Die Industrialisierung der Schweiz, Glarus und die Textildruckindustrie


Glarus, eine Fabrik aus dem 19. Jahrhundert. Foto/Photo: TES

Das Museum präsentiert den neuen Teil der Dauerausstellung zum «Glarner Textildruck». Damit wird die über 250-jährige Geschichte dieses wichtigen Wirtschaftszweigs neu erzählt.

Man lernt dieses Kulturerbe (neu) kennen und es wird vermittelt, welche Innovationskraft schon früh das Glarnerland auszeichnete, welche Vielfalt an prächtigen, hochwertigen Textilien produziert wurden und wie mutig die Arbeiterschaft und die Bürger der Landsgemeinde im 19. Jahrhundert für verbesserte Arbeitsbedingungen eintraten.

Die Textildruckindustrie war im ausgehenden 18. Jahrhundert in verschiedenen Regionen der Eidgenossenschaft für die dynamische Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Landes prägend.

Um 1860 erreichte diese Entwicklung ihren Höhepunkt. Die Schwerpunkte konzentrierten sich in der Ost- und Südostschweiz im Dreieck zwischen Zürich, Glarus und St. Gallen mit Ausläufern in den Kantonen Aargau und Thurgau und in der Nordwestschweiz mit Basel als Zentrum.

So sind der Zeugdruck im Kanton Glarus, die Seidenband-Weberei in den Kantonen Basel und die Stickerei im Kanton St. Gallen für die Geschwindigkeit der Industrialisierung der Schweiz im 19. Jahrhundert von grosser Bedeutung.

Hierbei nimmt der rasche Aufstieg der Glarner Zeugdruck-Industrie ab Mitte des 18. Jahrhunderts eine besondere Stellung ein. Diese historische Entwicklung ist ein wichtiger Teil der Glarner Geschichte.

Die Revolution 1848/1849 im Grossherzogtum Baden und die Schweiz


Detail vom Plakat ' Die Badische Revolution 1848/49'. Wehrgeschichtliches Museum Rastatt. Foto/Photo: TES

1848 und 1849 waren auch für die neue Schweizerische Konföderation unsichere Jahre. Der Sonderbundskrieg von 1847, die Neuchâtelfrage (um ein Haar Krieg zwischen Preussen und der Konföderation) und die neue Verfassung von 1848 waren einschneidende Ereignisse in der alten Eidgenossenschaft der 25 souveränen Kantone und ihrer meist unterschiedlichen historischen, religiösen, politischen, sprachlichen, und geografischen Orientierung.

Dieser erste demokratische Staat (gemessen an den Massstäben der damaligen Zeit) auf dem europäischen Kontinent war sozusagen die erste Europäische Union. Die umliegenden Regionen der Schweiz waren in diesen Jahren viel unruhiger. Aufstände und Revolutionen in Frankreich, im habsburgischen Italien, Österreich und Deutschland (dem Deutschen Bund) endeten in militärischer Gewalt und neuem Absolutismus.

Tausende (politischer) Flüchtlinge fanden in der Schweiz Zuflucht, sehr gegen den Willen der Machthaber in den umliegenden Ländern. Der österreichische Kanzler Klemens von Metternich (1773-1859) drohte sogar mit einer Invasion!

Das Grossherzogtum Baden (1806-1918) war sogar eines der wichtigsten revolutionären Territorien im Deutschen Bund. Nach der Ausstellung im Dreiländermuseum in Lörrach präsentiert das Wehrgeschichtliche Museum in Rastatt im prächtigen Residenzpalast jetzt eine Ausstellung über den Rastatter Aufstand von 1848 und 1849. Nach dem gescheiterten Aufstand suchten und fanden viele Bürger aus Baden Zuflucht in der Schweiz.

Die Ausstellung widmet sich vor allem den zwei Phasen der Badischen Revolution und blickt verstärkt auf die militärischen Unternehmungen zurück. 1848 wurde von den drei „Zügen“ Friedrich Heckers (1811-1881), Georg Herweghs (1817-1875) und Gustav Struves (1805-1870) und den Gefechten bei Kandern, Dossenbach und Staufen dominiert.

Das Jahr 1849 war geprägt von der Reichsverfassungskampagne, der Flucht des Grossherzogs von Baden und dem Höhepunkt des Soldatenaufstandes in Rastatt. Die Ausstellung blickt auch auf das Badische Militär dieser Zeit und die Bundesfestung Rastatt im Besonderen. Die Niederlage der badischen Revolutionsarmee in der Festung Rastatt am 23. Juli 1849 markierte den Höhe- und Endpunkt der Revolution.

