Domschatzmuseum und Totentanz von Chur
10 Oktober 2020
Das Domschatzmuseum umfasst den eigentlichen Domschatz im Erdgeschoss und den Totentanz, den Wandbildzyklus der Todesbilder von 1543.

Todesbilder, Szenen Bischof und Churfürst, unten: Holzschnittfolge (Hans Holbein der. J., mit den Bildern des Todes (des Bischof und des Herzogs).

Buchausgabe „Les simulachres & historiées faces de la mort“, der Holzschnittfolge mit den Bildern des Todes nach Hans Holbein der J., Lyon 1538.
Die Eröffnung des Domschatz-Museums in Chur hat Ende August 2020 stattgefunden. Die Kunstwerke gehörten ursprünglich zur mittelalterlichen Ausstattung der Kathedrale und der Klosterkirche St. Luzi.
Die Todesbilder werden im Weinkeller des bischöflichen Schlosses präsentiert, wo sie sich auch bis 1882 in einem Korridor befanden. Die Malereien wurden 1543 auf der Fachwerkwand nach den Holzschnitten von Hans Holbein dem Jüngeren (1497-1543) errichtet.
Da die Fachwerkwand wegen eines Umbaus entfernt werden musste, sägte ein Kunstschreiner sie 1882 auseinander und überführte die Bildfelder ins Rätische Museum in Chur. Dort verblieben sie beinahe hundert Jahren.

Der Totentanz war ein wichtiges Thema in der Schweiz und in den umliegenden Regionen. Das historische Museum in Basel zeigt noch einige verbliebene Fragmente der Todesbilder aus dem Predigerkloster.
Der Bilderzyklus in Chur ist aber fast komplett und dadurch in seiner Art weltweit bedeutsam.
Der Domschatz
Der Domschatz besteht aus Reliquien und liturgische Geräte, die im Gottesdienst verwendet werden. Die Vielfalt der Objekte macht es möglich, die Ausstellung im Erdgeschoss in verschiedene Themenbereiche zu gliedern.
Sie beginnt im weltlichen Bereich und führt weiter zur Geschichte des Bistums Chur. In der eigentlichen Domschatzkammer befinden sich die kostbaren liturgischen Geräte und den Reliquienschatz.
Der Totentanz
Beim Zyklus der Todesbilder im ehemaligen Weinkeller des Schlosses handelt es sich um 25 bemalte Bildfelder einer Fachwerkwand mit drei Registern. Die Darstellungen zeigen Begegnungen von Menschen mit dem Tod.
Die Churer Todesbilder sind ein eigenständiges Werk von höher künstlerischen Qualität. Abgesehen von den beiden Todesdarstellungen aus der Zeit um 1520 bis 1530 im Beinhaus von Leuk (Kanton Wallis) und einigen Fragmenten im historischen Museum Basel handelt es sich um den ältesten erhaltenen Zyklus in der Tradition der Totentänze in der Schweiz.
Das obere Register zeigt die Schöpfung und die Sündenfall, die Austreibung aus dem Paradies, den Papst und den Kaiser, die Kaiserin und die Königin, den Bischof und den Churfürst (den Fürstbischof),den König, den Graf und den Domherr, den Richter und den Fürsprecher.
Das mittlere Register veranschaulicht den Jurist und den Prediger, den Pfarrer und den Bettelmönch, die Jungfrau und die Alte Frau, den Kaufmann und den Schiffer, den Ritter, die Braut, der alte Mann und das Ehepaar, die Herzogin, den Bauer und den Abt.
In der Sockelzone befinden sich Tiere hinter Bogemstellungen
(Quelle und weitere Informationen: www.bistum-chur.ch/kathedrale/domschatz).



