Die Schweiz und Dänemark

Offizielle diplomatische Beziehungen zwischen der Schweiz und Dänemark bestehen seit 1920.  Ihre Geschichte weist jedoch auf den ersten Blick wenig Gemeinsamkeiten auf. Dänemark ist eine der ältesten europäischen Monarchien, wie schon Shakespeare schrieb.

Die Wikinger haben nie Schweizer Territorium betreten. Dänemark war kein Teil des Römischen, Fränkischen, merowingischen, karolingischen, Burgundischen oder Heiligen Römischen Reiches.

Die dänische Aristokratie spielte bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts eine dominierende politische und wirtschaftliche Rolle. Dänemark regiert auch überseeische Gebiete, darunter Grönland. Dänemark ist ein Einheitsstaat und erlebte die Aggression seines deutschen Nachbarn (1864 und 1940-1945).

Die geographische Lage und Landschaft sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Das Land ist ausserdem Mitglied der Europäischen Union.

Was die beiden Länder verbindet, ist der jahrhundertealte Handelsgeist, eine innovative Mentalität und ein wissenschaftliches Interesse, der Respekt vor pacta sunt servanda, Demokratie und Menschenrechten.

Der Schweizer Alfred de Quervain (1879-1927) war bereits 1912 für die Gletscher- und Klimaforschung in Grönland tätig. Seine Daten, die er auf der siebenwöchigen Expedition gesammelt hat, sind für die Wissenschaft bis heute von Bedeutung. Noch heute betreibt die Schweiz in Grönland Gletscherforschung.

1887 richtete die Schweiz in Kopenhagen ein Honorarkonsulat ein. Dieses wurde 1921 in ein Generalkonsulat und 1945 in ein Gesandtenkonsulat umgewandelt.

Seit 1957 ist es eine Botschaft. 1918 trat der dänische Geschäftsträger sein Amt in Bern an und ab 1920 wurde er als bevollmächtigter Botschafter akkreditiert. 100 Jahre später pflegen die Schweiz und Dänemark immer noch ausgezeichnete Beziehungen. Selbst die Nationalflaggen sehen sich ähnlich.

Die Terrassen im Unterengadin und die Fundaziun pro Terra Engiadina

Eines der besonderen landwirtschaftlichen Gebiete der Schweiz befindet sich im Unterengadin (Kanton Graubünden). Zwischen Ardez und Tschlin gibt es an den Berghängen ein Gebiet mit Terrassen für den Ackerbau.

Die steilen Berghänge erforderten den Bau von Terrassen. Viele Jahrhunderte des Pflügens und Grabens waren nötig, um die Landschaft zu erschaffen.

Da dieses Gebiet auch eines der trockensten der Schweiz ist, wurden seit 1 300 n.  Chr. Wasserkanäle und Bewässerungssysteme eingeführt.

Die gesamte Länge des Systems wird auf ca. 100 Kilometer geschätzt. Obwohl diese nicht erhalten blieben, sind an einigen Stellen im Boden noch deren Spuren erkennbar.

In Tschlin gibt es ein Projekt zur Installation von Nachbildungen dieser (hölzernen) Wasserkanäle und Bewässerungssysteme.

(Quelle: Fundaziun pro Terra Engiadina)

Der Röstigraben und die französischsprachige und deutschsprachige Schweiz

Die 26 Kantone der Schweiz haben sich schon immer durch religiöse, sprachliche und wirtschaftliche Eigenheiten unterschieden. Nach 1848 (und nach dem Sonderbundskrieg von 1847) ist Religion jedoch kein Gegenstand seriöser politischer Auseinandersetzungen mehr.

Die Sprachgrenzen sind aber eine Trennlinie, vor allem zwischen der Romandie (sechs (vorwiegend) französischsprachige Westschweizer Kantone) und den (vorwiegend) deutschsprachigen Kantonen. Der Erste Weltkrieg wurde zu einer besonderen Zeit der Spannungen zwischen diesen beiden Regionen.

