bis zum Gipfel und zum Berghaus Niesen Kulm mit einer Zwischenstation in Schwandegg (1’631 m), sondern auch über die längste Treppe der Welt, die zum Gipfel führt. Sie zählt 11’674 Stufen und ist nur während des jährlichen Niesen-Treppenlaufs zugänglich.

  

Eine Wanderung zum Gipfel und zurück über die Wanderwege dauert zwar länger, doch es lohnt sich jede einzelne Sekunde. Da es sich um einen pyramidenförmigen Berg handelt, ist der Aufstieg entsprechend steil. Der erste Abschnitt bis Schwandegg kann mit der Standseilbahn zurückgelegt werden.

Das herrliche Bergpanorama mit Blick auf den Thunersee, den Brienzersee, die Berner Alpen, das Berner Mittelland, den Jura, das Simmental, das Kandertal, das Diemtigtal und weitere Täler lässt die Anstrengung des Aufstiegs rasch vergessen.

Das Berghaus Niesen wurde 1856 erbaut, die Niesenbahn in den Jahren 1906 bis 1910. Diese Pionierleistung, die längste Standseilbahn Europas, fand ihren Abschluss mit der feierlichen Eröffnung am 13. Juli 1910.

Die Geschichte von Mülenen reicht jedoch viele Jahrhunderte zurück. Mülenen liegt am Ufer der Kander und am Eingang des Kandertals. Das Dorf wurde erstmals im Zusammenhang mit seiner Letzi erwähnt. Eine Letzi ist eine Befestigungsanlage am Eingang eines Tales. Sie wurde erstmals 1269 erwähnt und bestand aus einem Turm sowie einem ihn umgebenden Graben.

Die Burg und das Dorf bildeten das Zentrum der Herren von Kien. Bern erwarb diesen Ort im Jahr 1352. Zunächst nutzte Bern die Burg als Sitz des Vogts, verlegte das Verwaltungszentrum jedoch später auf die Tellenburg in Frutigen. Danach wurde die Burg abgetragen und als Baumaterial verwendet.

Noch viel älter ist jedoch der Niesen selbst. Obwohl auch die stolzen, mehrere Millionen Jahre alten Alpen mancherorts Erosionsspuren zeigen, steht der Niesen weiterhin eindrucksvoll aufrecht. Die erste Erwähnung des Berges stammt aus dem Jahr 1357 unter dem Namen „an Yesen“, der sich von „Enzian“, einer Pflanze aus der Familie der Gentiana, ableitet.

   

Mülenen

Der Niesen befindet sich am östlichen Ende der Niesenkette, die sich über etwa 50 Millionen Jahre hinweg gebildet hat. Der Gipfel wächst noch immer um 0,4 mm pro Jahr, verliert jedoch durch Erosion 1 mm, sodass er insgesamt jährlich um 0,6 mm niedriger wird. Die Natur hat Zeit, ist aber letztlich unerbittlich, nicht nur gegenüber dem Menschen, sondern auch gegenüber Bergen, Meeren, Flüssen sowie der Flora und Fauna.

Auf eine ausführlichere Beschreibung der geologischen Zusammensetzung der Gesteine wird hier verzichtet. Auch diese Gesteinsschichten entstanden jedoch aus Material ehemaliger Meere, die einst den europäischen Kontinent bedeckten.

Abgesehen von zahlreichen Sagen und Legenden über diesen bemerkenswerten Berg besuchten verschiedene Berühmtheiten den Niesen und die Heilbäder in seiner Umgebung. Zu ihnen zählen Albrecht von Haller, der dichtende Wanderer, Johann Wolfgang von Goethe, Lord Byron, Felix Mendelssohn und Prinz Friedrich von Hohenzollern.

Die Badehäuser und Kurorte wie Heustrichbad, Züneggbad und Mülenenbad

Das Sagendorp auf dem Niesen

gehören längst der Vergangenheit an. Die Sagen jedoch leben weiter, ebenso das Berghaus Niesen, die Panoramaplattform und die Begegnungen mit den anderen Bewohnern der Berge.

(Quelle und weitere Informationen: www.spiez.com)

Die Eisenminen von Valdera, Buffalora und dem Ofenpass

Die Namensgebung von Dörfern, Städten, Flüssen, Bergen und Bergpässen hat meist eine lange Geschichte. In der viersprachigen Schweiz mit ihren keltischen, römischen, alemannischen, burgundischen, habsburgischen, lokalen Herrschern und Bistümern sowie ihrem multikulturellen und religiösen, industriellen und handelsbezogenen Hintergrund lassen sich jedoch viele Namen erklären.

