Eine kantonale Rivalität

Die Schweiz hat mehr als 2200 Gemeinden, die von sehr klein (weniger als 20 Einwohner) bis gross (über 400 000 Einwohner) reichen.

Eine Stadt mit mehr als 500 000 bis zu einer Million Einwohnern fehlt, anders als zum Beispiel in den Niederlanden, Dänemark, Österreich, Belgien oder Ungarn.

In der französischsprachigen Romandie sind die grössten Städte Lausanne und Genf, gefolgt bis vor kurzem von La Chaux-de-Fonds (Kanton Neuchâtel).

Nach der Fusion mit den Gemeinden Corcelles-Cormondrèche, Valangin und Peseux am 1. Januar wird die grösste Stadt des Kantons jedoch Neuchatel sein. Die neue Gemeinde hat dann 45 000 Einwohner.

La Chaux-de-Fonds wird aber weiterhin die Hauptstadt der Uhrenindustrie (de cité horlogère) bleiben oder, wie man sagt, La Chaux-de-Fonds hat lange Zeit die Verwaltung des Kantons finanziert.

Wie in jedem Land gibt es auch im kleinen Kanton Neuenburg eine historisch gewachsene Rivalität zwischen Städten und Regionen, der Bergregion des Juras ( le Haut du canton) gegen das Seeufer (Littoral oder le Bas du canton).

Jahrhundertelang war Neuenburg Sitz und (lukrative) Jobmaschine der Grafen von Neuenburg, sowie deren deutschen, französischen und preussischen Nachfolgern (1395-1815/1857).

Die Stadt entwickelte aber auch eine eigene Industrie und einen grossen Sektor von kleinen und mittleren Betrieben und beherbergt heute einige multinationale Unternehmen.

Die Bürger von La Chaux-de-Fonds wehrten sich 1830 (vergeblich) und 1848 (erfolgreich) gegen die Ansprüche des preussischen Königs auf Neuenburg, sozusagen die industrielle Revolution gegen das ancien régime.

La Chaux-de-Fonds ist nach wie vor das UNESCO-Weltkulturerbe des Kantons, ebenso wie Neuenburg die Universitätsstadt ist. Beide Städte verfügen über ein reiches kulturelles Leben und Unternehmergeist und sind gut positioniert und voll in die Eidgenossenschaft eingebettet. Die Rivalität ist kein ‚Graben‘, sondern eher eine Familienangelegenheit.

Das französische und schweizerische Chablais und die Grenze

Das moderne Chablais ist eine Region, die Teile Ostfrankreichs und der Westschweiz umfasst. In der Schweiz liegt diese französischsprachige Region zwischen der Rhone und dem Genfer See.

Die Schweizer Region erstreckt sich über die Kantone Wallis und Waadt.In Frankreich liegt diese Region im Département Haute-Savoie und grenzt im Norden an den Genfer See sowie an die Schweizer Grenzstadt St. Gingolph.

Das Römische Reich und das Heilige Römische Reich 

Zur Zeit der Eroberung durch die Römer im ersten Jahrhundert v. Chr. wurde das Gebiet vom keltischen Stamm der Nantuates bewohnt. Diese gliederten sich jedoch schon bald danach in die römische Gesellschaft ein.

Chablais wurde Teil der römischen Provinz Raetia-Vindelica und ab Ende des zweiten Jahrhunderts Teil der neu gegründeten Provinz Alpes Poeninae.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde Chablais Teil des (ersten) burgundischen Königreiches (um 461–534), danach des fränkischen Reiches der Merowinger und später des der Karolinger.

Mit der Teilung des karolingischen Reiches im Jahr 843 (Vertrag von Verdun) wurde das Gebiet Teil des (zweiten) burgundischen Königreiches (888–1032).  1032 wurde es formell Teil des Heiligen Römischen Reiches, doch die lokalen Herrscher behielten die Oberhand. Davon zeugen heute die zahlreichen Schlösser.