Es gab verschiedene Gründe dafür wie zum Beispiel die Ernennung des deutschsprachigen Generals Ulrich Wille (1848-1925) durch das Parlament sowie verschiedene  Spionage-Angelegenheiten.

Die Romandie sympathisierte vor allem mit der Entente (Frankreich, England, Russland, Belgien), die Deutschschweiz stand auf der Seite von Deutschland und Österreich-Ungarn. Der „Graben“ war geboren.

Erst später wurde der Röstigraben zum Begriff. Die Saane (Sarine) bei Freiburg (Fribourg) ist oft die (symbolische und teilweise geografische) Trennlinie.  Der deutschsprachige Schriftsteller Carl Spitteler (1845-1925) gehörte 1914 zu den beruhigenden Stimmen. Auch aus der Romandie kamen  versöhnliche Töne. Das ist einer der Gründe, warum es nicht zu einem Bruch kam.

Doch der Generalstreik vom November 1918, geboren aus Unzufriedenheit, Armut und dem Einfluss von Revolutionen in anderen Ländern, brachte den französisch- und deutschsprachigen Eliten die Versöhnung.

So wurden beispielsweise französischsprachige Soldaten aus dem Kanton Waadt im deutschsprachigen Grenchen (Kanton Solothurn) eingesetzt, um den Streik zu brechen. Als Zeichen der Dankbarkeit gewährte die Stadt den Amis Vaudois eine grosszügige Prämie.

Der Röstigraben war jedoch  nicht verschwunden. Dies wurde mit dem Beitritt der Schweiz zum Völkerbund deutlich.

Die deutschsprachigen Kantone und Bürger waren weit weniger begeistert von der Idee als die Romandie. Die Ablehnung des EWR-Beitritts 1992 verlief ähnlich, d.h. es gab mehr Nein-Stimmen in der Deutschschweiz.

In der zweiten Volksabstimmung 2001 sprachen sich die französischsprachigen Bürgerinnen und Bürger ebenfalls gegen die EU aus, jedoch mit einem geringeren prozentualen Stimmenanteil. Auch bei der Abstimmung zum UNO-Beitritt im Jahr 2002  wiederholte sich das Muster.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs waren sich beide Regionen jedoch in ihrer Unterstützung für die Alliierten einig. Dazu trug sicherlich auch die Ernennung des französischsprachigen Generals Henri Guisan (1874-1960) bei.

Heute  verlaufen die politischen Trennlinien nicht mehr so sehr entlang des Röstigrabens, sondern vielmehr  zwischen ländlichen und städtischen Gebieten beider Regionen.

Die verschiedenen Sprachregionen sind trotz ihrer Eigenheiten alle Teil der Schweiz. Übrigens sind auch die deutsch- und französischsprachigen Kantone keine Einheit. Darauf deuten schon die vielen unterschiedlichen schweizerdeutschen Dialekte  hin. Die Sprache als Ausdrucksmittel und Medium bleibt  ein  wichtiges Unterscheidungsmerkmal, führt aber nicht zu einer Trennung.

Im Übrigen wird Rösti  heute auch in der Romandie gerne gegessen.

Quelle: José Ribeaud, La Suisse plurilingue se délingue, Neuchâtel, 2010.

Korrektur: Eva Maria Fahrni

Der Park Chasseral

Der Park (387 km 2) im Jura liegt in den Kantonen Bern und Neuenburg im Dreieck der Städte Neuenburg, La Chaux-de-Fonds und Biel. Der Berg Chasseral (1606 Meter) ist der höchste Punkt und zugleich das Zentrum des Parks.

Der Park umfasst 21 Dörfer, von denen sich 18 im Kanton Bern und 3 im Kanton Neuenburg befinden.

Der Chasseral

Der Park besteht aus verschiedenen Landschaftselementen wie Torfmooren, Felsklippen, Wäldern und Wiesen. Die Ortschaften sind von Landwirtschaft und (Uhren)Industrie geprägt.

Der Park ist auch die (Grenz-)Region, in der sich zwei Kulturen und Sprachen überschneiden und treffen: Deutschschweiz und Romandie, Industrie und Handwerk, Stadt und Land.

