Die Landskron, eine regionale Geschichte von europäischer Bedeutung

Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Burg von den Münch gebaut. Der Standort (auf 530m ü.M.) war eine strategisch wichtige Stelle auf der Route am Juranordfuss. Schon die Römer erkannten die vorzügliche Lage und errichteten an dieser Stelle einen Wachtturm.

Die Landskron, Münchenstein und Basel

Der Name Landskron wurde 1312 zum ersten Mal erwähnt als Lantzkrone. Die Familie Münch gehörte zum Basler Stadtadel und war im Dienst des Bischofs. In Münchenstein bei Basel (im heutigen Kanton Basel-Landschaft) bauten sie ebenfalls eine Burg.

Emanuel Büchel (1705-1775), die Burg und die Kirche von Münchenstein, 1754.

Die Burg und die Kirche heute

Drei Familienmitglieder wurden zum Bischof ernannt und mehrere Bürgermeister von Basel stammten ebenfalls aus der Familie Münch. Die Burg Landskron liegt bei Leymen im Elsass.

Mariastein, das Mirakelbild in der Reichensteinischer Kapelle

Im Jahr 1461 kam die Landskron in den Besitz der Familie Reich von Reichenstein, auch bekannt vom Mirakelbild in der Reichensteinischen Kapelle von Mariastein. Die Familie Reich war auch im Dienst des Bischofs. Sie baute die Landskron weiter aus zu einem prächtigen Schloss.

Habsburg und Frankreich

 Sie errichteten auf Veranlassung von Kaiser Maximilian (1459-1519) des Heiligen Römischen Reiches aber auch eine Festung mit 5 bis 7 Meter dicken Mauern gegen die Eidgenossen und den Kanton Solothurn insbesondere. Die Platte aus Sandstein mit dem Habsburger Reichsadler und der Jahreszahl 1516 beim gewölbten Eingang zum Aussenhof verweist auf die Arbeiten in dieser Zeit.

Der Westfälische Friede von 1648 brachte eine Wende. Das Elsass und damit die Landskron kamen unter die Herrschaft des  Königreichs Frankreich. Die Landskron wurde zu einer Garnison. In den Jahren 1687 und 1688 erfolgte die Erweiterung der Festung nach Plänen von Sébastien le Prestre de Vauban (1633-1707).

Emanuel Büchel (1705-1775), die Landskron, 1754.

 Staatsgefängnis

Schliesslich diente die Burg von 1690 bis zur Revolution im Jahr 1789 als Staatsgefängnis für politische Gefangene. Der prominenteste Gefangene war Bernard Duvergez de Soubardon. Nach dem Verlust der französischen Kolonie Louisiana war er als Offizier nach Frankreich zurückgekehrt.

Er lebte am königlichen Hofe in Versailles. 1769 wurde er inhaftiert und auf der Landskron eingesperrt. Grund dafür war eine Liebschaft, die dem König missfiel. Kurz nach seiner Befreiung im Jahr 1790 verfiel er dem Wahnsinn und lebte nicht mehr lange.

Die Landskron als Staatsgefängnis, Duvergez de Soubardon (Rekonstruktion)

Das Ende und der neue Anfang

Der Untergang der Burg folgte im Jahr 1813. Die alliierten Truppen, die kurz davor Napoleon bei Leipzig geschlagen hatten, zerstörten die Burg. Nur der 500 Jahre alte Turm, der Bergfried, blieb stehen. Im Jahr 1984 kam die Burg in den Besitz des französisch-schweizerischen Vereins Pro Landskron, der die Restauration in die Wege leitete.

 Weinbautradition

Die ersten schriftlichen Erwähnungen des Weinbaus in dieser Gegend stammen aus dem Jahr 1461. In einer Beschreibung um 1660 steht: “Gleich daroben ligt angeregte Vestung Landtscrone, allda es einen grossen Rebaker gibt so den besten roter Wein in selbiger Revier ausgibt”. Die Reben umfassten im Jahre 1877 eine Fläche von 7,2 ha, heute sind es nur noch 2,2 ha.

(Quelle und weitere Informationen: L’Association Pro Landskron/Verein Pro Landskron).

Korrektorin: Petra Ehrismann

  

Waterrad Neumühle, Waldhalden, Richterswil und die Lateinische Münzunion

Die Dörfer Wädenswil, Wollerau und Richterswil (Kanton Zürich) und das Moorgebiet und seine Morenen beherbergen einige europäische und schweizerische Premieren.

Wädenswil

Wädenswil war über Jahrhunderte im Besitz der Freiherren von Wädenswil. Zürich erwarb es 1548, nachdem das Dorf 1529 zum protestantischen Glauben übergetreten war und damit dem Beispiel Zürichs folgte.

