Eurovision Song Contest 2025: Malmö übergibt an Basel

Im Kunstmuseum Basel fanden am 28. Januar die offizielle Stabsübergabe von Malmö an Basel und die „Semi Final Draw Ceremony» des Eurovision Song Contests 2025 statt.

Die 37 Länderdelegationen, die am Eurovision Song Contest 2025 teilnehmen, wurden bei der Ziehung auf eines der beiden Halbfinals verteilt. Die Halbfinal-Shows finden am 13. und 15. Mai, das Finale am 17. Mai 2025 statt.

 Jennifer Bosshard und Jan van Ditzhuijzen während der Ziehung

Im Rahmen der Stabsübergabe überreichte die Präsidentin des Stadtrats von Malmö, Carina Nilsson, einen eigens für Basel kreierten Mantel an den Basler Regierungspräsidenten Conradin Cramer.

Der farbenfrohe Mantel ist vom Designer Pampas aus Malmö entworfen worden und wurde 2024 ursprünglich von Nemo getragen. Nun wurde er überarbeitet und mit Elementen aus originalen ESC-Werbebannern aus Malmö ergänzt.

Die Begriffe ‚Creativity, Democracy und United by Music‘ auf dem Mantel symbolisieren die Werte in Malmö während des Eurovision Song Contest 2024. Und der Mantel sagt noch etwas dazu: ‚From Malmö to Basel with Love‘.

Es gibt zwei Neuigkeiten beim Eurovision Song Contest 2025. Erstens haben die Einwohner der Stadt Basel der Durchführung dieses Events mit grosser Mehrheit (66 % in einer Abstimmung) zugestimmt.

Zweitens wurden das Konzept der heutigen Show, das Bühnendesign, die Einspieler, Aufzeichnung und Übertragung von vierzehn Studierenden der Fachhochschule Graubünden produziert, unterstützt von Expertinnen und Experten der SRG SSR.

(Quelle und weitere Informationen: www.eurovision-basel.ch)

Carina Nilsson, Jennifer Bosshard und Conradin Cramer

Das erste Kartäuserkloster in der Schweiz

Die Schweiz ist nicht nur das Land der Reformatoren Johannes Calvin, Ulrich Zwingli, Guillaume Farel und Johannes Oekolampad, sondern beherbergte bis zur Reformation auch zahlreiche Klöster verschiedener Mönchsorden.

Obwohl die meisten Klöster kurz nach der Reformation (erste Hälfte des 16. Jahrhunderts) oder in den folgenden Jahrhunderten aufgehoben wurden und teilweise von der Bildfläche verschwanden, gibt es immer noch funktionierende Klöster, wie z.B. St. Johann in St. Müstair (Kanton Graubünden), Einsiedeln (Kanton Schwyz), Maria-Rickenbach (Kanton Nidwalden), Mariastein (Kanton Solothurn)  oder Bigorio (Kanton Tessin).

Eines der am wenigsten bekannten Klöster des Landes wurde vor Jahrhunderten aufgelöst. Von der grossen Anlage sind nur noch die Grundmauern erkennbar. Das Kartäuserkloster Notre-Dame d’Oujon in Arzier (Kanton Waadt) bei Nyon wurde 1146 von Ludwig, dem Herrn von Mont bei Rolle, gegründet. Es war das erste Kartäuserkloster auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Der Orden der Kartäuser (Chartreuse) wurde 1084 in Frankreich gegründet.

Die Absicht seines Gründers, Bruno von Köln (der Heilige Bruno), war es, zu den Grundsätzen des wahren Glaubens zurückzukehren, fernab von weltlichen Verlockungen. Auch dieses Kloster wurde damals weit weg von der bewohnten Welt in 1050 Metern Höhe in den Bergen des Jura errichtet.

Die Mönche haben das Gebiet in kürzester Zeit kultiviert. Bis zu seiner Auflösung im Jahr 1536 erwarb das Kloster viel Land und anderes Eigentum. Die Eroberung des Waadtlandes durch das protestantische Bern im Jahr 1536 markierte jedoch das Ende der fast vier Jahrhunderte Klostergeschichte.

Nach 1536 wurde das Kloster aufgegeben. Die Ruinen vermitteln jedoch einen Eindruck von der Grösse des Komplexes. Die Konturen der spezifischen architektonischen Merkmale von Kartäuserklöstern sind ebenfalls sichtbar. In der Nähe befinden sich auch Ruinen und Fundamente anderer Gebäude des Klosters.