(Quelle und weitere Informationen: www.parcchasseral.ch).

Die romanische Sprache in der Schweiz

Die romanische Sprache (Romontsch oder Rumantsch in Graubünden, Romanisch für die übrige Deutschschweiz, le Romanche in der französischen Schweiz, il Romancio auf Italienisch) wird in der Schweiz nur im Kanton Graubünden gesprochen. Oft wird der Ausdruck Bündnerromanisch verwendet.

 Ursprünge

Die Sprache hat ihren Ursprung in der rätischen Sprache und im Lateinischen (aus der Zeit der römischen Herrschaft bis zum fünften Jahrhundert).

Danach entwickelte sich die Sprache in einem jahrhundertelangen Prozess. Langobardische Dialekte, die alemannische (deutsche) Sprache, die Einwanderung von (deutschsprachigen) Walsern und französische Einflüsse von fränkischen und karolingischen Herrschern prägten die Sprache.

Die Erschliessung Graubündens durch den Tourismus, die Eisenbahn, später die Autostrassen, die Medien und die Industrialisierung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert machten Deutsch zur ersten Kommunikationssprache in den meisten Regionen und Städten.

 1938

1938 wurde das Romanische in einer Volksabstimmung als vierte Sprache der Schweiz anerkannt. Eine grosse Mehrheit (91.6 %) der Stimmbürger sprach sich dafür aus. Die Bedrohung und Einschüchterung durch die deutsche und italienische Diktatur war der unmittelbare Grund.

Die Schweizer Regierung und die Bürger machten deutlich, dass die Schweiz eins und unteilbar sei, unabhängig von Sprache, Religion oder Kanton. Es gab keine Sympathien für die deutschen „Heim ins Reich“- oder die italienischen „irredentismo italiano“-Ideologien.

 Al pievel romontsch

Heute ist Romanisch die erste Sprache von rund 60‘000 Einwohnern. Sie alle sprechen auch Deutsch und/oder Italienisch, die beiden anderen Amtssprachen des Kantons, der als einziger dreisprachig ist.

Die romanische Sprache hat eine lange mündliche Tradition, die bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. Die ersten schriftlichen (religiösen) Quellen sind Fragmente und stammen aus dem 10. oder 11. Jahrhundert. Das erste bekannte vollständige Gedicht stammt aus dem Jahr 1527.

Aber erst im (romantischen) neunzehnten Jahrhundert wurde die Sprache zu einer Quelle des wissenschaftlichen und intellektuellen Interesses. Literatur, Zeitungen und Schriftsteller begannen die Sprache systematisch zu verwenden und zu erforschen.

Eines der bekanntesten Gedichte ist das Al pievel romontsch (An das romanische Volk) von Giachen Caspar Muoth (1844-1906):

 Stai si, defenda Romontsch, tiu vegl lungatg, Risguard pretenda, Per tiu patratg!

(Steht auf, ihr Romanen, verteidigt eure alte Sprache, fordert Respekt für euer Erbe).

 Fünf Hauptidiome

Die Sprache kennt fünf Idiome  Sursilvan wird im Vorderrheintal gesprochen, Sutsilvan im Gebiet des Hinterrheins, Surmiran im Albulatal, Vaz/Obervaz und Val Ferrera, Putèr im Oberengadin und Bergün und Vallader im Unterengadin und (mit Unterschieden) im Münstertal.

Darüber hinaus existieren verwandte Idiome in der Lombardei und in Österreich (Ladinisch und Friaulisch).

 Rumantsch grischun

Eine vereinheitlichende Initiative ist das sogenannte Rumantsch grischun, die einheitliche romanische Sprache für Verwaltung und Bildung. Obwohl immer weniger Menschen die Sprache sprechen, hat sie auch weltweites Ansehen. Das Wort Gletscher zum Beispiel ist von glatsch (Eis) abgeleitet.