Ein Beispiel hierfür ist der Ofenpass oder Pass dal Fuorn (Kanton Graubünden). Der Ofenpass liegt am Eingang zur Biosfera Val Müstair und in der Nähe des Schweizerischen Nationalparks auf 2’149 Metern Höhe.

Dieser Name hat einen mittelalterlichen Ursprung. Conrad Planta erhielt am 25. November 1332 die Konzession für die Eisenminen von Valdera auf dem Berg Buffalora in einer Höhe von 2’300 bis 2’500 Metern. Graubünden wurde bis ins 17. Jahrhundert von den Habsburgern bzw. dem Fürsten von Tirol regiert. Der Pass hiess in dieser Zeit noch Pass da Valdera.

Die Eisenerzminen weckten jedoch auch das Interesse des Bischofs von Chur, und das Bistum erhielt ebenfalls Abbaurechte. Der Abbau erreichte vom 17. bis zum 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt mit zahlreichen Minen auf dem Berg.

Die Bergleute wohnten in der Siedlung Valdera, die später den Namen Buffalora erhielt. Das heutige Restaurant Buffalora und Ausgangspunkt für Ausflüge  erinnern noch heute daran. Dieser Bergbau führte auch zur Verarbeitung von Eisenerz zu Eisen in Öfen. Daher leitet sich schliesslich der Name des Ofenpasses, «il fuorn» auf Rätoromanisch, ab.

Der Ofenpass

Der Verein «Mineras da fier» vermittelt diese Geschichte

(Quelle und weitere Informationen: Amis de las minieras Val Müstair)

Biosfera Val Müstair

Der Schweizerpsalm, die Internationale und die Demontage der Confoederatio Helvetica

Auf gewohnt zurückhaltende Weise wurde am 1. August in der Schweiz der Nationalfeiertag begangen. Die Schweizer Nationalhymne war in allen Landesteilen in deutscher (Schweizerpsalm), französischer (Cantique suisse), italienischer (Salmo svizzero) und rätoromanischer Sprache (Psalm svizzer) zu hören.

 Der Schweizerpsalm

Komposition und Text stammen von Alberych Zwyssig (1808-1854) und Leonhard Widmer (1808–1868) und wurden später ins Rätoromanische (Gion Antoni Bühler, 1825–1897), Französische (Charles Chatelanat, 1833–1907) und Italienische (Camillo Valsangiacomo, 1898–1978) übersetzt.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Nationalhymnen besitzt dieses Lied weder einen bombastischen, historischen, nationalistischen noch ausdrücklich politischen Charakter. Die Begriffe Freiheit, Landschaft, Naturelemente und Vertrauen in den Schöpfer werden der Bezeichnung „Psalm“ voll und ganz gerecht. Die Komposition ist jedoch von bewegender Schönheit und lässt selbst Berge, Seen, Flüsse sowie die Flora und Fauna nicht unberührt.

 Die Internationale in der Kathedrale Saint-Pierre in Genf

Ganz anderer Natur war jedoch eine Darbietung in der Kathedrale Saint-Pierre in Genf am 18. Juni dieses Jahres. Diese seit 1536 reformierte Kirche (auf Französisch: Le Temple) dient noch immer diesem Zweck. Dies hielt die Teilnehmer der Gedenkfeier für den linken Aktivisten und Intellektuellen Jean Ziegler (1934–2026) jedoch nicht davon ab, die Internationale anzustimmen.

Nicht nur der Mangel an Respekt und Kenntnissen über den religiösen und historischen Hintergrund dieses Gotteshauses sagt etwas über die Mitorganisatoren (die Sozialistische Partei, SP) aus. Ebenso ernüchternd ist das Fehlen von Selbstreflexion, das viel über das Wesen dieser Partei verrät.

Die Internationale und Populismus

Dieses überholte Kampflied steht nicht für sich allein, sondern fügt sich in ein Muster ein. Noch immer werden weltweit Millionen Christen unter der Flagge der „Internationale“ verfolgt, unter anderem in den Heilsstaaten Nordkorea und China, wie damals bis 1989 in Osteuropa.

Der heutige Held dieser Partei ist der sozialistische, antisemitische und islamitische Bürgermeister von New York, der mit einer populistischen Kampagne nach Art Trumps seine Wählerinnen und Wähler mobilisiert.