Impressionistische Meisterwerke aus Baden in der Fondation de l’Hermitage


Camille Pissarro (1830-1903), Le Boulevard Montmartre, printemps, 1897 Museum Langmatt, Baden. Foto Jean-Pierre Kuhn, SIK-ISEA, Zürich

Die Fondation de l’Hermitage in Lausanne präsentiert in Partnerschaft mit dem Museum Langmatt in Baden eine aussergewöhnliche Ausstellung. Die Sammlung von – mehrheitlich – impressionistischen Meisterwerken, die das Sammlerpaar Sidney und Jenny Brown hauptsächlich zwischen 1908 und 1919 zusammengetragen hat, ist gewöhnlich in der Villa Langmatt zu sehen und wird in der Hermitage zum ersten Mal extra muros gezeigt.

Vierzig Jahre nach ihrer Eröffnungsausstellung L’impressionnisme dans les collections romandes wird mit dieser Schau auch das 150-Jahr-Jubiläum des Impressionismus gefeiert, der sich 1874 anlässlich der ersten Ausstellung einer Gruppe unabhängiger Künstler, Anhänger einer «neuen Malerei», herauszubilden begann.

Villa Langmatt

Jenny Sulzer (1871-1968) und Sidney Brown (1865-1941), die aus angesehenen Unternehmerfamilien in Winterthur stammen, heiraten 1896. Während ihrer Hochzeitsreise nach Paris erwerben sie ihr erstes Werk, eine Landschaft von Eugène Boudin.

Dieses Bild zeugt von ihrer seit Anfang bestehenden Vorliebe für die französische Malerei und insbesondere für deren Farben und Lichteffekte. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert unternimmt das Sammlerpaar viele Reisen, um das Schaffen ihrer Zeit kennenzulernen und Künstler zu unterstützen.

Die von Landschaften und Stillleben dominierte Sammlung umfasst Werke von Pierre Bonnard, Eugène Boudin, Mary Cassatt, Camille Corot, Paul Cézanne, Edgar Degas, Henri Fantin-Latour, Paul Gauguin, Henri Matisse, Claude Monet, Camille Pissarro, Odilon Redon, Pierre-Auguste Renoir und Alfred Sisley und bildet damit eine der frühesten und bedeutendsten Impressionistensammlungen der Schweiz.

Villa Langmatt

Diese Meisterwerke werden in der Villa Langmatt aufbewahrt, die das Paar 1899–1901 vom Architekten Karl Moser im Jugendstil errichten liess. Der von der englischen Landhausarchitektur inspirierte Wohnsitz ist augenblicklich wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossen.

Die Ausstellung der Sammlung Langmatt in der Fondation de l’Hermitage vereint mehr als 60 der bemerkenswertesten Werke dieses Ensembles. Die Ausstellung wird anschliessend im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud Köln und in der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien gezeigt.

Die Frauenbildnisse eines Helden in Buochs


Johann Melchior Wyrsch, Bildnis Maria Barbara Wyrsch-Keyser, um 1779. Bild: Nidwalder Museum, Stans

Johann Melchior Wyrsch (1732–1798) zählt zu den wichtigsten Vertretern der Porträtmalerei des 18. Jahrhunderts in der Schweiz. Bürgerliche und adelige Damen und Herren aus der Zentralschweiz, aus Solothurn sowie aus Besançon und der Region Franche-Comté gaben Bildnisse bei ihm in Auftrag.

Er wurde 1732 in Buochs geboren und erhielt seine Ausbildung in Luzern und Einsiedeln. 1753 und 1754 arbeitete er in Rom und Neapel. Nach seiner Rückkehr nach Nidwalden heiratete er 1761 Maria Barbara Keyser (1740-1803).

Buochs, Johann Melchior Wyrsch 

Das Paar liess sich 1768 in Besançon nieder und Wyrsch gründete dort eine Maler- und Bildhauerakademie. Nach erfolgreichen Jahren als Porträtmaler und als Direktor der Akademie kehrte er in die Schweiz zurück und übernahm 1784 die Leitung der neuen städtischen Zeichenschule in Luzern. 1798 wurde er während des Franzoseneinfalls erschossen, obwohl er sich als Vermittler anbot (oder gerade deshalb).