 Zukunft

In den letzten Jahren zeigt sich jedoch ein wachsendes Interesse an der Sprache, auch bei der einheimischen Jugend. Romanisch ist eine einzigartige und schöne Sprache und ein direktes sprachliches Erbe der rätischen und römischen Vergangenheit, vielleicht die am engsten verwandte der romanischen Sprachen.

Mehrere Organisationen, Initiativen und Medien setzen sich dafür ein, die romanische Sprache und Kultur im Kanton zu erhalten und anderen Schweizern und Interessierten zugänglich zu machen (Uniun dals Grischs, www.romontsch.ch und www.liarumantscha.ch).

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Die Kapelle der Heiligen Familie

Die Kapelle der Heiligen Familie (la Sainte-Famille) in St. Gingolph (Kanton Wallis) stammt aus dem Jahr 1677.

Es war die Kapelle des Schlosses (aus dem Jahr 1588). Sie wurde im Auftrag des Schlossherrn Jacques von Rietmatten erbaut. Ihre Dekoration und die eleganten Arkaden erinnern an die Barockzeit. Sie ersetzte die alte Kapelle.

St. Gingolph wurde in dieser Zeit von der Republik der Sieben Zenden (1628-1798) des Oberwallis: Brig, Sitten, Siders, Goms, Leuk, Raron und Visp regiert. (Swiss Spectator 26.10.2020).

St. Gingolph  war Teil  des Unterwallis und war der Republik unterstellt. Aus diesem Grund weist die Kapelle grosse Ähnlichkeit mit der Kapelle St. Georges (1672) in Sitten auf.

Sitten war nicht nur die Bischofsrezidenz, sondern auch die Hauptstadt der Republik.

Domschatzmuseum und Totentanz von Chur

Das Domschatzmuseum umfasst den eigentlichen Domschatz im Erdgeschoss und den Totentanz, den Wandbildzyklus der Todesbilder von 1543.

Todesbilder, Szenen Bischof und Churfürst, unten: Holzschnittfolge (Hans Holbein der. J., mit den Bildern des Todes (des Bischof und des Herzogs).

Buchausgabe „Les simulachres & historiées faces de la mort“, der Holzschnittfolge mit den Bildern des Todes nach Hans Holbein der J., Lyon 1538.

Die Eröffnung des Domschatz-Museums in Chur hat Ende August 2020 stattgefunden. Die Kunstwerke gehörten ursprünglich zur mittelalterlichen Ausstattung der Kathedrale und der Klosterkirche St. Luzi.

Die Todesbilder werden im Weinkeller des bischöflichen Schlosses präsentiert, wo sie sich auch bis 1882 in einem Korridor befanden. Die Malereien wurden 1543 auf der Fachwerkwand nach den Holzschnitten von Hans Holbein dem Jüngeren (1497-1543) errichtet.

Da die  Fachwerkwand wegen eines Umbaus entfernt werden musste, sägte ein Kunstschreiner sie 1882 auseinander und überführte die Bildfelder ins Rätische Museum in Chur. Dort verblieben sie beinahe hundert Jahren.

Der Totentanz war ein wichtiges Thema in der Schweiz und in den umliegenden Regionen. Das historische Museum in Basel zeigt noch einige verbliebene Fragmente der Todesbilder aus dem Predigerkloster.

Der Bilderzyklus in Chur ist aber fast komplett und dadurch in seiner Art weltweit bedeutsam.

Der Domschatz

Der Domschatz besteht aus Reliquien und liturgische Geräte, die im Gottesdienst verwendet werden. Die Vielfalt der Objekte macht es möglich, die Ausstellung im Erdgeschoss in verschiedene Themenbereiche zu gliedern.

Sie beginnt im weltlichen Bereich und führt weiter zur Geschichte des Bistums Chur. In der eigentlichen  Domschatzkammer befinden sich die kostbaren liturgischen Geräte und den Reliquienschatz.

Der Totentanz

Beim Zyklus der Todesbilder im ehemaligen Weinkeller des Schlosses handelt es sich um 25 bemalte Bildfelder einer Fachwerkwand mit drei Registern. Die Darstellungen zeigen Begegnungen von Menschen mit dem Tod.