Der Hintergrund vieler Teilnehmer dieser Gedenkfeier und insbesondere die Beileidsbekundungen Abwesender, darunter die des kubanischen Diktators, des notorischen Antisemit Jean-Luc Mélenchon sowie Francesca Albanese (UN-Sonderberichterstatterin), sind bezeichnend.

Die SP übernimmt beispielsweise ohne  rechtliches Beweismaterial, geschweige denn aufgrund eines richterlichen Urteils, den Vorwurf eines Völkermordes durch Israel. Die Stellungnahmen und Meinungen von UN-Experten haben genauso viel rechtlichen Wert wie die Äusserungen extremistischer israelischer Minister.

Damit verletzt die SP bewusst und opportunistisch im Hinblick auf ihre neue Zielgruppe einen Grundsatz des Rechtsstaats: die Unschuldsvermutung, bis ein Gericht etwas anderes feststellt. Darüber hinaus können Hunderte Millionen Opfer, zerstörte Länder und Volkswirtschaften dieser Internationale (mit Nicaragua als jüngster Ergänzung, die SP schweigt) ihre Stimme nicht mehr erheben.

Dieser Mangel an Selbstreflexion, Respekt und historischer Einordnung betrifft auch die Schweiz. Die „Internationale“ statt des „Schweizerpsalms“ in Le Temple für einen offenbar ‚grossen‘ Schweizer Bürger ist zugleich eine Entscheidung zugunsten des internationalen Sozialismus, der Staatswirtschaft, einer gelenkten oder abgestuften Demokratie (im günstigsten Fall), der Zentralisierung und Bürokratie und gegen Föderalismus, Dezentralisierung, Marktwirtschaft, direkte Demokratie und Subsidiarität à la Suisse.

Diese SP ist keine sozialdemokratische Partei, sondern eine populistische, antisemitische, antiwirtschaftliche sozialistische Partei der alten Schule. Die Grünen sind, genau wie in den Niederlanden, zunehmend eine intolerante Partei von Aktivisten, Moralisten und selbsternannten Hochgebildeten (was auch immer das heutzutage noch bedeuten mag) – sie ist jedenfalls keine Garantie für Weisheit, Integrität und Besonnenheit.

Auch die Sympathie für Islamisten, die Verbindungen zu ihnen sowie die antiwestlichen und antimarktwirtschaftlichen Stimmungen sind beunruhigend. Iran (und Hamas, Hezbollah), Nordkorea, Russland und China begrüssen diese Internationale. Und dies ist keine Komplottheorie, sondern eine gefährliche Situation, auch für die Schweiz.

 Die Schweiz und die Europäische Union

Auch die Begeisterung für das neue Abkommen mit der Europäischen Union muss aus dieser Perspektive betrachtet werden. Weder die SP noch die Grünen gehören zu den Anhängern der Marktwirtschaft oder der Schweizer Wirtschaft, verwenden diese jedoch als wichtigstes Argument zur Unterstützung der „Bilateralen III“.

Dieses Abkommen überträgt jedoch gesetzgeberische, rechtsprechende und exekutive Befugnisse auf eine internationale Organisation und stellt damit nach dem Geist und Zweck von Art. 140 BV eine Mitgliedschaft dar. Darüber hinaus zahlt die Schweiz jährlich ein Jahresbeitrag, um an deren Binnenmarktprojekt teilzunehmen.

Alle Elemente einer Mitgliedschaft sind vorhanden. Ein Ständemehr ist verfassungsrechtlich zwingend erforderlich. Dies zu ignorieren, kommt einem Staatsstreich gleich, ganz abgesehen von weiteren offensichtlichen Verfassungsverletzungen, etwa im Bereich der Zuwanderung, der Souveränität der Kantone und des Volkes sowie der direkten Demokratie.

Einige behaupten sogar, dass das Volk diesen Vertrag zu einem späteren Zeitpunkt durch eine Volksinitiative einseitig kündigen könne. Ein Vertrag kann jedoch nicht einseitig gekündigt werden ohne Konsequenzen. Zudem kann die EU bereits bei einem Referendum über eines von vielen EU-Gesetzen Sanktionen verhängen, ganz zu schweigen davon, wie die Reaktion auf eine einseitige Kündigung durch das Volk ausfallen würde.

