Félix Vallotton, die Retrospektive und sein Atelier


Félix Vallotton, 1913, La Blanche et la Noire, nach L’Odalisque à l’esclave von Jean Auguste Dominique Ingres (1839) und l’Olympia von Édouard Manet (1863), aber mit Innovation. Sammlung: Kunst Museum Winterthur/Fondation Hahnloser Jaeggli. Foto: TES

Lausanne, die Geburtsstadt von Félix Vallotton (1865–1925), zeigt anlässlich des 100. Todestags des Künstlers die grösste Retrospektive, die ihm je ausgerichtet wurde.

Auf der Plateforme 10 vereint präsentieren das Musée cantonal des Beaux-Arts (MCBA), das eine bedeutende Sammlung seiner Werke bewahrt, und das Dokumentations- und Forschungszentrum der Fondation Félix Vallotton einen neuen Blick auf diesen Künstler mit seinem kritischen Geist und seinem bissigen Humor.

 Parallel zur Retrospektive Vallotton Forever, die die Meisterwerke des Künstlers zeigt, befasst sich eine kleinformatige Ausstellung (Vallotton im Atelier) mit seiner Arbeitsweise. Hier geht es darum, den Schaffensprozess in Bereichen wie Illustration, Druckgrafik, Malerei oder Literatur zu erkunden.

Félix Vallotton, 1915, Le crime châtié. Sammlung: Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

Seelenlandschaften und die Entdeckung der Psyche in der Schweiz

Nachtmahr. Landesmuseum Zurich
Johann Heinrich Füssli (1741–1825), Der Nachtmahr, 1790/91, Frankfurter Goethe-Haus – Freies Deutsches Hochstift, © Frankfurter Goethe-Haus – Freies Deutsches Hochstift

Die Schweiz war immer wieder Heimat von «Seelensuchern» wie Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Friedrich Nietzsche (1844-1900) oder Carl Gustav Jung (1875-1961). Vom wegweisenden Rorschach-Test über Ludwig Binswangers Daseinsanalyse bis zu Jungs Psychologie: Die Entwicklung der Psychiatrie, Psychologie und Psychoanalyse ist eng mit der Schweiz verbunden und wirkt bis heute nach.

Zum 150. Geburtstag von C. G. Jung präsentiert das Landesmuseum eine umfassende Ausstellung (Seelenlandschaften. C. G. Jung und die Entdeckung der Psyche in der Schweiz) zur Geschichte der Entdeckung der Psyche in der Schweiz. Im Mittelpunkt steht das legendäre «Rote Buch», das C. G. Jung während einer intensiven Phase der Selbstreflexion verfasste.

Von der Ergründung der Seele zeugt aber auch die Kunst mit visionären Werken von Johann Heinrich Füssli, Emma Kunz, Rudolf Steiner, Meret Oppenheim oder Thomas Hirschhorn und nicht zuletzt von Heidi Bucher, deren Werk «Das Audienzzimmer des Doktor Binswanger» einen wichtigen Akzent setzt. Eingebettet in ein Panorama der Psychiatrie aus allen Landesteilen entsteht so eine «Psycho-Geographie» der Schweiz, in der die Verbindung zwischen Seele und Landschaft auf eindrucksvolle Weise sichtbar wird.

Lange bevor Freud, Jung und andere die Tiefen der menschlichen Seele ergründeten, erforschte der Schweizer Maler Johann Heinrich Füssli (1741–1825) die inneren unbewussten Zustände des Menschen in seiner Malerei.

Sein berühmtestes Motiv ist der erstmals 1782 gemalte und in weiteren Fassungen verbreitete „Nachtmahr“. Als Betrachtende blicken wir auf das Bild wie auf eine Bühne. Darin sitzt ein Dämon – ein Incubus oder «Mahr» – auf einer schlafenden Frau. Im Volksmund heisst es, der Incubus bringe Lustträume, aber auch Atemnot und Schrecken. So ist auch die sich windende Haltung der buchstäblich «besessenen» Frau zu verstehen. Ihr Traum bleibt uns verborgen.

Aktuelle Entwicklungen in der Schweiz anhand von Zeugenaussagen


Nicht alle für die Schweiz prägende Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit lassen sich mit Objekten darstellen. Im Format «Erfahrungen Schweiz» stehen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im Zentrum. Ihre Schicksale und Erfahrungen, oft nirgends niedergeschrieben oder archiviert, ermöglichen dem Museumspublikum einen facettenreichen und emotionalen Rückblick auf die Schweizer Zeitgeschichte.

