Ferien im Baudenkmal

Die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet 42 monumentale Wohnungen in der Schweiz. Die Häuser sind historische Monumente mit dem Komfort des 21. Jahrhunderts. Das älteste Objekt, Haus Tannen in Morschach im Kanton Schwyz, wurde 1341 erbaut.

Das jüngste Haus, das Eichhölzli in Biel, aus dem Jahr 1933 symbolisiert das moderne Bauen.  Es hat angefangen im Dorf Bellwald, dem höchstgelegenen Dorf im Goms (Kanton Wallis).

Das Huberhaus war 2005 das erste Objekt, dass die Stiftung gekauft hatte. Es ist ein traditioneller alpiner Strickbau aus dem 16. Jahrhundert.

Die alten Balken, der Specksteinofen in der Stube und die knarrenden Böden vermitteln den ursprünglichen Charme des alten Holzhauses. Heute vermietet die Stiftung 42 Wohnungen.

(Quelle und Informationen: Stiftung Ferien im Baudenkmal)

Dalì begegnet Dante in Ascona in die Fondazione Majid

Die italienische Regierung beauftragte Salvador Dalì (1904-1989) 1950 mit der Illustration einer Sonderausgabe von la Divina Commedia, dem berühmten Werk von Dante Alighieri (1265-1321).

Dalì fertigte 100 Aquarell-Holzschnitte im Format A4 an. Sie stellen jeweils 33 Aquarelle für Hölle, Fegefeuer und Paradies sowie eine Einleitung dar. Sie bilden einen originellen und einzigartigen Ausdruck der Vorstellungskraft des Meisters des Surrealismus.

Die Reise durch die Hölle, das Fegefeuer und das Paradies wird auf metaphysische und psychologische Weise interpretiert. Es ist das erste Mal, dass dieses Kunstwerk ausserhalb Italiens zu sehen ist.

(Weitere Informationen: Fondazione Majid).

Rätoromanisch und das Bundesgericht in Lausanne

In einem grossen Teil Graubündens wird heute Deutsch gesprochen. Dabei handelt es sich teilweise um höchstalemannische Dialekte, die mit den Walsern aus dem Wallis eingewandert sind.

Man spricht also Walserdeutsch. Das Zürichdeutsche unterscheidet sich zum Teil beträchtlich. Im Süden Graubündens gibt es vier Gebiete, in denen italienisch gesprochen wird: das Misox (Mesocco) an der Grenze zum Tessin mit Mesolcinatal und Calancatal, das Bergell (Bregaglia) und das Puschlav (Valposchiavo).

Wie im Tessin und den angrenzenden Gebieten Norditaliens handelt es sich hier um lombardische Dialekte.

Die fünf Grossdialekte werden im Bündnerromanischen Kontext als Idiome bezeichnet und auch auf föderaler Ebene findet dies Anerkennung, jedoch nur beschränkt.

In Art. 18 der Bundesverfassung befindet sich eine Gewährleistung des Grundrechts der Sprachenfreiheit als Individualrecht. Selbst nicht mehr gesprochene Sprachen und Dialekte unterliegen also dem Schutzbereich von Art. 18 der Bundesverfassung.

Die praktische Lösung findet man im Territorialitätsprinzip (Art. 70 Abs. 2):

Die Kantone bestimmen ihre Amtssprachen. Um das Einvernehmen zwischen den Sprachgemeinschaften zu wahren, achten sie auf die herkömmliche sprachliche Zusammensetzung der Gebiete und nehmen Rücksicht auf die angestammten sprachlichen Minderheiten.

Das Bundesgericht spricht zum Beispiel nur Recht in der romanischen Sprache, wenn es auch tatsächlich um eine romanische Sache geht.

(Quelle: G. Janzing, Rätoromanisch, 4e druk (Bielefeld, 2016).

 Korrektorin: Melinda Fechner

Die Kammerorchester 1920-2020

In der Schweiz gibt es keinen Mozart, Beethoven oder Chopin. Dennoch hat das Land in den 1920er-Jahren eine (vergessene) musikalische Revolution herbeigeführt.

Es war der Beginn dessen, was später die „Roaring Twenties“ genannt werden sollte. Eine Ära von und für die Avantgarde in der Kunst. In der klassischen Musik waren damals die grossen romantischen Orchester nach wie vor tonangebend.

Der Schweizer Komponist und Dirigent Alexander Schaichet (1887-1964) gründete 1920 das Kammerorchester Zürich, ein weltweites Novum.