(Quelle: L. Auberson, L´ancienne chartreuse Notre-Dame d´Oujon, Bern, GSK, 1995)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Die zweite Veranstaltung Creaton rumantsch

1938 stimmte das Schweizer Volk mit überwältigender Mehrheit für die rätoromanische Sprache als vierte Landessprache der Konföderation (neben Französisch, Deutsch und Italienisch).

Die Geschichte dieser Sprache und ihrer fünf Idiome geht auf die Zeit der Rätier zurück, eine Bezeichnung für Stämme, die Jahrhunderte vor der römischen Eroberung (13 -15 v. Chr.) den Osten der heutigen Schweiz bewohnten.

Das Rätoromanische ist immer noch lebendig und hat sich sogar um das Rumantsch Grischun, eine gemeinsame Schriftsprache, erweitert! Das Sprichwort „klein, aber fein“ trifft auf diese Sprache sicherlich zu.

Diese Sprache wird nicht nur in Graubünden und in verschiedenen Varianten in Österreich und Italien gesprochen, sondern auch in anderen Kantonen und sogar im Ausland, nämlich in der Diaspora der Rätoromanen.

Verschiedene Institutionen in Graubünden und anderen Kantonen organisieren regelmässig Veranstaltungen, um diese Sprache und Kultur für die Diaspora und andere Interessierte besser zugänglich zu machen.

Ein gutes Beispiel dafür ist das zweite Treffen des „Creaton rumantsch“, ein Projekt der Organisation Pro Svizra Rumantscha. Es fand am 19. Januar in Bern statt mit dem Ziel, innovative Projekte zu diesem Zweck zu entwickeln.

Die Professionalität, das Engagement und die Vielzahl der Projekte zeigen, dass die rätoromanische Sprache und Kultur auch oder gerade in diesen Zeiten eine vielversprechende Zukunft hat.

(Quelle und weitere Informationen: Pro Svizra Rumantscha, Lia Rumantscha)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Mürren, Slalom, James Bond, Eiger, Mönch und Jungfrau

Mürren liegt auf einer Höhe von 1650 m und bietet ebenfalls eine atemberaubende Sicht auf Eiger, Mönch und JungfrauDie Engländer haben ab 1850 das Bergsteigen in der Schweiz eingeführt. Sie sind dabei immer erfolgreich geblieben. Ganz anders ist die Situation beim Skifahren. Auch bei dieser Wintersportart waren sie Pioniere, konnten jedoch nie Erfolge verbuchen.

Arnold Lunn (1888-1974) ist der Begründer des heutigen Skislaloms. Das erste Rennen fand 1922 in Mürren (Kanton Bern) statt. Seine Prämisse war klar: Es geht nicht um Schönheit, sondern um Geschwindigkeit. Die Abfahrtszeit war das einzige Kriterium, um den Sieger zu ermitteln.  Er formulierte es wie folgt:

„Das Ziel einer Kurve ist es, ein bestimmtes Hindernis zu umfahren und dabei so wenig Geschwindigkeit wie möglich zu verlieren. Deshalb ist eine schnelle hässliche Kurve besser als eine langsame schöne Kurve“.

Der Slalom am Lauberhornrennen im benachbarten Wengen setzt diese Tradition seit 1930 fort, nur die englischen Sieger fehlten von Anfang an. Zwar haben die Engländer den Slalom als (olympische) Sportart erfunden, aber erfolgreich waren sie darin nie.

Trotzdem wird Sir Arnold Lunn, der 1952 für seine Verdienste um die englisch-schweizerischen Beziehungen zum Ritter geschlagen wurde, in Mürren in Ehren gehalten.

Ein weiterer englischer Gentleman war ebenfalls in dieser Gegend anwesend. Das Schilthorn und das Restaurant Piz Gloria wissen einiges über ihn.

James Bond alias 007 war nicht nur an verschiedenen Orten des Landes aktiv, er lebte sogar jahrzehntelang in der Schweiz und fand hier auch seine letzte Ruhestätte, und zwar in Crans-Montana (Kanton Wallis).

