Das Albert Anker-Haus Ins

Der Maler Albert Anker wurde 1831 in diesem Haus in Ins (Kanton Bern) geboren und starb hier auch im Jahr 1910. Das Haus wurde 1803 von seinem Grossvater Rudolf Anker, einem Tierartz, in der Art der Seeländer Bauernhäuser erbaut.

Hauseinteilung, Ausstattung und Inventar entsprechen noch weitgehend dem Zustand, wie ihn der Maler und seine Vorfahren geschaffen haben. Das Atelier ist im Orignalzustand erhalten, ein seltenes Zeugnis des 19. Jahrhunderts.

Der Maler studierte erst Theologie, bevor er zur Malerausbildung nach Paris zog. Dort wohnte er mit seiner Frau und seinen Kindern während den Wintermonaten.

Die Sommermonate verbrachte er in Seinem Elternhaus, wo er die meisten Bilder mit Modelllen aus dem Dorf gemalt hat. Ab 1890 lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod in diesem Haus.

(Quelle und weitere Informationen: www.albert-anker.ch).

Der Maloja Palast

Die Zeit der Grand-Hotels führte auch zu ehrgeizigen oder nie realisierten Projekten. Ein Beispiel für Letzteres ist das Grand Palace in Riom (Kanton Graubünden). Andere Komplexe wurden gebaut, mussten aber bald finanzielle Rückschläge hinnehmen.

Als bekanntes Beispiel für ein finanziell nicht erfolgreiches Projekt sei  der Maloja-Palast erwähnt. Das  Hôtel-Kursaal de la Maloja (heute heisst das Hotel Maloja Palace) steht zwischen Bergell und Oberengadin und unweit von St. Moritz.

Das Hotel wurde vom belgischen Grafen Camille de Renesse (1836-1904) erbaut. Der Graf fasste diesen Plan, nachdem er St. Moritz 1880 besucht hatte. Zu dieser Zeit war St. Moritz bereits ein Dorf mit Grand-Hotels und Badehäusern.

Der Graf wollte sein eigenes Grand-Hotel und kaufte von Familie Giacometti ein Stück Land in Maloja am westlichen Ende des Silsersees. Giovanni Giacometti (1868-1933) malte das Hotel im Jahr 1899. Dieses Gemälde hängt heute im Hotel Schweizerhaus in Maloja.

Der Graf hatte grosse Ambitionen: Auf dem Grundstück sollten ein Villenpark, ein Casino, ein Golfplatz und Restaurants entstehen, zwei Kirchen, ein Schwimmbad, ein Tennisplatz sowie eine Eisbahn und eine Sprungschanze für den Wintersport.

Ausserdem plante er den Bau einer Eisenbahnlinie und eines Bahnhofs in Maloja (die nicht realisiert wurden) und die Renovation des (mittelalterlichen) Schlosses Belvedere (1903 teilweise fertiggestellt) und er kaufte zwei Dampfer für den Silsersee.

Das Hotel mit seiner 200 Meter hohen Fassade war damals das zweitgrösste Gebäude der Schweiz (nach der ETH in Zürich). Der belgische Architekt Jules Rau (1854-1919) stellte das Projekt in nur 15 Monaten fertig.

Die Eröffnung fand am 1. Juli 1884 statt. Es fehlte an nichts: 300 Zimmer mit 450 Betten, beheizte Säle mit einem ausgeklügelten Warmluftsystem, elektrisches Licht, ein Speisesaal für 300 Gäste und eine prächtige Innenausstattung, ein Raucherzimmer, eine Bibliothek, ein Konversationszimmer, (Bechstein-)Klaviere, ein Pferdeomnibus für den Transport der Gäste (von St. Moritz nach Maloja und umgekehrt), Galerien und eine Dachplattform mit herrlichem Blick auf die (Berg-)Landschaft sowie Anlegestellen am See für Ausflugsboote und die Dampfschiffe.

Fünf Monate nach der Eröffnung war das Hotel bankrott. Eine Choleraepidemie, der Tod der Gräfin Malvina de Kerckove von Denterghem (1846-1884), das Casino-Verbot, die Tatsache, dass die Eisenbahnlinie nicht hatte gebaut werden können und eine starke Überschuldung haben den Konkurs am 3. Januar 1885 verursacht.

