Bubendorf, Afghanistan, 1830-1833 und Schloss Wildenstein

Wer an Bubendorf (Kanton Basel-Landschaft) denkt, bringt das Dorf nicht sofort mit Afghanistan oder einem Kurort in Verbindung. Und doch beherbergt dieses Dorf mit über 4.000 Einwohnern in der Biblioteca Afghanica die grösste Sammlung afghanischer Literatur, wissenschaftlicher Publikationen, Dokumentationen, Fotos, Videos und Bilder in Europa.

Beim Zusammenschluss des unteren und des oberen Frenkentals, wo das Bad Bubebdorf liegt, entwickelte sich an der Strasse eine kleine römische Siedlung mit einem Heiligtum.

Vor zweitausend Jahren kannten auch die Römer Afghanistan, und wer weiss, ob es nicht ein Zufall ist, dass sie an dieser Stelle im Frenkental einen Tempel, ein Jupiterheiligtum und eine Villa errichteten.

Jahrhunderte später bewohnten Alemannen diese Gegend, wie Gräber aus dem 7. Jahrhundert zeigen. Im 11. Jahrhundert erwarb der Fürstbischof von Basel das Gebiet.

Die Eptinger, im Dienste des Bischofs, errichteten im 13. Jahrhundert das Schloss Wildenstein und bewirtschafteten das Gebiet für Ackerbau und Viehzucht. Im Jahr 1400 erwarb die Stadt Basel das Dorf, den Dinghof und seine Rechte.

Bereits ab 1640 war das Dorf für sein Kurort Bad Bubendorf bekannt. Das Schloss Wildenstein war ebenfalls ein prestigeträchtiger Ort mit wechselnden Besitzern, darunter Mitglieder der Familie Planta und die Basler Familie Vischer (1792-1994).

In Bad Bubensdorf fanden 1830 die ersten Versammlungen statt, die 1833 zur Unabhängigkeit von Basel-Landschaft führten, obwohl das Dorf Bubendorf bis zuletzt Basel treu blieb. Die Abspaltung von Basel erfolgte 1833 und führte zu den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft.

Dieser politische Wandel ist das eine. Die Kulturlandschaft hat sich seit dem späten Mittelalter jedoch nicht verändert. Jahrhundertealte Eichen, Wiesen und Ackerland sind weitgehend noch so, wie sie damals waren.

Sie ist eine der letzten Gegenden der Schweiz mit einer mittelalterlichen Kulturlandschaft. Das Erscheinungsbild des Schlosses, ihrer Gärten, Brunnen und Höfe ist auch ein Bild  der Kulturgeschichte. Auch der ländliche Charakter und die Dörfer sind noch weitgehend authentisch.

Das Volumen des berühmten Wasserfalls hat sich aber verändert. Vor nicht allzu langer Zeit war der Wasserfall in der Schlucht ein echter Wasserfall. Heute ist er nur ein kleiner Fall, fast ohne Wasser!

Auch der Bach Frenke im Dorf hat bessere Tage gekannt. Das Wappen von Bubendorf ist nicht umsonst die Säge einer Holzmühle, die Jahrhunderte vom Wasser des Baches angetrieben wurde.

Der Schweizer Alpen-Club

Der Schweizer Alpen-Club (SAC/Club Alpin Suisse, CAS) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet (und anderswo im Land). Obwohl der Name etwas anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur Skitouren, Bergsteigen und andere Sportarten im Hochgebirge und in den Alpen, sondern auch Wanderungen und weitere Aktivitäten in anderen Regionen.

(Quelle und weitere Informationen: Einwohnergemeinde Bubendorf)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Bad Bubendorf

Weitere Eindrücke

St. Petersinsel im Bielersee

Die St. Petersinsel im Bielersee war bis 1868 eine echte Insel, sogar die grösste der Schweiz. Im Zuge der ersten Juragewässerkorrektion wurde der Spiegel des Sees zwischen 1868 und 1875 um über zwei Meter gesenkt. So entstanden die Passage (4,5 km) und das Naturschutzgebiet zwischen der Stadt Erlach und der Insel.

St. Petersinsel und die Juragewässerkorrektion. Bild: Klosterinsel St. Peter 

Drei Pfahlbaudörfer lagen Jahrhunderte v. Chr. am südlichen, östlichen und nördlichen Inselrand. Später wurde die Insel zum römischen Tempelbezirk und zu einer Kultstätte (2.–3. Jahrhundert), dann zum Bestattungsort merowingischer Familien. Noch zu Merowingischer Zeit (7.–8. Jahrhundert) entstand eine erste Kirche.

Zu Beginn des 11. Jahrhundert erwarb die Abtei von Cluny die Insel. Sie legte die Fundamente zu einer grossen dreischiffigen Basilika. Diese brach jedoch bald zusammen. Die neuen Klosterbauten und die Klosterkirche wurden rund um 1120 errichtet.