Weg ist weg, und damit nicht nur die direkte Demokratie, sondern auch das erfolgreiche dezentrale, föderalistische Schweizer Modell, das auf Subsidiarität, Innovation und Vertrauen ausgerichtet ist. Die Schweiz wird auf das Niveau Deutschlands, der Niederlande, Italiens oder Frankreichs sinken.

Direkte Demokratie

Direkte Demokratie bedeutet weit mehr als nur ein Referendum. Es ist ein Prozess der Kommunikation, der Einbindung aller Gesellschaftsschichten und vor allem der Bürger und der Wirtschaft. Davon kann bei der EU keine Rede sein, geschweige denn, dass die Schweizer direkte Demokratie in der EU funktioniert. Das ist schlichtweg eine Lüge, ebenso wie der geplante neue Vertrag mit der EU eine akute soziale, finanzielle, wirtschaftliche, politische und vor allem demokratische Bedrohung für die Schweiz darstellt.

Die Niederlande

Selbst das niederländische Parlament hat oft keine Ahnung vom Gesetzgebungsprozess der EU und den vielen mächtigen Lobbyorganisationen, der Korruption und den nationalen Interessen (grosser) Länder, und wenn doch, wird es allzu oft von anderen Mitgliedern überstimmt (Einwanderung, Euro, Fischerei, Landwirtschaft, Renten, Sozialversicherung usw. usw.). Auch das sogenannte Mitspracherecht der Schweiz ist eine Farce.

Die Folge: immer mehr Unruhen und Widerstand gegen die nationale Regierung, immer weniger Vertrauen in die Demokratie (oder was davon in den Niederlanden und ihrer corruption à la néerlandaise noch übrig ist).

Der Bundesrat

Dies führt auch zu einem Mitglied des Bundesrates, das bereits bei früheren Gelegenheiten öffentlich juristisch und faktisch unhaltbare Positionen vertreten hat und kürzlich erneut mit ‚Fake News‘  („Die Situation ist unter Kontrolle und das EU-Migrationspakt funktioniert“, sic)  in Bezug auf Ceuta und Immigration.

Mehr als 8’000 illegale Immigranten terrorisieren die Bevölkerung, 500 Frauen und Mädchen sind wegen sexueller Gewalt nach Spanien evakuiert: Die ‚Normalize‘ in seiner Ideologie. Die Schweiz sei gewarnt. Er erklärte in einer seiner Reden am 1. August, dass „die Schweiz zu Europa gehört“. Seine geografischen Kenntnisse mögen ausreichend sein, sein staatsrechtliches, juristisches und politisches Verständnis ist jedoch auch diesmal von Aktivismus geprägt.

Europa ist nicht die EU und die EU ist nicht Europa. Was dieser Bundesrat und seine Partei anstreben, ist an sich ein legitimes Ziel, allerdings unter Einhaltung transparenter, fairer und vor allem verfassungskonformer Verfahren. Und das ist nicht der Fall. Im Gegenteil, Das Verfahren ist verfassungswidrig und viele Informationen sind entweder wishful thinking, fake news oder ‚lets hope for the best‘. Hoffnung ist, wie Angstmacherei und Angst, jedoch kein guter Ratgeber.

 Das Modell der EU

Die heutige EU ist ein bürokratisches, zentralistisches, protektionistisches, intransparentes sowie finanziell und monetär bankrottes Staatsgebilde, das mit dem schweizerischen Modell unvereinbar ist. Sie basiert auf dem Prinzip „one size fits all“, auf Quantität, auf immer mehr Schulden und Subventionen sowie auf immer weniger Transparenz und Bürgernähe, insbesondere gegenüber kleinen und mittleren Unternehmen.

Die EU erweitert ihre Befugnisse, ihr Budget und ihre Bürokratie jedoch fortlaufend, nicht nur zulasten der Nationalstaaten, sondern auch zulasten des Europarates mit seinen 45 Mitgliedern, dessen Kernaufgaben einst Bildung, Kultur und Menschenrechte waren. Diese Bereiche wurden teilweise von der EU konfisziert.

Dies schmälert nicht die Verdienste der EU in verschiedenen Bereichen. Doch ihr finanzielles, politisches und administratives Modell ist nicht mehr zeitgemäss. Heutzutage gründet man auch keine Monarchien mehr; ebenso wenig sollte die Schweiz Mitglied der EU werden.

