Der Basler Kannenfeldpark

Nach den Plänen des Bauherren Amadeus Merian (1808-1889) wurde zwischen 1867 und 1868 auf dem heutigen Kannenfeldpark ein Friedhof im Stil des englischen Landschaftsparks erstellt.

Als mit der Eröffnung des Zentralfriedhofs Hörnli am rechten Rheinufer 1932 keine Beisetzungen mehr erfolgten, wurde rund zwanzig Jahre später der Friedhof endgültig aufgehoben, um der grössten Basler Parkanlage platz zu machen.

Der Kannenfeldpark erstreckt sich über eine Fläche von nahezu neun Hektaren. Seinen Namen verdankt er dem ehemaligen Gasthaus „Zur Kanne“.

Morts pour la patrie, Denkmal für französische Soldaten 1870-1871 (Bourbaki) und 1914-1918, 1939-1945, Einwohner von Basel.

Fast alle Wege führten nach Aventicum in der römischen Schweiz

Aventicum (Avenches) war die Hauptstadt des Gebiets der Helvetier (Civitas Helvetiorum), das um 15 v. Chr. in das Römische Reich eingegliedert wurde, und eine der wichtigsten Städte der  römischen Schweiz wurde.

Avenches, die heutige mittelalterliche Kleinstadt, war das politische und administrative Zentrum der Helvetier und zählte zu seiner Blütezeit fast 20 000 Einwohner. Die antike Stadt lag weiter östlich mit einem heute ausgetrockneten Hafengebiet.

Die Stadt erlebte einen raschen Aufschwung, als sie 71 n. Chr. von Kaiser Vespasian in den Rang einer Kolonie erhoben wurde und den Namen Colonia Pia Flavia Constans Emerita Helvetiorum Foederata erhielt .

Kaiser Vespasian und sein Sohn Kaiser Titus lebten eine Weile in Aventicum. Die Stadt der Helvetier wurde nach ihrer Eingliederung in das Römische Reich von Kaiser Augustus zunächst der Provinz Gallia Lugdunensis (Lyonisches Gallien), dann der Provinz Gallia Belgica und schliesslich 85 n. Chr. der Provinz Germania superior angegliedert.

Die Stadt entging 69 n. Chr. nur knapp der Zerstörung, nachdem sie sich auf Galbas Seite gegen Vittelius und seine XXI. Legion, die in Vindonissa (Windisch) stationiert war, gestellt hatte. Vittelius gewann gegen Galba, wurde aber einige Monate später von den Anhängern Vespasians besiegt. Dieser Sieg rettete Avenches.

Nach und nach wurde die Stadt in das Römische Reich integriert und erlebte eine bemerkenswerte urbane Entwicklung. Diese römische Urbanisierung führte zu einer neuen politischen Organisation des Raums. Die herrschenden Eliten, der keltische Adel, waren in ihrer politischen Macht gestärkt und entschieden sich, die Romanisierung zu fördern und dem römischen Modell zu folgen.

Durch die Einführung eines für römische Städte typischen orthogonalen Strassenplans, der rechteckige, hauptsächlich für Wohnzwecke und Ateliers genutzte Blöcke abgrenzte, wurde Aventicum zur Hauptstadt eines riesigen Gebiets, das einen Grossteil des Schweizer Mittellands umfasste.

Die Stadt profitierte auch von ihrer privilegierten Lage im Strassennetz des Römischen Reiches und den Wasserverbindungen.

Antike Dokumente und archäologische Funde haben die Bedeutung von Aventicum bei der Errichtung von Verkehrswegenetzen auf der Achse zwischen Besançon (Vesontio) und Augst (Augusta Raurica) über Pontarlier (Abiolica), den Col de Jougne, Yverdon (Eburoduno), Studen (Petinesca) und Solothurn (Salodurum) aufgezeigt.

Und weiter nördlich entlang des Doubs über Mandeure stellte eine Strasse die Verbindung zwischen der Rhône-Saône-Achse und dem Rheinbecken her. Eine Strasse verband Aventicum auch mit der transalpinen Achse vom Grossen Sankt Bernhard zum Genfersee über Moudon (Minodum), Oron (Viromagus) und Vevey (Vivisco).

Zu diesen Hauptwegen kamen weitere Strassen hinzu, so dass  die Stadt auf der Achse zu liegen kam, welche den  Genfersee  mit dem Bodensee verband.