Das Kloster war den Aposteln Petrus und Paulus geweiht, daher der Name St. Petersinsel. Nach der Reformation wurde die Insel 1530 Bern übergeben. Die Klosterkirche wurde zerstört und der Komplex wurde lange Zeit von der Stadt Bern als Krankenhaus genutzt.

Europäische Bedeutung erlangte die Insel 1765 nach dem Aufenthalt von Jean-Jacques Rousseau. Die Insel wurde zu einem beliebten Reiseziel für Kaiser, Könige, Aristokraten, Staatsmänner, Künstler und Schriftsteller.

Goethe, Cook, die Kaiserin Joséphine Bonaparte und die Könige von Preussen (dieser war damals, bis 1857, auch Prinz von Neuenburg), Schweden und Bayern besuchten die Insel.

Die Insel ist heute ein Gebiet für Wanderer, ein Naturschutz- und Landwirtschaftsgebiet, ein Freilichtmuseum und ein Naturdenkmal mit einem Hotel-Restaurant.

(Quelle: D. Gutscher, A. Moser, St. Petersinsel, Bern, 2010)

Eine Zukunft für wessen Vergangenheit?

Das Denkmalschutzjahr 1975 stand unter dem Motto «Eine Zukunft für unsere Vergangenheit». Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums fragt eine Tagung wer mit «uns» gemeint ist.

ICOMOS Suisse, die ETH Zürich, die EPFL und die NIKE veranstalten vom 22. bis 24. Oktober 2025 auf dem Monte Verità in Ascona die Tagung ‘Eine Zukunft für wessen Vergangenheit?  Das Erbe von Minderheiten, Randgruppen und Menschen ohne Lobby‘.

Die Tagung ist interdisziplinär ausgerichtet und richtet sich an Fachpersonen aus den Bereichen Bau- und Bodendenkmalpflege, Heritage Studies, Sozialanthropologie, Geschichts- und Sozialwissenschaften, Architektur- und Kunstgeschichte, Vertreterinnen und Vertreter von Minderheiten, Randgruppen und Menschen ohne Lobby sowie Personen aus dem Integrationsbereich.

Alle Unterlagen und weitere Informationen zum Call for Papers und zur Tagung finden sich auf der Tagungswebsite.

Kloster St. Petersinsel und Jean-Jacques Rousseau

Die erste Kirche auf der St. Petersinsel  im Bielersee (Kanton Bern) wurde in der Merowingerzeit (7. und 8. Jahrhundert) errichtet. Dieses Gebäude wurde später um einen rechteckigen Chor erweitert.

Die Kirchen und Klostergebäude, 8.–20. Jahrhundert

Die Kirche (errichtet um 1120), auf der linken Seite. wurde während der Reformation (1530) zerstört. Auf der rechten Seite die eingestürzte Basilika (11. Jahrhundert), die nie fertiggestellt wurde. Bild: Kloster St. Petersinsel

Die Abtei Cluny erwarb die Insel im 11. Jahrhundert. Cluny stiftete ein Priorat und legte den Grundstein für eine grosse dreischiffige Basilika, welche jedoch nie gebaut wurde. Die Fundamente dieser Basilika stehen in direktem Zusammenhang mit den Klöstern von Cluny II (980) und Romainmôtier III (1028).

Eine neue romanische Kirche und weitere Klostergebäude wurden um 1120  erfolgreich errichtet. Die Kirche wurde während der Reformation im Jahr 1530 zerstört. Die Stadt Bern war der neue Eigentümer und nutzte den Komplex als Spital.

Heute beherbergt das Gebäude ein Hotel und Restaurant.

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) hielt sich 1765 auf der Insel auf und schrieb:

„Schon mehrfach  habe ich an bezaubernden Orten gewohnt, aber keinem verdanke ich so wahrhaft glückliche Stunden, und keinem trauere ich so innig nach wie der St. Petersinsel im Bielersee“.

(De toutes les habitations où j’ai demeuré et j’en ai eu de charmantes, aucune ne m’a rendu si véritablement heureux et ne m’a laissé de si tendres regrets que l’île de Saint-Pierre au milieu du lac de Bienne„, aus Jean-Jacques Rousseau, ‚Rêveries du promeneur solitaire‘, (Träumereien eines einsamen Spaziergängers).

 

Museum Jean-Jacques Rousseau 

Ein archäologischer Pfad zeigt die Geschichte des Klosterkomplexes und seine Überreste aus der keltischen, römischen und merowingischen Zeit, darunter Pfahlbauten, römische Funde und Sarkophage aus der Merowingerzeit.

Eine römische Säule

Die Sarkophage, rund um 700

Die alte Mauer, errichtet um 177o

(Quelle: D. Gutscher, A. Moser, St. Petersinsel, Bern, 2010)

Korrektorin: Melinda Fechner

Die Eiserne Hand und die Gedenkstätte Riehen 1933-1945

Der vielgestaltige Grenzverlauf der heutigen Schweiz mit seinen vielen Windungen, Aus- und Einstülpungen und sogar einigen ausländischen Enklaven ist das Ergebnis von Natur, Politik und  Zufall. Die Grenzen der 26 Kantone weisen eine vergleichbare Gestalt auf und es gibt auch innerhalb einiger Kantone  Enklaven anderer Kantone.