Der Stadt-Landgraben ist nicht neu, es gab ihn schon vor Jahrhunderten, in Basel, Zürich, Luzern und zum Beispiel in Bern. Immer wieder gab es (bewaffnete) Aufstände. Doch nur der Kanton Basel-Landschaft erreichte 1833 sein Ziel: die Unabhängigkeit

Wädenswil am Zürichsee

Die Bürger von Wädenswil wehrten sich 1645 gegen die Zürcher Verwaltung und stellten die Steuerzahlungen ein. Dieser Konflikt schwelte bis 1789, als unter dem Einfluss der Französischen Revolution der Widerstand der Wädenswiler immer heftiger wurde. Nach der französischen Besetzung der alten Eidgenossenschaft und des Kantons Zürich 1798 endete auch die Herrschaft der Stadt.

Nach der kurzlebigen Helvetischen Republik (1798-1803) und der Wiederherstellung der 13 alten Kantone und der Schaffung von sechs neuen Kantonen im Jahr 1803 (die Eidgenossenschaft in der französischen Mediationsakte) zerstörten die Bürger des Dorfes das Schloss, das Symbol der verhassten Zürcher Herrschaft.

Nach der Gründung der neuen Eidgenossenschaft mit 22 Kantonen (im Bundesvertrag) im Jahr 1815 baute das Dorf das Schloss wieder auf. Danach begann auch in diesem Dorf die industrielle Entwicklung mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1875. So weit passt das Dorf in das historische Bild der Schweiz.

Das Wasserkraftwerk Waldhalden

 Das Wasserkraftwerk Waldhalden

Das Wasserkraftwerk Waldhalden aus dem Jahr 1895 war damals das grösste Stromnetz des Landes. Das Wasser der Sihl wurde auf einer Länge von 2,2 Kilometern in den Teufenbachweiher umgeleitet.

Von diesem See aus wurde (und wird) das Wasser durch ein Rohr mit 72 Kaskaden zu den Turbinen und Generatoren Waldhalden und danach wieder zurück in die Sihl geleitet. Das System ist immer noch in Betrieb und wurde 2009-2013 renoviert.

Die Neumühle um 1900 (oben) und 2010 (unten)

Die Neumühle

Wenige Kilometer entfernt, in der Nähe des Dorfes Wollerau, steht das größte Mühlenwasserrad (die Neumühle) Europas. Die Mühle, bis 1854 Lölismühle genannt, war Teil des Mühlensystems am Krebsbach.

Das Rad hat einen Durchmesser von 8,64 Metern und wird noch heute zur lokalen Energieerzeugung genutzt.  Die Mühle existierte bereits im Mittelalter. Der Krebsbach entspringt dem Hüttersee und mündet in den Zürichsee. Er war eine Lebensader für Handwerker, Müller, Schmiede und diverse Betriebe in der Region.

Restaurant Sternensee und der Sternensee

„Die Lateinische Münzunion“

Auf dem Weg nach Richterswil, vorbei an Seen und dem jahrhundertealten Gasthaus Sternensee, das am Sternensee liegt, erwartet uns eine zweite Premiere, diesmal von schweizerischem und europäischem Rang. Dieses Dorf ist die Heimat von Paul Burkhard (1888-1964), dem Schöpfer der berühmten fünf fränkischen Münzen.

Im Jahr 1865 schlossen Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz einen Münzvertrag, eine Art Vorläufer des Euro. Diese „Lateinische Münzunion“ enthielt detaillierte Vorschriften über Gewicht, Feingehalt, Form und Kurs von Gold- und Silbermünzen sowie Quoten für die Prägung von Münzen für die einzelnen Länder im Verhältnis zur Bevölkerung. Im Gegenzug wurden die betreffenden Münzen im gesamten Gebiet der Münzunion zum Nennwert akzeptiert.

Die Schweizer Regierung sah darin einen ersten Schritt zur Verwirklichung der Idee eines europäischen Währungssystems. Später trat auch Griechenland dem Vertrag bei. Die Zusammensetzung der in der Schweiz umlaufenden Gold- und Silbermünzen war entsprechend international. Der Anteil der Schweizer 5-Franken-Münzen an dieser „lateinischen Währungszone“ schwankte zwischen 1885 und 1920 zwischen 2 und 7 Prozent.

Durch Abwertung und Entwertung kam es bald zu einer zunehmenden Disparität zwischen den Münzen. Paul Burkhard wurde 1920 mit der Gestaltung einer neuen Fünf-Franken-Münze beauftragt. Er entwarf den Alphirten. Am 1. April 1927 wurde der Münzvereinigungsvertrag aufgelöst, der seit vielen Jahren in der Schublade lag.

