32e Eidgenössisches Jodlerfest 26 tot 28 juni 2026 Basel Daniel Buser, (Organisationskommitee), Conradin Cramer (Regierungspräsident des Kantons Basel-Stadt). Photo/Foto: TES

Jodeln vereint Stadt, Land und die Schweiz 1924-2026

In der aktuellen Ausgabe von NZZ-Geschichte (Nr. 62, Februar 2026) wird ausführlich auf die wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung der Bauern in der Schweiz eingegangen. Im 19. Jahrhundert arbeitete noch die Hälfte der Bevölkerung in diesem Sektor, war jedoch politisch nicht vertreten.

Fasnacht 2026

In diesem Zusammenhang wird auch auf den nahezu vergessenen Bauernkrieg von 1653 eingegangen (im Gegensatz zum Bauernkrieg (1525) in Deutschland und im Elsass). Damals waren noch 80 % der Bevölkerung in diesem Bereich tätig, doch die städtischen Eliten bestimmten die Politik für ihre ‚Untertanen‘. Ein Stadt-Land-Graben avant la lettre, nur ist die politische Perspektive heute umgekehrt: konservativ auf dem Land, revolutionär in den Städten.

Die Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert hat damit viel zu tun. Immer weniger Menschen waren noch in der Landwirtschaft tätig und viele zogen für Arbeit in die Städte und deren aufkommende Industrien, auch nach Basel.

Mit der Einführung des Proporzwahlrechts änderte sich 1919 die Zusammensetzung des Nationalrats. Rudolf Minger (1881–1955) war der erste Bauernsohn im Parlament. Er war Mitglied der damaligen Schweizer Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB), heute SVP.

Jodlerclub Echo Basel

Das Eidgenössische Jodlerfest

Auch das ländliche Brauchtum erreichte die Städte. Die vielen Zuwanderer aus ländlichen Gebieten brachten beispielsweise das Jodeln nach Basel. Die Zahl der Vereine (Jodelgesellschaften) war so gross, dass in Basel 1924 sogar das erste Eidgenössische Jodlerfest stattfand. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) und den unruhigen Jahren danach bestand ein Bedürfnis nach Einheit und Verbundenheit. Das urschweizerische Jodeln brachte Stadt und Land zusammen.

Es ist daher mehr als symbolisch, dass ein Jahrhundert später Basel erneut Austragungsort des Eidgenössischen Jodlerfests ist. Diese Veranstaltung verbindet immer noch Stadt und Land und im Jahr 2026 auch den Kanton Basel-Stadt und den Kanton Basel-Landschaft.

Obwohl das Jodeln auch in anderen Alpenländern vorkommt, erreicht es in der Schweiz das höchste musikalische Niveau hinsichtlich der Anzahl der Ausübenden, der Vereine, der Qualität und der (modernen) Interpretationen. Die UNESCO hat im Dezember 2025 das Schweizer Jodeln in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Das Eidgenössische Jodlerfest findet vom 26. bis 28. Juni in Basel statt, mit mehr als 12.000 Teilnehmern: Jodler, Fahnenschwinger, Alphornbläser und natürlich Piccolos und Trommel. Die feierliche Eröffnung des Schweizer „Jodeljahres“ fand am 5. Februar dieses Jahres in Basel bei – wie könnte es anders sein – der sitzenden Helvetia statt.

(Quelle und weitere Informationen: 32. Eidgenössisches Jodlerfest)