Föderale Musikalität auf lokaler Ebene
30 April 2026
Die höchsten Viertausender, rund 1.500 grössere und kleinere Seen, Tausende grössere und kleinere Flüsse und Bäche und vielleicht die meisten Kräutergärten pro Quadratkilometer in Europa, die Schweizer Musikalität pro Kopf der Bevölkerung ist qualitativ wie quantitativ ebenso gross.
Schätzungsweise gibt es in der Stadt Basel (rund 185.000 Einwohner) allein 10.000 Piccolospieler und Tausende Trommler, darunter auch die absolute Weltspitze. Musik liegt Basel somit in den Genen – mit zahllosen Amateurchören und -orchestern, musikalischen Berufsausbildungen und Akademien sowie mehreren professionellen Orchestern und Chören.



Diese Musikalität beschränkt sich nicht auf Basel, sondern erstreckt sich von Graubünden bis Genf, vom Tessin bis ins Appenzellerland. So kann es passieren, dass in einem Restaurant in St. Imier (Kanton Bern) eine Gruppe Örgelispielerinnen und -spieler aus dem Baselbiet (Kanton Basel-Landschaft) spontan ein Konzert gibt.

Ein antikes Örgeli

Schulkinder geben regelmässig Strassenkonzerte, und Musikfestivals finden vielerorts in den Bergen in bemerkenswerter Höhe statt.

Die höchstgelegene Stadt Europas, La Chaux-de-Fonds, verfügt sogar über die weltberühmte Salle de la Musique, in der sie, wie in Montreux, jährlich die Jazz- und Popelite der Welt empfängt.

Basel, Konzert im Schmiedenhof
Die Qualität, Quantität und Vielfalt sind zu überwältigend, um sie aufzuzählen. Jodeln (das eidgenössische Jodlerfest findet 2026 in Basel statt), Volksmusik, Klassik, Pop, Jazz und andere Musik gibt es in allen Formen.
Zu Unrecht ruft Jodeln im Ausland meist nur ein mitleidiges Lächeln hervor. Dabei ist es häufig musikalische Spitzenqualität – oft in Kombination mit Instrumenten und manchmal auch mit anderen Gesangsdisziplinen.

Daher hier nur eine kleine Hommage an einen der vielen Musikschaffenden vor Ort – einfach so, in einer wunderschönen romanischen Kirche oder in einem Restaurant in St. Imier. Auch in musikalischer Hinsicht ist die Schweiz ein Bottom-up-Land – mit höchster Qualität an der Spitze. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern auch Teil von Kultur, Tradition, Disziplin, Organisation, Ausbildung und aufeinanderfolgenden Generationen (obwohl dies keine Garantie für die Zukunft ist!).
Korrektur: Giuanna Egger-Maissen, Korrektorin und Lektorat