Die EU hätte sich bereits 2004 durch die Aufnahme von zehn (ehemaligen kommunistischen) Staaten reformieren müssen, hat dies jedoch unterlassen. Ihr institutionelles Modell beruht immer noch auf den Strukturen von 1957 mit sechs Mitgliedern, obwohl sie voraussichtlich um 2035 etwa 35 Mitglieder haben wird.

Sie kann sich nicht einmal auf den Sitz ihres Parlaments einigen. Aufgrund jahrhundertealter kultureller, sprachlicher, steuerlicher, wirtschaftlicher, politischer, historischer und mentaler Unterschiede ist dies kaum möglich.

Gleichzeitig mischt sie sich immer stärker in nationale Angelegenheiten ein, etwa bei Renten, sozialen Systemen und Arbeitslosigkeit, Einkommens- und Vermögenssteuern, dem Fortbestand landwirtschaftlicher Betriebe, nationalen Eisenbahnen, Gesundheit, Unterricht, Bauvorschriften und vielen weiteren Bereichen. Auch die Vereinten Nationen und ihre „Experten“ (wer auch immer das sein mag – wer ernennt und kontrolliert sie?) erarbeiten zunehmend sogenanntes Soft Law, das über UN-Experten und Resolutionen Eingang in nationale Rechtssysteme findet.

 Schlussfolgerung

Die EU sollte zu den Grundlagen einer realisierbaren Integration stehen, nämlich dem Binnenmarkt sowie der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit und Koordinierung in anderen Bereichen (zum Beispiel Migration, Bildung, Polizei, Verteidigung, Aussenpolitik).

Auch die Schweiz kann und sollte vorzugsweise Teil dieser internationalen Zusammenarbeit sein, einschliesslich der Verteidigungspolitik. Die Zeiten haben sich seit dem 24. Februar 2022 verändert und sind nicht mehr mit 1914–1918, 1940–1945 oder 1989 vergleichbar.

Was auch immer der Schweizer Lord Haw-Haw (1906-1946) und seine wöchentliche Ausgabe über die Welt erklären mögen: heutige Neutralität ist etwas ganz anderes als eine Mitgliedschaft der Europäischen Union.

Wann erscheint in dieser Wochenzeitschrift die Hagiografie des nordkoreanischen Diktators, nachdem bereits ähnliche Veröffentlichungen über das heutige Russland und Afghanistan erschienen sind?

Die Schweiz muss ihre Einwanderungspolitik  jedoch weiterhin selbst bestimmen, statt sie an die EU zu übertragen, wie es das neue Abkommen vorsieht.  Ceuta ist keine Ausnahme; Tausende illegale Migranten sind in Ceuta geblieben und haben das Recht auf Asyl. Auch die französische Grenze bei Calais, eine Schengen-Aussengrenze zum Vereinigten Königreich, ist eine Farce, wenn man von den vielen Einwanderern in der Schweiz ohne Dokumente gar nicht erst reden will.

Kurzum: ein Opt-out aus der gescheiterten EU-Migrationspolitik (wie Dänemark und Polen), kein automatisches Aufenthaltsrecht nach fünf Jahren, Überprüfung der strafrechtlichen Vergangenheit von Einwanderern aus anderen EU-Staaten und, sofern Verträge und insbesondere deren richterliche Auslegung nicht angepasst werden, die Kündigung jener datierten Menschenrechtsverträge aus einer anderen Epoche, die Familiennachzug und Minderjährige betreffen. Dies ist eine Pflicht des Schweizer Staates gegenüber seinen eigenen Bürgern und der Gesellschaft.

Die heutige EU entspricht jedoch genau der Vision der Befürworter des neuen Abkommens: der Auflösung der ‚mittelalterlichen‘ und des „Ungeheuers Schweiz“ (ein Begriff europäischer Grossmächte 1848–1945) zugunsten des Aufgehens in eine fiktive Union europäischer Brudervölker, europäischer Föderalismus statt sozialistischer Internationale.

Aus demselben Grund soll der Schweizer Pass für Einwanderer leicht, günstig und rasch erhältlich sein und das Wahlrecht ab 16 Jahren eingeführt werden. Mit Demokratie, Bürgersinn oder Swissness hat dies nichts zu tun, wohl aber mit der demokratischen Verelendung von unten.

Diese Europäische Union ähnelt immer mehr den Vereinten Nationen, und das ist nicht als Kompliment gemeint. Die erwähnte Gedenkfeier verdeutlicht eine klare Sichtweise auf die Demontage der Confoederatio Helvetica, obwohl auch sie in verschiedenen Bereichen reformiert und digital modernisiert werden sollte.

