Wasserkraftwerk Hagneck. Foto/Photo: TES.

Das Laufwasserkraftwerk Hagneck

Hagneck (Kanton Bern) gehört zu den ältesten Laufwasserkraftwerken der Schweiz. Es ist ein Denkmal der Technik und der architektonischen Kulturgeschichte. Wasser zu Strom, ein visionäres Meisterstück am Ende des 19. Jahrhunderts.

Am 30. Mai 1891 wurde die Konzession der Gemeinden Biel, Erlach, Hagneck, Neuenstadt, Nidau und Täuffelen-Gerolfingen durch die Berner Regierung erteilt. 1897 begannen die ersten Bauarbeiten. Im Sommer 1899 wurde die Anlage bereits in Betrieb genommen.

Wasserkraft ist heute die weltweit bedeutendste erneuerbare Energiequelle für die Stromerzeugung. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie grosse Wassermengen bei einem geringen Höhenunterschied zur Stromgewinnung verarbeiten.

Solange der Fluss fliesst, fliesst auch der Strom. Die Deckung von Verbrauchsspitzen ist nicht möglich, im Gegensatz zu Speicherkraftwerken. Im Winter ist das Wasser knapper, im Frühjahr führt der Fluss (der Rhein zum Beispiel) oder Kanal (Aare-Hagneck-Kanal) viel Wasser.

In Speicherkraftwerken (zum Beispiel der Stausee Lac des Dix im Wallis oder der Stausee Curnera im Vorderrhein) wird das Wasser mit einer Talsperre in einem Bergsee gestaut.

Dieser wird über Druckrohrleitungen mit der im Tal liegenden Kraftwerksanlage verbunden und das gespeicherte Wasser turbiniert. Die 83 grossen Schweizer Speicherkraftwerke produzieren knapp die Hälfte der schweizerischen Wasserkraft. (quelle: www.energie-lexikon.info).

Das Wasserkraftwerk Hagneck ist katastrophensicher gebaut. Das Wehr ist für 2 700 m3 pro Sekunde ausgelegt. 2005 stieg der Abfluss der Aare bis 1 514 m3 pro Sekunde. Das Wehr wird solchen Wassermassen standhalten. Ein Hochwasser wie im Sommer 2005 gibt es ausserdem nur alle 300 Jahre.

(Quelle und weitere Informationen: Besucherzentrum Hagneck, www.bielerseekraftwerke.ch).