Ab durch den Berg in der Schweiz

Der 2091 Meter über dem Meer gelegene Gotthardpass ist seit 800 Jahren eine Reise- und Handelsroute.

Der Gotthard wurde um 1230 eine bevorzugte Nord-Süd Achse Europas für Säumer (Transporte über die Alpen), Rompilger und Postboten. Ganz oben auf der Passhöhe wurde 1237 auch das Hospiz gebaut. Die heutige Form geht auf das Jahr 1623 zurück.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts was es ein sogenanntes Kapuzinerhospiz. Der Pass war auch strategisch bedeutsam.  Auch Napoleon erkannte diese Bedeutung und die Rolle der Schweiz im damaligen europäischen Machtsgefüge 1803 beim Erlass der Mediationsakte.

Mit der Eröffnung der Gotthardstrasse im Jahr 1830 geraten andere Nutzungswege in den Blick. 1842 begann die grosse Zeit der Gotthardpost und so fuhr täglich ein fünf-spänniger,  zehnplätziger Wagen über knapp 23 Stunden in beiden Richtungen.

Der Gotthardvertrag von 1869 mit Deutschland und Italien regelte Fragen zum Bau und Betrieb des Tunnels mit den Nachbarstaaten.

Ende Mai 1882 wurde der Gotthard-Eisenbahntunnel geöffnet. 1887 wurde die erste Militärfestung am Gotthard gebaut. 1895 überquerte das erste Auto, ein Peugeot, den Gotthard; 1922 das erste Postauto und 1934 fuhr die Tour de Suisse zum ersten Mal über den Pass.

Diese ersten modernen Passagen im 19. Jahrhundert galten als “Suezkanal der Alpen” und vernetzten die Schweiz als Industrie- Wissenschafts- und Finanzplatz.

Die Bundesversammlung legte 1960 das Nationalstrassennetz fest, wobei der Gotthard von diesen erschlossen wurde.

Der Weg durch den Berg war aber nur mit Autoverlad geplant und 1967 konnte der erste Teil der neuen Strasse geöffnet werden.

1973 fuhren an einem Tag schon 390 Züge durch den Gotthard. 1970 erfolgte der Beginn des Strassentunnels und 1980 wurde der Gotthard Strassentunnel dem Verkehr übergeben. 1975 reichte die SBB (die Schweizerische Bundesbahn) das Bauprojekt Basistunnel ein und nach ersten Probebohrungen begannen die Bauarbeiten 1999.

Am 1. Juni 2016 wurde der Basistunnel schliesslich eröffnet und der Berg in der Mitte der Schweiz wird zur europäischen Transversale. Die Schweiz hat die Kosten für die wichtigste europäische Nord-Süd-Achse dabei völlig übernommen.

Die Bedeutung ist gross. Wenn Deutchland und Italien die Zufahrten bauen, kann der Tunnel Kernstück einer europäischen ökonomischen Achse sein.

(Quelle: Schweizerisches National Museum, Forum für Geschichte, Ab durch den Berg, Schwyz 2016).

Der Gotthard, die Nord-Süd-Achse Europas

Der Pass ist hoch, die Zugangstäler sind eng und  lange gilt der Gotthard bei Reisenden als unüberwindbar. Dann machen die technischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts das Unmögliche möglich: 1882 wird der Gotthard-Eisenbahntunnel eröffnet.

Damit gelingt der Schweiz der Anschluss ans europäische Eisenbahnnetz. 1980 folgen der Autobahn- und 2016 der Gotthard-Basistunnel. Innert 130 Jahren wird am Gotthard drei Mal ein Weltrekord-Tunnelbau aufgestellt.

Die Ausstellung zeigt, wie der Gotthard zur bevorzugten Nord- Süd-Achse Europas wurde. Tonbeiträge, Bilder und Pläne lassen die Anfänge des Tunnelbaus aufleben. Besucherinnen und Besucher können zudem in eine «Tunnelgrotte» eintreten. Vergleiche zwischen den drei Bauten führen die verkehrspolitischen, sozialen und technischen Veränderungen vor Augen.