Die Churer Todesbilder sind ein eigenständiges Werk von höher künstlerischen Qualität. Abgesehen von den beiden Todesdarstellungen aus der Zeit um 1520 bis 1530 im Beinhaus von Leuk (Kanton Wallis) und einigen  Fragmenten im historischen Museum Basel handelt es sich um den ältesten erhaltenen Zyklus in der Tradition der Totentänze in der Schweiz.

Das obere Register zeigt die Schöpfung und die Sündenfall, die Austreibung aus dem Paradies, den Papst und den Kaiser, die Kaiserin und die Königin, den Bischof und den Churfürst (den Fürstbischof),den König, den Graf und den Domherr, den Richter und den Fürsprecher.

Das mittlere Register veranschaulicht den Jurist und den Prediger, den Pfarrer und den Bettelmönch, die Jungfrau und die Alte Frau, den Kaufmann und den Schiffer, den Ritter, die Braut, der alte Mann und das Ehepaar, die Herzogin, den Bauer und den Abt.

In der Sockelzone befinden sich Tiere hinter Bogemstellungen

(Quelle und weitere Informationen: www.bistum-chur.ch/kathedrale/domschatz).

Die Stadt Murten

Murtens Existenz geht auf keltische Zeiten zurück, obwohl es keine archäologischen oder schriftlichen Beweise gibt. Der Name Mori-dûnum leitet sich jedoch von der keltischen Sprache ab und bedeutet Festung am See.

Sehr wenig ist bis zum Jahr 1000 bekannt, als die Siedlung Teil des burgundischenKönigreichs war. Nach der Auflösung dieses Königreichs im Jahr 1032 übernahmen die Herzöge von Zähringen die Kontrolle über das Gebiet.

Die Herzöge erteilten um 1170 das Stadtrecht. Nach dem Aussterben dieser Dynastie im Jahr 1218 wurde Murten eine freie Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich. Die Freiheit war von kurzer Dauer, denn bald darauf übernahm Savoyen die Macht.

Als Folge der Burgunderkriege (1475-1477) unterwarfen Bern und Freiburg die Stadt. Nach den Schlachten von Grandson und Murten 1476 regierten Freiburg und Bern die Stadt bis 1798 und wechselten alle fünf Jahre die Verwaltung.

Das berühmte Panorama der Schlacht von Murten (22. Juni 1476) hat eine Länge von mehr als 100 Metern. Im historischen Museum ist es jedoch noch mittels einer Videoinstallation zu bewundern.

Sammlung: Museum Murten

Auf Veranlassung von Bern trat Murten 1530 der Reformation bei. Napoleon übertrug die protestantische Stadt 1803 schliesslich dem katholischen Kanton Freiburg. Der katholische Glaube und die Kirchen wurden dann wieder eingeführt.

Murten war ursprünglich eine deutschsprachige Stadt und hat immer noch eine grosse deutschsprachige Mehrheit. Heute kennt jedoch auch die französische Sprache einen formalen Status.

Der multikulturelle, mehrsprachige und multireligiöse Charakter der Stadt ist allgegenwärtig: die deutschen und französischen Kirchen, die beiden Sprachen, die Savoyer-, deutschen, französischen, Berner-, Neuenburger- und Freiburger-Gebäude und ihre Stile aus verschiedenen Epochen (Gotik, Renaissance, Barock und Architektur und Dekoration des 19. Jahrhunderts).

Das Äussere Regiment entstand im 16. Jahrhundert. Es war eine Art “Jugendparlement” avant la lettre. Die Jugendlichen führten imaginäre Ratsververhandlungen, hielten Gericht und delegierten Landvögte zur Verwaltung des Gesellschaftsvermögen. Die Gesellschaft besass eigene Fahnen, eine Petschaft, ein Zepter, Kostüme und Silberbecher. Das Äussere Regiment gestaltete den 10.000 Ritter- Tag, der zum Gedenken an die Murtenschlacht (1476) gefeiert wurde. Sammlung: Museum Murten

Murten ist vor allem eine der Schweizer Städte, die die regierende Zähringer-Dynastie im zwölften Jahrhundert gegründet hat (z.B. auch Freiburg und Bern).