Seit 1803 bildete der Hochrhein (und der Bodensee) die natürliche Grenze zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft auf der linken Rheinseite und dem Grossherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg, und seit 1947 dem Bundesland Baden-Württemberg.

Sammlung: Dreiländermuseum Lörrach

Bezüglich Links- und Rechtsseitigkeit gibt es aber auch Ausnahmen: Der Kanton Schaffhausen liegt weitgehend auf dem rechten Rheinufer, der Kanton Zürich erstreckt sich ebenfalls über mehrere Quadratkilometer auf der rechten Seite des Grenzflusses.

Eine Besonderheit auf dem rechten Rheinufer ist jedoch der Kanton Basel-Stadt. Er besteht aus drei Gemeinden: Basel, Riehen und Bettingen. Riehen und Bettingen liegen ganzflächig auf der rechten Rheinseite, aber auch ein Teil Basels (Kleinbasel) liegt auf der „deutschen“ Seite des Rheins, wobei der Badische Bahnhof der Deutschen Bahn (DB) in Kleinbasel zusätzlich deutsches Gebiet auf Schweizer Grund ist.

Heute ist dies kein Hindernis für den Personenverkehr. Doch in der Zeit von 1933 bis 1945 und besonders ab 1938 war es für viele eine Grenze zwischen Leben und Tod, Freiheit und Diktatur.

Die Eiserne Hand heute 

1933 – 1945

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 führte von Anfang an zu Terror und Verfolgung von politischen Gegnern, Andersdenkenden und jüdischen Bürgern. Nach dem Pogrom vom 9. November 1938 (Kristallnacht) bis zur Besetzung und Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 überquerten Tausende von (jüdischen) Flüchtlingen aus Deutschland und Österreich und aus den besetzten Gebieten, alliierten Soldaten und Zwangsarbeitern diese Schweizer Grenze auf der rechten Rheinseite.

Der deutsche Feldzug gegen die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Frankreich im Mai 1940 führte zwar nicht zu einem deutschen Einmarsch in die Schweiz, aber entsprechende Pläne waren vorhanden (Operation Tannenbaum).

Vielleicht hat die schnelle Kapitulation Frankreichs diese Invasion verhindert. Für Deutschland (und Italien) überwogen die Kosten nicht mehr die Vorteile eines neutralen Nachbarlandes mit wichtigen Verkehrsverbindungen und einer (Finanz- und Rüstungs-)Industrie, die nicht bombardiert werden konnte.

Die ständige Angst vor einer deutschen Invasion bestimmte jedoch  das tägliche Leben im Kanton Basel-Stadt und in der Schweiz (siehe auch die deutsche Besetzung Italiens 1943 und Ungarns 1944).

Sammlung: Gedenkstätte Riehen

Jedenfalls wurde und blieb die rechtsrheinische Grenze ab dem 10. Mai 1940 mit Barrikaden und Patrouillen hermetisch abgeriegelt. Für viele Bewohner bedeutete dies das Ende jahrhundertelanger selbstverständlicher sozialer und wirtschaftlicher Kontakte, Beziehungen und familiärer Bindungen.

Zudem lebten oder arbeiteten schon damals viele Deutsche im Kanton Basel-Stadt und unterstützten das neue Regime. Der überwiegenden Mehrheit der Schweizer Bürger gefiel das „Hilter-Zeug“ jedoch nicht, was wiederum zu Spannungen mit der grossen deutschen Gemeinschaft führte.

Sammlung: Gedenkstätte Riehen

Flüchtlinge

Die ständige Angst vor Deutschland, die wirtschaftlichen Probleme, die Arbeitslosigkeit, die Armut von Teilen der Bevölkerung und der Zeitgeist des Antisemitismus forderten jedoch von vielen (jüdischen) Flüchtlingen ihren Tribut.

Die Schweiz war ab 1940 eine demokratische, multikulturelle Oase, umgeben von rücksichtslosen Diktaturen. Hitler hatte die Schweiz einst als „Ungeheuer“ bezeichnet, und „Heim ins Reich“ war auch für die deutschsprachige Schweiz vorgesehen.

Mussolini hatte die Annexion der italienischsprachigen Gebiete der Schweiz im Sinn (Irredentismo). Zugeständnisse, Kompromisse und Zusammenarbeit mit diesen Diktatoren waren für das kleine Land inmitten einer Wüste von Tausenden von Kilometern Diktatur eine Frage des Überlebens.