Das Hotel wechselte bis 1934 mehrmals den Besitzer und wurde dann zur Residenz der Schweizer Armee und von 1962 bis 1980 zu einem Sommerhaus für (belgische) Kinder.

Nach einem weiteren Handwechsel wurde das Hotel Maloja Palace im Jahr 2009 nach jahrelanger Renovierung wieder eröffnet. Das Schloss Belvedere ist teilweise abgebrannt. Der Schlossturm befindet sich im Besitz der Stiftung Pro Natura.

(Quelle: P. Bröckli, Bis zum Tod der Gräfin. Das Drama um den Hotelpalast des Grafen Renesse in Majola, Zürich 1998; www.malojapalace.com).

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Der Weisse Turm in Mulegns

Die Stiftung Origen (Nova Fundaziun Origen) errichtet im Dorf Mulegns (Kanton Graubünden) ein komplett digital gedrucktes Gebäude, den Weissen Turm.

Das Gebäude bietet Raum für Kunstinstallationen, Hörspieltouren und Theateraufführungen. Der Weisse Turm demonstriert den eindrücklichen Formenreichtum digitaler Fabrikation und setzt neue Massstäbe im nachhaltigen Umgang mit Beton.

Im Kuppelsaal des Turmes schwebt eine Bühne, die eine atemberaubende Aussicht auf das Dorf gewährt und abends die letzten Sonnenstrahlen einfängt.

Situation Sommer 2023

Der Formenreichtum erinnert an das grosse handwerkliche Können der Bündner Stuckateure und Zuckerbäcker, die bis zum Ersten Weltkrieg halb Europa mit exquisiten Süsswaren bedienten und das Dorfbild von Mulegns entscheidend geprägt haben.

Der Weisse Turm soll für fünf Jahre stehen bleiben und im Sommer 2024 vor Ort gedruckt werden.

(Quelle und weitere informationen: www.origen.ch).

Die Stadtgeschichte in Stein gemeisselt

Jede Strassenecke im Zentrum des (alten) Basel, Basilea, hat ihre Geschichte. Auf dem Hügel des Münsters errichteten die Kelten im ersten Jahrhundert v. Chr. eine Verteidigungsmauer, den murus gallus.

Die Römer hingegen gründeten um 44 v. Chr. die Colonia Augusta Raurica zur Verteidigung gegen die Germanen auf der anderen Seite des Rheins (Rhenus).

Das Wachstum Basels begann erst nach dem Abzug der römischen Legionen um 410 n. Chr. Der Bischof hatte seinen Sitz in Augusta Raurica, zog aber im fünften Jahrhundert auf den Basler Hügel um.

Das Historische Museum in der Barfüsserkerk hat die Geschichte der Stadt in Stein gemeisselt. Die zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert entstandenen Sandsteinreliefs waren an öffentlichen Gebäuden, Kirchen, Wirtshäusern oder Privathäusern angebracht.

Sie zeugen von der Geschichte dieser Gebäude und ihren Besitzern. Viele von ihnen sind alles, was von den Gebäuden übrig geblieben ist.

(Quelle und weitere Informationen: www.hmb.ch).

Zentrum 19. Jahrhundert. Sammlung: Historisches Museum Basel

Der Bernstein der Germanen

Das Alemannenmuseum in Ellwangen organisierte die Sonderausstellung „Bernstein – Gold der Germanen: Das Collier von Trochtelfingen“.

Dieses ist das  kostbare Bernsteincollier einer Alamannin des 4. Jahrhunderts, das 2006 im Egertal bei Trochtelfingen (Ostalbkreis) entdeckt wurde.

Nach aufwändiger Restaurierung liessen sich diese zu einem aussergewöhnlichen, feingliedrigen Collier zusammenfügen, das aus gedrehten Ringperlen aus Bernstein unterschiedlicher Grössen und Stärke sowie zylindrischen, ringförmigen, polyedrischen und achterförmigen Ösenperlen aus dunkelblauem Glas bestand.