 Richterswil

Neben mehreren denkmalgeschützten Gebäuden wurde Richterswil 1992 mit dem „Brunel Award“ für den am besten renovierten Bahnhof ausgezeichnet. Der Bahnhof war Teil der Schweizerischen Nordostbahn und wurde 1875 erbaut.

Der jahrhundertealte Schlosserbrunnen passt gut zu seiner Lage am Zürichsee und und den vielen kleinen Mooren und jahrhundertealten Wasserscheiden.

Der Schweizer Alpen-Club (SAC)

Der Schweizer Alpen-Club (SAC, Sektion Basel) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet (und anderswo im Land).

Obwohl der Name anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur (Ski) Touren in den Alpen, sondern auch Wanderungen und Aktivitäten in anderen Regionen.

(Quelle und weitere Informationen: www.sac-cas.ch).

 Korrektorin: Petra Ehrismann

Der Schlosserbrunnen

Der Zürichsee

Richterswil

De Villa Senar von Rachmaninoff

Der russische Komponist, Pianist und Dirigent Sergei Rachmaninoff (1873-1943) kaufte 1930 ein Grundstück in Hertenstein direkt am Vierwaldstätter See und liess darauf die Villa Senar bauen.

Mit dem Bau der Villa Senar sowie der weiteren Gebäude des Anwesens beauftragte Rachmaninoff in den 1930er-Jahren zwei Architekten. Die Kombination von architektonischem Eigenwert der Villa, der aussergewöhnlichen Lage am See und der personengeschichtlichen Bedeutung zeichnet das Ensemble als etwas Einmaliges aus.

Rachmaninoff war Ende 1917 aus Russland geflohen. Er lebte in den Vereinigten Staaten, Schweden, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich und in der Schweiz.

Seit April 2022 ist die Liegenschaft mitsamt den Gebäuden im Besitz des Kantons Luzern. Gemeinsam mit der Sergei Rachmaninoff Foundation entwickelt der Kanton  die Villa zu einem regionalen und internationalen Kultur- und Bildungszentrum und macht die Villa und den Park der Öffentlichkeit zugänglich

Während der Kanton für die Öffnung des Parks und den Unterhalt der Gebäude zuständig ist, entwickelt, organisiert und finanziert die Serge Rachmaninoff Foundation das kulturelle Programm der Villa Senar. Die Villa Senar beherbergt die originalen Möbel, den damaligen Hausrat der Familie und den Flügel, auf dem Rachmaninoff übte und komponierte.

(Quelle und weitere Informationen: Villa Senar)

Sgraffiti im Engadin

Das Wort Sgraffito kommt vom italienischen Verb sgraffiare oder graffiare, was kratzen bedeutet. Sgraffiti (Plural) werden mit einem feinen, verschiedenfarbigen Kalkverputz auf einem gröberen Mörtelgrund aus Kalk und Sand aufgetragen. Die obere Schicht wird zum Teil wieder weggekratzt und es entstehen die Sgraffiti mit ihrem Farbkontrast.

Es gibt eine Vielzahl an Formen und Figuren, die vornehmlich der Dekoration dienen. Die einfachste Art, Hausfassaden mit Sgraffiti zu verzieren, ist die geometrische Hervorhebung der Hausecken durch Quadersteine und die Umrahmung von Türen und Fenstern. Häuser erhalten zum Teil auch Namen, Hausinschriften, Familienwappen, Symbole, Szenen oder Erzählungen, die weit über den dekorativen Charakter hinausgehen.

Diese Zeichen und Symbole haben oft eine (religiöse) Bedeutung, aber häufig wurden alte Grundmuster ohne Einsicht in die tiefere Bedeutung und Aussage weiterverwendet. Damit mutierten sie im Laufe der Zeit.

Es gibt zwei Grundformen. Das Rechteck und der Kreis symbolisieren die Bereiche menschlicher Erfahrungen. Das Rechteck ist das Berechenbare, Menschliche und Irdische. Der Kreis ist das Unberechenbare, Unfassbare oder Göttliche.

Dieser Kreis ist leer oder erscheint als (männlicher) Venusstern oder (weiblicher) Sonnenwirbel. Zu diesen Grundformen gehören eine ganze Reihe von Varianten und alle möglichen Formen der Verbindung. Auf einem Rechteck können zum Beispiel ein oder mehrere Kreise oder Dreiecke stehen.

Die Bibel, die jüdische Religion oder eben die griechische Mythologie geben oft Hinweise auf die Bedeutung. Kenntnis in diesem Bereich ist erforderlich. Der Fluss, das Schiff, der Vogel, der Lebensbaum, das Dreieck,die Tulpe als Symbol für die Trinität oder auch das Wasser sind nur einige Beispiele der Symbolik.

