Geniale Frauen in Basel


Lavinia Fontana (1552-1614), Selbstporträt am Spinett, 1577. Sammlung:  Accademia Nazionale di San Luca, Roma. Photo Credit: Mauro Coen

Die Ausstellung Geniale Frauen. Künstlerinnen und ihre Weggefährten präsentiert rund 100 Werke von erfolgreichen Hofmalerinnen, Lehrenden, Unternehmerinnen und Verlegerinnen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Sie porträtierten Gekrönte und Noble, hatten eigene Werkstätten, bildeten Leute aus, gerieten meist in Vergessenheit: Künstlerinnen. Im Norden wie im Süden Europas gab es zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert weit mehr Malerinnen, Lehrerinnen und Grafikerinnen als man es vermuten würde.

Auch wenn eine Karriere als Künstlerin nicht gänzlich unmöglich war, war sie gesellschaftlich nicht vorgesehen und nur unter besonderen Bedingungen zu realisieren. An Akademien blieb Frauen der Zugang lange verwehrt.

Künstlerinnen daher stammten sehr oft aus Künstlerfamilien, wo sie entsprechende Ausbildungen erhielten. Andere hatten weniger Glück und arbeiteten im Verborgenen ihren Familienmitgliedern zu. Wiederum andere wurden in Künstlerhaushalte eingeheiratet.

Die Ausstellung präsentiert Werke von 18 Künstlerinnen und vereint Porträt, Historienmalerei, Stillleben, Zeichnung sowie Grafik der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus und beleuchtet soziale wie familiäre Hintergründe.

Augusto Giacometti in Aarau und Chur


Augusto Giacometti (1877 - 1947), Selbstbildnis, 1941 Bündner Kunstmuseum Chur. Foto:TES

Die Ausstellung Giacometti. Freiheit | Auftrag lenkt den Blick auf Augusto Giacometti (1877–1947), eine facettenreiche Künstlerpersönlichkeit, deren Werk zu den Höhepunkten in der Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt.

Die Ausstellung thematisiert entlang der Achsen «Freiheit» und «Auftrag» das Verhältnis von freiem Schaffen und Auftragskunst und legt das Spannungsfeld offen, in dem sich Giacometti als Künstler  bewegte.

Das Bündner Kunstmuseum Chur zeigt parallel zur Ausstellung im Aargauer Kunsthaus eine Ausstellung mit Arbeiten auf Papier von Augusto Giacometti.

(Siehe auch ein Bild von Augusto Giacometti: Blumen für die Kunst im Aargauer Kunsthaus)

Augusto Giacometti und seine Arbeiten auf Papier


Augusto Giacometti (Stampa 1877–1947 Zürich) Blühende Hymenocallis, 1897 Tusche und Aquarell auf Papier, Museo Ciäsa Granda

Augusto Giacometti (1877-1947) gehört zu den wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten der Schweiz im frühen 20. Jahrhundert. In Stampa im Bergell (Kanton Graubünden) geboren, studierte er in Zürich und Paris und verbrachte wichtige Jahre in Florenz, bevor er sich in Zürich niederliess.

Die Ausbildung in Paris führte ihn zu einer intensiven Beschäftigung mit dem Jugendstil. Skizzen nach Pflanzen und Tieren überführte er in ornamentale Arbeiten und regelmässige Wiederholungen gleicher Elemente.

Sie bilden die Grundlage für seine Pastellzeichnungen, in denen er Licht und Farbe zu den zentralen Ausdrucksträgern machte. Er übersetzte auch die Erfahrung transparenter Glasfenster und die schillernde Leuchtkraft der Schmetterlingsflügel in seine Kunst und wurde damit zu einem Pionier.

Von Anfang an gehörten die Zeichnungen und Arbeiten auf Papier zu seinen wichtigsten künstlerischen Ausdrucksmitteln. Darin entwickelte er seine Bildsprache zwischen Figuration und Abstraktion.

Die Ausstellung konzentriert sich auf Arbeiten auf Papier und zeigt damit die Grundlagen dieses Schaffens. Einen substantiellen Teil der Ausstellung macht die umfangreiche Sammlung der Architektin Tilla Theus aus, die 2024 als Schenkung ins Bündner Kunstmuseum kommt.