Sammlung: Gedenkstätte Riehen

Die Einzelheiten der offiziellen Schweizer Haltung gegenüber jüdischen und anderen Flüchtlingen sind gut beschrieben und bekannt (siehe u.a. den Bericht der Bergier-Kommission vom 22. April 2022). Bundespräsident Kaspar Villiger hatte diese Haltung im Namen der Schweizer Regierung bereits in einer Erklärung vom 9. Mai 1995 treffend zusammengefasst:

“ Ich will aber nicht verhehlen, dass es einen Bereich gab, der sich aus heutiger Sicht der Rechtfertigung durch irgendwelche „äusseren Umstände“ entzieht. Es steht für mich außer Zweifel, dass wir mit unserer Politik gegenüber den verfolgten Juden Schuld auf uns geladen haben.

 Die Angst vor Deutschland, die Furcht vor Überfremdung durch Massenimmigration und die Sorge um politischen Auftrieb für einen auch hierzulande existierenden Antisemitismus wogen manchmal stärker als unsere Asyltradition, als unsere humanitären Ideale.

 Schwierige Zielkonflikte wurden auch überängstlich zu Lasten der Humanität gelöst. Wir haben damals im allzu eng verstandenen Landesinteresse eine falsche Wahl getroffen. Der Bundesrat bedauert das zutiefst, und er entschuldigt sich dafür, im Wissen darum, dass solches Versagen letztlich unentschuldbar ist“.

Riehen und die Eiserne Hand. Sammlung: Gedenkstätte Riehen

Die Eiserne Hand

Die Tragödie für die jüdischen Flüchtlinge spielte sich an allen Schweizer Grenzposten ab, im Tessin, in Genf, St. Gallen, Schaffhausen, Graubünden und anderen Grenzkantonen.

Die Situation auf der rechten Rheinseite im Kanton Basel-Stadt war jedoch aussergewöhnlich.

Zum einen gab es die Zugverbindungen zum Badischen Bahnhof über Schweizer Gebiet (Wiesentalbahn), von Weil am Rhein über Kleinbasel nach Grenzach und von St. Louis zum französischen Bahnhof in Basel. Flüchtlinge nutzten diese Züge manchmal, um auf Schweizer Gebiet aus den Zügen zu springen.

Die Eiserne Hand heute

Der wichtigste Fluchtweg war jedoch die Eiserne Hand in der Gemeinde Riehen. Dabei handelt es sich um einen etwa 2 Kilometer langen und 300 Meter breiten Streifen, der sich wie eine Hand (oder ein Finger) nach Deutschland erstreckt.

Nur dieses Gebiet hatten die Deutschen aus Materialmangel nicht mehr mit Stacheldraht und anderen Barrikaden umzäunt, und die Schweizer Regierung weigerte sich entgegen deutscher Ermahnungen, dies zu tun.

Maienbühl heute

Trotz zahlreicher Patrouillen erreichten Tausende von Flüchtlingen diese Grenze. Der Bauernhof Maienbühl war oft die erste Anlaufstelle, wo eine gastfreundliche Unterkunft angeboten wurde.

Allerdings gab es eine Meldepflicht für Flüchtlinge, und dann begann das bürokratische Verfahren mit Grenzpolizei und Behörden. Jüdische Flüchtlinge waren nach Ansicht des Bundesrats und des Parlaments keine politischen Flüchtlinge und mussten deshalb zurückgeschickt werden. Die Grenze der Hoffnung und des Lebens wurde so zu einer Grenze der Enttäuschung und des Todes.

Die meisten Bürger nahmen die Asylpolitik als selbstverständlich hin. Eine kleine Minderheit von Organisationen, Kirchen, Polizisten, Grenzwächtern und Politikern widersetzte sich jedoch der Politik der nationalen Regierung und half den Flüchtlingen, eine Unterkunft und Papiere zu bekommen.

Selbst einige Grenzwächter schickten Flüchtlinge nicht zurück. Die grosse Mehrheit jedoch erfüllte ihre bürokratischen Pflichten, wenn auch oft, wie Archive bezeugen, mit grossem Widerwillen.

Bei Grenztein 51 wurden viele Flüchtlinge wieder über die deutsche Grenze zurückgeschickt, aber für viele andere bedeutete es Freiheit und Leben. Sammlung: Gedenkstätte Riehen

Auch die Regierung des Kantons Basel-Stadt war mit der Politik des Bundesrats nicht einverstanden und nutzte ihre kantonale Freiheit, um dennoch möglichst vielen Flüchtlingen eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Für viele war die Eiserne Hand jedoch keine Hilfe.

Gedenkstätte

Die Gemeinde Riehen gibt dieser Geschichte und vor allem den Geschichten der geretteten und abgewiesenen Flüchtlinge ein Gesicht und manchmal sogar eine Stimme. Ein umfangreiches Dokumentationszentrum, viele persönliche Zeugnisse von Grenzwächtern, Anwohnern, Flüchtlingshelfern, Politikern und Journalisten rücken diese Tragödie ins rechte Licht.

Dieser Ort urteilt nicht. Er stellt jedoch das Zeugnis von Kaspar Villiger in den Vordergrund, zusammen mit einigen Bürgern, Beamten und Politikern, die der Politik des Bundesrats nicht gefolgt sind.

