Die Plantas und die Chesa Poult in Zuoz
18 Juli 2021
Nach dem Zerfall des Römischen Reiches stand um das Jahr 500 das ganze Engadin unter der Herrschaft der Ostgoten. Um 539 kam das Land unter die Oberhoheit der Franken.
Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 843. Der Name Zuoz hängt wahrscheinlich mit suot (unter auf Romanisch) zusammen. Um das Jahr 1000 besass der Bischof von Chur im Oberengadin zahlreiche Rechte und Güter.
Zuoz war zum Mittelpunkt dieser Herrschaft im Oberengadin geworden. Die Plantas waren die mächtigste und führende Familie im Oberengadin. Der Bischof von Chur verlieh Andreas Planta 1244 das Kanzleramt.
Die San-Luzi ist 1139 urkundlich als eine der Hauptkirchen des Oberengadins erwähnt. Der Wohnturm war der Wohnsitz der Plantas.
Die Chesa Poult
Der kubisch gegliederte Bau wurde, wie viele der Patrizierhäuser im Dorf, von einer Engadiner Familie erbaut, die durch die Rekrutierung von Söldnern zu Wohlstand gekommen war.

Die Familie Poult kaufte das Haus (chesa) im Jahr 1757. Der weitere Ausbau fand bis 1766 statt. Es ist ein kubisch gegliederter Bau mit zurückspringendem, einen Hof ausscheidenden Mitteltrakt, der einen Wohnturm einschliesst und mit einem graziösen Giebelaufsatz bekrönt wird. Im Inneren befinden sich Täferstuben und Rokokostuckaturen.
(Quelle: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Kunstführer durch die Schweiz, Band 2, Bern 2005).