Plakat in Grütschalp, Ankunft mit der Gondelbahn von Lauterbrunnen und Bahnhof Grütschalp nach Mürren.

Eine der steilsten Seilbahnen der Welt, von Stechelberg nach Mürren.

Hotel Eiger in Mürren. Es kommen immer viele Engländer nach Mürren, und das aus gutem Grund.

Eindrücke aus Mürren

  

 

Wengen, Kleine Scheidegg, Lauberhornrennen und die Natur

Jedes Jahr im Januar kommen um die 60.000 Besucher aus der ganzen Welt nach Wengen (Kanton Bern) um die Internationalen Lauberhornrennen zu erleben. Die legendäre Abfahrt (seit 1930) ist die längste im gesamten Skiweltcup.

Die Sieger seit 1930 und die Abfahrt

Wengen liegt auf einer Höhe von 1274 Metern in der Jungfrauregion und dem Lauterbrunnental. Im Jahr 1268 wird das Dorf unter dem Namen Mons Wengen (Berg Wengen) erstmals urkundlich erwähnt.

Der Aufstieg des Dorfes zum Tourismusort begann Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Pass auf der Wengernalp-Kleine Scheidegg und das dort 1835 eröffnete Gasthaus machten Wengen vor allem bei britischen Besuchern bekannt.

Die Wengernalpbahn

Die Jungfraubahn

Nach der Eröffnung der Wengernalpbahn (1893) und der Jungfraubahn (1912) erlebte das Dorf ein rasches Wachstum. Trotz schwieriger Zeiten (Weltkriege, Wirtschaftskrisen) behielt das Dorf seine Attraktivität.

Stilleben nahe Wengen

Die Internationalen Lauberhornrennen haben das Dorf weltberühmt gemacht.  Der authentische Charme, die Winter- und Sommersportmöglichkeiten, die Nähe zu anderen Ausflugszielen (u.a. der Eigerbahn, Grindelwald, Mürren, Jungfraujoch und Lauterbrunnen), die Infrastruktur sowie die gute Erreichbarkeit tragen zu seiner Anziehungskraft bei.

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Eindrücke aus Wengen

  

Eindrücke vom Kleinen Scheidegg

 

Die Wengernalpbahn

Die Jungfraubahn

Grindelwald, seine Bergschaften, Jungfraujoch und Eigergletscher

Grindelwald (Kanton Bern) ist vor allem durch seine Lage am Fusse der Jungfrau und des Jungfraujochs bekannt. Heute ist das Gebiet der Gemeinde Grindelwald in sieben Bergschaften aufgeteilt (Bussalp, Holzmatten, Bach, Grindel, Scheidegg, Wärgistal und Itramen).

Dies war im 12. Jahrhundert noch anders.  Bis weit ins 12. Jahrhundert hinein herrschten Freiherren über das Gebiet. Herzog Berthold V. von Zähringen (1160-1218), Gründer von Neuenburg am Rhein, Rheinfelden, Freiburg im Breisgau, Freiburg/Fribourg und Bern) besiegte die lokalen Herrscher jedoch 1191 im Baronenkrieg. Dies bedeutete das Ende ihrer Macht.

Grindelwald heute

Zudem besass der Namensgeber der Jungfrau, das Kloster Inter lacus im heutigen Interlaken, zu diesem Zeitpunkt bereits viel Land im Tal. Der deutsch-römische König Konrad III. (1093-1152) hatte dem Kloster im Jahr 1146 zahlreiche Besitztümer geschenkt. Das Kloster vergrösserte seine Besitzungen immer weiter und besass Ende des 15. Jahrhunderts den grössten Teil des Grindelwaldtals.

1528 folgte nicht nur die Eroberung durch Bern, die Reformation und die Auflösung des Klosters, sondern auch eine neue politische Aufteilung. Aus dieser Zeit stammen die heute noch bestehenden Bergschaften mit eigenen Verwaltungsorganen.

Diese Bergschaften sind selbständige öffentlich-rechtliche Körperschaften (am ehesten vergleichbar mit den Wasserämtern (Waterschappen) in den Niederlanden und Consortages (Geteilschaften) und Bourgeoisies (Burgergemeinden) im Kanton Wallis (Val d‘Anniviers) zur Verwaltung der öffentlichen und privaten Alpweiden und anderer Angelegenheiten.