Savoyen, Sitten und Bern

Ab dem dreizehnten Jahrhundert begann die langwierige Zeit des politischen und militärischen Kampfes zwischen den Herzögen von Savoyen, dem Bischof von Sion und der aufstrebenden Stadt Bern.

Savoy war dabei der grösste Verlierer. Im Jahr 1475 eroberte der Bischof von Sion den Chablais bis Massongex. 1476 eroberte Bern mit Unterstützung des Bischofs von Sion den restlichen Teil des Chablais, einschliesslich der Gegend um Bex.

1536

1536 eroberte Bern sogar den französischen Teil des Chablais, einschliesslich Thonon und Evian. Durch die Verträge von Lausanne (1564) und Thonon (1569) wurden die Grenzen so festgelegt, wie sie heute noch bestehen.

Der Fluss Morge bei St. Gingolph wurde zur Grenze zwischen dem französischen und dem schweizerischen Chablais. Evian und Thonon fielen wieder unter die Herrschaft des Herzogs von Savoyen.

Erst Jahrhunderte später, mit und nach der französischen Zeit in den Jahren 1798–1815, entstanden die  Kantone Wallis und Waadt und das Schweizer Territorium des Chablais formte sich so, wie wir es heute kennen.

Weiherschloss Bottmingen

Das Schloss in Botttmingen (Kanton Basel-Landschaft) stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wird erstmals 1363 erwähnt.

In früheren Jahrhunderten waren Weiherschlösser Mode und fast jedes Dorf im Leimental hatte mal eins. Weiher heisst Wasser.

Im Jahr 1645 baute der pfälzische Adelige Johann von der Grün (1603–1666) das Gebäude im Stile des deutschen Frühbarocks um. Johannes Deucher (1673-1747) erwarb das Schloss 1720 und es bekam die Gestalt eines französischen barocken Landsitzes.

Der neue Besitzer Martin Wenk (1751-1830) liess 1780 den Steinsaal mit prachtvollen Rokoko-Stukkaturen verzieren. Im 19. Jahrhundert entstand der englische Park. Der Kanton Basel-Landschaft übernahm 1957 das Schloss und stellte es unter Denkmalschutz. Heute beherbergt das Schloss einen Restaurationsbetrieb.

(Quelle und weitere Informationen: (www.weiherschloss.ch)

Das Schloss um 1750. Bild: Weiherschloss Bottmingen

Der Eiger Express und die Männlichenbahn

Seit dem 5. Dezember können die Besucher das Wintersport- und Wandergebiet rund um den Eigergletscher (2320 m ü. M.) sowie die Kleine Scheidegg und das Jungfraujoch schneller und bequemer erreichen.

Mit den beiden Bahnen («Eiger Express» und Männlichenbahn) können pro Stunde 4000 Gäste transportiert werden. Die neue Seilbahn Eiger Express transportiert 2200 Personen pro Stunde zum Eigergletscher.

Seit 1893 fährt die Wengernalpbahn schon von Grindelwald zur Kleinen Scheidegg und auf der anderen Seite über Wengen hinunter nach Lauterbrunnen.

Seit 1912 fährt die Jungfraubahn von der Kleinen Scheidegg zum höchsten Bahnhof Europas auf dem Jungfraujoch (3454 m ü. M.). Diese Zahnradbahnen sind weltberuhmt.

Auch die  Wanderrouten zwischen Männlichen und Kleine Scheidegg oder unterhalb der Eiger-nordwand werden mit diesen neuen Bahnen besser erreichbar.

Das Berner Oberland und der Kanton Bern haben eine neue touristische Infrastruktur für das (internationale) Tourismus entwickelt mit der modernsten Technologie ohne dabei die Landschaft und die Nachhaltigkeit (zu viel) aus den Augen zu lassen.

(Weitere Informationen: (Jungfraujoch).

