Ein Land der Museen
30 Juni 2022
Die ersten Museen entstanden im Italien der Renaissance im 15. Jahrhundert. Die Antike, das politische und verfassungsrechtliche Modell Roms und Griechenlands und die (Wieder-)Entdeckung griechischer und römischer Autoren führten zu einem regelrechten Sammlungsrummel bei der Elite.
Antike Objekte (Münzen, Statuen, Alltagsgegenstände, Inschriften und zahlreiche andere Artefakte) waren zum Mitnehmen da. Häuser und Gärten wurden zu Ausstellungsräumen. So entstanden erste private Sammlungen.

Paus Sixtus IV (1414-1484). Foto: Wikipedia
Papst Sixtus IV. (1414-1484) sah es jedoch 1471 als nützliches Propagandainstrument an, auf die Beziehung zwischen dem alten Rom und dem christlichen Rom mit dem Papst als Führer aufmerksam zu machen.
Er hatte nicht die Absicht, ein Museum zu gründen; das Konzept war unbekannt. Dies wurde jedoch zum Ergebnis. Die Öffentlichkeit sah die Objekte im Kapitol in grosser Zahl. Die Sammlung im Kapitol blieb und wurde zum ersten Museum.
Die nächsten zwei Jahrhunderte würden von (Religions- und Bürgerkriegen) in Europa geprägt sein. Die Eliten hatten andere Dinge im Kopf als Museen. Das änderte sich ab der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts durch die Aufklärung und den Aufstieg des Nationalstaates nach 1815.

Haus zur Mücke
Die Stadt Basel hatte bereits 1671 eine Kunstsammlung, das Amerbach-Kabinett im Haus zur Mücke, für die Öffentlichkeit eingerichtet. Es war die erste öffentliche Sammlung nördlich der Alpen. Die Ausstellung bestand aus Gemälden, Zeichnungen und grafischen Werken und wurde immer weiter ausgebaut. Sie führte 1936 schliesslich zur Gründung des Kunstmuseums.
Das Museum Rath in Genf ist das erste Museum in der Schweiz, das als solches qualifiziert werden kann.

Museum der Kulturen Basel (1893). Foto: TES.
Die Sammlungen des heutigen MKB waren bereits im 1849 eröffneten «Museum der Stadt Basel» präsent. Damit besass Basel eine der ersten öffentlichen ethnografischen Sammlungen Europas.
Einwohnerzahl, die höchste Museumsdichte auf der Welt. Die Museen sind von hoher Qualität, wobei die (finanzielle) Beteiligung von Privatpersonen und der Wirtschaft besonders auffällig ist. Auch in der Kunst ist die Schweiz eine Eidgenossenschaft im eigentlichen Sinne des Wortes.
Korrektorin: Melinda Fechner
