Design seit 1989


Eindruck der Ausstellung 'After the Wall. Design seit 1989', Vitra Design Museum, Weil am Rhein. Foto: TES

Dreissig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer widmet sich die Ausstellung  After the Wall. Design seit 1989 dem Design der vergangenen drei Jahrzehnte. Ausgangspunkt ist der Einfluss wichtiger technologischer, kultureller und gesellschaftspolitischer Entwicklungen wie Umweltverschmutzung, Klimawandel, Computer und Mobiltelefone, Verbraucherbewusstsein, Recycling und Nutzung von Rohstoffen. Die Ausstellung zeigt Schlüsselwerke aus den Bereichen Produktdesign, Möbeldesign und Grafik, etwa von Jasper Morrison, Philippe Starck, Hella Jongerius, Muji oder IKEA. Sie umfasst aber auch aktuelle Entwürfe junger zeitgenössischer Designer, die einen Ausblick auf die Zukunft erlauben.

Max Sulzbachner


Mondnächte. Kunstmuseum Basel. Foto: TES.

Die Ausstellung zeigt die Werke und die künstlerische Entwicklung des Basler Künstlers Max Sulzbachner (1904-1985). Sulzbachner war vor allem ein Bewunderer des (deutschen) Expressionismus und Ernst Ludwig Kirchners (1880-1938), obwohl er nie zum engeren Kreis von Kircher und seinen Davoser Freunden gehörte. Während seines Aufenthaltes in Berlin 1921 kam er ins Kontakt mit dem Expressionismus. Er war Mitglied der Künstlergruppe Rot-Blau in Basel, später Gruppe 1933 (Gruppe 1933). Sulzbachner war ein Multitalent, er war nicht nur Maler, sondern auch Bühnenbildner, Designer, er machte viele Holzschnitte, Keramiken, Karikaturen und Buchillustrationen. Mondnächte ist der Titel einer Reihe von berühmten Holzschnitten, die er 1925 schuf, darunter stilistische Bezüge zu Edvard Munch (1863-1944) und Kirchner. Das Museum hatte das Glück, die originalen Skizzenbücher, Briefe und andere Schriften zu finden. Die Mondnächte hoben ein gemeinsames expressionistisches Thema hervor, das auf Fjodor Dostojevskis Buch Rodion Raskolnikoff, auch bekannt als Verbrechen und Strafe (1866), basiert. Das Museum hatte das Glück, die originalen Zeichenbücher, Briefe und andere Schriften zu finden. Das ermöglichte die Rekonstruktion der Entstehung dieser berühmten Holzschnitte.

Nach 1924 und seinem Aufenthalt in Paris widmete er sich der französischen Moderne und dem Surrealismus, der unter anderem von Salvador Dalí (1904-1989) und Robert Delaunay (1885-1941) geprägt war. Nach 1945, bis zu seinem Tod, blieb er in vielen Bereichen der Kunst, in der Bildung, als Berater und als Schöpfer vieler Werke tätig. Er war auch ein leidenschaftlicher Fasnachtszelebrant und malte Laternen, schrieb und illustrierte „Schnitzelbank“-Balladen und entwarf Karnevalskostüme. „Schnitzelbank“-Balladen sind satirisch-komische Auftritte während der Fasnacht. Die Ausstellung präsentiert diese verschiedenen künstlerischen Perioden in einem gut dokumentierten Überblick.

Leopold Rabus


Foto: Musée d'art et d'histoire, Neuenburg

Romantik, Melancholie, Natur- und Ölbilder sind die Begriffe, die das Werk des Schweizer Künstlers Leopold Rabus (1977) prägen. Durch die Mischung von zeitgenössischer und alter Kunst bildet sein Werk einen Dialog mit der Kunstgeschichte. Rabus‘ Arbeit wirkt realistisch, nimmt aber oft einen surrealistischen und parodistischen Charakter an. In dieser Ausstellung wird sein Werk in die Perspektive einer Reihe von Werken gestellt, die er aus dem Museum ausgewählt hat.

 

Die Damenhandtasche


Foto: Spielzeug Welten Museum Basel

Dass Taschen Kultobjekte für Frauen sind, ist nicht immer so gewesen. In früheren Zeiten konnten Beutel und Säckchen von Männern wie Frauen getragen werden. Langsam entwickelte sich in der Modegeschichte die Tasche für beide Geschlechter zur reinen Damenhandtasche. Es dauerte noch einige Zeit, bis 1875 die Handtasche mit Henkel eingeführt war. Die Damen gewöhnten sich nun schnell daran, immer eine Tasche am Henkel mitzutragen. Im 20. Jahrhundert erlebten die Handtaschen dann ihren grossen Boom. Sie wurden zu absoluten Kultobjekten und Ikonen. Dass die Handtasche als Symbol für Weiblichkeit und als Objekt weiblichen Begehrens gilt, hat viel mit Modeinszenierungen zu tun. Bei allem historischen Wandel ist etwas gleich geblieben: Die Tasche ist ein höchst persönlicher Gegenstand. Die Ausstellung mit rund 400 Exponaten ermöglicht einen Einblick in die frühe Geschichte der Taschen ab 1550.