Das Aargauer Kunsthaus in Aarau zeigt parallel zu dieser Ausstellung  die Augusto Giacometti. Freiheit und Auftrag,

Ein Pionier der ägyptischen Moderne und Paul Klee


Hamed Abdalla Asfour, 1955 Mischtechnik auf Seidenpapier und Masonit, Artist estate. Foto: Emmanuel Littot © Artist estate

Hamed Abdalla (1917–1985) ist ein Pionier der ägyptischen Moderne. Das Zentrum Paul Klee widmet ihm in der Serie FOKUS eine Werkpräsentation. FOKUS zeigt innerhalb der Sammlungsausstellung Kosmos Klee besondere Aspekte zu Paul Klees Werk oder Beiträge zur globalen Rezeption des Künstlers.

Abdalla wurde in Oberägypten in eine Bauernfamilie geboren. Bereits früh in seiner Laufbahn erlangte er international Bekanntheit. Seine Herkunft, insbesondere die Dörfer und Landschaften der nubischen Region, aber auch Kairo dienten ihm am Anfang seiner Laufbahn als Motive.

Ab den 1950er-Jahren lebte Abdalla in Kopenhagen und Paris, nahm jedoch in seinem Schaffen auch weiterhin immer wieder Bezug auf die politische Situation in seinem Heimatland.

Als Künstler der Hurufiyya-Bewegung, die neue künstlerische Möglichkeiten aus dem arabischen Alphabet erforschte, entwickelte Abdalla eigene «kreative Worte»: Er setzte arabische Worte in Farben um und brachte dabei Abstraktion und menschliche Figuration, Weltliches und Sakrales sowie Poetisches und Politisches zusammen. Abdalla experimentierte zudem mit verschiedenen Techniken und Materialien.

Er beschäftigte sich intensiv mit der europäischen Moderne, insbesondere mit Paul Klee und wie dieser aussereuropäische Bildsprachen wie mesoamerikanische Formelemente oder ägyptische Hieroglyphen in seiner Kunst aufnahm.

Abdalla blickte aus einer neuen Perspektive auf Klee, indem er diejenigen Elemente identifizierte und in den Vordergrund rückte, in denen sich der Bauhauskünstler aussereuropäische Motive angeeignet hatte.

Mit rund 50 Werken zeigt die Ausstellung verschiedene Schwerpunkte aus Abdallas Schaffen.

Die Bronzezeit in Bern


Die Bronzehand von Prêles© Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner

Neun Teile Kupfer, ein Teil Zinn – vor fünftausend Jahren entsteht mit dieser vermeintlich einfachen Formel ein neues Material, das unsere Welt revolutioniert. Die Bronze ist erfunden.

Die neue Ausstellung «Und dann kam Bronze!» ist eine Reise in eine faszinierende Epoche, in der erstmals hoch effiziente Werkzeuge und Waffen in Serie hergestellt werden können und in der sich in der Folge Reichtum, Herrschaft und Krieg dauerhaft etablieren.

Die Beschaffung der Rohstoffe für die Bronzeherstellung führen zu engen Handelsbeziehungen zwischen Vorderasien, Ägypten und Europa in noch nie dagewesenem Ausmass. Die globale Bronzezeitwelt ist geprägt von Innovation und Fortschritt, aber auch von sozialer Ungleichheit und Gewalt.

Mächtige Eliten und Hierarchien entstehen und die Konfliktlösung durch Krieg wird zur neuen Norm. Die ist eine für das heutige Leben prägende Epoche. Der Blick in die Bronzezeit eröffnet völlig neue Perspektiven auf unsere Gegenwart.

Wofür die geheimnisvolle Bronzehand von Prêles, gefunden 2017 am Südfuss des Berner Juras einst genutzt wurde, weiss man nicht. Am Beispiel dieses Sensationsfunds lassen sich aber Thesen zur Geschichte der Hand formulieren, welche die tiefgreifenden Umwälzungen der Bronzezeit eindrücklich widerspiegeln.