Das Collier wird  zum Thema Bernstein im Frühmittelalter präsentiert. Schon in der Bronzezeit muss es Handelswege zwischen Ostsee und Nil gegeben haben, die die Enden der damals bekannten Welt verbanden.

In einem weitgespannten Austauschsystem wurde das Gold der Ostsee über die Alpen von Händlern zu Fuss, auf Ochsenkarren oder auch zu Pferd transportiert.

Diese wichtigen Handelsrouten bezeichnet man auch als Bernsteinstraße. Hauptproduktionsstätte für Bernsteinobjekte war in der Eisen- und Römerzeit Aquileia an der Adria.

Auch bei den Alemannen der Völkerwanderungszeit galt der Bernstein als Statussymbol und wurde von ihnen in prachtvollen Ketten sicherlich mit grossem Stolz getragen.

In der Merowingerzeit sind die Bernsteinperlen nur noch Teil meist sehr aufwändiger Halsketten, die vor allem von farbenfrohen und vielgestaltigen Glasperlen dominiert werden.

Als Amulett am Gürtelgehänge von Frauen oder als magische Schwertperle der Kriegerelite spielten sie aber weiterhin eine wichtige Rolle.

Quelle und Weitere Informationen: www.alamannenmuseum-ellwangen.de

Die Kirche von Vinelz

Die Kirche in Vinelz, auf Französisch Fenis, (Kanton Bern) ist romanischen Ursprungs. Sie wurde erstmals 1228 erwähnt. Im 14. Jahrhundert entstand als Erweiterung aus einem kleineren Chor der bestehende fluchtende Chor.

Von spätgotischen Fenstern sind Fragmente aus Sandstein und Neuenburgerstein übrig. Der Taufstein im Chor stammt aus dem 13. Jahrhundert. 1667 wurden Dachstuhl und Decke erneuert und die Chormauer erhöht. Die Kanzel und die Chorstühle stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Es gibt auch Wandgemälde, die im Zuge der Reformation um 1530 übertüncht wurden. Sie stammen aus verschiedenen Epochen und überschneiden sich teilweise.

Barockes Rankenwerk zieht sich als Fries durch die ganze Kirche und schmückt die noch bestehenden romanischen Hochfenster. Die drei modernen  Glasmalereien wurden bei der letzten Renovation 1951 geschaffen.

Der Stammvater der Grafen von Neuenburg und Nidau, Ulrich von Fenis oder Ulrich der Erste, residierte im 11. Jahrhundert auf der Hasenburg in der nähe des Dorfes. Von der Hasenburg sind heute keine Überreste mehr zu finden.

Seine zwei Söhne haben jedoch etwas hinterlassen: Kuno von Fenis, Bischof von Lausanne (1093-1103) ist Gründer der Abtei Erlach (oder des Klosters St. Johannsen), Burkhard von Fenis, Bischof von Basel (1072-1105), erbaute das Schloss Erlach und vielleicht die Kirche in Vinelz.

(Quelle und weitere Informationen: Der Geschichtenweg, www.kirchenbezirk-seeland.ch; www.vinelz.ch).

Der Hagneckkanal

Die Juragewässerkorrektion war und ist ein einmaliges Pionierwerk zur Erschliessung und Gewinnung von Land in der Drei-Seen Region.

Mit einem Kanalsystem wurden in den Jahren 1868 bis 1891 die Wasserstände der drei Seen von Murten, Neuenburg und Biel gesenkt.

Herzstück des Projekts ist der acht Kilometer lange Kanal von Aarberg nach Hagneck (Kanton Bern). Die Aare wurde ab Aarberg in den Bielersee umgeleitet.

Die seither viel kleinere Alte Aare fliesst weiter nach Büren und ab Büren als Kanal nach Nidau in den Bielersee.

Im Gegensatz zum Nidau-Büren-Kanal, wo es sich um eine Flusskorrektion handelt, entstand mit dem Hagneckkanal ein völlig neuer, künstlicher Fluss.

Die zwei anderen neuen künstlichen Verbindungen zwischen den drei Jurarandseen sind der Broyekanal zwischen Murten- und Neuenburgersee und der Zihlkanal zwischen Neuenburger- und Bielersee.