Das weitgehend intakte Schloss, die massiven Türme und die Stadtmauer sind Teil des ursprünglichen Savoyer-Baus, der nach 1238 errichtet wurde.

Das alte Hafengebiet, das so genannte Ryf-Viertel, war ab dem Mittelalter ein wichtiger Umschlagplatz für den Schiffsverkehr. Handwerker übten ihr Handwerk aus, es gab Stadtmühlen, Gasthöfe, Zollstationen, Lagerhallen, Hafenanlagen und Häuser mit hohen Lagerräumen im Erdgeschoss, die alle direkt am Seeufer lagen.

Die Entwässerung im Bereich der drei Seen (Neuenburgersee, Bielersee und Murtensee) im 19. Jahrhundert  führte zu einem Absinken des Wasserspiegel und damit zu einem breiten Uferbereich (1868-1891).

Der Bau des heutigen Hafens mit seinen Kais in den Jahren 1893-1895 veränderte auch das Gesicht des Ryf, welches heute ausschliesslich ein Erholungsgebiet darstellt.

(Quelle und weitere Informationen: M.F. Rubli, Murten. Ein städtebaulicher Rundgang, Murten, 1992)

Zug und die astronomische Uhr am Zytturm

Die mittelalterliche Altstadt von Zug liegt direkt am Ufer des Zuger Sees. Die Burg dominiert noch immer die Skyline der Stadt. Die Burg ist die ehemalige Residenz der Grafen von Lenzburg, Kyburg und schliesslich Habsburg.

Die ersten Fundamente der Burg stammen aus dem elften und zwölften Jahrhundert, eine sogenannte Motte.

Danach wurde die Burg zerstört (1352 von den Eidgenossen) und bis ins 19. Jahrhundert im Stil der Zeit wieder aufgebaut.

Heute ist das historische Museum im Schloss untergebracht.

Darüber hinaus sind die Stadtmauer aus dem fünfzehnten Jahrhundert und die Stadttürme aus dem sechzehnten Jahrhundert gut erhalten (Pulverturm, Huwilerturm, Chnopfliturm und Kapuzinerturm).

Der Hauptturm der Stadt sollte jedoch der Zytturm werden, dessen Bau um 1300 begann und mit der Bestätigung der astronomischen Uhr 1574 abgeschlossen wurde, obwohl der Turm im Laufe der Zeit immer wieder verschiedene Schmuckstücke erhielt.

Der Turm zeigt nicht nur die Zeit (zyt bedeutet Zeit), sondern auch die Wochentage, Monate und die Position des Mondes. Der Turm diente auch lange Zeit als Gefängnis. Im Laufe der Jahre wurde der Turm immer mehr dekoriert, aber die Uhr steht immer noch im Mittelpunkt.

Der Park Seleger Moor

Wo vor Tausenden von Jahren zwei Gletscher aufeinandertrafen, entstand eine Hochmoorlandschaft mit Moränen. 1956 begann der Gärtner Robert Seleger (1911-2000) mit der Suche nach Rhododendren, um an diesem fruchtbaren Ort einen Garten anzulegen.

Er kreuzte dann die Rhododendren, was zu verschiedenen Sorten mit deutlich verbesserter Winterhärte führte. Im Laufe der Jahrzehnte entstand dann der Park, der den Namen seines Gründers trägt.

Der Park in Rifferswil (Kanton Zürich) besitzt die grösste Rhododendron- und Azaleenflora der Schweiz.

Mit seiner grossen Vielfalt an Pflanzen, Tieren, Bächen und Teichen ist der rund 12 Hektar grosse Park zu jeder Jahreszeit, vor allem aber während der Rhododendronblütezeit, eine wunderschöne Umgebung.

(Quelle und weitere Informationen: www.selegermoor.ch).