Sammlung: Gedenkstätte Riehen

Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das von dieser Vergangenheit eingeholt wird. Es ist leicht, im Nachhinein zu urteilen und vor allem zu verurteilen. Wer die wahren Helden sind, wenn es darauf ankommt, lässt sich in Friedenszeiten und in einer Demokratie nicht vorhersagen. Das Gleiche gilt heute für die vielen Aktivisten in verschiedenen Bereichen.

Auf jeden Fall ist es nicht so, dass die Schweiz als Nation gegen die deutschen und italienischen Aggressoren versagt hat. Das Land hatte keine Wahl und hat sich diesen Diktaturen nach besten Kräften widersetzt.

Zu guter Letzt gab es auch auf deutscher Seite einige Menschen im Widerstand oder die ihr Leben riskierten, um Juden und anderen Flüchtlingen zu helfen.

Bild: Gedenkstätte Johann George Elser, Königsbronn

Besondere Erwähnung verdient Johann Georg Elser (1903-1945), ein Schreiner aus Königsbronn. Er verübte am 8. November 1939 in München ein erfolgloses Attentat auf den Führer. Anschliessend wurde er in der Nähe von Konstanz an der Grenze zur Schweiz von deutschen Grenzwächtern verhaftet.

(Quelle und weitere Informationen: Gedenkstätte Riehen)

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Eindrücke aus der Eiserne Hand 

Grenzstein 60 Sammlung: Dreiländermuseum Lörrach

Eindrücke aus der Gedenkstätte Riehen

Eindrücke aus der Umgebung

Inzlingen (Duitsland)

Elsässerditsch, Der Kleine Prinz und alemannische Mundartdichter

Sprachen sind nach wie vor das wichtigste Kommunikationsmittel, mündlich, schriftlich, in Worten und in Gesten. In der mehrsprachigen Schweiz kennt man sich damit aus.

Aber auch die Nachbarregionen haben eine interessante Sprachgeschichte und -entwicklung. Das gilt für Savoyen in Frankreich, Südtirol (Adige), das Aostatal, Piemont und die Lombardei in Italien, Tirol und Vorarlberg in Österreich, die Bodenseeregion, Baden, die Franche-Comté und das Elsass.

Elsass

Die ursprünglich deutschsprachige Region Elsass wurde nach der Angliederung an Frankreich im 17. Jahrhundert schrittweise zweisprachig. Ab 1945 entwickelte sich die Region immer mehr zu einer rein französisch-sprachigen Region.

Bis zum Zweiten Weltkrieg konnten sich beispielsweise die Bewohner von Baden, Basel und vom Elsass untereinander gut im alemannischen Dialekt verständigen. Nach 1945 gingen diese Regionen jedoch sprachlich eigene Wege.

Seit einigen Jahren hat das Elsässerditsch (im Elsass gesprochenes Deutsch) ein neues Leben begonnen. Ortsnamen sind (wieder) zweisprachig (auf Elsässerditsch und Französisch), Medien und Kultur schenken ihm mehr Aufmerksamkeit.

Die jahrhundertealte alemannische und teilweise fränkische Sprache im Elsass ist also noch nicht ganz verloren. Wegen ihrer jahrhundertelangen Verbindung zu den nordwestlichen deutschsprachigen Kantonen (Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Aargau) und zum französischsprachigen Jura wird im Folgenden die Entwicklung des Elsässerditsch und Französisch auf der Grundlage von Informationen des Ecomusée d’Alsace in Ungersheim kurz beschrieben.

Bild: Ecomusée d’Alsace

Elsässerditsch, Französisch (und Elsässer Yiddisch (le yiddish alsacien)

Das Museum ist bestrebt, die regionale Sprache zu fördern und präsentiert daher ein Modell betreffend eine regionale Beschilderung für die Gemeinden im Elsass.

Man unterscheidet fünf germanischen Dialektgruppen sowie zahlreiche Varianten:

Hochalemannisch im südlichen Elsass, Niederalemannisch im Norden, Niederalemannisch im Süden, Pfälzer Rheinfränkisch (francique rhénan palatin) im nördlichen Elsass und Lothringisches Rheinfränkisch (francique rhénan lorrain  oder Lothringer Platt) im Krummen Elsass (l’Alsace Bossue) nahe Lothringen.

Darüber hinaus gibt es im Elsass verschiedene andere Mundarten: das elsässische Yiddisch, das Romanisch-Lothringische (le roman-lorrain) und die im südlichen Oberelsass (le roman du Haut-Rhin) gesprochene romanische Mundart.

Diese Dialekte entstammen Mundarten, die der deutschen und französischen Sprache zugrunde liegen, aus denen sich das Hochdeutsch und das moderne Französisch entwickelt haben. Die germanischen Dialekte im Elsass kommen in den angrenzenden Gebieten der Schweiz, Deutschlands und Österreich vor.