Das Tal ist umgeben von berühmten Bergen (u.a. Lauberhorn, Kleine Scheidegg, Finsteraarhorn, Wetterhorn, Grosses Fiescherhorn, Mönch, Eiger, Jungfrau, Lauteraarhorn, Schreckhorn) und deren Gletschern und wunderschönen Panoramen.

Es überrascht nicht, dass im 19. Jahrhundert auch englische Touristen und Alpinisten Grindelwald entdeckten.  Die erste Zahnradbahn (Wengernalpbahn) wurde 1893 in Betrieb genommen und 1912 auf das Jungfraujoch verlängert. Ausserdem eröffnete der Schweizer Alpen Club (SAC) mehrere SAC-Hütten.

World Snow Festival (13.-18. Januar), work in process.

Aber das ist noch nicht alles. Dieses Jahr fand das 40. World Snow Festival vom 13. bis 18. Januar statt an denselben Tagen wie das Lauberhornrennen in Wengen!

Der Eiger Express

 

Grindelwald im Sommer

Jungfraujoch

Wer Grindelwald sagt, denkt auch sofort an das Jungfraujoch. Von der Endstation in   Grindelwald fahren Gondelbahn und Zug auf das 3 454 Meter hoch gelegene Jungfraujoch. Erst geht die Fahrt mit der Kabine des Eiger-Express zum Eigergletscher, dann mit der Jungfraubahn zum höchstgelegenen Bahnhof Europas auf dem „Top of Europe“.

A. Guyer-Zeller (1839-1899) 

Abbildung eines Plakats

Das Jungfraujoch und der Mönch 

Die Jungfrau

Das Jungfraujoch ist nicht nur ein Erlebnis wegen des grossartigen  Blicks auf die höchsten Alpengipfel Eiger, Mönch und Jungfrau, den Konkordiaplatz, das Eismeer (3 160 m) und den Eispalast. Auch das Dokumentations- und Informationszentrum über die Alpenwelt und den Bau dieser einzigartigen Anlage ist eine spannende und lehrreiche Erfahrung.

Das Eismeer

 

Der Konkordiaplatz

Der Aletschgletscher 1850 und heute (rechts)

Die Wissenschaft

Eindrücke vom Jungfraujoch

    

Die  tunnelbauer und Ingenieure der Schweiz

Denkmal für die beim Tunnelbau ums Leben gekommenen Arbeiter

(Bron en verdere informatie: Gemeinde Grindelwald)

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Interlaken, Kloster Inter lacus, Unterseen und die Jungfrau

Interlaken (Kanton Bern) bedeutet „zwischen den Seen“ und gemeint ist im konkreten Fall die Lage der Ortschaft zwischen dem  Brienzer- und dem Thunersee.  Das ist allgemein bekannt. Weit weniger bekannt ist jedoch der ursprüngliche Namensgeber: das Kloster „Inter lacus“. Das Doppelkloster hatte im 14. Jahrhundert eine Männer- und eine Frauensektion mit 300 Nonnen und 40 Mönchen.

Unterseen (rechts) und die Spielmatte, 18. Jahrhundert. Bild: Gemeinde Unterseen

Interlaken liegt nicht nur zwischen zwei Seen, sondern die Aare teilt sich hier, bevor sie als Fluss wieder in den Thunersee mündet. Zwischen den beiden Aarearmen liegt das Inselchen Spielmatte.

Die Aare mündet in den Thunersee, 19. Jahrhundert Bild: Gemeinde Unterseen

Das Kloster Inter lacus

Das Augustinerkloster Inter lacus wurde 1133 von Freiherrn Seliger von Oberhofen gegründet.  Das Frauenkloster wurde 1484 aufgehoben, das Männerkloster im Zuge der Reformation 1528.

Die Klosterkirche stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert und wurde  1909 im neugotischen Stil umgebaut. In der Folge der Reformation wurde das Kloster zum Regierungssitz des Berner Statthalters und die Anlage war fortan das Schloss des Statthalters. Aus der Klosterkirche wurde eine Schlosskirche.