Der Schweizerische Nationalpark

Der Kanton Graubünden ist die Region des Schweizerischen Nationalparks (parc naziunal svizzer) und (zum Teil) des Unesco-Welterbes Tektonik Arena Sardona.  Zudem gibt es die regionalen Naturpärke Parc Ela, Naturpark Beverin, Parco Val Calanca und die Biosfera Val Müstair.

Der Nationalpark, der Regionale Naturpark Biosfera Val Müstair und Teile der Gemeinde Scuol bilden das einzige hochalpine Biosphärenreservat der Schweiz, die UNESCO-Biosphärenreservat Engiadina Val Müstair, mit einer Gesamtfläche von 449 km2.

Die Cratschla. 

Das Symbol des Nationalparks ist der Vogel Cratschla (Tannenhäher), auch Namensgeber der Zeitschrift des Nationalparkzentrums in Zernez. Der 1914 gegründete Nationalpark ist das älteste Naturschutzgebiet in den Alpen. Das Gebiet wird nicht umsonst als „wilder“ Park bezeichnet. Das Motto des Parks lautet deshalb „Echt wild“.

Zwei Gründer des Nationalparks. Paul Sarasin (1856-1929) und Fritz Bühlmann (1848-1936) in der Val Cluozza um 1910. Bild: Schweizerischer Nationalpark

Die Natur nimmt ohne menschliche Eingriffe und Aktivitäten ihren Lauf. Schneelawinen und Felsstürze sind keine Katastrophen, sondern natürliche Prozesse. Die (zurückgekehrten) Wölfe, Bären und anderen Raubtiere sind natürliche Bewohner und können ungestört leben.

Bild im Panorama-Raum

Wissenschaftler untersuchen seit 1914 das Ökosystem, die Flora und die Fauna. Alle Tiere, selbst die kleinsten von wenigen Millimetern wie Schnecken, werden genau beobachtet um die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen.

So haben Untersuchungen gezeigt, dass Schnirkelschnecken immer höher in die Berge aufsteigen, bis auf 2500 Meter Höhe, was vor 30 Jahren noch undenkbar war. Die Natur passt sich an. Darüber hinaus stehen grosse und kleine Raubtiere im Mittelpunkt des Interesses.

Der God da Tamagur (Wald von Tamagur) liegt ebenfalls im Nationalpark. Er ist der am höchsten gelegene Arvenwald Europas. Er befindet sich zwischen dem Weiler S-charl (ohne dauerhafte Einwohner, Gemeinde Scuol) und dem Dorf Lü im Val Müstair.

Der Nationalpark ist nicht nur ein wahrhaft „wilder“ Park und eine Quelle wissenschaftlicher Forschung, sondern hat vor kurzem auch das neu eingerichtete Informationszentrum in Zernez eröffnet.

Das Informationszentrum wurde im Jahr 2008 eröffnet. Die neue Ausstellung bietet seit dem 3. Juni 2023 interaktive Angebote für alle Altersgruppen in fünf Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Romanisch und Englisch). Ein Medienführer begleitet Jung und Alt in diesen Sprachen.

In lebensnahen visuellen Darstellungen im Panorama-Raum wird der Nationalpark in allen Jahreszeiten und auf den höchsten Gipfeln (Piz Quattervals 3165 m) und tiefen Tälern, Schluchten, Bächen und Bergseen buchstäblich lebendig

Die grossformatigen Video-Sequenzen geben einen guten Einblick in das faszinierende Ökosystem im Wechsel der Jahreszeiten, in Flora und Fauna.

 

Bilder im Panorama-Raum

In lebensnahen visuellen Darstellungen im Panorama-Raum wird der Nationalpark in allen Jahreszeiten und auf den höchsten Gipfeln (Piz Pisoc 3174 Meter) und tiefen Tälern, Schluchten, Bächen und Bergseen buchstäblich lebendig.

Die umfangreichen, aber gut gegliederten Dokumentationen und Erklärungen geben einen guten Einblick in das faszinierende Ökosystem im Wechsel der Jahreszeiten, in Flora und Fauna.

Eindrücke aus der Wildnisarena

Auf diese Präsentationen folgt ein inszeniertes Erlebnis des „wilden Lebens“, die Wildnisarena mit authentischen Geräuschen der prägenden Naturprozesse in den verschiedenen Jahreszeiten.