Die Eidgenossen und die Besetzung von Neuenburg

d’’Orléans-Longueville

Von 1395 bis 1503 gehörte die Grafschaft durch Erbschaft zu deutschen Fürsten (Freiburg und Hochberg) und von 1504 zur französischen Dynastie d’Orléans-Longueville.

Eidgenossen 1512-1529 

Nach 1504 verlieren die Fürsten von d’Orléans-Longueville das Interesse. Stattdessen tauchen die Eidgenossen auf.

Die Burgunderkriege (1474-1477) waren gerade vorbei und bis 1515 (Marignano) waren sie in Siegeslaune. Neuenburg galt als französisches Territorium und damit als möglicher Stützpunkt für französische Angriffe.

Aus diesem Grund besetzten vier Kantone (Bern, Solothurn, Freiburg und Luzern) Neuenburg im Juni und Juli 1512 und übernahmen die Verwaltung. Es handelte sich nicht um eine militärische Besetzung wie im Aargau, Thurgau, Tessin oder ab 1536 im Waadtland.

Es handelte sich eher um einen administrativen Regierungswechsel, der von der lokalen Elite begrüsst wurde. Die Franzosen versuchten dabei nicht militärisch zu intervenieren. Das wiederum hat mit der internationalen Entwicklung zu tun. Der französische König war in anderen Regionen, vor allem in Italien, beschäftigt.

Nach 1515 (Marignano) und seinem Sieg über die Eidgenossen schloss er 1516 einen „Ewigen Frieden“ mit der Eidgenossenschaft. Daher gab es keinen Grund mehr für die konföderale Einmischung.

Es sollte aber bis 1529 dauern, dass die Verwaltung an die Fürsten von d’Orléans-Longueville übergeben wurde. Diese Tatsache war eher auf die Uneinigkeit zwischen den 13 Kantonen und auf praktische  Probleme zurückzuführen als auf eine bewusste politische Entwicklung.

Dieses Intermezzo (1512-1529) sollte jedoch das Band zwischen den Bürgern Neuenburgs und der Eidgenossenschaft weiter stärken. 1536 wurde Waadt (Gebiet von Savoyen) von den Eidgenossen (diesmal mit übermässiger Gewalt) besetzt.

Neuenburg blieb von diesem Schicksal verschont, aber die Eidgenossen waren jahrhundertelang dominante Nachbarn.

1813-1815

Diese Jahrhunderte der Geschichte trugen nachhaltig zur Wahl der Eidgenossenschaft nach 1813 bei, ganz zu schweigen von den internationalen politischen Entwicklungen und dem Einfluss des Wiener Kongresses (1814-1815).

Swisscovery

Am 7. Dezember hat die neue nationale Bibliotheksplattform «swisscovery» ihren Betrieb aufgenommen.

Damit haben Nutzerinnen und Nutzer Zugriff auf die Bestände von 475 Bibliotheken der Schweiz, von St. Gallen bis Genf und von Basel bis Lugano.

Alle wissenschaftsrelevanten Bibliotheken haben sich dem Verbund angeschlossen.

Das Zusammengehen von 475 Bibliotheken ist weltweit einzigartig.

Das Recherchieren wird mit «swisscovery» wesentlich einfacher, denn jedes Buch und jedes andere Medium hat einen einzigen Eintrag im gleichen System.

Man sieht sofort, wo ein Medium verfügbar ist, und kann es sich von zahlreichen Bibliotheken über den neuen Kurierdienst in die eigene Bibliothek liefern lassen.

Swisscovery wird von der Swiss Library Service Platform (SLSP) betrieben.

Diese wurde von 15 Hochschulbibliotheken gegründet. Bis heute haben sich 475 weitere Bibliotheken angeschlossen.

Weitere Informationen und Registrierung: https://swisscovery.slsp.ch).

