Die Eidgenossen und die Besetzung von Neuenburg

d’’Orléans-Longueville

Von 1395 bis 1503 gehörte die Grafschaft durch Erbschaft zu deutschen Fürsten (Freiburg und Hochberg) und von 1504 zur französischen Dynastie d’Orléans-Longueville.

Eidgenossen 1512-1529 

Nach 1504 verlieren die Fürsten von d’Orléans-Longueville das Interesse. Stattdessen tauchen die Eidgenossen auf.

Die Burgunderkriege (1474-1477) waren gerade vorbei und bis 1515 (Marignano) waren sie in Siegeslaune. Neuenburg galt als französisches Territorium und damit als möglicher Stützpunkt für französische Angriffe.

Aus diesem Grund besetzten vier Kantone (Bern, Solothurn, Freiburg und Luzern) Neuenburg im Juni und Juli 1512 und übernahmen die Verwaltung.

Es handelte sich nicht um eine militärische Besetzung wie im Aargau, Thurgau, Tessin oder ab 1536 im Waadtland.

Es handelte sich eher um einen administrativen Regierungswechsel, der von der lokalen Elite begrüsst wurde. Die Franzosen versuchten dabei nicht militärisch zu intervenieren.

Das wiederum hat mit der internationalen Entwicklung zu tun. Der französische König war in anderen Regionen, vor allem in Italien, beschäftigt.

Nach 1515 (Marignano) und seinem Sieg über die Eidgenossen schloss er 1516 einen „Ewigen Frieden“ mit der Eidgenossenschaft. Daher gab es keinen Grund mehr für die konföderale Einmischung.

Es sollte aber bis 1529 dauern, dass die Verwaltung an die Fürsten von d’Orléans-Longueville übergeben wurde.

Diese Tatsache war eher auf die Uneinigkeit zwischen den 13 Kantonen und auf praktische  Probleme zurückzuführen als auf eine bewusste politische Entwicklung.

Dieses Intermezzo (1512-1529) sollte jedoch das Band zwischen den Bürgern Neuenburgs und der Eidgenossenschaft weiter stärken. 1536 wurde Waadt (Gebiet von Savoyen) von den Eidgenossen (diesmal mit übermässiger Gewalt) besetzt.

Neuenburg blieb von diesem Schicksal verschont, aber die Eidgenossen waren jahrhundertelang dominante Nachbarn.

1813-1815

Diese Jahrhunderte der Geschichte trugen nachhaltig zur Wahl der Eidgenossenschaft nach 1813 bei, ganz zu schweigen von den internationalen politischen Entwicklungen und dem Einfluss des Wiener Kongresses (1814-1815).