Biosfera Val Müstair. Foto/Photo: TES

Die Eisenminen von Valdera, Buffalora und dem Ofenpass

Die Namensgebung von Dörfern, Städten, Flüssen, Bergen und Bergpässen hat meist eine lange Geschichte. In der viersprachigen Schweiz mit ihren keltischen, römischen, alemannischen, burgundischen, habsburgischen, lokalen Herrschern und Bistümern sowie ihrem multikulturellen und religiösen, industriellen und handelsbezogenen Hintergrund lassen sich jedoch viele Namen erklären.

Ein Beispiel hierfür ist der Ofenpass oder Pass dal Fuorn (Kanton Graubünden). Der Ofenpass liegt am Eingang zur Biosfera Val Müstair und in der Nähe des Schweizerischen Nationalparks auf 2’149 Metern Höhe.

Dieser Name hat einen mittelalterlichen Ursprung. Conrad Planta erhielt am 25. November 1332 die Konzession für die Eisenminen von Valdera auf dem Berg Buffalora in einer Höhe von 2’300 bis 2’500 Metern. Graubünden wurde bis ins 17. Jahrhundert von den Habsburgern bzw. dem Fürsten von Tirol regiert. Der Pass hiess in dieser Zeit noch Pass da Valdera.

Die Eisenerzminen weckten jedoch auch das Interesse des Bischofs von Chur, und das Bistum erhielt ebenfalls Abbaurechte. Der Abbau erreichte vom 17. bis zum 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt mit zahlreichen Minen auf dem Berg.

Die Bergleute wohnten in der Siedlung Valdera, die später den Namen Buffalora erhielt. Das heutige Restaurant Buffalora und Ausgangspunkt für Ausflüge  erinnern noch heute daran. Dieser Bergbau führte auch zur Verarbeitung von Eisenerz zu Eisen in Öfen. Daher leitet sich schliesslich der Name des Ofenpasses, «il fuorn» auf Rätoromanisch, ab.

Der Ofenpass

Der Verein «Mineras da fier» vermittelt diese Geschichte

(Quelle und weitere Informationen: Amis de las minieras Val Müstair)

Biosfera Val Müstair