9. Europäische Quilt-Triennale


Eindrück aus der Ausstellung. Foto: TES

45 zeitgenössische Quilt- und Textilkunstwerke aus elf Nationen zeigen in dieser Schau, dass Kreativität, künstlerische Inspiration und zeitkritische Aussagen nicht allein der Malerei, Bildhauerei, Grafik und Fotokunst vorbehalten sind.

Ausgewählt wurden die hochkarätigen Exponate von einer fünfköpfigen internationalen Jury aus über 130 Einsendungen. Die Entwicklung der Kunstform „Quilt“ von der überwiegend funktionalen Decke hin zum autonomen Kunstwerk innerhalb der letzten 50 Jahre ist beeindruckend.

Ernst Ludwig Kirchner zwischen Malerei und Fotografie


(English) Kirchner Museum Davos, 'Ernst Ludwig Kirchner zwischen Malerei und Fotografie' . Photo: TES

Die Erfindung der Fotografie markierte einen Wendepunkt im 19. Jahrhundert. Sie stellte die Malerei vor neue Fragen. Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), einer der prägendsten Künstler der Moderne, stellte sich diesen Herausforderungen und setzte sich intensiv und mit grosser künstlerischer Sensibilität mit dem jungen Medium der Fotografie auseinander.

Die Ausstellung beleuchtet eine faszinierende Facette im Schaffen Kirchners, die bislang wenig Aufmerksamkeit erhielt: die zentrale Rolle der Fotografie. Während viele Künstler seiner Zeit die Kamera primär als schnelles Skizzenbuch oder visuelles Notizbuch nutzten, ging Kirchner einen entscheidenden Schritt weiter.

Er integrierte die Fotografie konsequent und bewusst in seinen gesamten kreativen Prozess. Sein beeindruckendes fotografisches Erbe – rund 1300 erhaltene Glas- und Zellulosenegative, zahlreiche Vintage-Prints und mehrere sorgfältig gebundene Fotoalben – zeugt von einer tiefen, langfristigen und experimentellen Auseinandersetzung mit diesem Medium.

Für Kirchner war die Fotografie weit mehr als ein eigenständiges Ausdrucksmittel. Sie war ein Arbeitsinstrument für seine Malerei. Er nutzte sie gezielt, um Bildideen zu entwickeln, den dynamischen Ausdruck von Körperhaltungen und Bewegungen zu studieren oder komplexe Kompositionen vorzubereiten.

So ist die Fotografie untrennbar mit seinem malerischen Werk verbunden und prägt spürbar die Wahl seiner Motive, seine charakteristische Malweise und die Struktur seiner Bildkompositionen. Gleichzeitig schuf er damit ein einzigartiges Archiv seines visuellen Denkens – ein Fenster in seinen kreativen Geist.

Kirchners fotografisches Werk bewegt sich in einem Spannungsfeld: zwischen dem präzisen dokumentarischen Festhalten seiner Umwelt und seiner Werke, dem künstlerischen Experimentieren mit neuen Möglichkeiten und der bewussten gestalterischen Praxis.

Es offenbart nicht nur seine technische Neugier, sondern auch den lebendigen Dialog und die gegenseitigen Impulse, die zwischen Malerei und Fotografie im Aufbruch des frühen 20. Jahrhunderts herrschten.

Volksmusik, Musikalität, Tradition und Innovation


Schwyz, Forum Schweizer Geschichte, Ausstellung 'Volksmusik'. Foto: TES

Eines der Hauptmerkmale der Schweiz ist ihr föderaler, subsidiärer Staatsaufbau mit direkter Bürgerbeteiligung und Entscheidungsbefugnis.

Die Einwohner der Gemeinden und Kantone sind in der Regel stark mit ihrer Heimat verbunden. Die Schweiz ist in jeder Hinsicht ein Bottom-up-Land, auch in musikalischer Hinsicht. Dass Tradition und Innovation in der Schweiz gut zusammenpassen, kommt auch hier zum Ausdruck.

Nicht nur die Zahl der klassischen Festivals und Konzerte in allen Kantonen ist beeindruckend. Die Musikalität beginnt auch bei der Volksmusik. Und so wie Handarbeit, Berufsbildung und Handwerk in diesem Land hoch geschätzt werden, hat auch die Volksmusik ihren Platz in der nationalen Identität.