1926 folgte das Kammerorchester Basel unter der Leitung von Paul Sacher (1906-1999). Sacher gründete 1941 auch das Collegium Musicum Zürich.

In den 1930er- und 1940er-Jahren waren die Schweizer Kammerorchester auch ein Symbol des Widerstands gegen die europäischen Diktaturen.

Diese Diktaturen (miss-)brauchten die Musik für ihre Ideologie. Die Werke Richard Wagners sind dafür sicher das bekannteste Beispiel.

Die Kammerorchester hingegen spielten Musik der Moderne, des Barock oder der Renaissance, die nicht auf ein einzelnes Land oder eine nationale Identität ausgerichtet waren.

Zudem spielten die (kleinen) Kammerorchester oft mit wechselnden Dirigenten. Sie erinnerten mehr an die Konzertmeister zu den Zeiten Mozarts als an die oft lange Dominanz der Dirigenten in den grossen Sinfonieorchestern.

Die Kammerorchester wagten sich auch an musikalische Experimente und den Input der Orchestermitglieder. Musikalisch waren und sind sie eher Basisdemokratien.

Insofern ist es kein Zufall, dass die Schweiz seit jeher die Wiege der Kammerorchester darstellt.

Weltspitzenforschung in Davos

Davos (Kanton Graubünden) ist nicht nur ein Wintersport-Eldorado, sondern auch eine Stadt für Weltspitzenforschung.

Der Klimawandel beeinflusst Wetterextreme und Naturereignisse im Alpenraum besonders stark. Die Erwärmung fällt doppelt so hoch aus wie im globalen Durchschnitt.

Die Folgen sind Überschwemmungen, Murgänge und Hangrutsche sowie lange Trockenheitsperioden im Sommer.

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF und die ETH Zürich beteiligen sich am Aufbau eines Forschungszentrums in Davos.

Das Zentrum widmet sich ab dem 1.Januar 2021 den  alpinen Massenbewegungen, dem Permafrost, den Auswirkungen des Klimawandels auf die Bergregionen, der Frühwarnung, der Gebirgsökologie und Risikokommunikation, also der Fähigkeit mit Naturgefahren umzugehen.

(Quelle und weitere Informationen: www.wsl.ch). 

Das Dreiländereck in Basel

Die Friedensblüte Sri Chinmoy am Dreiländereck in Basel markiert den Punkt beim Rhein an dem sich die Schweiz, Deutschland und Frankreich treffen. Sie ist eines der fünfhundert Sri Chinmoy-Orte weltweit.

Die Inspiration für dieses Denkmal war Albert Einstein (1879-1955), der viele Jahre in Bern (1902-1909) lebte and dort seine wichtigste wissenschaftliche Entdeckungen und Theorien entwickelte und entwarf.

Dieser Punkt markiert auch den Beginn (oder das Ende) der Grand Tour  der Schweiz.

Das Dorf Gersau, die kleinste Republik Europas

In ihrer jahrhundertelangen Entwicklung zum Nationalstaat wuchs die Schweiz auf heute 26 Kantone. Dabei hat jeder Kanton seine eigene Geschichte. Der Kanton Graubünden zum Beispiel ist aus einem jahrhundertealten Bündnis von drei Regionen hervorgegangen, nämlich dem Gotteshausbund, dem Grauen oder Oberen Bund und dem Zehngerichtebund. Fast drei Jahrhunderte später (1798-1815) haben sich diese Bündnisse im Jahr 1524 zum uns heute bekannten Graubünden vereint.

Das Dorf Gersau

Noch ungewöhnlicher ist jedoch die Geschichte des am Vierwaldstättersee gelegenen Dorfes Gersau. Jahrhundertelang hatte dieses Dorf den Status der kleinsten Republik Europas und war selbst in der Schweiz ein einzigartiger Fall.

Gersau liegt am Südhang der Rigi-Scheidegg, zwischen den Bergen Gersauerstock im Westen und Hochfluh und Zilistock im Osten. Jahrhundertelang war das Dorf nur vom Wasser aus zugänglich. Diese Lage bot ihm Schutz vor den umliegenden Orten (Kantonen) und den Herrschern des Hauses Habsburg.

Die Geschichte begann 1064, als Gersau erstmals in Dokumenten des Klosters Muri erwähnt wurde. Das Dorf befand sich damals noch im Besitz der Grafen von Lenzburg. Diese Familie starb 1173 aus, woraufhin die Grafen von Habsburg Eigentümer wurden. In Luzern wurde das Dorf jedoch an die Dynastie von Freienbach verpfändet.