 

 

Der Kulturwanderweg ViaUrschweiz

Der Kulturwanderweg Via Urschweiz wurde 2018 eröffnet. Die Via Urschweiz ist ein Wanderweg entlang historisch wertvoller Landschaften und Verkehrswege zwischen den Kantonen Uri und Nidwalden im Herzen der Schweiz.

Der Weg verbindet den Urnersee mit dem Waldstätterweg am Vierwaldstättersee und führt durch Naturschutzgebiete, schützenswerte Landschaften sowie historisch bedeutungsvolle Orte.

Die Etappen sind: Flüelen, Isleten und Isenthal, die Wildheulandschaft (Isenthal, St. Jakob, Gitschenen), der Naturgarten der Zentralschweiz (Gitschenen, Hinter Jochli,  Chälen, Klewenalp, Beckenried), das Hotelresort Bürgenstock (Beckenried, Buochs, Ennetbürgen, Hammetschwand, Bürgenstock), das Urmeer (Beckenried, Risletenschlucht, Emmetten, Treib, Rütli, Seelisberg) und der Kreis der alten Eidgenossen (Seelisberg, Beroldingen, Bauen, Bärchi und Isenthal).

Der Weg is Teil des regionalen Wanderwegnetzes (Wegnummer 599).

Die Etappen sind eigentlich Themen:

Am Fjord von Uri (Vom see zum Gletscher, Naturschutzgebiet im Reussdelta),

in der Wildheulandschaft der Schweiz (Bergauf zur Alpwirtschaft),

im Naturgarten der Zentralschweiz (der Voralpenübergang),

am Urmeer zur Wiege der Schweiz (über tosende Wasserfälle),

und im Kreis der alten Eidgenossen (unterwegs auf dem alten Gotthardweg).

(Quelle und weitere Informationen: www.via-urschweiz.ch).

Glacier Whisky aus den Schweizer Alpen

Das Wort Whisky stammt vom keltischen Wort „Uisge Beatha“ ab und bedeutet „Wasser des Lebens“. Wie dieser Name schon sagt, ist Whisky ein Getränk irischen und schottischen Ursprungs.

Übrigens ist das Wort Lebenswasser etwas irreführend. Whisky muss mindestens 40% Alkohol enthalten und mindestens drei Jahre in Holzfässern von bis zu 700 Litern reifen. Der andere wichtige Bestandteil ist tatsächlich Wasser.

Bis vor kurzem war die Schweiz nicht als Hersteller von Whisky bekannt. Dies hat sich nun geändert. Eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aus Graübünden und dem Wallis hat zur ersten Produktion mit dem Namen „Glacier Whisky“ geführt.

Eine Destillerie in Brig-Gils (Kanton Wallis) und ein Keller in Tantermozza bei Zernez (Kanton Graubünden) sowie Bergwasser aus Walliser und Bündner Quellen produzierten die ersten 6 000 Liter, die in zwanzig Walliser Eichenfässern gelagert wurden. In jedem Fall ist das erste Fass bereits reif genug, um abgefüllt und vermarktet zu werden.

Die Schweiz ist nun auch ein Land der Uisge Beatha.

Verein die schönsten Schweizer Dörfer

Der Verein „Die schönsten Schweizer Dörfer“ wurde vor fünf Jahren gegründet. Der Verein wurde im Tessin geboren und fand im südlichsten Tal Graubündens seine  erste Perle: Poschiavo.

Dabei fand er am anderen Ende der Schweiz einen weiteren Schatz im Kanton Waadt: Grandson. Eglisau (Kanton Zürich) beim Rhein war das erste alemannische Dorf.  St. Ursanne ist die erste Fundgrube im Kanton Jura.

Nach 5 Jahren hat der Verein 40 Dörfer und Städtchen in 14 Kantonen zusammengetragen. Er bietet ein Schaufenster des nationalen ländlichen Erbes.

(Quelle und weitere Informationen: www.borghisvizzera.ch).