Celerina, Rhätische Bahn und Cresta Palace Hotel
24 Januar 2023
Als „Ad Slatannum“ taucht Celerina/Schlagrina auf Romanisch (Kanton Graubünden) zum ersten Mal in einer Urkunde von 1139 auf und verweist praktischerweise auf ihren Standort: „beim Bach Schlattain“. Schlattain ist der Bach aus dem Val Saluver.
1139 erwarb Konrad der I. von Bibberig, Bischof von Chur von 1123 bis 1144, das Gebiet von Zuoz bis Silvaplana. Der Bischof liess auf dem heutigen Celeriner Gemeindegebiet einen Keller (cellarium auf Lateinisch, schler auf Rätoromanisch was zum heutigen rätoromanischen Schlarigna und deutschen Celerina führte) anlegen. Die Kirche San Gian wurde um 1300 errichtet.

1538 wurden die Gemeinden Samedan, Bever, Celerina und Pontresina gegründet. Von diesem Zeitpunkt an gab es die „Gemeinde Celerina/Schlarigna“.
1631 fielen zahlreiche Häuser den Flammen zum Opfer. Die Inschrift „erbaut 1631“ (oder später) gibt es an vielen mit Sgraffito verzierten Fassaden, weil man gleich mit dem Neubau anfing.
Um 1900 begann die Arbeit für die Eisenbahnstrecke von Thusis bis zur Endstation Celerina. 39 Tunnels mussten gebohrt und 55 Brücken und Viadukte über wilde Schluchten und reissende Flüsse geschlagen werden.
Die Albulalinie fuhr erstmals im Jahr 1903, aber nicht ins mondäne St. Moritz, sondern ins beschauliche Celerina. Erst ein Jahr später wurde auch St. Moritz mit der Bahn erschlossen.

1906 wurde mit dem Bau einer weiteren Bahnstrecke begonnen, diesmal nicht durch, sondern über die Alpen: Die Berninalinie führt von St. Moritz via Celerina bis hinauf zum Berninapass und hinunter nach Tirano in Italien.
Celerina teilt mit St. Moritz nicht nur das Skigebiet, sondern auch den berühmten Olympia Bob Run St. Moritz-Celerina und den Cresta Run (Skeleton-Bahn). Das Ziel beider Eiskanäle, die in St. Moritz starten, liegt seit über Jahren in Celerina.


Die Olympische Bob-Bahn St. Moritz-Celerina und der Cresta Run (Skeleton-Bahn)
Das Cresta Palace Hotel wurde 1906 eröffnet. Weil viele Engländer ihre Ferien im Engadin verbrachten, waren Anlagen für Pferderennen, Tennis und Golf ein Muss. Englische Meisterschaften wurden ausgetragen, im Winter auch Rennen auf der Bobbahn und auf dem Cresta Run, Wintersportarten wie Skifahren, Schitteln, Eislauf und Curling wurden immer beliebter.





Im Jahre 1912 wurde bereits ein Neubau mit weiteren 100 Betten eingeweiht. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914-1918) gab es eine dramatische Wende. Der Börsenkrach 1929, die nachfolgende Wirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg (1939-1945) stoppten den Aufschwung des Fremdenverkehrs bis 1960.
1966 wurde im Cresta Palace Hotel eine neue Halle mit einem Schwimmbecken eingeweiht, 1990 wurde die Küche erneuert, im Jahre 1998 folgte eine Renovierung der Jugendstilhalle und 2006 wurde die neue Wellnessanlage eröffnet.
2022 schreibt das Cresta Palace erneut Geschichte und setzt einen wichtigen Meilenstein in der Historie dieser Hotellegende. Im ersten Bauabschnitt wurden rund 40 Zimmer liebevoll kernsaniert und in Hommage an die Ästhetik und Eleganz des Jugendstils neu gestaltet.
Bei der Neugestaltung der Zimmer und Suiten achtete man besonders auf Details und eine warme Atmosphäre und übersetzte charakteristische Elemente des Jugendstils in die Neuzeit – gepaart mit den Vorzügen eines modernen Zimmerproduktes, das keine Wünsche offen lässt.
Nicht alles hat sich geändert. Die authentische Atmosphäre der Belle Époque ist noch immer spürbar, Qualität ist die Norm, und die Natur um das Hotel herum ist immer noch genauso bezaubernd wie vor 100 Jahren.
Quelle: www.engadin.ch; das Cresta Palace Hotel
Korrektorin: Petra Ehrismann






Galerie Turo Pedretti