Die romanischen Mundarten

Es gibt 4 Vogesen-Hochtäler im Elsass, in denen die romanisch-lothringischen Mundarten präsent sind: Bruche, Lièpvrette, Giessen und Weiss. Sie werden im Elsass „Welche“ genannt. Diese Mundarten sind vom Lateinischen abgeleitet, das von Soldaten, Händlern und Verwaltern und anschliessend von den Geistlichen verbreitet wurde.

Diese romanisch-lothringischen Mundarten im Elsass gehören zu den Oïl-Sprachen, die alle romanischen Sprachen nördlich der Loire umfassen, und aus denen das moderne Französisch entstand. In den Gebieten nahe der fränkischen und alemannischen Sprachgrenze flossen ihre Ausdrücke in die romanischen Mundarten ein.

Die im Süden des Oberelsass, im Franche-Comté und im Schweizer Jura präsente romanische Mundart (le roman du Haut-Rhin) entwickelte sich um das 7. Jahrhundert. Wörter keltischen und alemannischen Ursprungs wurden auch hier übernommen.

Heute ist das moderne Französisch fast überall Standard, sowohl in Frankreich als auch in der französischsprachigen Schweiz. Das Patois ist praktisch verschwunden oder spielt keine Rolle mehr, abgesehen von einigen wenigen Regionen, wie z.B. dem Wallis.

Fazit

Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass die Elsässer mit den Baslern und Badenern bis 1945 problemlos in ihrem Dialekt sprechen konnten!

Zu diesem Aspekt, den Dialekten und der Geschichte der deutschen Sprache (und noch viel mehr) bietet das Museum Sprachpanorama in Laufenburg ausführliche und interessante Einblicke.

Das Ecomusée d’Alsace stellt sein Sprachmodell in die Perspektive des Elsass der vergangenen Jahrhunderte, sozusagen ein Ballenberg im Elsass.

Ausserdem schaut der Petit Prince aus einer kleinen Entfernung zu, nämlich im Parc du Petit Prince, in der Welt von Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944).

Der Autor des Kleinen Prinzen (Le Petit Prince) wäre stolz auf die Ausgabe ‚´D’r Klein Prinz‘ seiner weltberühmten Geschichte im elsässischen Dialekt gewesen.

Auch der DreylandDichterweg entlang dem Rhein mit 24 Gedichten alemannischer Mundartdichter thematisiert den lokalen Dialekt. Er verläuft von Basel nach Huningue und Weil am Rhein.

(Quelle und weitere Informationen: Ecomusée d’Alsace in Ungersheim)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Weitere Eindrücke aus dem Ecomusée d’Alsace

   

 

50 Jahre Musée international d’horlogerie in La Chaux-de-Fonds

Das Jubiläum des Musée International d’horlogerie (MIH), das sich im Herzen des Parc des musées in La Chaux-de-Fonds (Kanton Neuenburg) befindet, wird am Wochenende des 19. und 20. Oktober auf den Tag genau 50 Jahre nach seiner Eröffnung in grossem Stil gefeiert.

Neben einem Programm mit Führungen, Workshops und Vorführungen bietet das Museum dem Publikum mehrere künstlerische Darbietungen zu Ehren des symbolträchtigen brutalistischen Gebäudes.

Zu den weiteren Höhepunkten am Samstag, dem 19. Oktober ab 10 Uhr gehören die Marionetten von La Turlutaine in einer neuen Kreation, die Sänger von Evaprod und die Blind Tests von L’Amuse-Bar, die die Party mit dem Ausblasen der Kerzen einer riesigen Geburtstagstorte um 22.30 Uhr zum Höhepunkt bringen werden.

Am Sonntag, dem 20. Oktober, bilden acht Tänzer der Compagnie MOOST unter der Leitung von Marc Oosterhoff und Tänzer von ADN-Danse Neuchâtel auf den Dächern des MIH den Abschluss dieses Jubiläumswochenendes.

An beiden Tagen präsentiert das MIH der Öffentlichkeit um 13.30 Uhr und um 15.30 Uhr ein einzigartiges, kürzlich erworbenes Werk.

La Chaux-de-Fonds, Musée international d’horlogerie: Samstag, 19. Oktober, 10:00–17:00 Uhr und 20:00–24:00 Uhr. Sonntag, 20. Oktober, 10:00–17:00 Uhr, Eintritt frei.

(Quelle und weitere Informationen: www.mih.ch)

Handweberei Tessanda und der European Textile & Craft Award

Die Europäische Textilakademie, eine unabhängige und internationale Plattform für fachübergreifenden Wissenstransfer im Textilgewerbe, richtet den European Textile & Craft Award Preis aus.

Es sollen besondere Leistungen aus zeitgenössischem und traditionellem Handwerk sowie Kunstberufen und deren Verbindung zur Welt des Design gewürdigt werden. Die Tessanda ist 2024 mit dem ersten Preis in der Kategorie Textiles Handwerk (Textile Craft) ausgezeichnet worden.