Diese Kirche wurde dann lange Zeit als Lagerhaus genutzt. Aber auch englische Gäste spielten hier eine Rolle: Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche als anglikanische Kirche genutzt.  1909 ging die Kirche in den Besitz der evangelisch-reformierten Kirche von Gsteig-Interlaken über. Ein Jahr zuvor, 1908, war die katholische Kirche erbaut worden

Die katholische Kirche (links)

Die Jungfrau

Die Nonnen gaben einer Schweizer Ikone ihren Namen. Dem Kloster gehörten die Alpweiden bis zu den mächtigen Felsen und den damals noch unzugänglichen Gletschern eines namenlosen Berges. Diese Felsen und Gletscher machten den Berg damals zu einer unerreichbaren und unberührten, ja jungfräulichen Braut, daher der Name Jungfrau.

Am 3. August 1811 erreichten die ersten (Schweizer) Bergsteiger den Gipfel des 4 .185 m hohen Berges. Seither ist der Berg nicht mehr unberührt und allein.Ursprünglich war als Endstation von Adolf Guyer-Zellers Jungfraubahn der Gipfel vorgesehen, tatsächliche Endstation ist jedoch  das Jungfraujoch.

 

Unterseen

Unterseen wurde 1279 von Freiherr Berchtold von Eschenbach-Oberhofen gegründet, zunächst als militärischer Stützpunkt der Habsburger, ab 1337 dann zur Verteidigung von Bern. Der Ort entwickelte sich zu einem bedeutenden Handels- und Handwerksort und Umschlagplatz für Waren von Schiffen und Holzflössen aus Bern, dem Haslital, über den Brünigpass zur Waldstätte in der Innerschweiz oder über die Grimsel nach Italien.

Die „Haberdarre“ war der Umschlagplatz für Güter zwischen Thuner- und Brienzersee. Der Name leitet sich von der Trocknung (Darre) des Hafers (Haber) ab.

Im 18. und 19. Jahrhundert übernachteten in der Stadtherberge Unterseen berühmte Gäste, darunter Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832) und Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy, besser bekannt als Felix Mendelssohn (1809-1847).

Unterseen und das Kloster Inter lacus waren zunächst die wichtigsten wirtschaftlichen Akteure. Das Kloster betrieb u.a. eine Sägemühle, eine Getreidemühle und eine Wollspinnerei. Das Kloster besass auch das exklusive Fischereirecht in der Aare.  In seiner Blütezeit war es auch der grösste Landbesitzer im Berner Oberland.

Die Mühlen waren jahrhundertelang in Betrieb, ihre Räder wurden von der Wasserkraft der Aare angetrieben. Die Spielmatte war ein wichtiger Standort für diese Mühlen. 1938 wurden die Wasserräder durch elektrisch betriebene Mühlen ersetzt. Wasserkraftwerke erzeugten den Strom. Erst 1996 wurden die Mühlen stillgelegt, das Wasserkraftwerk auf der Spielmatte ist aber immer noch in Betrieb!

Interlaken

Der Schifffahrtskanal von 1892 verbindet den Thunersee mit dem Westbahnhof in Interlaken, der vor allem durch den Tourismus florierte. Insbesondere englische Touristen hatten ihren Weg nach Interlaken und in die Jungfrauregion gefunden. Der Ort erhielt einen mondänen Charakter mit Grand Hotels, Stadtpalästen, breiten Boulevards und Strassen, elektrischer Beleuchtung und Brücken über die Aare.

Hotel Harder Kulm

Villa rosa

Grand Hotel Victoria Jungfrau 

Die Fussgängerbrücke Goldey über die Aare verbindet seit 1900 Unterseen mit Interlaken und vor allem mit dem Kurhaus. Das Kurhaus öffnete am 20. Juli 1859 seine Pforten mit dem Ziel: „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“. Eine Molkekuranstalt sorgte für den Körper, das Casino für das Adrenalin und das Kurorchester für den harmonischen Geist. Das Kurhaus war von Anfang an das kulturelle und gesellschaftliche Zentrum Interlakens.

Der Neuenburger Architekt Paul Bouvier (1857-1940) baute die Anlage zu einem Konzert-, Spiel- und Theatersaal im Park um. Heute ist das Kurhaus ein weltbekanntes Kultur- und Kongresszentrum, zu dem auch die „Interlaken Classics“ gehören.

Der indische Filmregisseur Yash Chopra (1932-2012), Ehrenbürger der Stadt, ist als Statue im Park verewigt, weil er zahlreiche Filme in Interlaken gedreht hat.