Johannes Itten und Bauhaus


Foto: Kunstmuseum Bern

Schon bei der Gründung des Bauhauses (1919) hat sich Johannes Itten (1888-1967) als Künstler mit dem Konzept, in allen Kunstformen eine höchst mögliche Entmaterialisierung der Einzeldinge zu erreichen, radikal positioniert und diese Gedanken programmatisch im berühmten Bauhaus-Almanach «Utopia. Dokumente der Wirklichkeit» formuliert.

Zentrale Stücke der Ausstellung bilden seine neu erforschten und bislang nicht in diesem Umfang ausgestellten Tage- bzw. Skizzenbücher Ittens, die ab 1913 seine künstlerische Praxis begleiten. Darin sind nicht nur Ittens kunsttheoretische Überlegungen zu seiner Farbenlehre nachzuvollziehen, sondern auch seine Gedanken zu einer Elementarlehre der Kunst. Die Ausstellung spürt seine Entfaltung von den Anfängen in der Schweiz über seine Lebensstationen in Stuttgart, Wien, Weimar und Herrliberg nach und umfasst auch seine bisher wenig beleuchteten Engagements in Berlin, Krefeld und Amsterdam.

 

Surrealismus und Design


Surrealismus und Design 1924 - heute. Vitra Design Museum, Weil am Rhein. Foto: TES.

Der Surrealismus zählte zu den einflussreichsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung Objekte der Begierde. Surrealismus und Design 1924 – heute Buch untersucht den Dialog zwischen Surrealismus und Design und zeigt zum ersten Mal, wie stark der Surrealismus das Design der letzten 100 Jahre beeinflusst hat. Er hat Designer ermutigt, nach der Realität hinter dem Sichtbaren zu fragen und Dinge zu gestalten, die Widerstand leisten, mit Gewohnheiten brechen und aus dem Alltag ausscheren. Die Bandbreite der Beispiele reicht von Duchamps Readymades und Dalís sinnlichen Objektskulpturen über die Arbeiten von Designern wie Carlo Mollino oder Gae Aulenti bis hin zu aktuellen Entwürfen, die neue Technologien oder Geschlechterrollen.

Resonating Spaces


Foto: Fondation Beyeler, Riehen

Die Werke der Ausstellung schaffen in sehr unterschiedlicher Form eine spezifische Qualität von Räumlichkeit – akustisch, als Skulptur oder gezeichnet, weshalb der Titel der Ausstellung Resonating Spaces ist. Gemeinsam ist ihnen, dass sie zuerst eher als Räume wirken, als dass sie als Einzelobjekte wahrgenommen werden. In ihrem Aussehen und Auftreten erscheinen sie zurückhaltend und unaufdringlich, ihre Wirkung allerdings ist stark und kraftvoll. Diese Werke evozieren Räume zwischen dem Erkennbaren und dem Flüchtigen. Sie schaffen Orte und Ruhepausen, in denen die Fähigkeit des Erinnerns ausgelöst wird und Bilder und Erinnerungen lebendig werden.

Maske


Foto: Aargauer Kunsthaus

Das Assoziationsfeld rund um den Begriff der Maske ist gross. Masken sind einer jener menschlichen Kultgegenstände mit der längsten, beziehungsreichsten und zugleich kontroversesten Geschichte. Auch in der bildenden Kunst hat die Maske eine lange Tradition, etwa in der Klassischen Moderne und ihrer Vorliebe für afrikanische und ozeanische Masken. Wie aber wird das Thema in der zeitgenössischen Kunst behandelt?

Die Ausstellung spürt dieser Frage nach. Die Maske interessiert die zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler nicht nur als Objekt, sondern samt allen ihren inhaltlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Implikationen. Im Spannungsfeld von Zeigen und Verhüllen und in einer Gesellschaft, in der gekonnte Selbstdarstellung als Gradmesser des persönlichen Erfolgs gehandelt wird, hat die Maske wieder höchste Brisanz.

Souvenir Suisse


Foto: Kunstmuseum Winterthur

Als die Schweiz im 18. Jahrhundert vor allem für deutsche und englische Aristokraten, Künstler und Intellektuelle zu einem Reiseziel wurde, war der Boden für den Aufschwung des Tourismus im 19. Jahrhundert gelegt. Damit einher ging eine neue Art der Bildproduktion, die eben dieser Erinnerung diente. In den 1760er Jahren erfand der Landschaftsmaler, Zeichner und Radierer Johann Ludwig Aberli (1723-1786) die handkolorierte Umrissradierung, eine Mischung zwischen Druckgraphik und Aquarell. Als «Aberlische Manier» bekannt, wurde sie in der Folge von Künstlern wie Heinrich Rieter (1751-1818) aufgenommen und weiterentwickelt. Ihre Blätter waren hochbezahlte Souvenirs, die als Abbild des neuen Arkadien Europas, der Schweiz, weite Verbreitung fanden. Die Stiftung Familie Fehlmann, die 2016 auf Initiative des Winterthurers Heinz Fehlmann-Sommer (1919–2015) gegründet worden ist, besitzt eine faszinierende Sammlung dieser Druckgraphik in «Aberlis Manier» Die Blätter werden nun zum hundertsten Geburtstag des Stiftungsgründers erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Chemin faisant


Foto: L'Espace culturel, Assens

Die Kunstroute zeigt rund 40 Werke von Schweizer Bildhauern und Bildhauerinnen und anderen Künstlern und Künstlerinnen. Die sieben Kilometer lange Route führt durch Felder, Wälder und Strassen in einer schönen Umgebung des Kantons Waadt.