In der Ausstellung „Schatzfunde – versteckt, verschollen, entdeckt“ begibt sich das Historische Museum Basel auf die Spuren der spektakulärsten Funde der Region Basel. Zu sehen sind Schätze aus der Nordwestschweiz, dem Elsass und Südbaden von der Bronzezeit bis in die Gegenwart.

Die Auffindungsgeschichten gehen die Frage nach, weshalb die wertvollen Gegenstände einst vergraben, versteckt oder im Rhein versenkt wurden. Durch alle Jahrhunderte hatten die Menschen der Regio Basiliensis regen Kontakt untereinander, was sich in den zahlreichen Schatzfunden widerspiegelt. Die Schätze erzählen nicht nur vom Reichtum und von der Kultur, sondern auch von Verfolgungen, Krieg, Not, Leid, religiösen Praktiken und Kriminalität.

Die Ausstellung beginnt mit einer Definition: Allen Schätzen ist gemeinsam, dass es sich um wertvolle Gegenstände handelt, die absichtlich versteckt und nicht mehr geborgen wurden, im Gegensatz zu anderen archäologischen Funden. In der Archäologie werden sie als Horte oder Hortfunde bezeichnet. Sie bespricht auch andere Aspekte der Schatzsuche, wie Methode, Gesetze und Motive der ursprünglichen Eigentümer
Der bekannteste Schatzsucher ist vielleicht Indiana Jones, aber die Schatzsuche in der Region war bis ins 18. Jahrhundert oft auch Abenteuer mit Zauberei und Geisterbeschwörung. Bis zur Entwicklung der professionellen Archäologie waren es jedoch oft zufällige Funde. Die Humanisten des 16. Jahrhundert waren die Vorläufer, wie etwa Basilius Amerbach (1533-1591) und seine Suche nach dem Römerschatz Augusta Raurica.

Vorgestellt werden Neufunde seit dem Jahr 2000 und 21 frühere Entdeckungen. Der älteste Schatz wurde vor über 3‘500 Jahren versteckt, der jüngste 1995. Im Fokus stehen nicht nur die Schätze selbst, sondern auch ihr historischer, kultureller und religiöser Kontext und die oft erstaunlichen Auffindungsgeschichten.
Ein Höhepunkt ist der römische Silberschatz von Kaiseraugst, einer der grössten Europas aus fast 60 Kilogramm Silber.


Der Silberschatz von Kaiseraugst
Die Ausstellung fängt mit Funden aus der Bronzezeit (2200-800 v. Chr.) an, so in Habsheim (das Bronzedepot), in Biederthal (die Hackbronzen), im Rhein (bronzezeitliche Flussfunde), in Basel (das Bronzedepot von der Elisabethenschanze), gefolgt von der (keltischen) Eisenzeit (800-30 v. Chr.), mit Horten in Saint-Louis (der Goldschatz von Saint-Louis), in Füllinsdorf (der Keltenschatz), in Basel (die Blickbergung aus der Basel-Gasfabrik, wobei diese ehemalige keltische Siedlung über zwei Millionen Funden ohnehin ein archäologischer Hotspot ist), in Nunningen (das keltische Münzdepot) und in Reinach (das Kegelhalsgefäss).

Reinach, der Scherbenteppich von Reinach umfasst mehr als 70 000 Fragmente, darunter 164 Stücke eines Kegelhalsgefasses, 800–620 v. Chr.
Die Römerzeit (52 v. Chr.–476 n. Chr.) ist selbstverständlich Augusta Raurica gewidmet (den Inschriftplatten, dem Grossbronzendepot und dem Silberschatz von Kaiseraugst), aber auch dem Legionslager Vindonissa (dem Kultdepot), der Brunnenfigur aus dem römischen Gutshof von Munzach und den Statuetten aus Waldenburg.

Augst, der Delhpin, 2. Jahrhundert n. Chr.


Mit viel Geduld und Spürsinn wurden 1460 Bronzefragmenten untersucht. So gelang es zwei Statuten zu rekonstruieren: die Reiterstatue des Kaiser Augustus und seiner Frau Livia.
Das Mittelalter bis zur frühen Neuzeit (1050-1800) zeigt Funde in Basel (die Münztopfe vom Nadelberg), in Colmar (der Schatz von Colmar), in Oberschopfheim (die Silbermünzen) und in Ammerschwihr (der Schatz von Trois-Épis).
Auch in der Moderne (im 19. bis 21. Jahrhundert) gibt es versteckte und entdeckte Schätze. Die Ausstellung zeigt unter anderem die Glocken aus der Burgkapelle von Angenstein, den Schatzfund von Läufelfingen, die Raubzüge eines Kunstdiebes und die versenkten Schätze im Rhein. Die interaktive und gut dokumentierte Ausstellung ist bis zum 28. Juni 2026 zu besichtigen.
(Pia Kamber (Hergs.), Schatzfunde. versteckt – verschollen – entdeckt, Historisches Museum Basel/Christoph Merian Verlag, Basel 2025)
Eindrücke aus der Ausstellung



Schatzsuche, Magie und Aberglaube, einschliesslich Strafverfahren bis zum 18. Jahrhundert

Der Heilige Christophorus, Schutzpatron der Schatzsucher