Die Hand ist die älteste in Europa bekannte Nachbildung eines menschlichen Körperteils in Bronze. Nach Stationen in Biel/Bienne, Halle (Saale) und London ist die Hand nun erstmals in Bern zu sehen.

Eintauchen in die Bronzezeit Herausragende archäologische Objekte aus ganz Europa, Repliken zum Anfassen und eine kurzweilige Audiotour mit erzählenden Protagonist:innen ermöglichen  ein Eintauchen in das Leben der Bronzezeit. Grossformatige Wandbilder öffnen den Blick auf damalige Metropolen wie Babylon, Troja oder das Niltal.

Die Ausstellung bildet ausserdam den Kern des Jahresthemas «Bronze», dem sich das Bernische Historische Museum 2024 widmet. Ein besonderes Highlight ist das Bronzefestival am Wochenende vom 22. und 23. Juni.

Eine Berner Pionierin der Keramik in Zürich


Museum für Gestaltung, Toni-Areal. Margrit Linck, Gebrauchskeramik und freie Kunst, 2023 © Foto: Umberto Romito & Ivan Šuta, ZHdK

Die Ausstellung (Margrit Linck. Pionierin der Keramik) präsentiert das facettenreiche Œuvre der Berner Keramikerin Margrit Linck (1897-1983) erstmals in seiner ganzen Bandbreite.

Die Künstlerin balancierte mit schöpferischem Elan und kreativer Freiheit zwischen angewandter und freier Kunst. Ihre konstante Auseinandersetzung mit Form, Ausdruck und Technik verlieh dem Handwerk stetig neue Impulse und machte sie zu einer Pionierin der Keramik.

Ihr Repertoire umfasst unter anderem Tier-Mensch-Metamorphosen zwischen Gefäss und Skulptur, mit kräftigen Pinselstrichen bemalte Figuren sowie frei von
Hand aufgebaute Körper.

Neben den Objekten aus sechs Jahrzehnten zeugen Zeichnungen und Fotografien von einem vielfältigen gestalterischen Leben und einer
grossen Leidenschaft für Keramik.

In Videointerviews berichten ehemalige Töpfer und Töpferinnen von ihrer Tätigkeit und der Zusammenarbeit mit Margrit Linck. Zudem bietet eine Filminstallation Einblicke in das heutige Atelier von Linck Keramik in Worblaufen bei Bern.

Mithilfe einer umfassenden Mustersammlung und Werkplänen stellen rund fünf Mitarbeitende in der Manufaktur bis heute Gebrauchskeramik nach ausgewählten Entwürfen von Margrit Linck her. Für einzelne Formen entwickelt die Manufaktur ausserdem eigene Farbkonzepte.

Momente der Architektur im Vitra Design Museum


Weil am Rhein, Ausstellung 'Iwan Baan. Momente der Architektur', Vitra Design Museum. Foto: TES

Iwan Baan (Jahrgang 1975) gilt heute als einer der bedeutendsten Fotografen für Architektur und die gebaute Umwelt. Er dokumentiert das Wachsen globaler Metropolen ebenso wie traditionelle und informelle Bauten. Über die letzten 30 Jahre hat die rasante Verbreitung der digitalen Medien die Welt der Fotografie und Architektur von Grund auf verändert.

Impression von der Ausstellung. Foto: TES

Kaum ein anderer Fotograf hat diese Entwicklung so stark geprägt wie Iwan Baan. Seine Arbeitsweise ist schnell und präzise und er schafft Bilder, die zugleich prägnant, poetisch und menschlich wirken. Baan weiss Gebäude perfekt ins Bild zu setzen, fängt aber auch die Momente ein, in denen Architektur lebendig wird, wenn die Bauarbeiter eine Pause machen, wenn Menschen ein- oder ausziehen.

Die Ausstellung (Iwan Baan. Momente der Architektur) zeigt mit dem breit angelegten Werk des Fotografen ein Panorama der Architektur des frühen 21. Jahrhunderts in ihren urbanen und sozialen Zusammenhängen und die Menschen die darin leben.