Die Ausstellung (Johann Melchior Wyrsch. Frauenbildnisse)  im Nidwaldner Museum Winkelriedhaus zeigt seine Frauenbildnisse aus der eigenen Sammlung und aus Privatbesitz.

Charlie Chaplin und Louis de Funès zusammen im Manoir de Ban


(English) Waxed images of Louis de Funès (on loan from the Musée Grévin) and Charlie Chaplin. Photo: TES

Charlie Chaplin (1889-1977) und Louis de Funès (1914-1983) haben sich nicht persönlich gekannt, haben jedoch beide autodidakt eine ganz eigene Körpersprache, Mimik und Komik entwickelt.. Ihr Gang und ihre legendären Tanznummern drückten damals wie heute Emotionen aus.

Die Ausstellung „Gestik und Sprache“ (le geste et la parole) im Manoir de Ban, die schon in Saint-Raphaël (Frankreich) ein grosser Erfolg war, bietet eine einzigartige Entdeckung der Vielfalt ihrer Talente.Sie zeigt mehr als 300 Fotografien, Archivobjekte und Filmausschnitte,  erforscht ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede und bietet eine neue Perspektive auf ihre unterschiedlichen, sich jedoch überschneidenden Epochen. Der Zweite Weltkrieg zum Beispiel war ein Thema, das beide auf ihre Weise beleuchtet haben.

Die interaktive Ausstellung ermöglicht es, die Filme dieser einzigartigen Künstler und ihre legendären Darbietungen und Tänze hautnah zu erleben, darunter den chassidischen Tanz aus „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ und Charlie Chaplins kultigen Pantomimentanz aus „Moderne Zeiten“.

Werken europäischer und US-amerikanischer Kunst des 20. Jahrhunderts in Bern


Eine Impression von der Sammlung. Foto: Kunstmuseum Bern

Das Kunstmuseum Bern besitzt eine bedeutende Kunstsammlung vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Die aktuelle Sammlungspräsentation zeigt eine Auswahl von rund 160 Werke europäischer und US-amerikanischer Kunst vom späten 18. bis zum 20. Jahrhundert.

Die wichtigsten avantgardistischen Strömungen (Kubismus, Expressionismus, Surrealismus und abstrakte Kunst) der Moderne sind vertreten Höhepunkte sind etwa Pablo Picassos Geige, an der Wand hängend, Meret Oppenheims Unter der Regen-Wolke oder Piet Mondrians Tableau no II. Ergänzt wird die Präsentation durch eine Auswahl von Werken des Berner Künstlers Adolf Wölfli aus dem Bestand der Adolf Wölfli-Stiftung.

Die Sammlung vereint weiter Gemälde von berühmten Vertreter:innen des Abstrakten Expressionismus – beispielsweise Jackson Pollocks Brown and Silver II oder Lee Krasners Forest no 2 – mit Positionen aus der abstrakten und Konkreten Kunst, etwa von Sophie Taeuber-Arp oder Max Bill.

Dürrenmatt, Hesse, Rilke und der Wein


Plakat der Ausstellung. Centre Dürrenmatt Neuchâtel

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liessen sich drei grosse Künstler und deutschsprachige Schriftsteller in einer Schweizer Weinregion nieder: Friedrich Dürrenmatt in Neuenburg , Hermann Hesse im Tessin und Rainer Maria Rilke im Wallis.

Reben und Wein prägen die Landschaft ihrer Wahlheimat und spielten in ihrem Leben und Schaffen eine entscheidende Rolle.

Die an Zitaten, Fotografien, Zeichnungen und persönlichen Gegenständen reiche Ausstellung zeigt neue Facetten im Werk dieser drei Künstler.

Wo und wie kommt der Wein im Werk von Dürrenmatt, Hesse und Rilke vor? Inwiefern sind diese drei  Künstler, die inmitten von Schweizer Weinbergen geschrieben haben, durch die charakteristische Landschaft geprägt worden?

Friedrich Dürrenmatt in Neuchâtel, Hermann Hesse im Tessin und Rainer Maria Rilke im Wallis haben jeweils auf ihre eigene Weise davon berichtet.

Anhand von zahlreichen Zitaten, Fotografien, Zeichnungen und persönlichen Gegenständen geht die Ausstellung der Vielfalt ihrer Auffassungen und Empfindungen nach.