Das Thema wechselt jährlich. Das Format kommt ohne Exponate aus und besteht aus einer grossformatigen und immersiven Projektion mit Ton über Kopfhörer sowie einer Vertiefungsstation mit Informationen zu den neuesten Forschungsergebnissen und zum kulturhistorischen Kontext des jeweiligen Themas.

Wasserkraftwerke in den Alpen

In den 1950er Jahren stieg der Strombedarf auch in der Schweiz massiv. Man begann in den Alpen im grossen Stil Staudämme zu bauen. Jahrhundertprojekte wie die Grande Dixence aber auch die Flutung des Dorfes Marmorera 1954 oder die Katastrophe von Mattmark von 1965 haben das Leben in den Alpen grundlegend verändert.

Die Videoinstallation befasst sich mit der wirtschaftlichen Dynamik, erinnert an die politischen Auseinandersetzungen und thematisiert die logistischen Herausforderungen. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mit unterschiedlichen Erfahrungen rund um die Wasserkraft in den Alpen berichten von der hohen Schule der Ingenieurskunst oder von den harten Arbeitsbedingungen auf den Baustellen.

Sie schildern den Ausbau der Infrastrukturen, aber auch die Eingriffe in ihre Lebenswelten. Und sie erinnern sich an den Widerstand, der sich gegen Umsiedlungen und für den Umweltschutz formierte.

Die Redaktion ist bis zum 5. Januar 2026 geschlossen


Die Redaktion ist vom 19. Dezember 2025 bis zum 5. Januar 2026 geschlossen und wünscht Ihnen

Gesegnetes Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Een zalig kerstfeest en een gelukkig nieuwjaar

A Merry Christmas and a Happy New Year

Un joyeux Noël et une bonne année 2026

Bellas festas da nadal ed ün furtüno 2026

Basel, die Martinskirche

Im Kunstmuseum Basel spukt es


Frederic Hudson (1818-1900), 1872, Stainton Moses und Frau Speer mit einem Geist. Sammlung: College of the Psychic Studies, London. Foto: TES

Es gehört schon Mut dazu, eine Ausstellung über Geister zu organisieren. Das Kunstmuseum Basel beherrscht jedoch wie kein anderes die Kunst, Kunst aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Die Ausstellung «Geister/Ghosts» bietet einen historischen Überblick über das Phänomen, beginnend bei den Römern. Lange Zeit wurde ihre Existenz nicht in Frage gestellt, und Literatur und künstlerische Darstellungen gingen Hand in Hand.

Gabriel  Cornelius von Max (1840–1915),  1892, Die Seherin von Prevorst iim Hochschlaf (Friederike Hauffe). Sammlung: National Gallery Prague

Benjamin West stellte den Geist des biblischen Samuel als weisse Silhouette dar, die Geister William Shakespeares inspirierten Heinrich Füssli und William Blake, und die Dichterin Emily Dickinson brachte einen zerstörerischen Geist in die Hütte der Rachel Whiteread. Kunst und Kultur haben im Laufe der Zeit immer wieder neue Ausdrucksformen für Geister gefunden.

Georgiana Houghton (1814–1884), c. 1865, Album mit mediumistischen Zeichnungen. Sammlung: College of the Psychic Studies, London

Erst im 19. Jahrhundert wurde ihre Existenz wissenschaftlich in Frage gestellt. Rationalität und Technik machten die Existenz von Geistern immer unwahrscheinlicher, so wie die ersten Bergsteiger des 18. Jahrhunderts bewiesen, dass es auf den Gipfeln der Berge keine Monster gab, und Wanderer die Wälder als Orte der Erholung entdeckten.

Auch die Psychologie mischte sich ein. Der unerschöpfliche menschliche Geist ist nämlich die Ursache für die Wahrnehmung von Geistern. Der Psychiater C.G. Jung untersuchte den menschlichen Geist unter diesem Gesichtspunkt.

Sigmar Polke (1941–2010) Empfänger, 1968, telepathische Sitzung II mit William Blake (Sender).  Sammlung Viehof, ehemals Sammlung Speck.

Obwohl Geister heute nur noch als persönliche Erfahrungen in der Literatur, im Theater, im Kino oder in Form von Kostümen auftreten, besteht nach wie vor ein grosses Interesse an Aberglauben und Übersinnlichem. Séancen oder Trance-Sitzungen zeugen davon.

Cornelia Parker (* 1956), 2023, PsychoBarn, Rekonstruktion der Bates-Villa aus Hitchcocks Film ‚Psycho‘

Die Ausstellung inszeniert den Geist anhand von Literatur, Kino, bildender Kunst, Psychologie und sozialen Entwicklungen.