Die Achse, die von den drei grossen Juraseen Neuenburg, Biel und Murten und dem Aarebecken bis zum Rhein gebildet wurde, spielte weiter eine wichtige Rolle. Aventicum wurde mit einem Hafen am Südufer des Murtensees ausgestattet. Das Hafengebiet, das durch eine fast einen Kilometer lange Strasse erschlossen wurde, stand in besonderer Verbindung mit den Nekropolen und den Siedlungen im Norden der Stadt.

Zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. wurde der Hafen mit einem 800 m langen und 7 m breiten Kanal verbunden, der die Kreuzung von zwei Transportbooten ermöglichte und den Hafenbereich an die Strasse im Nordosten anschloss.

Hier wurden Tausende Tonnen Kalkstein, Marmor und andere Materialien für den Bau von repräsentativen Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden, Theater, Amphitheater, Thermen, Heiligtümern und anderen monumentalen Gebäuden sowie verschiedene Waren und Dachziegel angeliefert.

Aventicum war eine römische, kosmopolitische und kaiserliche Hauptstadt.

(Quelle : D. Castella, « Territoire et voies de communication », dans Avenches. Capitale des Helvètes, Association Pro Aventico, Avenches 2003).

Der Schynige Platte Alpine Garden

Der Alpengarten Schynige Platte (1967 ü. M, Kanton Bern) vereint die Fülle an Farben und Düften der Schweizer Pflanzenwelt oberhalb der Waldgrenze. Edelweiss, Enzian und beinahe 700 weitere Alpenpflanzen gibt es dort zu bestaunen.

Blumenreiche Alpweiden, Blicke zu den Thuner und Brienzer Seen und das Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau können auf der Rundwanderung von der Bergstation und auf mehreren Wanderwegen entdeckt werden.

Am 13. Juni 1893 wurde die Schynige Platte-Bahn eingeweiht. Sie fährt nun seit über 125 Jahren zwischen Wilderswil bei Interlaken und der Schynige Platte.

Das Berghotel Schynige Platte wurde 1899 errichtet und ist noch fast vollständig im Originalzustand der Belle Époque erhalten.

(Quelle und weitere Informationen: www.jungfrau.ch).

Das Römerhaus in Augusta Raurica 65 Jahre

Vor mehr als 65 Jahren hatte René Clavel aus Basel (1886-1969) die Idee, in der ehemaligen römischen Kolonie Augusta Raurica, dem heutigen Augst, ein römisches Haus im Stil der städtischen Elite wieder aufzubauen.

Die Clavel-Villa beim Museum Augusta Raurica

In Absprache mit Professor Laur-Belart (1898-1972), der für die Ausgrabungen in Augusta Raurica verantwortlich war, liess er neben dem römischen Theater ein Stadthaus mit Peristyl und zur Strasse hin anschliessenden Werkstätten errichten.

Clavel übergab das römische Haus im Frühjahr 1955 an die Stiftung Pro Augusta Raurica. Das Römerhaus illustriert und informiert über das römische Leben einer reichen Familie.

Clavel hatte Pompeji und Herculaneum besucht und holte sich bei offenen Fragen Inspiration bei den Vesuvstädten und deren archäologischen Funden. Das Museum bietet weitere Hintergrundinformationen und zeigt Funde aus Augusta Raurica, unter anderem den berühmten Silberschatz.

(Quelle und weitere Informationen: B. Pfäffli, „Das römische Haus: 65 Jahre alt und noch lange nicht im Ruhestand“ in Augusta Raurica, 2020/1, Augst).

Die Schönsten Klettersteige

In diesem Klettersteigführer von dem Schweizer Alpen-Club (SAC) werden alle 100 Klettersteige der Schweiz und einige des grenznahen Auslands ausführlich mit informativen Texten und zahlreichen Farbbildern vorgestellt, ergänzt durch Karten, Topografien und Diagramme.

Aufgelistet sind ausserdem jene Klettersteige, die nur mit Bergführer begangen werden dürfen, sowie rund 50 weitere Touren mit gesicherten Passagen.

Die Autoren präsentieren in diesem Buch alle Schweizer Klettersteige/Vie ferrate und alles, was man darüber wissen muss.

(Eugen E. Hüsler, Daniel Anker, Die Klettersteige der Schweiz, Aarau, 2020).

Grandeur in Auvernier

Die Stadtvilla in Auvernier (Kanton Neuenburg) stammt aus der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts.