1359

Das Jahr 1359 war für Gersau ein wichtiges Jahr: Am 31. August dieses Jahres verbündete sich Gersau mit den vier Waldstätten Uri, Schwyz, Unterwalden und Luzern, die bereits damals eine Eidgenossenschaft oder einen (lockeren) Bund bildeten. Diese Vereinbarung wird im Bundesbriefmuseum in Schwyz aufbewahrt.

In diesem Bündnis war Gersau, ein Dorf mit nur 500 Einwohnern, 1386 im Krieg gegen Habsburg beteiligt. Die Schlacht bei Sempach war ein Sieg für die Eidgenossen. Auch Gersau nahm teil, seine Soldaten konnten sogar das Banner der Grafen von Hohenzollern erobern!

Die Republik Gersau

1390 kaufte Gersau das Pfand von Von Freienbach ab und wurde unabhängig, allerdings im Verbund mit Luzern, Uri, Schwyz und Unterwalden. Gersau hatte von nun an seine eigene Verwaltung und Gerichts- und Steuerhoheit. Das Dokument Kaiser Sigmunds vom 31. Oktober 1433 bestätigte diesen Status.

Der Kaiser bestätigte die (faktische) Unabhängigkeit von Gersau: die Reichsunmittelbarkeit innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Das Dorf mit rund 500 Einwohnern hatte die gleichen Privilegien, Freiheiten und Rechte wie die Städte Bern, Zürich, Basel oder Luzern. Das grosse Rathaus symbolisiert diesen Status noch heute.

Männliche Bürger, die älter als 14 Jahre waren, wählten die Regierung. Diese bestand aus dem Landammann, seinem Stellvertreter (dem Statthalter) und sieben Ratsmitgliedern.

Alle zwei Jahre fanden Neuwahlen statt. Die Ratsmitglieder erfüllten verschiedene Aufgaben der öffentlichen Verwaltung und Verteidigung und waren gleichzeitig Gesetzgeber. Ausserdem gab es eine eigene Justiz, in der der Landammann als oberste Justizbehörde fungierte.

Auch die Kirche war sehr aktiv und baute mehrere Kirchen und mindestens drei Kapellen. Gersau blieb auch nach der Reformation katholisch (wie Luzern, Uri, Schwyz und Unterwalden).

Wirtschaftlich unterschied sich Gersau bis 1730 nicht von anderen Dörfern. Erst nach 1730 entwickelte sich die Seidenindustrie rasant, und die Bevölkerung verdoppelte sich um 1800 auf 1‘000 Personen.

Gersau hatte nie den Status eines Kantons in der Eidgenossenschaft, sondern war bei der Tagsatzung durch Diplomaten vertreten. Diese Situation sollte sich bis zur französischen Invasion im Jahr 1798 fortsetzen, als Gersau auch Truppen gegen die französischen Invasoren (60 Soldaten) zur Verfügung stellte.

Es nützte jedoch nichts, im Mai 1798 endete die Unabhängigkeit Gersaus mit der Helvetischen Republik (1798-1803). Aufgrund der Mediationsakte von 1803, dem neuen Bund von 19 Kantonen (unter französischer Kontrolle), fusionierte Gersau als Bezirk mit dem Kanton Schwyz.

Der Bezirk Gersau

Nach dem Abzug der Franzosen im Jahr 1813 änderte sich diese Situation trotz der diplomatischen Bemühungen Gersaus nicht. Der Bund der 22 Kantone anerkannte 1815 Gersau nicht als eigenständige Republik oder Kanton, sondern als Bezirk des Kantons Schwyz.

Zwei weitere Jahre juristischer und diplomatischer Auseinandersetzung zwischen Gersau, Schwyz und dem Bund der 22 Kantone folgten. Doch am 27. Dezember 1815 stimmten die Gersauer Bürger dem neuen Status als Bezirk Schwyzs und dem Ende von vier Jahrhunderten Republik Gersau zu.

(Quelle: A. Müller, Gersau, Unikum in der Schweizer Geschichte, Baden 2013)

Der Okjökull Brief an die Zukunft

Vor Millionen von Jahren stand ein grosser Teil des europäischen Kontinents unter Wasser. In der letzten Eiszeit, vor nur 15 000 – 10 000 Jahren, lag derselbe Kontinent unter einer dicken Eisschicht.