Die interaktive Ausstellung im Forum Schweizer Geschichte lädt dazu ein, die faszinierende Geschichte und Entwicklung der Schweizer Volksmusik zu erkunden. Im Mittelpunkt stehen vier typische Elemente der Schweizer Musikkultur: Schwyzerörgeli, Alphorn, Hackbrett und Jodelgesang.

Volksmusik und -lieder, wie wir sie heute kennen, waren keineswegs schon immer da. Die Ausstellung zeigt, wie Melodien wandern, sich Stile vermischen und der «Mythos Volksmusik» entstanden ist. Historische Exponate, Klangbeispiele und Porträts von Musikerinnen und Musikern machen diesen Entstehungsprozess greifbar.

Vom traditionellen Ländler bis zur innovativen «Neuen Schweizer Volksmusik» – hier wird die ganze Vielfalt präsentiert. Wer möchte, kann selbst Instrumente ausprobieren, Jodeln oder gar das Tanzbein schwingen.

Le Ranz des Vaches. Sammlung: Forum Schweizer Geschichte

Eine Reise durch die europäische und amerikanische Malerei in Martigny


Martigny, Fondation Pierre Gianadda. Foto: TES

Die Ausstellung (De  Rembrandt à Van Gogh. Collection Armand Hammer, Los Angeles), die fast 40 Werke aus dem renommierten Hammer Museum (UCLA, Los Angeles) vereint, nimmt den Besucher mit auf eine Reise durch die westliche (europäische und amerikanische) Malerei von der Renaissance bis zum frühen 20. Jahrhundert.

In Martigny treffen europäische Meister (Rembrandt bis Van Gogh, Fragonard bis Monet) und amerikanische Künstler des frühen 20. Jahrhundert. Die Ausstellung zeigt die faszinierende Geschichte der transatlantischen Kunstgeschichte.

Die Sammlung des Amerikaners Armand Hammer (1898-1990), eines visionären Industriellen, leidenschaftlichen Mäzens und  Sammlers, steht im Mittelpunkt dieser Ausstellung.

Diese Sammlung ist eine ästhetische Odyssee, die sucht nach Harmonie, Übertragung und Verständnis der Welt mit den Augen der Kunst.

Der 100. Geburtstag von Jean Tinguely im Museum Tinguely und Europa


(Nederlands) Basel, Museum Tinguely. Foto: TES

Nachdem das Museum Tinguely 2021 sein 25-jähriges Bestehen gefeiert hat mit Ahoy! 25 Years of Moving Art, wird dieses Jahr der hundertste Geburtstag seines Namensgebers Jean Tinguely (1925-1991) ausführlich begangen. Die Fasnacht 2025 hat damit bereits angefangen.

Am 22. Mai 2025 hätte der Schweizer Künstler Jean Tinguely (1925-1991) seinen 100. Geburtstag gefeiert. Sein innovatives, spielerisches und immer noch aktuelles Werk wird international mit verschiedenen Ausstellungen und vielen Publikationen, Veranstaltungen und Aktivitäten zu diesem Anlass geehrt.

Am 22. Mai beginnen die Feierlichkeiten im Museum Tinguely und im Solitude-Park. Ausstellungen finden in mehreren europäischen Städten statt, darunter Paris, Duisburg, Mailand, Genf und Aix. Erwähnenswert ist auch die neue Publikation von A. Pardey und R. Wetzel, L’univers tinguely-15 Dimensionen im Oeuvre von Jean Tinguely, Basel 2025.

Eine ganz besondere Hommage ist die Kunst-Geisterbahn im Solitude-Park. Diese Geisterbahn ist 100 Jahre alt und stand lange Zeit im Wiener Prater. Die englische Künstlerin Rebecca Moss und der Schweizer Künstler Augustin Rebetez haben das Innere dieser antiken Geisterbahn im Geist Tinguelys neu gestaltet und ausgerichtet.

Sie beziehen sich dabei auf das Kunstwerk Le Crocrodome de Zig et Puce als Referenz, das Tinguely, Bernhard Lüginbühl, Daniel Spoerri und Niki de Saint Phalle 1977 zur Eröffnung des Centre Pompidou in Paris schufen.

Bernhard Luginbühl und Jean Tinguely, Le Crocrodrome de Zig & Puce, überarbeiteter Ausstellungsflyer
mit schwarzem Filzstift, Gouache und Collage © 2025 Pro Litteris, Zürich, Museum Tinguely, Basel, Schenkung Prof. Dr.
Roland Bieber in Erinnerung an Karola Mertz-Bieber.