Bei der zweisprachigen, vom Centre Dürrenmatt Neuchâtel initiierten Wanderausstellung spannen das CDN, das Museo Hermann Hesse in Montagnola, die Fondation Rilke in Sierre und das  Weinmuseum in Sierre zusammen.

Die Fotografin Laurence Bonvin ergänzt diese künstlerische Reise durch die Welt des Weins mit einer eigens für die Ausstellung entstandenen Bilderreihe.

Der Wald und ein Naturschutzgebiet im Forum Würth Arlesheim


Forum Würth Arlesheim und die Ausstellung 'Waldeslust. Bäume und Wald in Bildern und Skulpturen'. Foto: TES

Unzählige Künstler und Künstlerinnen versuchen schon seit jeher, die Natur in ihrer Schönheit zu übertreffen. Doch die Natur ist die grösste Künstlerin und das Original kann von Menschen nicht schöner gemacht werden. Künstler und Künstlerinnen können die Natur jedoch anders darstellen oder interpretieren. Dies kann auf ästhetischen, politischen, sozialen oder historischen Gründen beruhen.

Italienische Meister führten im 14. Jahrhundert die ersten (fiktiven) Landschaften ein, holländische und flämische Meister folgten mit Poldern, Wäldern, Wiesen und Flüssen und später sogar mit (fiktiven) Berglandschaften. Deutsche und englische Künstler und Künstlerinnen gaben romantischen Natureindrücken einen Platz, Jean-Jacques Rousseau räumte der Natur Raum in der Literatur ein, französische Impressionisten hatten ihren eigenen Blickwinkel, und das 20. und 21. Jahrhundert inspirierte moderne Künstler und Künstlerinnen auf eigene Art und Weise.

Norbert Tadeusz (1940-2011), Aaper Wald II, 2006. Sammlung Würth, Inv. 15275

Entlang der Birs

Und doch ist die Natur immer noch unübertroffen. Das Forum Würth in Arlesheim zeigt jedoch ein originelles Konzept, um die Kunst der Natur mit der Kunst von Menschen zu verbinden.

Die Ausstellung «Waldeslust – Bäume und Wald in Bildern und Skulpturen“ umfasst rund 60 Exponate der Sammlung Würth vom Ausgang des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Unterschiedlichste künstlerische Positionen und Techniken, darunter Malerei, Zeichnung und Skulptur geben Einblick in die Faszination und Bedeutung der Bäume und Wälder für den Menschen und die bildende Kunst.

Die Ausstellung folgt dabei thematisch den vielschichtigen Perspektiven des Waldes. Sie nimmt den singulären Baum in den Blick, vom Wurzelwerk bis in seine erhabene Krone. Die starke Symbolik des Waldmotivs kommt zum Ausdruck, in seiner Vergänglichkeit ebenso wie in seiner Bedeutung für den Menschen als Erholungs- und Sehnsuchtsort oder Lebensgrundlage.

Eine Impression der Ausstellung

Wie üblich stammen die Werke aus der Sammlung Würth und wurden bereits an anderen Würth-Standorten gezeigt. Das Besondere an Wanderausstellungen der Sammlung Würth ist jedoch, dass jeder Ort einen eigenen Blickwinkel hat, so auch in Arlesheim.

Der Wald und der Baum sind im Wander- und Naturland Schweiz öfter ein Thema. Einzelne Aspekte dazu sind die Sorge um den Wald, die Rolle des Baumes in der Gesellschaft, Stadt und Natur, der Respekt vor dem Baum als Schöpfung der Natur, der Wald als Quelle der Inspiration, die Ruhe und der Wald als authentischer Lebensraum, als Ort der Geschichten, Sagen und Märchen bis hin zum Wald als Reise- und Wandergebiet.

Eine Impression der Ausstellung

Robert Longo (* 1953), zonder titel(Fair mount Forest), 2011, Collectie Würth, Inv. 15015. © 2024, ProLitteris, Zurich. Foto: Robert Longo Studio

Ein separater Raum zum „Thema Walderlebnis“ zeigt die wichtigsten Aspekte und Eigenheiten eines Wald und ein Filmbeitrag stellt die Atmosphäre und die Kreisläufe der schweizerischen Wälder vom Tal bis in die Berge in den vier Jahreszeiten dar.

Die Natur ist nie weit weg in der Schweiz, auch nicht in der Agglomeration Basel. Die Reinacher Heide entlang der Birs (Kanton Basel-Landschaft) ist ein geschütztes Naturschutzgebiet.