Bei den Hausinschriften gibt es auch ein weites Spektrum von Sinnsprüchen, Namen und Lebensweisheiten bis hin zu philosophischen und religiösen Überlegungen.

Es verwundert also nicht, dass die Interpretationen weit auseinanderlaufen und Experten und Forscher gefragt sind. Das Wichtigste für die Besucher (und heutzutage vielleicht auch für die meisten Bewohner der Häuser) ist jedoch die Schönheit und Qualität der Sgraffiti!

Eine gute Einleitung bietet das Buchlein Sgraffiti sehen, Sgraffiti verstehen, von der Dekoration zur Philosophie im Bergdorf (Hans-Peter Schreich, 2020 Biblioteca Jaura Valchava).

Korrektorin: Petra Ehrismann

Abtei Murbach, Basel und Habsburg

Die Abtei Murbach hat ihre Wurzeln in der Zeit der Merowinger im 8. Jahrhundert. Um 727 gründete Graf Eberhard am Fusse des Grossen Belchens (le Grand Ballon) eine Benediktiner-Abtei in der Nähe von Guebwiller im Elsass. Die Abtei wurde unter die Schirmherrschaft des heiligen Leodegars gestellt. Sie wurde bald das vermögendste Kloster im Elsass. Die Bibliothek war eine der reichsten des Oberrheins.

Die abtei und die Eingangspforte

Das Kloster spielte ebenfalls eine wichtige politische Rolle. Die Güter der Abtei vermehrten sich schnell.  Das Kloster besass ungefähr 350 Ortschaften. Die meisten befanden sich im Elsass, im Bistum Strassburg, im Bistum Basel, in Luzern und auf dem rechten Rheinufer im heutigen Baden. Das 1178 zur Stadt erhobene Luzern wurde 1291 an die Habsburger verkauft.

Luzern, die Hofkirche St. Leodegar

Im 13. Jahrhundert wurde die Abtei ein kleines Fürstentum des Heiligen Römischen Reiches. Sie blieb während der Reformation katholisch und ein Stützpunkt der Habsburger im Elsass, aber immer mit engen Beziehungen zum Bistum Basel und später zum protestantischen Kanton Basel. Der erste Rektor der Universität Basel war im Jahr 1460 Georg von Andlau (1399-1466), ein Vetter des Abtes Bartholomäus von Andlau (1414-1476). Während des Dreissigjährigen Krieges (1618-1648) wurden die Schätze der Abtei nach Basel verbracht, einem neutralen Gebiet.

Nach 1650 gab es Streitigkeiten ums Elsass zwischen dem habsburgischen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches der Deutschen Nation und Ludwig dem XIV. (1638-1715), dem französischen König. Die Abtei Murbach spielte als Fürstentum eine wichtige Rolle. 1680 wurde auch dieses Fürstentum an Frankreich angegliedert.

Die Kapelle Notre-Dame de Lorette (1693)

Die Abtei wurde im 18. Jahrhundert verlassen und die Mönche zogen weg nach Guebwiller in das neue Stift Notre Dame de Saint Léger. Das Kloster Murbach wurde zu einer “Abbruchstelle”. Das Material der Gebäude wurde für Neubauten verwendet. Im Juli 1789 plünderten Bauern endgültig das fürstabtliche Schloss. Damit verschwand eine tausendjährige Geschichte. Nur die Abteikirche St. Leodegar wurde verschont. Sie   stellt ein Juwel der elsässischen Romanik dar.

(Quelle und weitere Informationen: Ph. Legin, die Abtei  Murbach, St Quen, 2003)

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Die Notre-Dame de Saint Léger.Der aktuelle Bau wurde 1182 im spätromanischen Stil durch den Impuls der Äbte von Murbach begonnen. Der heilige Leodegar, Bischof von Autun, ist der Schutzpatron.

Le château de la Neuenbourg

Der heilige Pirmin war ein irischer oder englischer Wandermönch und Klostergründer (Vivarius Peregrinorum) in dieser Region

Das Milizsystem in der Schweiz

Eine der wesentlichen Grundlagen der Schweizer Demokratie ist das Milizsystem. Das bedeutet, dass Bürgerinnen und Bürger den Staat, die res publica, bilden, formen und kontrollieren.

Geschichte

Dieses System ist ein Jahrhunderte altes Konzept der so genannten Urschweiz, welche den heutigen Kantonen der Zentralschweiz entspricht.

Die Schweiz leitet ihren Namen sogar vom Kanton Schwyz ab, zusammen mit Uri und Unterwalden die ersten Kantone, die sich um 1300 verbündeten. Dieser Bund wurde mit einem Eid bestätigt.