Die französische Familie d’Orléans-Longueville (1504-1706) verwaltete damals die Grafschaft Neuenburg. Im Jahre 1630 ging das Gebäude in den Besitz des Berners Karl von Bonstetten über.

Danach wurde die Familie Châtenay bis heute zur Eigentümerin.

Das siebzehnte Jahrhundert war das goldene Zeitalter des Dorfes (heute Gemeinde Milvignes). Von dieser Pracht zeugt die Grand Rue mit mehreren anderen Gebäuden, sowie das Schloss aus dem Jahr 1603.

Zweitausend Jahre Solothurn

Rund 20 n. Chr. gründeten die Römer die Siedlung Salodurum (wörtlich: Wassertor). Die primäre Motivation hinter dem Siedlungsbau war vermutlich die neue Strasse (und einer Brücke über die Aare) zwischen Aventicum (Avenches) und Vindonissa (Windisch).

Die Stadt wurde zu einer Festung mit den üblichen römischen (militären) öffentlichen und privaten Gebäuden, von denen einige Restanten noch heute in der Altstadt zu sehen sind.

Die Stadt hatte burgundische Könige (Königreiche Burgund, ca. 460-c.536 und 888-1032), fränkische Könige und Kaiser (ca. 536-888) und deutsche Könige und Kaiser (Heiliges Römisches Reich (ab 1033)) als ihre Herrscher, wurde aber 1218 eine unabhängige Reichsstadt.

Im Zuge dessen gewann die Stadt grosse Gebiete, welche den heutigen Kanton Solothurn umfassen. 1481 trat die Stadt der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei.

Das Ansehen der Stadt wurde durch enge Beziehungen zu Frankreich, sowie der Errichtung einer französischen Botschaft (1530-1792) bestätigt. Das berühmte Hotel de la Couronne und viele prachtvolle Gebäude und Denkmäler sind Zeugen dieser Zeit.

Solothurn (französisch Soleure) ist die schönste Barockstadt der Schweiz. Die Blütezeit der Stadt lag im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert.

Eines der prestigeträchtigsten Bauwerke ist die St. Ursen-Kathedrale, benannt nach dem heiligen Ursus. Die ersten Fundamente stammen aus dem Mittelalter. Die heutige Kathedrale wurde 1762-1773 von dem Asconeser Architekten Gaetano Matteo Pisoni (1713-1782) erbaut.

Er liess sich vor allem von den barocken Kirchen in Rom inspirieren. Sein Cousin Paolo Antonio Pisoni (1738-1804) entwarf die eindrucksvolle Treppe mit den beiden Brunnen ebenfalls nach dem Vorbild Roms.

Die Architektur des Innenraums ist jedoch zurückhaltend mit Formen, die von der Antike abgeleitet ist. Auch die üppige und farbenfrohe Barockdekoration fehlt. Die Dekoration entspricht eher dem französischen Klassizismus.

Solothurn ist auch Sitz der Diözese Basel, ein Erbe der Reformation. In den Jahren 1525-1529 verlegte der Bischof dieses grossen und mächtigen Fürstbistums seinen Sitz zunächst nach Pruntrut und dann ab 1828 nach Solothurn.

(Quelle: www.solothurn-city.ch).

Die romanische Kirche St. Sulpice

Die romanische Kirche St. Sulpice im Kanton Waadt wurde von der Abtei von Cluny im 11. und 12. Jahrhundert erbaut.

Sie war zunächst Saint Sulpice geweiht und später Maria Magdalena. Nach der Besetzung durch Bern im Jahre 1536 wurde die Kirche evangelisch und ging in den Besitz der Stadt Lausanne über. Das Priorat verschwand nach 1536 oder erhielt eine andere Bestimmung.

Das Kirchenschiff stürzte nach der Reformation ein und wurde nicht wieder aufgebaut. Die Kirche is heute ein nationales historisches Denkmal.

(Quelle: www.notrehistoire.ch).

Die Kelten in der Schweiz

Archäologisch nachweisbar sind die Kelten Mitteleuropas erstmals im 8. bis 4. Jahrhundert v. Chr. in Gebieten von Südostfrankreich über die Schweiz bis nach Südwestdeutschland und Österreich (die Hallstatt-Kultur).

Die Verwendung des Namens der Kelten stammt aus der griechisch-römischen Ethnographie (Galatoi, Keltoi, Galli, Celtae).

Die Kelten  waren  in zahlreiche Stämme zersplittert und sprachen unterschiedliche, miteinander verwandte Sprachen. Aber es gab eine gemeinsame Kultur mit gemeinsamen religiösen und sozialen Sitten, obwohl diese Einheit nicht im Bewusstsein der Kelten selbst lag.