Die Birs und das Naturschutzgebiet Reinacher Heide

Sie befindet sich nur hundert Meter vom Forum Würth Arlesheim entfernt. Begleitend zur Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Naturschutzdienst Baselland ein Audio-Waldspaziergang  realisiert, der in die Reinacher Heide führt und sowohl vor- als auch nach Ausstellungsbesuch selbständig erkundet werden kann.

Zudem gibt es kostenlose, geführte Heide-Spaziergänge, die allen Interessierten offen stehen und bietet das Forum Würth Arlesheim ein umfangreiches Aktivitäten Programm für Jung und Alt.

(Quelle und weitere Informationen: Forum Würth Arlesheim)

Die Erlebniswelt

Das lesende Mädchen und die Wiedereröffnung des Albert Anker Zentrums


Albert Anker, die Lesende, 1883, Musée des Beaux-Arts, Le Locle Foto: © Le Locle, Musée des Beaux-Arts, Lucas Olivet

Albert Anker (1831-1910) ist einer der bekanntesten Schweizer Künstler. Er wird für seine detaillierten, idealisierenden Darstellungen von traditionellen Bauerngemeinschaften, Stillleben und Menschen, insbesondere Kindern, sehr geschätzt.

Albert Anker, Selbstbildnis, 1901, Kunstmuseum Bern, Geschenk der Witwe (Anna Rüfli, 1835–1917) des Künstlers. Foto: © Kunstmuseum Bern

Auch Vincent van Gogh (1853-1890) schätzte ihn sehr, wie die Worte an seinen Bruder Theo in einem Brief von 1883 belegen: Seine Werke sind so tüchtig und fein empfunden.

Neben seiner Tätigkeit als Künstler bekleidete er politische Ämter in der Gemeinde Ins und im Kanton Bern. Er engagierte sich auch in der Schulpolitik und in verwandten Bereichen wie der Bildung für Kinder.

Albert Anker, Cécile Anker, 1886. Sammlung: Centre Albert Anker, Ins. Foto: © Kunstmuseum Bern

Die Ausstellung Lesende Mädchen konzentriert sich auf das Motiv des lesenden Mädchens wegen seines Engagements für die Emanzipation der Mädchen und Frauen. Nach der Revision der Schweizerischen Bundesverfassung im Jahr 1874 wurde die Schulpflicht für Mädchen und Jungen landesweit eingeführt.

Die Ausstellung zeigt 25 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, auch mit Hinblick auf die Wiederöffnung (am 7. Juni 2024) des Albert Anker Zentrums (Centre Albert Anker) in Ins nach einer langen Renovierung.

Die Ausstellung läuft vom 22.03. – 21.07.2024.

Ein Überblick über die Ausstellung. Foto: TES

Geniale Frauen in Basel


Lavinia Fontana (1552-1614), Selbstporträt am Spinett, 1577. Sammlung:  Accademia Nazionale di San Luca, Roma. Photo Credit: Mauro Coen

Die Ausstellung Geniale Frauen. Künstlerinnen und ihre Weggefährten präsentiert rund 100 Werke von erfolgreichen Hofmalerinnen, Lehrenden, Unternehmerinnen und Verlegerinnen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Sie porträtierten Gekrönte und Noble, hatten eigene Werkstätten, bildeten Leute aus, gerieten meist in Vergessenheit: Künstlerinnen. Im Norden wie im Süden Europas gab es zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert weit mehr Malerinnen, Lehrerinnen und Grafikerinnen als man es vermuten würde.

Auch wenn eine Karriere als Künstlerin nicht gänzlich unmöglich war, war sie gesellschaftlich nicht vorgesehen und nur unter besonderen Bedingungen zu realisieren. An Akademien blieb Frauen der Zugang lange verwehrt.

Künstlerinnen daher stammten sehr oft aus Künstlerfamilien, wo sie entsprechende Ausbildungen erhielten. Andere hatten weniger Glück und arbeiteten im Verborgenen ihren Familienmitgliedern zu. Wiederum andere wurden in Künstlerhaushalte eingeheiratet.

Die Ausstellung präsentiert Werke von 18 Künstlerinnen und vereint Porträt, Historienmalerei, Stillleben, Zeichnung sowie Grafik der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus und beleuchtet soziale wie familiäre Hintergründe.