In diesen Kantonen hatten die (männlichen) Einwohner in direktdemokratischen Verfahren auf einem Gemeindeplatz in der Landsgemeinde das letzte Wort in der Landsgemeinde. (Heute nur noch in den Kantonen Glarus und Appenzell Innerrhoden).

Was in diesen Kantonen auf lokaler Ebene begann, mündete im Milizsystem in einem jahrhundertelangen Prozess. In diesem System beteiligen sich die Bürgerinnen und Bürger gegen (relativ) geringe Gebühren oder freiwillig an der öffentlichen Aufgabe auf Gemeinde-, Kantons- oder Bundesebene.

Basel Tattoo Parade 2022, mit Veteranen der Milizarmee

Verfassung

Das Milizwesen ist neben der direkten Demokratie, dem Föderalismus, der Subsidiarität, der Dezentralisierung und der Konkordanz die zentrale Säule der Schweizer Demokratie.

Bürger und Bürgerinnen partizipieren in politischen Entscheidungsgremien und Kommissionen des politischen Systems, von Exekutivämtern auf lokaler Ebene und Parlamentsmandaten in Bund (im Nationalrat oder Ständerat), Kantonen und Gemeinden bis hin zu den Kommissionen in den Gemeinden, Kantonen und auf Bundesebene.

Genf, September 2022

Dieses Ideal dieser Beteiligung findet seinen Niederschlag in der Bundesverfassung (Art. 6):

Individuelle und gesellschaftliche Verantwortung. Jede Person nimmt Verantwortung für sich selber wahr und trägt nach ihren Kräften zur Bewältigung der Aufgaben im Staat und in der Gesellschaft bei.

Die Milizarbeit ist eine politische Beteiligung und wird überwegend als eine freiwillige Tätigkeit ausgeübt. Die Arbeit ist unbezahlt, obwohl die Militärtätigen eine Entschädigung erhalten. Sie leben also, im Prinzip, nicht von der Politik und sind keine Berufspolitiker.

Die Miliz ist keine Freiwilligenarbeit in Vereinen, Schulen oder ähnlichen Organisationen. Die Milizarbeit ist immer eine nebenamtliche Tätigkeit für den Staat (den Bund, den Kanton oder die Gemeinde).

Das Milizsystem fördert und stärkt die politische Mitsprache auf Bundesebene und in den Kantonen und Gemeinden. Diese Partizipationskultur trägt zur Verringerung der Distanz zwischen politischer Elite und Bürgerschaft bei.

Das System befördert auch die Legitimation politischer Entscheidungen. Die Bürger und Bürgerinnen sind die Politiker und es gibt ganz einfach weniger staatliche Bürokratie und die damit verbundene Finanzierung.

Genf, fakultatives Referendum, September 2022

Funktionieren

Die Milizarbeit umfasst eine Vielzahl von  staatlichen Aktivitäten, in Parlamenten oder (Gemeinde-)Räten, in der Armee, oder in der Feuerwehr.

Politikerinnen und Politiker auf Bundes-, Kantons- oder Gemeindeebene sind (theoretisch) Teilzeitpolitikerinnen und Teilzeitpolitiker, die neben ihrem politischen Amt oft noch einen weiteren Beruf ausüben.

Der Staat fordert den Bürger auf, öffentliche Aufgaben zu übernehmen, und der Bürger kontrolliert dann die Ausübung durch die direkte Demokratie. Der Bürger hat die Politik nicht delegiert, sondern ist selbst Politiker.

Die Tatsache, dass viele Politiker ihr Einkommen heute tatsächlich in der Politik verdienen, tut diesem Grundsatz keinen Abbruch. Allerdings wird es immer schwieriger, geeignete Kandidaten für politische Ämter zu finden.

Das System steht allerdings auch aus anderen Gründen unter Druck, wie z.B. Medienaufmerksamkeit, Individualisierung, Professionalisierung, Globalisierung und individueller Hedonismus in einem wohlhabenden Land.

Vorteile und Nachteile

Die Vorteile des Systems wiegen jedoch die Nachteile eindeutig auf. In erster Linie fördert das System den Zusammenhalt zwischen den verschiedenen sozialen Gruppen und sozialen Netzwerken.

Viele Politiker verfügen über wesentliche Erfahrungen, Kenntnisse sowie Engagement und sind nicht das Produkt einer politischen oder bürokratischen Kaste.

Die Qualität von Politikern ist oft auf einem hohen Niveau. Darüber hinaus haben Bürger und (ausgezeichnete) Medien eine kritische Einstellung zum politischen und bürokratischen System. Sie beruht auf der Ansicht, dass es den perfekten Staat nicht gibt.