Die Jury-Begründung:

«Die Vielseitigkeit bei sehr gutem Design und einem sehr guten Gesamtkonzept ist beeindruckend. Sehr gute, vor allem zeitgemässe Produktideen bei denen das „Handgemachte“ nicht Selbstzweck, sondern ein angenehmes „Ad on“ ist.

Beim eingereichten Stück – Maurus, einer Schürze mit abnehmbarem Ledergurt – finden Entwurf, Design und handwerkliche Umsetzung auf hohem Niveau zusammen.

Die Niederlassung in Sta. Maria mit alten Webstühlen, vergleichsweise großer Produktion und hoch gesteckten Zielen für die Zukunft, tragen gemeinsam beispielhaft zur Aufwertung und Verbreitung des Webhandwerkes bei.

Erwähnenswert ist abgesehen von der qualitativ hochwertigen Verarbeitung das länder- und talübergreifende Generations- und Handwerksprojekt, das so viele, vorwiegend für Frauen, Arbeitsplätze in einem 300 Bewohner Dorf schafft.»

Tessanda

Die Handweberei Tessanda in Sta. Maria (Kanton Graubünden) wurde 1928 gegründet, um Frauen eine Arbeitsstelle und die Möglichkeit einer anerkannten Fachausbildung als Handweberin zu bieten. Die Gründung der Tessanda erfolgte unter dem Patronat des seit 1910 existierenden gemeinnützigen Vereins «Società ütil public Val Müstair».

Parallel zum Aufbau der Tessanda gründete der Verein «Società ütil public Val Müstair» auch die Berufsschule Sta. Maria, welche heute noch aktiv ist und wo noch immer 3x jährlich die zweiwöchigen Blockkurse der angehenden Weberinnen aus der ganzen Schweiz stattfinden.

Die Berufsschule in Sta. Maria ist ihres Zeichens die kleinste der Schweiz und untersteht immer noch der «Società ütil public Val Müstair». Die Tessanda ist seit 1955 eine eigenständige Stiftung.

Heute ist die Tessanda eine der drei übrig gebliebenen, professionellen Handwebereien der Schweiz und ein wichtiges Kulturgut des Val Müstair. Sie webt noch wie damals von Hand auf hölzernen, teilweise über hundertjährigen Webstühlen. Zurzeit arbeiten 17 gut ausgebildete und erfahrene Handweberinnen und Näherinnen in der Tessanda.

Flachs

Vor hundert Jahren wurde noch Flachs (Lein) im Val Müstair angepflanzt. Aus dem selbstgesponnenen Garn woben die Münstertalerinnen von Hand Hemden, Bettwäsche und Küchentücher usw. auf ihren traditionellen Webstühlen. Meist waren es Textilien für den Eigengebrauch.

Die Verarbeitung der geernteten Flachspflanzen zu natürlichem Leinengarn ist aufwändig und mühsam. Deshalb verschwanden nach und nach die Flachsfelder aus dem Val Müstair und aus der ganzen Schweiz. Die Verarbeitung wurde zu teuer.

Flachsfelder sind aber nicht nur gute Garnlieferanten, sie sind auch sehr wertvoll für die Förderung der Biodiversität. Der Naturpark Biosfera Val Müstair und die Tessanda haben deshalb im Jahr 2021 das Projekt «Wiederanbau von Flachs im Münstertal (Val Müstair)» lanciert. Seither haben zwei Bauern und einige Privatpersonen Flachs angepflanzt und geerntet.

Im Oktober 2023 hat die erste «Flachs-Brächete» stattgefunden. Man trifft sich nach der Ernte der getrockneten Flachspflanzen für die gemeinsame Weiterverarbeitung. Die Stängel werden auf alten Geräten geriffelt, gebrochen und dann gehechelt. Die letzte Brächete fand am 12. Oktober bei der Tessanda statt.

(Quelle und weitere Informationen: Handweberei Tessanda, Sta. Maria)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Museum d’engiadina bassa Scuol

Eine Ausstellung über die Handweberei Tessanda und Chalandamarz

Die Brückenbauer, die Emme, das Alphorn und das Regionalmuseum des Emmentals

Das Dorf Langnau (Kanton Bern) im Oberen Emmental wurde erstmals 1139 in einer Urkunde erwähnt. Bis 1300 herrschten die Herren von Kyburg, Langnau und Spitzenberg in dieser Region.

Um diese Zeit verkauften die Spitzenberger ihre Burg Spitzenegg mit den Rechten an Langnau an die Habsburger. Auch das 1130 gegründete Kloster Trub erwarb nach 1300 zahlreiche Güter in der Region und in Langnau.

Nach der Schlacht von Sempach (1386) gewann Bern die Oberhand in der Region. Ab 1406 ist Langnau Teil der Landvogtei Trachselwald und gehört zum Kanton Bern.

