St. Moritz, Olympiastadion 1928 und 1948. Foto/Photo: TES

Das olympische Dorf St. Mortiz

Die ersten Olympischen Winterspiele in St. Moritz (Kanton Graubünden) begannen am 11. Februar 1928. 464 Athleten aus 25 Ländern nahmen bis zum 19. Februar in sechs Sportarten mit vierzehn Disziplinen teil, darunter Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Eishockey, Bobfahren und Skeleton, Skifahren, Skispringen, Langlaufen und Nordische Kombination.

Plakat 1928 und der Weg zum Olympiastadion

Die Wahl von St. Moritz auf 1.856 m. ü. M war kein Zufall. Das Dorf war seit Jahrzehnten ein Wintersportort. Viele Einrichtungen waren vorhanden. Die Investitionen für die Organisation betrugen daher nur  700 000 CHF, davon 250 000 CHF für eine neue Schanze.

Das Olympiastadion war sehr bescheiden. Es gab kein Dorf für die Sportler. Sie wohnten, meist auf eigene Kosten, in Hotels. Die Atmosphäre innerhalb und ausserhalb der Spiele war (noch) olympisch. Die Athleten, darunter 27 Frauen, waren Amateure. Rund 40.000 Zuschauer*innen und 330 Pressevertreter*innen besuchten die Spiele. Auch das Radio war dabei.

Eröffnung der Spiele 1928

Auch im Jahr 1928 spielte das Wetter nicht immer mit: Am 14. Februar waren es 25 Grad, am Tag darauf 10 Grad und es regnete.

Die zweiten Olympischen Spiele in St. Moritz fanden vom 30. Januar bis zum 8. Februar 1948 statt. Das Olympiastadion diente wieder als Kulisse, ein Dorf für die Athleten gab es immer noch nicht und die olympische Idee, dass mitmachen wichtiger ist als gewinnen, war immer noch vorherrschend.

Eisschnelllauf, 5 000 Meter

Wie im Jahr 1928 war das Wetter ebenfalls zu warm. Es herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt, und an manchen Tagen taute es. 669 Sportler*innen, darunter 77 Frauen, aus 28 Ländern nahmen teil. Deutschland, Japan und die Sowjetunion waren nicht vertreten.

59 000 Zuschauer*innen und 570 Pressevertreter*innen verfolgten die fünften Olympischen Winterspiele. Die Anzahl der Sportarten war immer noch sechs, aber mit mehr Disziplinen im Skisport. Das Fernsehen war zum ersten Mal dabei: die BBC und drei US-Kanäle.

Plakat 1948 und Eröffungszeremonie 

St. Moritz ist nicht nur ein olympisches Dorf, sondern auch ein Ort der Sportpioniere im Bob- und Skeletonfahren, des ersten Curlingclubs ausserhalb Grossbritanniens, der Eisbahnen, des Polospiels auf dem Eis (Snow-Polo-Weltcup), der „White Turf“-Pferderennen (Skifahrer, die von Pferden auf dem St. Moritzersee gezogen werden) und mehrerer neuer Skidisziplinen.

Charakteristisch für einen der mondänsten Schweizer Orte ist aber auch die vorwiegend dörfliche und gemütliche Atmosphäre mit verschiedenen hochkarätigen  kulturellen Veranstaltungen und Institutionen.

(Quelle und weitere Informationen: www.st.moritz.com)

Korrektorin: Petra Ehrismann