Der Niesen und sein Panorama
10 August 2026
Die echten Pyramiden stehen in Ägypten. Einige pyramidenförmige Berge und Felsformationen finden sich jedoch auch in den Schweizer Alpen. Einer der auffälligsten ist der Niesen (2’363 m) im Kanton Bern.

Dieser Berg verfügt von Mülenen (692 m) aus nicht nur über eine lange, steile Standseilbahn bis zum Gipfel und zum Berghaus Niesen Kulm mit einer Zwischenstation in Schwandegg (1’631 m), sondern auch über die längste Treppe der Welt, die zum Gipfel führt. Sie zählt 11’674 Stufen und ist nur während des jährlichen Niesen-Treppenlaufs zugänglich.





Eine Wanderung zum Gipfel und zurück über die Wanderwege dauert zwar länger, doch es lohnt sich jede einzelne Sekunde. Da es sich um einen pyramidenförmigen Berg handelt, ist der Aufstieg entsprechend steil. Der erste Abschnitt bis Schwandegg kann mit der Standseilbahn zurückgelegt werden.
Das herrliche Bergpanorama mit Blick auf den Thunersee, den Brienzersee, die Berner Alpen, das Berner Mittelland, den Jura, das Simmental, das Kandertal, das Diemtigtal und weitere Täler lässt die Anstrengung des Aufstiegs rasch vergessen.

Das Berghaus Niesen wurde 1856 erbaut, die Niesenbahn in den Jahren 1906 bis 1910. Diese Pionierleistung, die längste Standseilbahn Europas, fand ihren Abschluss mit der feierlichen Eröffnung am 13. Juli 1910.
Die Geschichte von Mülenen reicht jedoch viele Jahrhunderte zurück. Mülenen liegt am Ufer der Kander und am Eingang des Kandertals. Das Dorf wurde erstmals im Zusammenhang mit seiner Letzi erwähnt. Eine Letzi ist eine Befestigungsanlage am Eingang eines Tales. Sie wurde erstmals 1269 erwähnt und bestand aus einem Turm sowie einem ihn umgebenden Graben.

Die Burg und das Dorf bildeten das Zentrum der Herren von Kien. Bern erwarb diesen Ort im Jahr 1352. Zunächst nutzte Bern die Burg als Sitz des Vogts, verlegte das Verwaltungszentrum jedoch später auf die Tellenburg in Frutigen. Danach wurde die Burg abgetragen und als Baumaterial verwendet.
Noch viel älter ist jedoch der Niesen selbst. Obwohl auch die stolzen, mehrere Millionen Jahre alten Alpen mancherorts Erosionsspuren zeigen, steht der Niesen weiterhin eindrucksvoll aufrecht. Die erste Erwähnung des Berges stammt aus dem Jahr 1357 unter dem Namen „an Yesen“, der sich von „Enzian“, einer Pflanze aus der Familie der Gentiana, ableitet.



Mülenen
Der Niesen befindet sich am östlichen Ende der Niesenkette, die sich über etwa 50 Millionen Jahre hinweg gebildet hat. Der Gipfel wächst noch immer um 0,4 mm pro Jahr, verliert jedoch durch Erosion 1 mm, sodass er insgesamt jährlich um 0,6 mm niedriger wird. Die Natur hat Zeit, ist aber letztlich unerbittlich, nicht nur gegenüber dem Menschen, sondern auch gegenüber Bergen, Meeren, Flüssen sowie der Flora und Fauna.
Auf eine ausführlichere Beschreibung der geologischen Zusammensetzung der Gesteine wird hier verzichtet. Auch diese Gesteinsschichten entstanden jedoch aus Material ehemaliger Meere, die einst den europäischen Kontinent bedeckten.



Abgesehen von zahlreichen Sagen und Legenden über diesen bemerkenswerten Berg besuchten verschiedene Berühmtheiten den Niesen und die Heilbäder in seiner Umgebung. Zu ihnen zählen Albrecht von Haller, der dichtende Wanderer, Johann Wolfgang von Goethe, Lord Byron, Felix Mendelssohn und Prinz Friedrich von Hohenzollern.

Die Badehäuser und Kurorte wie Heustrichbad, Züneggbad und Mülenenbad

Das Sagendorp auf dem Niesen
gehören längst der Vergangenheit an. Die Sagen jedoch leben weiter, ebenso das Berghaus Niesen, die Panoramaplattform und die Begegnungen mit den anderen Bewohnern der Berge.

(Quelle und weitere Informationen: www.spiez.com)