Bremgarten, Modells eines oppidums

Die keltischen Völker besetzten einen Grossteil des Kontinents, Irlands und der Britischen Inseln, aber es sollte ihnen nicht gelingen, ein einheitliches Reich zu schaffen.

Bremgarten, Oppidum (Rekonstruktion)

Die materielle Grundlage dieser Kultur bildeten in erster Linie Ackerbau, Handwerk, Handel und Viehzucht.

Das Handwerk war hochentwickelt und spezialisiert. Von überragender Bedeutung war das Schmiedehandwerk, in dem vor allem Eisen, Silber, Bernstein, Bronze und Gold verarbeitet wurden.

Die heute als La Tène (4.-1. Jahrhundert v. Chr.) bekannte Periode der vorrömischen Eisenzeit hat ihren Namen von einer Untiefe, La Tène, an der Nordspitze des Neuenburger Sees (Lac de Neuchâtel). Es war eine Ufersiedlung der Helvetier. Das Laténium in Hauterive (kanton Neuenburg) widmet sich dieser Zeit.

Die Kelten hatten im 6. Jahrhundert schon intensive Handelsbeziehungen zur Griechischen Kolonie Massalia (Marseille), nachher mit den Etruskern Mittel- und Oberitaliens und schliesslich mit den römischen Eroberern.

Im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. vollzog sich in den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen der keltischen Völker Mitteleuropas ein tiefgreifender Wandel.

Helvetische Stämme bewohnten das Waadtland und das Mittelland. Weitere Stämme auf dem Gebiet der heutigen Schweiz waren die Rätier im Osten (Graubünden), die Lepontii, Uberes, Nantuates, Sedunes und Veragres im Alpenraum und in der Südschweiz sowie die Rauraken in Teilen des nördlichen Jura, in Basel und Basel-Landschaft, Thurgau, Aargau und Nordost-Schweiz.

Die Kelten bewahrten nach der römischen Eroberung (58 – 15 v. Chr.) viele Züge ihres kulturellen Erbes. Aus dieser Verschmelzung ging eine gallo-römische Kultur hervor.

Die keltische Sprache wich jedoch dem Lateinischen, das sich allmählich zum Französischen weiterentwickelte, ausser in den Regionen, wo die Alemannen sich ansiedelten.

 (Quelle: B. Maier, Die Kelten. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart (München 2016).

Korrektorin: Petra Ehrismann

Der Kleine Mythen und der Grosse Mythen

Mythos, Legende, historische Tatsache oder eine Kombination aus beidem, Wilhelm Tell und das Jahr 1291 sind eng mit den Ursprüngen der heutigen Schweiz verbunden, so wie Romulus und Remus in Rom verehrt werden und Griechenland die Göttin Athen als Gründerin der Stadt verehrt.

Der Kleine Mythen und der Grosse Mythen sind jedoch harte Fakten. Der Grosse Mythen (1899 M.) wird auch als Matterhorn für Bergwanderer bezeichnet. Diese beiden Gipfel in der Nähe von Schwyz sind auch auf dem berühmten Panorama von Charles Giron im Bundeshaus abgebildet.

Sie nehmen auf dem Panorama einen prominenten Platz ein, als Symbol für den Beginn der Eidgenossenschaft. Der Kleine Mythen (1811 m) wird vom Haggenspitz (1761 m) flankiert.

Die beiden Mythen bilden nicht nur ein schönes Berg- und Wandergebiet, sondern sind auch die stummen Zeugen der Konflikte im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert zwischen Schwyz und dem nahe gelegenen, von den Habsburgern unterstützten Kloster Einsiedeln.

Bei diesem Konflikt ging es nicht um Souveränität oder Nationenbildung, sondern um lokale Interessen: die Nutzung von Wasser, Weiden, Vieh und Wald. Er  führte zur legendären Schlacht von Morgarten im Jahr 1315.

Die Geographie (isolierte Lage wegen der Berge), die unzugängliche Natur (schwieriger Zugang für Ritter zu Pferden) und die Nutzung der natürlichen Ressourcen sind die eigentlichen Gründe für die langsame Entstehung der Eidgenossenschaft in der Urschweiz im 13. und 14. Jahrhundert.

Der Kleine Mythen und der Grosse Mythen gelten als Kronzeugen dieser Entwicklung.