Hofstetten (Kanton Solothurn)

Einige Geister sind sogar aus dem Museum entkommen und haben ihren Weg in ein Dorf in der Umgebung gefunden.

Der Museumsgeist

Noblesse Oblige und das Theater des Schlosses Hauteville


Die Dauerausstellung «Noblesse oblige! Leben auf dem Schloss im 18. Jahrhundert» lädt die Besuchenden mit einer lebendigen Ausstellungsgestaltung ein, in den Alltag einer Waadtländer Adelsfamilie des 18. Jahrhunderts einzutauchen.

Die ehemaligen Prunkräume des Château de Prangins, die einen Salon, Speisesäle und ein Bibliothekszimmer umfassen, erstrahlen im einstigen Glanz und bilden den Rahmen der Ausstellung. Holztäfelungen in Originalfarben, Textilien mit raffinierten Mustern und Wände mit falschem Marmor dienen als Dekoration für 600 Objekte des 18. Jahrhunderts.

Die Ausstellung inszeniert das Alltagsleben einer Waadtländer Adelsfamilie Ende des Ancien Régime und ermöglicht, am Leben eines Barons teilzuhaben. Neun Räume sind je einem Thema gewidmet.

Das Theater des  Schlosses Hauteville aus dem Jahr 1777, das erhalten geblieben ist und in Prangins ausgestellt wird, ist ein auf europäischer Ebene sehr seltenes Ensemble.

Im 18. Jahrhundert war das Theater auf dem gesamten Kontinent eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung der Aristokratie. Die hugenottische Familie Cannac, die ursprünglich aus Lyon stammte und sich in Saint-Légier-La Chiésaz am Ufer des Genfer Sees niedergelassen hatte, brachte die Mode des Gesellschaftstheaters aus Frankreich mit.

Im Jahr 1777 beauftragte Pierre-Philippe de Cannac den Lyoner Maler Joseph Audibert mit der Anfertigung von vier Theaterkulissen für das Schloss Hauteville. Die vier Szenen zeigen eine Küche, ein Wohnzimmer, einen Wald mit Ruinen und einen französischen Garten. Dort wurden Stücke von Marivaux (1688-1763), Molière (1622-1673) sowie lokaler Autoren aufgeführt.

Die Bewohner des Schlosses Hauteville, in der Nähe von Vevey, führten die Tradition des Gesellschaftstheaters mit Unterbrechungen bis in die 1920er Jahre fort.

Die zwanzig Rahmen, die auf beiden Seiten von Joseph Audibert, einem Meister der Trompe-l’œil-Malerei, bemalt wurden, stellen einen französischen Garten, einen malerischen Wald, einen bürgerlichen Salon und ein rustikales Schlafzimmer dar.

Nach einer sorgfältigen Restaurierung haben die Stücke einen Platz in der Dauerausstellung ‚Décors. Meisterwerke aus der Sammlung‚ gefunden. Dank einer einzigartigen Multimedia-Installation und einer Theaterkulisse kann das Publikum Ausschnitte aus Le médecin suisse allemand, einer Komödie aus dem 18. Jahrhundert, gespielt vom Théâtre de Carouge, sehen.

(Quelle: Der Schweizerische Verband für Konservierung und Restaurierung SKR)

Pablo Picasso, Markus Raetz und Georges Bloch in Mendrisio und Zürich


Vom 5. Oktober 2025 bis zum 25. Januar 2026 organisiert das Kunstmuseum Mendrisio zwei sich ergänzende monografische Ausstellungen, die zwei Protagonisten der Grafik des 20. Jahrhunderts gewidmet sind: dem Spanier Pablo Picasso (1881-1973) und dem Schweizer Markus Raetz (1941-2020).

Das Projekt zielt darauf ab, die Vorliebe dieser beiden Persönlichkeiten für die Grafik hervorzuheben, die, obwohl sie sehr unterschiedlich waren, das Experimentieren mit Kupferstichen zu einem grundlegenden Bestandteil ihrer Forschung und Kunst machten. Für beide war die Grafik nie eine sekundäre Ausdrucksform neben ihrer Malerei oder ihrer Bildhauerei.

Zwei Generationen nebeneinander, zwei Künstler betrachtet durch die Linse ihres grafischen Schaffens – ein weniger erforschter, aber sehr faszinierender und wichtiger Bereich, um die Komplexität ihrer Karrieren zu verstehen.

Eine Picasso-Ausstellung in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich (Picasso-Bloch, eine einzigartige Freundschaft) ergänzt die Ausstellung in Mendrisio. Sie ist der engen Freundschaft zwischen Picasso und dem Schweizer Kunstsammler Georges Bloch (1901–1984) gewidmet.