Die letzte „kleine“ europäische Eiszeit fand zwischen 1430 und der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts statt.  Damals war es im Durchschnitt 1-2 Grad kälter als heute. In der Römerzeit waren Ägypten und Syrien fruchtbare landwirtschaftliche Gebiete, und es war in dieser Region viel feuchter und kälter.

Mit anderen Worten: Der Klimawandel ist keine menschliche Schöpfung, sondern auch ein Teil der Natur. Er ändert nichts an der Tatsache, dass die Anwesenheit des Menschen für (zu) schnelle und bedeutende Veränderungen der Ökosysteme, der Flora und Fauna auf dem Planeten Erde verantwortlich ist.

Das explosive Bevölkerungswachstum von rund einer halben Milliarde Menschen im Jahr 1800 auf über sieben Milliarden im Jahr 2020, die (industrielle) Umweltverschmutzung, die Entwaldung der Kontinente (beginnend in Europa im 17. bis 20. Jahrhundert), die Urbarmachung von Land für (gigantische) Städte, Landwirtschaft, Golfplätze, Häfen, Flughäfen usw., Mobilität und die Nutzung natürlicher Ressourcen haben enorme Auswirkungen auf die Ökosysteme.

Der Mensch ist in der Tat ein Störfaktor, aber auch ein integraler Bestandteil der Natur und des Ökosystems. Das ist eine Tatsache. Andererseits gab es schon immer natürliche Vorläufer, wie die mächtigen Dinosaurier, Meteoriteneinschläge, Vulkanausbrüche oder die oben erwähnten Klimaveränderungen.

Der Planet Erde wird die Sonne noch Millionen von Jahren umkreisen, ob es nun einige Grad wärmer oder kälter ist, mit oder ohne Gletscher.

Die Menschheit bringt nicht nur das Ökosystem durcheinander und geht (zu) oft respektlos und nachlässig mit der Natur um, sie ist aber auch in der Lage, diese Entwicklung positiv zu beeinflussen.

Und sie tut das nicht nur der Natur, den Ökosystemen, der Flora und Fauna zuliebe, sondern auch, um ihre Lebensqualität zu verbessern.

Der Rhein bei Basel ist ein Beispiel. Wer hätte sich vor vierzig Jahren vorstellen können, in diesem toten Fluss zu schwimmen?  Heute schwimmen Menschen und Fische wieder fröhlich umher.

Der Lachs ist dazu noch nicht in der Lage, aber das liegt an anderen (französischen) Hindernissen.

Seit Jahrhunderten hat die Mobilität von Menschen und Gütern zu einer massiven Ein- und Auswanderung von Tieren, Pflanzen, Bakterien und Viren geführt. Kaninchen in Australien, die Kartoffel in Europa, aber auch die Grippe in Südamerika, Syphilis oder Corona sind nur einige Beispiele. So bevölkern heute rund achthundert eingewanderte Arten die Schweiz.

Der CO2-Ausstoss und der (nachgewiesene) Zusammenhang mit der Klimaerwärmung ist nur eine der Facetten, die in der neuen Ausstellung (Earth at its Limits) im schönen Naturhistorischen Museum Basel diskutiert werden.

Die Ausstellung ist auch eine (späte) Hommage an die amerikanische Wissenschaftlerin Eunice Newton Foote (1818-1888).

Sie entdeckte bereits 1856 den Zusammenhang zwischen CO2 und der globalen Erwärmung. Aber sie war eine Frau, und so erhielt John Tyndall (1820-1893) die Ehre einige Jahre später.

Wer in Graubünden, Regionen in Basel-Landschaft oder beim Skifahren in den Alpen wandert, hat die Vorstellung, dass der menschliche „footprint“ nicht so allgegenwärtig ist.

Die Ausstellung zeigt jedoch die Entwicklung der letzten hundert Jahre in Bezug auf den Rückgang der Gletscher, die Bebauung und Nutzung von Land, Umweltverschmutzung und den enormen Verbrauch von Süsswasser.

Der Brief an die Zukunft (vom August 2019) und der Gletscherstein zum Gedenken an das Verschwinden des Okjökull-Gletschers in Island veranschaulichen diese Entwicklung.

In dieser informativen und gut dokumentierten Ausstellung ist kein Platz für Pessimismus, (unnuancierten) Aktivismus, Unheil und Trübsinn.