Die Geisterbahn fährt bis zum 30. August 2025, dem Todestag Tinguelys.

In der Sammlung des Tinguely Museums sind Arbeiten aller Phasen und Werkgruppen Tinguelys vertreten. Zusammen mit temporären Leihgaben ermöglichen sie einen umfangreichen Überblick über das Schaffen des Künstlers.

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Félix Vallotton und die Moderne in Winterthur


Félix Vallotton (1865–1925), Le chapeau violet, 1907. Courtesy Hahnloser/Jaeggli Stiftung Winterthur

Félix Vallotton (1865–1925) gehört zu den bedeutenden Figuren der französischen Moderne an der Wende zum 20. Jahrhundert. 2025 gilt es ein doppeltes Jubiläum zu begehen: den 100. Todestag des Künstlers und gleichzeitig seinen 160. Geburtstag.

An zwei Standorten werden über 150 Arbeiten aus allen Schaffensphasen, Gattungen und Techniken gezeigt, darunter zahlreiche Hauptwerke wie das ikonische La blanche et la noire.

Der Ausstellungstitel Illusions perdues ist dem Titel eines der berühmtesten französischen Bücher des 19. Jahrhunderts entnommen – dem dreiteiligen Werk von Honoré de Balzac (1799-1850) , der dieses als Teil seiner Comédie humaine verstand. Auch Vallottons Kunst ist ein präzise beobachtetes und messerscharf kritisches Abbild der Gesellschaft.

Félix Vallotton (1865–1925) La blanche et la noire, 1913 Öl auf Leinwand Kunst Museum Winterthur, Hahnloser/Jaeggli Stiftung

Dies manifestiert sich zunächst in seinen Holzschnitten und zeigt sich später immer wieder auch in seiner Malerei. Darüber hinaus gehört Vallotton mit seinem Stil zu den Vertretern eines Verismus, der sich vom Malerischen des Impressionismus abhebt, ganz ähnlich wie Balzac mit seinem Realismus zur Überwindung der Romantik beigetragen hat.

Inhaltlich orientiert sich die Schau an den Verlorenen Illusionen. Denn mit der Illusion ist ein Grundthema der Malerei angesprochen, das seit jeher das Ziel eines Vortäuschens der Wirklichkeit verfolgt.

Dass dieses im Zeitalter der Moderne aber zusehends verloren ging, sprach Vallottons Nabis-Freund Maurice Denis (1870-1943) deutlicher als jeder andere aus, wenn er schrieb:

«Es sollte bedacht werden, dass ein Bild, bevor es ein Schlachtpferd, eine nackte Frau oder irgendeine Anekdote ist, im Wesentlichen eine gewöhnliche Fläche ist, überzogen mit in bestimmter Weise angeordneten Farben

Ende des 19. Jahrhunderts war dies ein ungeheuerlicher Ausspruch und er verdeutlicht: Mit dem Verlieren der Illusion sind wir definitiv in der Moderne angekommen.

Die Ausstellung ist an zwei Standorten des Kunst Museum Winterthur zu sehen. Im Reinhart am Stadtgarten ist der Hauptteil mit Gemälden und Zeichnungen ausgestellt, während in der Villa Flora die Holzdrucke sowie die Blumenstillleben zu sehen sind.

Medardo Rosso. Die Erfindung der modernen Skulptur


Kunstmuseum Basel, Medardo Rosso. Die Erfindung der modernen Skulptur. Foto: TES

Bildhauer, Fotograf und Meister kunstvoller Inszenierungen und Vorbild für zahlreiche Künstler und Künstlerinnen revolutionierte Medardo Rosso (1858–1928) um 1900 die Bildhauerei. Trotz seines grossen Einflusses ist der Künstler heute (zu) wenig bekannt.

Die Ausstellung Medardo Rosso. Die Erfindung der modernen Skulptur will dies ändern. Die umfassende Retrospektive im Kunstmuseum Basel bietet anhand von ca. 50 plastischen Werken und rund 250 Fotografien und Zeichnungen die Gelegenheit Rossos Schaffen in einer Überblicksausstellung zu entdecken und mehr über sein wegweisendes Wirken um die Jahrhundertwende, aber auch über die zeitgenössische Bedeutung zu erfahren. Sie bietet zugleich die Grundlage, die Geschichte der modernen Skulptur neu zu ergründen.