Es handelt sich um eine Art 3-D-Welt, allerdings ohne 3-D-Brille. Nach diesem atmosphärischen Erlebnis und einer kurzen Geschichte der Entstehung des Parks folgt der Bereich Wissenschaft und Forschung.

Das Freiluftlabor

Die Besucher werden im Freiluftlabor aktiv in die Erforschung der Entstehung der Landschaft, der Entwicklung und des heutigen Zustands von Flora und Fauna, der Gletscher sowie der aktuellen Entwicklung, auch hinsichtlich des Klimas, einbezogen. Anhand interaktiver Medien, Modelle und Dokumentationen werden Jahrmillionen in den Fokus gerückt, als wäre es gestern gewesen. Auch hier ist der Aufbau für alle drei Altersgruppen geeignet.

Darüber hinaus werden die Besucher in den drei Altersgruppen aktiv in das Erleben und Wahrnehmen der „wilden“ Natur einbezogen. Experten führen die Besucher dabei über Monitore und andere visuelle Medien an und geben Informationen zu bestimmten Themen.

Denn auch der Mensch ist Natur, die eben die erste Violine spielt, auch wenn dies vielen nicht (mehr) bewusst ist. Die Rolle und Funktion des Menschen in der Natur sind keine blossen Abstraktionen. Jeder Einzelne hat seine Wahrnehmung und seine Verantwortung im Umgang mit der Natur.

Der Mensch und die alpine Natur im Laufe der Zeit 

(Quelle und weitere Informationen: Schweizerischer Nationalpark)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Das Informationszentrum organisiert auch Sonderausstellungen. 

Föderale Musikalität auf lokaler Ebene

Die höchsten Viertausender, rund 1.500 grössere und kleinere Seen, Tausende grössere und kleinere Flüsse und Bäche und vielleicht die meisten Kräutergärten pro Quadratkilometer in Europa, die Schweizer Musikalität pro Kopf der Bevölkerung ist qualitativ wie quantitativ ebenso gross.

Schätzungsweise gibt es in der Stadt Basel (rund 185.000 Einwohner) allein 10.000 Piccolospieler und Tausende Trommler, darunter auch die absolute Weltspitze. Musik liegt Basel somit in den Genen – mit zahllosen Amateurchören und -orchestern, musikalischen Berufsausbildungen und Akademien sowie mehreren professionellen Orchestern und Chören.

Diese Musikalität beschränkt sich nicht auf Basel, sondern erstreckt sich von Graubünden bis Genf, vom Tessin bis ins Appenzellerland. So kann es passieren, dass in einem Restaurant in St. Imier (Kanton Bern) eine Gruppe Örgelispielerinnen und -spieler aus dem Baselbiet (Kanton Basel-Landschaft) spontan ein Konzert gibt.

Ein antikes Örgeli

Schulkinder geben regelmässig Strassenkonzerte, und Musikfestivals finden vielerorts in den Bergen in bemerkenswerter Höhe statt.

Die höchstgelegene Stadt Europas, La Chaux-de-Fonds, verfügt sogar über die weltberühmte Salle de la Musique, in der sie, wie in Montreux, jährlich die Jazz- und Popelite der Welt empfängt.

Basel, Konzert im Schmiedenhof

Die Qualität, Quantität und Vielfalt sind zu überwältigend, um sie aufzuzählen. Jodeln (das eidgenössische Jodlerfest findet 2026 in Basel statt), Volksmusik, Klassik, Pop, Jazz und andere Musik gibt es in allen Formen.

Zu Unrecht ruft Jodeln im Ausland meist nur ein mitleidiges Lächeln hervor. Dabei ist es häufig musikalische Spitzenqualität – oft in Kombination mit Instrumenten und manchmal auch mit anderen Gesangsdisziplinen.

Daher hier nur eine kleine Hommage an einen der vielen Musikschaffenden vor Ort – einfach so, in einer wunderschönen romanischen Kirche oder in einem Restaurant in St. Imier. Auch in musikalischer Hinsicht ist die Schweiz ein Bottom-up-Land – mit höchster Qualität an der Spitze.

Ardez, Sommer 2026

Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern auch Teil von Kultur, Tradition, Disziplin, Organisation, Ausbildung und aufeinanderfolgenden Generationen (obwohl dies keine Garantie für die Zukunft ist!).

 Korrektur: Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat

Musikweg Unteres Fricktal