Die Schatzsucher und Schätze der Region Basel in historischer Perspektive


In der Ausstellung „Schatzfunde – versteckt, verschollen, entdeckt“ begibt sich das Historische Museum Basel auf die Spuren der spektakulärsten Funde der Region Basel. Zu sehen sind Schätze aus der Nordwestschweiz, dem Elsass und Südbaden von der Bronzezeit bis in die Gegenwart.

Die Auffindungsgeschichten gehen die Frage nach, weshalb die wertvollen Gegenstände einst vergraben, versteckt oder im Rhein versenkt wurden. Durch alle Jahrhunderte hatten die Menschen der Regio Basiliensis regen Kontakt untereinander, was sich in den zahlreichen Schatzfunden widerspiegelt. Die Schätze erzählen nicht nur vom Reichtum und von der Kultur, sondern auch von Verfolgungen, Krieg, Not, Leid, religiösen Praktiken und Kriminalität.

Die Ausstellung beginnt mit einer Definition: Allen Schätzen ist gemeinsam, dass es sich um wertvolle Gegenstände handelt, die absichtlich versteckt und nicht mehr geborgen wurden, im Gegensatz zu anderen archäologischen Funden. In der Archäologie werden sie als Horte oder Hortfunde bezeichnet. Sie bespricht auch andere Aspekte der Schatzsuche, wie Methode, Gesetze und Motive der ursprünglichen Eigentümer

Der bekannteste Schatzsucher ist vielleicht Indiana Jones, aber die Schatzsuche in der Region war bis ins 18. Jahrhundert oft auch Abenteuer mit Zauberei und Geisterbeschwörung. Bis zur Entwicklung der professionellen Archäologie waren es jedoch oft zufällige Funde. Die Humanisten des 16. Jahrhundert waren die Vorläufer, wie etwa Basilius Amerbach (1533-1591) und seine Suche nach dem Römerschatz Augusta Raurica.

Vorgestellt werden Neufunde seit dem Jahr 2000 und 21 frühere Entdeckungen. Der älteste Schatz wurde vor über 3‘500 Jahren versteckt, der jüngste 1995. Im Fokus stehen nicht nur die Schätze selbst, sondern auch ihr historischer, kultureller und religiöser Kontext und die oft erstaunlichen Auffindungsgeschichten.

Ein Höhepunkt ist der römische Silberschatz von Kaiseraugst, einer der grössten Europas aus fast 60 Kilogramm Silber.

Der Silberschatz von Kaiseraugst

Die Ausstellung fängt mit Funden aus der Bronzezeit (2200-800 v. Chr.) an, so in Habsheim (das Bronzedepot), in Biederthal (die Hackbronzen), im Rhein (bronzezeitliche Flussfunde), in Basel (das Bronzedepot von der Elisabethenschanze), gefolgt von der (keltischen) Eisenzeit (800-30 v. Chr.), mit Horten in Saint-Louis (der Goldschatz von Saint-Louis), in Füllinsdorf (der Keltenschatz), in Basel (die Blickbergung aus der Basel-Gasfabrik, wobei  diese ehemalige keltische Siedlung über zwei Millionen Funden ohnehin ein archäologischer Hotspot ist), in Nunningen (das keltische Münzdepot) und in Reinach (das Kegelhalsgefäss).

Reinach, der Scherbenteppich von Reinach umfasst mehr als 70 000 Fragmente, darunter 164 Stücke eines Kegelhalsgefasses, 800–620 v. Chr.

Die Römerzeit (52 v. Chr.–476 n. Chr.) ist selbstverständlich Augusta Raurica gewidmet (den Inschriftplatten, dem Grossbronzendepot und dem Silberschatz von Kaiseraugst), aber auch dem Legionslager Vindonissa (dem Kultdepot), der Brunnenfigur aus dem römischen Gutshof von Munzach und den Statuetten aus Waldenburg.

Augst, der Delhpin, 2. Jahrhundert n. Chr.

Mit viel Geduld und Spürsinn wurden 1460 Bronzefragmenten untersucht. So gelang es zwei Statuten zu rekonstruieren: die Reiterstatue des Kaiser Augustus und seiner Frau Livia.

Das Mittelalter bis zur frühen Neuzeit (1050-1800) zeigt Funde in Basel (die Münztopfe vom Nadelberg), in Colmar (der Schatz von Colmar), in Oberschopfheim (die Silbermünzen) und in Ammerschwihr (der Schatz von Trois-Épis).