Dadurch kommt es zu generationenübergreifenden Begegnungen aus Rossos Zeit bis zur Gegenwart, darunter Constantin Brâncuși, Edgar Degas, Eva Hesse, Meret Oppenheim, Auguste Rodin und Alina Szapocznikow,  Francis Bacon, Phyllida Barlow, Louise Bourgeois, Isa Genzken, Alberto Giacometti, Richard Serra, Georges Seurat, Andy Warhol, Francesca Woodman, Umberto Boccioni, Miriam Cahn, Giorgio de Chirico, Marcel Duchamp, Henry Moore, Meret Oppenheim, Odilon Redon und andere Künstler und Künstlerinnen.

Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem mumok (Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien) entstanden ist, ermöglicht es, seine radikale und medienübergreifende Erkundungen von Form (und Formlosigkeit), Material und Technik nachzuvollziehen.  Noch vor dem italienischen Futurismus, das sich auch auf Rosso berief, plädierte er für einen radikalen und fundamentalen Bruch mit der Tradition.

 

«Medardo Rosso ist zweifellos der grösste lebende Bildhauer», schrieb 1918 Guillaume Apollinaire(1880-1918)  in der Pariser Zeitschrift L’Europe nouvelle nach einem Atelierbesuch beim Künstler. Der Italiener (Turin) Rosso lebte ab 1889 für drei Jahrzehnte in Paris und kehrte in seinen letzten Lebensjahren wieder in sein Heimatland Italien zurück.

In Paris knüpfte er nicht nur Kontakte zu den Impressionisten und Impressionistinnen, sondern lernte auch Auguste Rodin (1840–1917) kennen, mit dem er fortan an einer radikalen Neubestimmung der Gattung Skulptur arbeitete. Er verfasste auch zahlreiche kunsttheoretische Texte.

Um überkommene Vorstellungen von Repräsentation, Produktion und Wahrnehmung zu überwinden, bedurfte es – so seine Überzeugung – einer grundlegenden «Verlebendigung» der Bildhauerei: «Es gibt keine Malerei, es gibt keine Plastik, es gibt nur ein Ding, das lebt.»

Der menschliche Massstab, die fragmentierte und dadurch intim wirkende Inszenierung sowie die bewegt-unscharfen Ränder von seinen Figuren widersprechen den Ansprüchen einer Monumentalskulptur, wie sie damals gängig war, und damit auch langen bildhauerischen Traditionen.

Ähnliche Anliegen verfolgte Rosso auch auf motivischer und materieller Ebene: Statt den ruhmreichen Heldenerzählungen widmete er sich vermehrt den Menschen des alltäglichen Lebens und schuf Werke, die das Wesen eines flüchtigen Augenblicks einzufangen versuchten.

Für seine Figuren griff Rosso neben Bronze auf bescheidenere und vergänglichere Materialien wie Wachs und Gips zurück, die bis dahin in der Bildhauerei meist nur für Vorstufen oder als Hilfsmittel verwendet worden waren.

Aufgrund ihrer Weichheit und Formbarkeit lassen sie einen flüchtigen Eindruck entstehen – ein Grund, weshalb seine Plastiken auch als skulpturale Version des Impressionismus gefeiert wurden.

Ab 1900 zog Rosso die Fotografie systematisch in seinen Gestaltungsprozess mit ein. Er fotografierte seine Figuren und stellte die Aufnahmen zusammen mit seinen Plastiken sowie Arbeiten von Zeitgenossen und Zeitgenossinnen und Kopien von Kunstwerken aus anderen Epochen als Ensembles aus. Der die Werke umgebende Raum wurde durch diese Inszenierung zum Bestandteil der gesamtheitlichen skulptural

Rosso legte Wert darauf, mit seiner Umwelt in Beziehung, in «Konversation», zu treten, wie er es formulierte: Den besonderen Moment festzuhalten, in dem das Motiv plötzlich hervortritt und affektiv wirksam wird.

(Quelle und weitere Informationen: Heike Eipeldauer (Hrsg.), Medardo Rosso. Die Erfindung der modernen Skulptur, Köln, 2025; Kunstmuseum Basel; Museo Medardo Rosso; Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig).

Zwei Maler der Neuen Sachlichkeit am Bodensee


Adolf Dietrich, Selbstbildnis, 1932, Kunstmuseum Thurgau, Foto: Ivan Ivic, © 2025, ProLitteris Zürich

Die Ausstellung (Otto Dix – Adolf Dietrich. Zwei Maler am Bodensee) zeigt erstmals eine Gegenüberstellung zweier bedeutender Vertreter der Neuen Sachlichkeit (1920er Jahre).