Der Begriff Dorf ist etwas irreführend, denn wie so viele Dörfer in der Schweiz hat Langnau eine städtische Ausstrahlung, darunter das im 15. Jahrhundert erlangte Marktrecht und andere Privilegien. Heute ist es eigentlich ein Städtchen oder Flecken in einer Region mit rund 50‘000 Einwohnern.

Natürlich nehmen die Produktion und der Handel mit Emmentaler Käse auch hier einen wichtigen Platz ein, aber der Ort war auch für seine Keramik, Weberei, Textilien und den Orgelbau (Schwyzerörgeli oder die sogenannten Langnauerli) und andere Tätigkeiten und Dienstleistungen bekannt.

Trotz der landschaftlichen Idylle des Emmentals, dessen bekanntester Vertreter Vikar Albert Bitzius alias Jeremias Gotthelf (1797-1854) ist, war die Region im 17. Jahrhundert bis 1730 auch Schauplatz von rücksichtslosen Täuferverfolgungen und Bauernaufständen. Das Obere Emmental ist also nicht nur eine liebliche Landschaft mit grünen Wiesen, Wäldern und schönen Bauernhäusern.

Das Chüechlihus in Langnau ist eines der grössten Regionalmuseen der Schweiz und bringt auch diese Geschichte in den Fokus.

Der Holzbrückenweg und die Emme

Die Emme hat in dieser Region schon oft gewütet. Es ist surreal, sich diesen ruhig dahinplätschernden Fluss als wild wogende Masse aus Baumstämmen, Steinen und Felsen vorzustellen, die alles in ihrem Weg pulverisiert, auch die vielen Holzbrücken. Und doch verändert selbst dieser schöne Fluss ein paar Mal im Jahr seine Gestalt, eine Art Jekyll und Hyde unter den Flüssen (übrigens nicht der einzige).

Die Horbenbrücke (1834) bei Eggiwil zum Beispiel ist die einzige Brücke, die das Hochwasser der Emme im August 1837 überstanden hat. Im Jahr 2007 wurde diese Brücke wegen der immer schwerer werdenden Lkws und Autos durch eine Betonbrücke ersetzt. Aus Respekt ist aber die alte Horbenbrücke erhalten geblieben und kann neben der neuen Brücke besichtigt werden.

Der sogenannte Holzbrückenweg des Oberen Emmentals weist auf weniger als 25 Kilometern 18 gedeckte Holzbrücken über die Emme und ihre Nebenflüsse auf, dazu kommen kleine Holzbrücken (Stege) und moderne Brücken (aus Beton). Im 19. Jahrhundert gab es sogar ein „Brückenfieber“!

Daneben hat das Obere Emmental noch weitere (natürliche) Sehenswürdigkeiten zu bieten. Der Rämisgummen gilt als einer der schönsten Alpenweiden des ohnehin schon wunderbaren Emmentals.

Das Räbloch in der Emmeschlucht ist ebenfalls ein beeindruckendes Bauwerk der Natur. Die Schlucht entstand unter Gletschereis. Noch in der letzten Eiszeit war das Räbloch, im Gegensatz zum übrigen Emmental, eisbedeckt. Der Emmegletscher reichte bis Chnubel. Auch die Schrattenfluh beim Dorf Schangnau ist ein Kunstwerk der Natur.

Aber auch Menschenhand war am Werk, und das schon seit prähistorischen Zeiten. Einer der ersten von Menschenhand geschaffenen Verkehrstunnels der Schweiz ist nicht der Gotthardtunnel von 1882, sondern das Hegeloch von 1840. An der Strasse vom Weiler Hüpfenboden nach Girsgrat gelegen, wurde dieser Tunnel 840 von lokalen Bauern mit finanzieller und logistischer Unterstützung der Regierung gebaut.

Eggiwil

Eggiwil (Kanton Bern, Bezirk Signau) ist ein Dorf im Oberen Emmental an der Mündung des Röthenbachs in die Emme. Das Dorf ist daher von Wasser umgeben und über Brücken erreichbar, darunter drei Holzbrücken und eine Betonbrücke (Beisatzgasse-Brücke).

Das Dorf beherbergt mehrere legendäre Produkte, darunter das Bachmann–Alphorn und die Produktion von Emmentaler-Käse. Ferner ist es ein Standort bekannter Restaurants und Hotels, darunter das Restaurant und Hotel Hirschen und der Gasthof Bären und seine Dependance zum Bären.

Tourismus ist heute ein ebenso wichtiges wirtschaftliches Standbein wie das früher die Köhlerei, der Holz- und Holzexport mit den Flössen waren. Die Dörfer und die Natur haben dann auch einiges zu bieten!

(Quelle und weitere Informationen: Tourismus Emmental)

Der Schweizer Alpen-Club

Der Schweizer Alpen-Club (SAC/Club Alpin Suisse, CAS) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet (und anderswo im Land). Obwohl der Name etwas anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur Skitouren, Bergsteigen und andere Sportarten im Hochgebirge und in den Alpen, sondern auch Wanderungen und weitere Aktivitäten in anderen Regionen.

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Eindrücke aus dem Emmental