Doch nicht nur der Tunnelbau, sondern auch der Verkehr über und durch den Gotthard ist Thema der Ausstellung: Die Darstellung der letzten Postkutsche fehlt ebenso wenig wie das 100.000.000ste Fahrzeug, das den Autobahntunnel durchquert hat.

Eine reiche Auswahl an Objekten, Fotografien, Karikaturen, Filmen und Modellen beweist: Der Gotthard ist Kulturgeschichte mitten in Europa.

(Weitere Informationen: Forum Schweizerische Geschichte www.nationalmuseum.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner

Der erste Weltkrieg in der Schweiz

Europäische Krisen hat es immer gegeben, seit es europäische Politik gibt, also seit Jahrtausenden.

Seit sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts das sogenannte Konzert der europäischen Grossmächte herausgebildet hatte und das komplexe System mehr oder weniger beherrscht wurde, gelang es die Spannungen zu beherrschen, obwohl im Krimkrieg (1856-1859) die Grossmächte einen grossen Krieg ausgefochten haben.

Im Sommer 1914 gelang es nicht mehr einen Konflikt zu entschärfen. Es war ein Sommer massiver Fehlentscheidungen. Jahrelang hatten die Grossmächte (Frankreich, Russland, Deutschland, England, Österreich-Ungarn) aufgerüstet und gingen davon aus, dass ein Krieg unvermeidlich war.

Der Krieg wurde wie ein Heilmittel angenommen. Europa marschierte ‘vereint’ in die Katastrophe. Es gab eine Euphorie in allen Ländern. Die überwiegende Mehrzahl der Elite bekannte sich zum Krieg.

In jedem Land gab es Ausnahmen, aber die kollektive Begeisterung und das nationale Engagement Gelehrter, Künstler und Schriftsteller waren erstaunlich.

Der Erste Weltkrieg brachte nicht nur den Einsturz von Kaiserreichen und die Geburt der neuen Staaten, er war auch Ausgangspunkt für  Kommunismus und später .

Die Website www.14-18.ch zeigt thematisch und geordnet diese Geschichte.

Der Verein Schweiz im Ersten Weltkrieg (La Suisse dans la Première Guerre mondiale) wurde auch anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Ersten Weltkriegs 1914 gegründet.

Sein Ziel ist es, die Geschichte der Schweiz in dieser Zeit zu analysieren und sie einem breiten Publikum verständlich zu machen. Der Krieg hat auch die neutrale Schweiz stark beeinflusst und verändert. Doch diese Zeit ist vielen Schweizern unbekannt.

Die Spannungen zwischen den sozialen Schichten, zwischen der französischen und der deutschsprachigen Schweiz, zwischen Arbeitern und Bauern, Offizieren und Soldaten nahmen während der vier Kriegsjahre stark zu. Sie gipfelten im Generalstreik vom November 1918.

Die Ausstellung zeigt diese wachsenden Spannungen nicht nur in thematischen Kapiteln – Wirtschaft, Gesellschaft, Armee und Politik – sondern auch mittels einer visuellen Szenografie. Hunderte von Fotografien, Dokumenten, Filmen und Objekten erzählen die Geschichte einer Schweiz, die, obwohl vom Krieg verschont geblieben, sich grossen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen stellen musste.

(Weitere Informationen: www.14-18.ch; www.grandeguerre.ch).

Forum Schweizer Geschichte in Schwyz

Die Dauerausstellung zeigt die Entstehungsbedingungen der alten Eidgenossenschaft im Mittelalter auf. Die Geschichte zur Entstehung der Schweiz ist als Erlebnisparcours angelegt. Kein Land war schon immer da, auch die Schweiz nicht. Die Geschichte der Eidgenossenschaft reicht mehr als 700 Jahre zurück.

Wann und wo beginnt die Geschichte dieses Landes? Diese Fragen geht die neu eingerichtete Dauerausstellung im Forum Schweizer Geschichte in Schwyz nach.

(Weitere informationen: www.forumschwyz.ch).