Aus diesem Grund übernehmen die Bürger selbst Verantwortung und beteiligen sich an der Politik. Diese kritische Haltung besteht auch in den Medien, unter anderem gegenüber der Europäischen Union.

Die Medien sind mit Sicherheit kein Echo aufeinander und auf das Establishment, wie es in anderen Ländern oft der Fall ist. Auch die „Alternativlosigkeit“ hat im politischen System der Schweiz keinen Platz.

Schlussfolgerung

Das uralte Milizsystem ist nicht veraltet, sondern, wie die direkte Demokratie, sehr modern, vor allem im digitalen Zeitalter. Die Bürger sehen die Zentralregierung nicht als „Feind“, sondern als eine Demokratie der Bürger. Sie sind die Regierung.

Heimat, Ort und Kanton sind die wichtigsten Bezugsrahmen der Bürgerinnen und Bürger und nicht (abstrakte) geographische Räume und (utopische) Ideologien.

Dies ändert nichts daran, dass das Milizsystem unter Druck steht. Diese Res Publica kann nur mit der aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bestehen. Die Zukunft wird es zeigen.

(Quelle: M. Freitag, P. Bundi, F. Witzig, Milizarbeit in der Schweiz, Basel 2019).

Bern, Haus der Kantone

Das Schloss Zwingen

Das Schloss Zwingen (Kanton Basel-Landschaft) ist eine Wasserburg, die auf den Felsbänken von zwei Birsinseln errichtet wurde. Der Kernbau entstand 1248 und war früher über Zugbrücken erreichbar.

Drei Brücken bilden noch heute die Verbindung der beiden Inseln mit der Umwelt. Am Ramsteinerturm gegen die Dorfseite war ehemals ein gedeckter Übergang mit Zugbrücke.

Die heutige Steinbrücke wurde 1766 erstellt. Im Westen diente die Fallbrücke gegen Laufen hin als Verbindung. Auch dort ist die ursprüngliche Holzkonstruktion durch einen Steinbau ersetzt worden.

Dagegen ist die Holzbrücke aus dem Jahre 1472 zwischen den beiden Inseln stehen geblieben. Sie ist die einzige noch bestehende Holzbrücke im Birstal.

Auf der kleinen Mittelinsel befindet sich der runde Bergfried mit dem rekonstruierten Kegeldach, dem Hexenturm. Der Hexenturm ist auf drei Seiten vom Palas umgebaut. Ursprünglich war dieser Kernbau durch einen Wassergraben abgetrennt.

Der Graben wurde nach der französischen Revolution mit dem Schutt der abgerissenen Tortürme aufgefüllt. Der gegenwärtige Eingang zum Palas ist erst angelegt worden, nachdem der Graben zugeschüttet war.

Über dem Eingang ist eine ursprüngliche Cheminéeplatte mit der Jahrzahl 1744 eingelassen. Sie trägt das Wappen des Fürstbischofs Joseph Wilhelm Rinck von Baldenstein (1704-1762).

Auf der Südseite des Schlosses steht die dem heiligen Oswald geweihte Kapelle. Der heutige Bau stammt aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts und besteht aus Schiff und Chor.

Schon im Jahre 1359 erhält die Kapelle einen von 18 Bischöfen in Avignon unterzeichneten Ablassbrief. Im Verlaufe der Jahrhunderte wurde die Kapelle mehrmals erneuert. Bis zum Jahre 1906 wurde in der Kapelle Gottesdienst gehalten.

Den meisten Platz der grösseren Insel beansprucht das ehemalige Wirtschaftsgebäude (heutiger Verwaltungsbau). Das 17 Meter lange Gebäude wurde 1561 als Kornhaus erbaut. Von einem guten halben Dutzend Ökonomiegebäuden steht heute nur noch die 1609-1610 errichtete Scheune in der Südwestecke der Schlossanlage.

Der 1974 gegründete Schlossverein fördert die Kultur rund um das Schloss und unterstützt die Gemeinde Zwingen, das Kulturgut der Schlossanlage so lebendig wie möglich zu erhalten.

Quelle und weitere Informationen: Schlossverein Zwingen

Zusammenarbeit am Oberrhein

Der Präsident der Collectivité européenne d’Alsace (CeA), Frédéric Bierry, und der Regierungspräsident des Kantons Basel-Stadt, Beat Jans, haben im März eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Beziehungen zwischen den beiden Regionen intensivieren soll.

Das Abkommen umfasst die Bereiche Europapolitik, Klima und Energie, Gesundheitswesen, Stadtentwicklung, Infrastruktur und Mobilität sowie die Zweisprachigkeit. Eine ähnliche Absichtserklärung wurde im April 2022 bereits von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Beat Jans unterzeichnet. Die Absichtserklärungen sind ein grosser Schritt nach vorne für die Zusammenarbeit zwischen diesen Regionen.