Auch in der Moderne (im 19. bis 21. Jahrhundert) gibt es versteckte und entdeckte Schätze. Die Ausstellung zeigt unter anderem die Glocken aus der Burgkapelle von Angenstein, den Schatzfund von Läufelfingen, die Raubzüge eines Kunstdiebes und die versenkten Schätze im Rhein. Die interaktive und gut dokumentierte Ausstellung ist bis zum 28. Juni 2026 zu besichtigen.

(Pia Kamber (Hergs.), Schatzfunde. versteckt – verschollen – entdeckt, Historisches Museum Basel/Christoph Merian Verlag, Basel 2025)

Eindrücke aus der Ausstellung

Schatzsuche, Magie und Aberglaube, einschliesslich Strafverfahren bis zum 18. Jahrhundert

Der Heilige Christophorus, Schutzpatron der Schatzsucher

100 Jahre Pharmaziemuseum der Universität Basel


Pharmaziemuseum der Universität Basel. Photo: TES

Vor über 100 Jahren wurde das Pharmazeutische Institut der Universität Basel offiziell gegründet. Kurz danach legte der Apotheker und Dozent für praktische Pharmazie, Prof. Dr. Josef Anton Häfliger, eine wissenschaftliche Sammlung von Objekten zur Pharmaziegeschichte an.

Diese Sammlung legte den Grundstock für das Pharmaziemuseum der Universität Basel, welches dieses Jahr sein Jubiläum feiert. Die aktuelle Sonderausstellung thematisiert die Geschichte des Museums und seiner Sammlung innerhalb der bestehenden Dauerausstellung.

Detail aus der Broschüre des Pharmaziemuseums der Universität Basel

Dass die «Schweizerische Sammlung für Historisches Apothekenwesen» damals beinahe gleichzeitig mit dem Pharmazeutischen Institut gegründet wurde, hat mit Entwicklungen in der Pharmazie zu tun. Die Pharmazie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts vermehrt zu einer wissenschaftlichen Disziplin. Die Produktion der Arzneimittel verschob sich von der Apotheke in die Fabriken.

Die Sonderausstellung thematisiert die Motive und Personen aus der Gründungszeit anhand ausgewählter Objekte, die dem Museum in dieser Phase geschenkt wurden.

Abgesehen von der Gründung des Museums werden in der Sonderausstellung weitere Personen und Objektgruppen aufgegriffen.

Die Sonderausstellung fragt, wie die Sammlung des Pharmaziemuseums zustande gekommen ist. Sie untersucht also auch das Zusammenspiel von akademischer Sammlung, Wissenschaftsgeschichte und dem Interesse eines Berufsstandes daran, die eigene Identität zu wahren.

Courbet, Monet, Renoir und Hodler


Plakat der Ausstellung 'Courbet, Monet, Renoir... Focus provenance'. Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel.

1979 kam das Museum (le Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel) in den Besitz eines umfangreichen Nachlasses von James Adolphe Yvan Amez-Droz (1888-1976), ein Pariser Kunstsammler mit Neuenburger Wurzeln.

Die Sammlung, Legat Yvan und Hélène Amez-Droz, vereint verschiedene Aspekte der französischen Schule des 19. und 20. Jahrhunderts – vom Vorimpressionismus über den Postimpressionismus bis hin zur Schule von Paris. Die berühmtesten Impressionisten wie Monet, Degas, Sisley oder Pissarro sind mit bedeutenden Werken vertreten.

Die Sammlung umfasst 69 Werke, vor allem Gemälde und Zeichnungen verschiedener bedeutender Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts.

Das Herzstück der Sammlung und der Ausstellung ‚Courbet, Monet, Renoir…Focus Provenance‘  sind Impressionisten wie Claude Monet, Edgar Degas, Paul Cézanne, Camille Pissarro und Auguste Renoir mit  Werken wie das berühmte Bateau-atelier von Monet, Corse von Matisse, Le vallon von Sisley, Roses dans un verre von Gauguin sowie verschiedene Landschaftsbilder von Renoir. Daneben umfasst sie auch Werke von Vertretern des Realismus wie Gustave Courbet sowie des Jugendstils (Art nouveau) wie Henri de Toulouse-Lautrec.

Hodler. Ein Vorbild für die Schweizer Kunst

In einem anderen Saal befindet sich die Ausstellung Hodler. Ein Vorbild für die Schweizer Kunst (Hodler. Un modèle pour l’art suisse).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist Ferdinand Hodler (1853–1918) eine der Hauptfiguren der Schweizer und europäischen Kunstszene.

Von Paris bis Wien gefeiert und mit Paul Cézanne, Gustav Klimt und Auguste Rodin verglichen, gehört er zu den anerkanntesten Malern kurz vor dem Ersten Weltkrieg.