Der Maler Jacques Rime und die Schönheit der Natur


Plakat: Fondation La Maison de la Rivière

Die Stiftung La Fondation La Maison de la Rivière präsentiert das Werk des naturalistischen Malers Jacques Rime in einer retrospektiven Ausstellung (Quand Jacques Rime avec nature) mit mehr als 60 Zeichnungen, Gemälden und Stichen des Künstlers.

Mit seiner Kunst legt dieser Kollege von Robert Hainard Zeugnis von der Schönheit unseres Lebensraums ab. 2018 organisierte die Stiftung eine grosse Ausstellung zu Ehren von Robert Hainard, einem der bedeutendsten Naturkünstler unserer Zeit.

Siehe auch: La Fondation Hainard

Die Iberer sind heute in Basel


Die iberischen Völker. Bild: Ausstellung 'Iberer', Antikenmuseum Basel and Sammlung Ludwig. Foto: TES

Die Iberer stehen im Zentrum einer grossen archäologischen Ausstellung im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, in Kooperation mit dem Museu d’Arqueologia de Catalunya in Barcelona.

Die Iberer lebten im Süden an den Küsten Andalusiens zwischen Atlantik und Mittelmeer sowie an der gesamten Ostküste Spaniens bis hinauf zum Languedoc in Südfrankreich.

Bilder: Ausstellung ‚Iberer‘, Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig

Die iberische Kultur entwickelte sich aus der Verbindung lokaler Traditionen mit fremden Einflüssen aus dem Orient und Griechenland. Angelockt von den Bodenschätzen gründeten Phönizier und später Griechen im Gebiet der Iberer Handelsniederlassungen.

Die Ausstellung bietet einen faszinierenden Überblick über die Geschichte der iberischen Völker. Die Zeit der Iberer begann im 6. Jahrhundert v. Chr. und endete rund 500 Jahre später mit der Eroberung der gesamten Iberischen Halbinsel durch Rom.

Über 260 Exponate aus 40 archäologischen Fundstätten zeugen von der Vielfalt und Schönheit dieser bedeutenden Völker aus der jungsten europäischen Eisenzeit (800-100 v. Chr.).

Sie zeichnete sich durch hochentwickelte Produktionstechniken, beispielsweise in der Gold- und Silberschmiedekunst, eine eigene Sprache und Schrift, eine komplexe Götterverehrung und aufwendige Rituale im privaten und öffentlichen Bereich aus.

Spektakuläre Funde, aber auch einfache Gebrauchsgegenstände, zeichnen das Bild einer agrarisch geprägten Gesellschaft mit einer überregional vernetzten Oberschicht.

Die Texte der Ausstellung sind verfügbar auf Spanisch, Katalanisch, Französisch, Deutsch und Englisch.

Die Pariser Avantgarde und der Fauvismus


André Derain, La Femme en chemise, La danseuse, 1906. National Gallery of Denmark. : © 2023, ProLitteris, Zürich. Foto: SMK Photo/Jakob Skou-Hansen

Eine lose Gruppe von Künstlern um Henri Matisse, André Derain und Maurice de Vlaminck führte anfangs des 20. Jahrhunderts Farbexperimente durch. Der Kunstkritiker Louis Vauxcelles gab ihnen 1905 ihren Namen.

Er verwendete 1905 den Begriff «fauves» – dieser lässt sich mit «wilden Bestien» oder mit «wilde Tiere» übersetzen. Er erkannte in der expressiven Art des Farbauftrags einen Bruch mit akademischen Konventionen.

Der Fauvismus war die erste Avantgarde-Bewegung des 20. Jahrhunderts. Während einer kurzen Zeit, von 1904–1908, war er tonangebend in der Kunstmetropole Paris. Sein Einfluss währte weit darüber hinaus. Georges Braque, Raoul Dufy und Kees van Dongen schlossen sich unter anderen der Bewegung an.

Die Ausstellung (Die Pariser Avant Garde. Matisse, André Derain und ihre Freunde) präsentiert die famosen Farbexperimente der Fauves. Dabei werden die konventionellen Sichtweisen auch infrage gestellt. So stellt die Schau das Schaffen der Künstlerinnen Émilie Charmy und Marie Laurencin vor und ermöglicht Einblicke in den massgeblich von der Galeristin Berthe Weill organisierten Handel mit fauvistischer Kunst.