Sie umfassen viele Bereiche der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Dazu gehören auch der Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich, die Weiterentwicklung des INFOBEST-Netzwerks zu einem grenzüberschreitenden Dienstleistungszentrum, die Intensivierung der Zusammenarbeit im Rahmen des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB), die Nutzung von Synergien in den Bereichen Stadtentwicklung, Mobilität und Infrastruktur sowie die Stärkung der Zweisprachigkeit und der regionalen Dialekte.

(Quelle und weitere Informationen: Regio Basiliensis)

Die Schreibschule Sent

Das Unterengadiner Dorf Sent (Kanton Graubünden) liegt auf einer Sonnenterrasse über dem Inn. Zwischen Bauernhäusern und Palazzi finden hier regelmässig Konzerte statt und werden Lesungen und Ausstellungen organisiert. Der Skulpturenpark von Not Vital lockt auch viele Gäste.

Die Schreibschule Sent bietet Kurse für all jene, die gerne lesen oder schreiben. Der Schwerpunkt liegt auf Kursen im Kreativen Schreiben. Die Schule ermöglicht in allen Kursen einen Blick auf das Rätoromanische (Vallader im Unterengadin und Puter im Oberengadin).

Es gibt auch ein besonderes Angebot für menschen, die sich für die Muttersprache des Unterengadins interessieren und sie lernen möchten.

Rumantschas e rumantschs sun eir cordialmaing invidats!

(Quelle und weitere Informationen: www.schreibschule-sent.ch)

Die Romanisierung der Schweiz

Unter Romanisierung versteht man die Verbreitung der römischen Kultur und Lebensweise, einschliesslich der Verwaltung, des Bildungswesens, der Landwirtschaft, der Sprache, des Geldwesens, der Kultur, der Architektur, der Stadtplanung, der sozialen und wirtschaftlichen Organisation, des Rechts, der Religion und der Infrastruktur wie Strassen und Brücken, Theater, Amphitheater, Bäder und Aquädukte.

Die lokale Verwaltungselite (Ordo Decurionum) und andere wohlhabende Bürger und Aristokraten waren die Hauptakteure im Prozess der Romanisierung in den Provinzen des Römischen Reiches. Auch das Gebiet der heutigen Schweiz wurde ab 13 v. Chr. von Rom besetzt und in Provinzen aufgeteilt. 

 

Die römischen Provinzen um 150 n. Chr. Bild: Marco Zanoli/Wikipedia

 Die Romanisierung

 

Die lokalen Eliten übernahmen innerhalb einer Generation die römische Lebensweise, Sprache und Kultur. Römische Bürger, Soldaten, Kaufleute, Veteranen der römischen Armee, Bankiers, Handwerker und Verwalter liessen sich auch in der heutigen Schweiz nieder. Diese rasche Integration lässt sich mit dem Mehrwert der römischen Kultur und den Möglichkeiten, die sie bot, erklären.

 

Die Römer verfolgten auch deshalb eine erfolgreiche Integrationspolitik, weil sie der lokalen Elite zahlreiche Karrieremöglichkeiten in Wirtschaft und Handel, Armee, lokaler, provinzieller und manchmal sogar kaiserlicher Verwaltung boten, ohne ihnen die römische Kultur aufzuzwingen. Die lokale Elite verfügte über ein hohes Mass an Autonomie, solange Steuern gezahlt wurden und Rom nicht (militärisch) bekämpft wurde.

 

Die römische Kultur und Lebensweise boten ausserdem einen wesentlich höheren Lebensstandard. Steinhäuser, ein gutes Strassennetz, Kanalisation, Badehäuser mit Warmwasser, Theater, Rechtssicherheit, Brot und Spiele, Bildung und Schriftkultur sind nur einige der vielen Beispiele. 

 

Nach der Romanisierung der lokalen Elite folgte die allmähliche Anpassung der übrigen Bürger, zunächst in den Städten, dann auf dem Lande. Über diesen Prozess ist wenig bekannt, da nur die Elite schrieb, und dann meist nur über und für die Elite. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung, etwa 90 %, lebte auf dem Lande. Über Sklaven (schätzungsweise 25 % der Bevölkerung), Frauen und Kinder ist ohnehin wenig bekannt.

 

Diese Romanisierung war jedoch nicht vollständig. Aus diesem Grund wird sie auch gallo-romanisch genannt. Gallisch ist ein anderes Wort für keltisch. Nur die Elite und ein Teil der Bewohner in den städtischen Gebieten waren römisch oder vollständig eingebürgert im neuen Reich, wie wir heute sagen. Auf dem Land entwickelte sich eine gemischte Kultur und Sprache.