(Quelle: www.bielerseekraftwerke.ch). (Siehe auch: www.swiss-spectator.ch/de/the-jura-water-management/ und www.schlossmuseumnidau.ch).

Pfahlbaumuseum Lüscherz

Am Bielersee sind mehr als 35 Pfahlbau-Fundstelle aus der Zeit zwischen 4300 und 800 v. Chr.  bekannt, die mehrere 100 Dörfer der ersten Bauer und Fischer der Region repräsentieren.

Das Dorf Lüscherz (kanton Bern) gehört zu den bedeutendsten Fundstellen der Schweiz. Verschiedene jungsteinzeitliche Ufersiedlungen ( ca. 5000-1800 v. Chr.) sind nachgewiesen.

Das Pfahlbaumuseum Lüscherz (Sammlung Hans Iseli) gibt einen Einblick ins Leben dieser Gesellschaften am Bielersee zwischen etwa 4000 bis 800 v. Chr.

Hans Iseli (1924-2003) hat während seiner 60-jährigen Sammeltätigkeit mehr als 10 000 Artefakte aus Stein, Silex, Knochen, Geweih und Ton zusammengetragen.

Die Ausstellung im Museum behandelt die folgende Themen:

Die Pegelabsenkung der Juragewässerkorrektion (1868-1891), die Besiedlung der Strandplatte des Bielersees im Laufe der Jahrtausende, das prähistorische Handwerk von Keramik-Gefässen  und Textilien, die Konstruktion der Häuser, die Dorfanlage und ihre Baugeschichte, die grossräumigen Kontakte des 4. Bis 1. Jahrtausend v. Chr., Gräber und Kultplätze und das geistige Leben.

Die Zeittafel fixiert einige kulturgeschichtlich wichtige Daten der Region im Vergleich mit den Kulturen des Mittelmeerraumes.

(Quelle und weitere Informationen: www.pfahlbaumuseum-lüscherz.ch).

Das Laufwasserkraftwerk Hagneck

Hagneck (Kanton Bern) gehört zu den ältesten Laufwasserkraftwerken der Schweiz. Es ist ein Denkmal der Technik und der architektonischen Kulturgeschichte. Wasser zu Strom, ein visionäres Meisterstück am Ende des 19. Jahrhunderts.

Am 30. Mai 1891 wurde die Konzession der Gemeinden Biel, Erlach, Hagneck, Neuenstadt, Nidau und Täuffelen-Gerolfingen durch die Berner Regierung erteilt. 1897 begannen die ersten Bauarbeiten. Im Sommer 1899 wurde die Anlage bereits in Betrieb genommen.

Wasserkraft ist heute die weltweit bedeutendste erneuerbare Energiequelle für die Stromerzeugung. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie grosse Wassermengen bei einem geringen Höhenunterschied zur Stromgewinnung verarbeiten.

Solange der Fluss fliesst, fliesst auch der Strom. Die Deckung von Verbrauchsspitzen ist nicht möglich, im Gegensatz zu Speicherkraftwerken. Im Winter ist das Wasser knapper, im Frühjahr führt der Fluss (der Rhein zum Beispiel) oder Kanal (Aare-Hagneck-Kanal) viel Wasser.

In Speicherkraftwerken (zum Beispiel der Stausee Lac des Dix im Wallis oder der Stausee Curnera im Vorderrhein) wird das Wasser mit einer Talsperre in einem Bergsee gestaut.

Dieser wird über Druckrohrleitungen mit der im Tal liegenden Kraftwerksanlage verbunden und das gespeicherte Wasser turbiniert. Die 83 grossen Schweizer Speicherkraftwerke produzieren knapp die Hälfte der schweizerischen Wasserkraft. (quelle: www.energie-lexikon.info).

Das Wasserkraftwerk Hagneck ist katastrophensicher gebaut. Das Wehr ist für 2 700 m3 pro Sekunde ausgelegt. 2005 stieg der Abfluss der Aare bis 1 514 m3 pro Sekunde. Das Wehr wird solchen Wassermassen standhalten. Ein Hochwasser wie im Sommer 2005 gibt es ausserdem nur alle 300 Jahre.

(Quelle und weitere Informationen: Besucherzentrum Hagneck, www.bielerseekraftwerke.ch).