Nur gut drei Kilometer voneinander entfernt lebten diese Maler am Bodensee – Adolf Dietrich (1877-1957) in Berlingen (Kanton Thurgau), und Otto Dix (1891-1969) in Hemmenhofen auf der deutschen Seeseite. Ihre Motive fanden beide Künstler in den Szenen und Landschaften rund um den Bodensee.

Worin unterscheiden sich die Künstlerpersönlichkeiten in ihrer Herangehensweise? Wie beeinflusste sie ihre Herkunft und wie reflektierten sie die Umbrüche und Veränderungen ihrer Zeit?

Rund 100 Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus dem eigenen Bestand sowie bedeutende Leihgaben aus 17 Museums- und Privatsammlungen in der Schweiz und Deutschland ermöglichen einen neuen Blick auf das Werk der beiden Maler.

Surrealistische Meisterwerke der Collection Hersaint


René Magritte, La Clef des songes 1930, Sammlung Hersaint © 2025 ProLitteris, Zürich Foto: Peter Schälchli, Zürich

In einer Weltpremiere zeigt die Fondation Beyeler eine repräsentative Auswahl surrealistischer Meisterwerke der Collection Hersaint. Die Ausstellung (Der Schlüssel der Träume. Surrealistische Meisterwerke der Collection Hersaint) umfasst rund 50 Schlüsselwerke von Künstler und Künstlerinnen wie Salvador Dalí, Max Ernst, René Magritte, Joan Miró, Pablo Picasso, Man Ray, Dorothea Tanning, Toyen sowie Balthus, Jean Dubuffet, Wifredo Lam und vielen anderen.

Sie greift zentrale Themen des Surrealismus auf, wie beispielsweise die Nacht, den Traum, das Unbewusste, die Verwandlung oder den Wald als Ort des Rätselhaften. Die Gemälde der Collection Hersaint werden im Dialog mit wichtigen Werken der Fondation Beyeler präsentiert.

«Der Schlüssel der Träume», so der Titel (la Clef des songes) eines Hauptwerks René Magrittes (1898-1967) aus der Collection Hersaint, verkörpert die surrealistische Grundausrichtung der Sammlung.

Begründet wurde die Collection Hersaint durch Claude Hersaint (1904 – 1993), einem der frühesten und bedeutendsten Sammler der Kunst des Surrealismus.

Heute umfasst die Collection Hersaint rund 150 Werke  und auch Max Ernsts (1891-1976)  Hausengel (Der Triumph des Surrealismus) von 1937, der eine Ikone des Surrealismus ist.

150 Jahre Museum für Gestaltung Zürich und Textile Manifeste


Plakat der Ausstellung ' Textil Manifeste-von Bauhaus bis soft Sculpture'. Bild: Corinne Odermatt, 'There's a crack in Everything', 2001. Foto: Carlos Isabel García. © Corinne Odermatt. Design: Iza Hren

Das Museum für Gestaltung Zürich blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück. Seit seiner Gründung im Jahr 1875 spielt es eine bedeutende Rolle in der Förderung und Sichtbarmachung von Grafik, Design, Handwerk und angewandter Kunst.

Auch die aktuelle Ausstellung zeugt davon. In der grossen Halle des Museums entfaltet sich heute Textiles als künstlerisches Ausdrucksmittel. Ob gewebt, gestickt, appliziert oder getuftet: facetten-reich vernetzen sich rund 60 Positionen in der Ausstellung Textil Manifeste-von Bauhaus bis soft Sculpture.

Sie zeigt anonyme Stücke Seite an Seite mit bekannten Künstler und Künstlerinnen.  Dabei entstehen überraschende Nachbarschaften, die vergleichbare Sichtweisen aus unterschiedlichen Epochen zusammenbringen, von Bauhaus bis heute.

Verbunden durch das weiche Material und die Wahl der Techniken, verweben sich die Exponate im Ausstellungsraum zu einem eindrücklichen Gesamterlebnis. Die Objekte wie Teppiche, Tapisserien und Decken begegnen auch Skulpturen. Vielstimmige Audiokommentare erschliessen einzelne Themen wie die aktuelle Blüte der Textilkunst oder die Entwicklung der Fiber Art weg von der Wand in den späten 1960ern.