Es macht auch keinen Sinn, denn die Menschheit ist da, und niemand will auf den Zahnarztstuhl der 1930er Jahre zurückkehren oder ohne Computer, Plastik, Chemie, Batterien oder moderne Transportmittel leben.

Die Frage ist: Wie gehen wir mit der Anwesenheit so vieler Menschen um, und wie organisieren wir die Erde für acht oder bald neun Milliarden Menschen?

Der Eingang dieser Schau bietet die vielleicht ruhigste Naturkulisse Basels: fünf Minuten langes Lauschen der Natur, ohne menschliche Geräusche im Herzen der Stadt am Münster. Sie ist für jeden Wanderer und Naturliebhaber zu empfehlen.

Wilhelm Tell

Die Geschichte von Wilhelm Tell ist bekannt. Ob er existiert, ist fraglich und gleichzeitig irrelevant.

Es ist nicht notwendig, die Legende von Romulus und Remus oder der Göttin Athene ernst zu nehmen, oder ihnen nicht die Ehre zu erweisen, Rom und Athen gegründet zu haben.

Die Geschichte von Wilhelm Tell ist relevant, wenn es um die historischen Umstände der Bauern-Gemeinschaften in den Alpen geht, die ihre Interessen verteidigten und kooperierten.

Es ist nicht zu leugnen, dass die heutige Eidgenossenschaft existiert und ihre Wurzeln auf die mittelalterlichen Bauern-Gemeinden und Städte zurückgehen.

Die anachronistische Frage „Was wäre wenn“ ist nicht relevant, ebenso wenig wie die Wahrheit der Tell-Geschichte. Die Erzählung wurde oder blieb verbreitet, besonders nach dem Stück von Friedrich Schiller im Jahr 1804.

Als Legende lebt er zweifellos als eine der einflussreichsten Schweizer Persönlichkeiten fort und steht sogar als ein internationales Symbol der Freiheit.

Das Telldenkmal und das Tellmuseum in Bürglen und das Telldenkmal in seiner Geburtsstadt Altdorf erzählen die Geschichte und den Kontext im Detail.

(Quelle und weitere Informationen:www.uri.ch).

Die Römer, Alemannen und Italiener in Oensingen

Das Schloss Neu-Bechburg aus dem 11. und 12. Jahrhundert prägt noch heute die Skyline von Oensingen und zeugt von der Bedeutung des alten Handelsweges.

Mehr als tausend Jahre zuvor war dieser Ort ein wichtiger römischer Verkehrsknotenpunkt. Von grosser Bedeutung war der Pass über den Grossen St. Bernhard. Kaiser Claudius (10 v. Chr. – 54 n. Chr.) machte diesen Pass 43 n. Chr. als Vorbereitung auf die Invasion in England zugänglich.

Diese Strasse führte von Martigny (Forum Claudii Vallensium) nach Avenches (Aventicum) über Oensingen (römischer Name unbekannt) nach Windisch (Vindonissa). Eine weitere Strasse führte von Oensingen über Langenbruck nach Kaiseraugst (Augusta Raurica).

Oensingen war nach Olten und Solothurn (Salodurum) die grösste römische Stadt im Gebiet des heutigen Kantons Solothurn. In der Nähe von Oensingen wurden die Überreste mehrerer römischer Villen und viele andere archäologische Objekte gefunden.

Der Name Oensingen hat einen alemannischen Ursprung. Nach dem Abzug der Römer um 410 n. Chr. drangen die Alemannen in das Gebiet der heutigen Schweiz ein.

Die Kirche St. Georg im Zentrum des Dorfes wurde wahrscheinlich auf römischen Fundamenten erbaut. Die erste Erwähnung dieser Kirche stammt aus dem Jahr 968.

Über diese mittelalterliche und wahrscheinlich römische und gotische Baugeschichte ist heute wenig bekannt. Solothurn blieb während der Reformation katholisch.  Die heutige Kirche wurde in der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts erbaut.

Von 1643 bis 1648 wurde sie umgebaut, und 1773 errichtete Paolo Antonio Pasoli (1738-1804) die heutige Architektur und (barocke) Dekoration. Paolo half seinem Onkel Gaetano Matteo Pisoni (1713-1782) von 1763 bis 1770 beim Bau der St. Ursenkathedrale in Solothurn.

Dies erklärt die Ähnlichkeit und die italienischen Einflüsse. Auch der Ortskern und die schönen Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert zeigen den Wohlstand und die Bedeutung des Dorfes.