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Das Schloss (das ehemalige Kloster Inter lacus)

Die Schlosskirche

Die Propstei

Lauterbrunnen, Walser und das Kloster Inter lacus

Nomen est omen: Lauterbrunnen (Kanton Bern) hat seinen Namen von den vielen Wasserfällen und dem Plätschern der Bäche und Quellen. Die Gemeinde Lauterbrunnen besteht aus den Dörfern Lauterbrunnen, Gimmelwald, Isenfluh, Mürren, Stechelberg und Wengen.

Der Staubbachfall, der höchste Wasserfall der Schweiz

Das Kloster Inter lacus in Interlaken war am Ende des 15. Jahrhunderts auch der Hauptgrundbesitzer in diesem Tal. Lauterbrunnen widersetzte sich 1528 der Reformation und Truppen aus Bern mussten das Dorf „überzeugen“. In der Folge enteignete Bern in diesem Tal auch den Besitz des Klosters Inter lacus.

Die Kirche heute

Das Verhältnis zwischen dem Kloster und dem Dorf war übrigens lange Zeit nicht optimal. Um 1480 baute das Dorf ohne Erlaubnis des Klosters eine eigene Kirche. Bei der Kirche ging es auch um Geld, und das Kloster fürchtete Einnahmeverluste. Nach echter „Schweizer Art“ fand eine Schiedskommission jedoch einen Kompromiss.

Eine weitere Besonderheit dieser Gemeinde ist die Einwanderung von Walsern im 13. und 14. Jahrhundert, vor allem in den Dörfern Lauterbrunnen, Gimmelwald und Mürren. Die zweite Einwanderungswelle ist viel bekannter: die Ankunft von (englischen) Touristen im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

(Quelle und Informationen: Gemeinde Lauterbrunnen)

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

   

Tal der 72 Wasserfälle

Engadin Art Talks in Zuoz und Satelliten-Event in St. Moritz

Die E.A.T. | Engadin Art Talks ist eine non-profit Stiftung, die als multi- disziplinäre Plattform dient, um Diskussionen und Gespräche zwischen KünstlerInnen, KuratorInnen, WissenschaftlerInnen zu aktuellen Fragen unserer Gesellschaft und einem interessierten Publikum zu ermöglichen.

Unsere Mission ist es, Wissenstransfer und Beziehungen aufzubauen, die neue Denkweisen eröffnen. Seit der Gründung hat E.A.T. mehr als 350 internationale SprecherInnen und Mitwirkende vorgestellt und ein internationales Netzwerk von Kreativen aufgebaut.

Diese Ausgabe der Engadin Art Talks findet vom 24. bis 26. Januar in Zuoz (Kanton Graubünden) statt.

Neben diesem Forum, präsentiert E.A.T. eine Serie von Satellitenveranstaltungen in Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen, um seine Mission auch im Ausland zu verfolgen.

Der erste Satelliten-Event findet am 26.Januar (von 15-18 Uhr) in St. Moritz (Scala Cinema, Via Maistra 29) statt. Dieser Event bietet Gespräche mit UMAN (Künstlerin, USA), Hans Ulrich Obrist (Direktor Serpentine Galleries London und E.A.T. Kurator) sowie Maja Hoffmann (Gründerin LUMA Foundation) und Stefanie Hessler (Direktorin Swiss Institute in New York).

(Quelle und weitere Informationen: Engadin Art Talks)

Eine Demokratie mit Zukunft

Inmitten autoritärer Monarchien gründeten 25 Kantone mit dem Drang nach Freiheit 1848 einen demokratischen Staat. Aus der alten Eidgenossenschaft liessen sie die moderne Schweiz erwachsen und schufen die Basis für einen wirtschaftlichen Aufschwung sondergleichen.

Der Autor zeigt auf, was es braucht, um eine liberale rechtsstaatliche Demokratie aufzubauen. Er weist aber auch darauf hin, dass die freiheitliche Gesellschaft nicht selbstverständlich und kein Selbstläufer ist.

Sie wird beseelt von Menschen, die sie mit persönlichem Einsatz lebendig erhalten. Während etliche Demokratien untergingen, taugt die Schweiz als Bauanleitung für beständige freiheitliche Gesellschaften.

(Thomas Lötscher, Demokratie mit Zukunft, Die Erschaffung der modernen Schweiz. Thun, 2022)