 

Bild: Museum Augusta Raurica 

Die Schweizer Regionen

 

Tempo und Intensität der Romanisierung hingen stark von der Urbanisierung ab und variierten je nach Region und Bedingungen. Die westlichen und nördlichen Teile des Schweizer Territoriums waren stark romanisiert, zum Beispiel Colonia Julia Equestris (Nyon), Vindonissa (Windisch-Baden), Aventicum (Avenches), Lousanna (Lausanne), Augusta Raurica (Augst), Petinesca (Studen), Genava (Genève), Aquae Helveticae (Baden), Tenedo (Zurzach), Salodurum (Solothurn), Vitudurum (Oberwinterthur), Tasgaetium (Eschenz), Forum Claudii Vallensium (Martigny) oder Sitten (Senedum) und das Tessin. 

 

Dabei spielten auch die Nähe zu strategisch wichtigen Gebieten wie dem Rhein und zu Militärlagern (wie in Vindonissa, dem heutigen Windisch, Kanton Aargau) sowie zu Handels- und Transportwegen eine wichtige Rolle.

 

Die weniger bevölkerungsreiche und gebirgige Zentral- und Ostschweiz war weniger urbanisiert und damit auch weniger romanisiert. In Graubünden war nur Curia (Chur) eine Stadt von Bedeutung. Der Zugang zu den Bergpässen und die Nord-Süd-Verbindung waren hier entscheidend. 

 

Das ausgedehnte Strassennetz, der Zugang zu den Pässen, die Wasserwege und der Bau von Häfen förderten zudem die Einigung der verschiedenen Stämme in der Region und die Integration mit der übrigen römischen Welt.

 

Nach dem Abzug der Römer zu Beginn des 5. Jahrhunderts begann das, was wir heute als Frühmittelalter bezeichnen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die keltische Kultur und Gesellschaft in die gallorömische Kultur verwandelt. 

 

Die römischen Provinzen um 395 n. Chr. Bild: Marco Zanoli/Wikipedia

 Das Frühmittelalter

 

Das Frühmittelalter (5.–8. Jahrhundert) war die Zeit der germanischen Stämme, der Alemannen, im grössten Teil der Schweiz. Es war aber auch die Zeit des Aufstiegs der Kirche, der Klöster und Bistümer in allen Teilen der Schweiz.

 

Die Alemannen führten die germanische Sprache und Kultur ein und verdrängten das (Vulgär-)Latein zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert. Die Alemannen siedelten sich jedoch nicht in der heutigen Romandie an. Erst der keltisch-deutschsprachige Stamm der Burgunder liess sich dort um 434 nieder. Dieser Stamm übernahm jedoch die gallorömische Kultur und Sprache, den Vorläufer des Französischen. Dieses Gebiet blieb weitgehend französischsprachig und die heutige Sprachgrenze stammt hauptsächlich aus der Zeit bis zum 10. Jahrhundert.

 

In der Ostschweiz, dem heutigen Graubünden, sowie in den liechtensteinischen, österreichischen und italienischen Gebieten blieb das Rätoromanische bis ins 19. Jahrhundert die Hauptsprache. Die Walser introduzierten das Deutsche jedoch ab dem 13. Jahrhundert in verschiedenen Gebieten dieser Region. Das Rätoromanische hielt sich lange und ging erst ab dem 19. Jahrhundert stark zurück.

 

Germanische Stämme erreichten das Tessin und die italienischsprachigen Täler Graubündens nicht, und nur die italienische Sprache und Kultur entwickelten sich in dieser Region. Vor allem die Kirche, die Klöster und die Diözesen behielten Latein als (wissenschaftliche und religiöse) Sprache. Die römische Kultur geriet aber ausserhalb der Kirche bis zur karolingischen Renaissance im 9. Jahrhundert in Vergessenheit. 

 

Fazit

 

Die Romanisierung hat auch in der Schweiz einen nachhaltigen Einfluss auf Sprache und Kultur hinterlassen. Ohne Rom gäbe es kein Christentum, zumindest nicht in der Form, wie es sich auf der Grundlage der römischen Kultur und Verwaltungseinheiten entwickelt hat. Dies ist ein Erbe der Römer, auch in der Schweiz.

 

(Quelle: J.-P. Felber, De l’Helvétie romaine à la Suisse Romande (Genève 2006), R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz (Stuttgart 1988), B. Debatty, “ Les notables locaux dans les provinces gallo-romaines‘ „, in G. Garidel (Ed.) Les notables locaux dans les provinces gallo-romaines. Garidel (Ed.) Les Gallo-Romains, Les Cahiers de l’Antiquité (Louviers).

 

Korrektorin: Petra Ehrismann

 

Das Amphitheater von Augusta Raurica