Abtei Murbach, Basel und Habsburg

Die Abtei Murbach hat ihre Wurzeln in der Zeit der Merowinger im 8. Jahrhundert. Um 727 gründete Graf Eberhard am Fusse des Grossen Belchens (le Grand Ballon) eine Benediktiner-Abtei in der Nähe von Guebwiller im Elsass. Die Abtei wurde unter die Schirmherrschaft des heiligen Leodegars gestellt. Sie wurde bald das vermögendste Kloster im Elsass. Die Bibliothek war eine der reichsten des Oberrheins.

Die abtei und die Eingangspforte

Das Kloster spielte ebenfalls eine wichtige politische Rolle. Die Güter der Abtei vermehrten sich schnell.  Das Kloster besass ungefähr 350 Ortschaften. Die meisten befanden sich im Elsass, im Bistum Strassburg, im Bistum Basel, in Luzern und auf dem rechten Rheinufer im heutigen Baden. Das 1178 zur Stadt erhobene Luzern wurde 1291 an die Habsburger verkauft.

Luzern, die Hofkirche St. Leodegar

Im 13. Jahrhundert wurde die Abtei ein kleines Fürstentum des Heiligen Römischen Reiches. Sie blieb während der Reformation katholisch und ein Stützpunkt der Habsburger im Elsass, aber immer mit engen Beziehungen zum Bistum Basel und später zum protestantischen Kanton Basel. Der erste Rektor der Universität Basel war im Jahr 1460 Georg von Andlau (1399-1466), ein Vetter des Abtes Bartholomäus von Andlau (1414-1476). Während des Dreissigjährigen Krieges (1618-1648) wurden die Schätze der Abtei nach Basel verbracht, einem neutralen Gebiet.

Nach 1650 gab es Streitigkeiten ums Elsass zwischen dem habsburgischen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches der Deutschen Nation und Ludwig dem XIV. (1638-1715), dem französischen König. Die Abtei Murbach spielte als Fürstentum eine wichtige Rolle. 1680 wurde auch dieses Fürstentum an Frankreich angegliedert.

Die Kapelle Notre-Dame de Lorette (1693)

Die Abtei wurde im 18. Jahrhundert verlassen und die Mönche zogen weg nach Guebwiller in das neue Stift Notre Dame de Saint Léger. Das Kloster Murbach wurde zu einer “Abbruchstelle”. Das Material der Gebäude wurde für Neubauten verwendet. Im Juli 1789 plünderten Bauern endgültig das fürstabtliche Schloss. Damit verschwand eine tausendjährige Geschichte. Nur die Abteikirche St. Leodegar wurde verschont. Sie   stellt ein Juwel der elsässischen Romanik dar.

(Quelle und weitere Informationen: Ph. Legin, die Abtei  Murbach, St Quen, 2003)

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Die Notre-Dame de Saint Léger.Der aktuelle Bau wurde 1182 im spätromanischen Stil durch den Impuls der Äbte von Murbach begonnen. Der heilige Leodegar, Bischof von Autun, ist der Schutzpatron.

Le château de la Neuenbourg

Der heilige Pirmin war ein irischer oder englischer Wandermönch und Klostergründer (Vivarius Peregrinorum) in dieser Region