Felsbilder der Frobenius-Expeditionen
Drei menschliche Figuren, Ägypten, Gilf el-Kebir, Wadi Sura, 1933, Elisabeth Charlotte Pauli, Aquarell auf Papier, 34 × 35 cm © Frobenius-Institut
Eine der Fragen zur Kunst ist die Frage nach ihren Ursprüngen. Die Entdeckung altsteinzeitlicher Höhlenbilder Ende des 19. Jahrhunderts veränderte die Vorstellungen über die Anfänge von Kunst von Grund auf.
Der Ethnologe Leo Frobenius (1873-1938) und sein team malten um 1900-1920 viele Prähistorische Felsbilder ab.
Die Malereien von Tieren, Menschen und Mischwesen waren eine Sensation und sie wurden in europäischen und nordamerikanischen Museen, bereits 1931 in Zürich, ausgestellt.
Die Ausstellung (Kunst der Vorzeit – Felsbilder der Frobenius-Expeditionen) zeigt die 120 Werke, die getreue Abmalungen von Origalbilder sind.
Von den frühesten bisher bekannten Höhlen- und Felsmalereien vor rund 40 000 Jahren bis zur Gegenwart ist die Entwicklung der Kunst anschaulich gemacht..
Charlie Chaplin und der grosse Diktator

Corsier-sur-Vevey, Chaplin's World, Chaplin und der Grosse Diktator. Chaplin's World™ © Bubbles
Chaplin’s World feiert den 80. Geburtstag des Filmes „Der grosse Diktator“ mit einer Sonderausstellung. Die Schau zeigt die Entsthehungsgeschichte, unveröffentlichte Fotografien, Archivmaterial, die Tricks beim Dreh, unvollendete Szenen, bei der Montage geschnittene Szenen und original Filmkulissen-Teile einer der symbolträchtigsten und mutigsten Filme seiner Zeit.
Der Film war ein Meilenstein in der Karriere Charlie Chaplins (1889-1977). Diese Satire über den Nationalsozialismus und die Judenverfolgung wurde trotz aller Widerstände des Hollywood-Establishments realisiert.
Die dreisprachige Ausstellung führt die Besucher auf die Spuren des einfachen Friseurs, der sich der Verfolgung der Schergen des brutalen Diktators ausgesetzt sieht.
Unveröffentlichte, während den Dreharbeiten aufgenommene Fotografien beleuchten den Alltag am Set und zeigen bisher unveröffentlichte Szenen und Filmtricks aus Chaplin’s erstem Tonfilm.
Das deutsch-deutsche Design
Mauerfall in Berlin, 12. November 1989 © Tim Wegner / laif
Mit der deutschen Teilung ab 1949 entwickelten sich Design und Alltagskultur auf beiden Seiten der Grenze getrennt weiter: im Westen als Motor des Wirtschaftswunders, im Osten als Teil sozialistischer Planwirtschaft.
Mehr als 30 Jahre nach dem Fall der Mauer (1989) präsentiert das museum die erste grosse Gesamtschau über das deutsch-deutsche Design der Nachkriegszeit.
Die Ausstellung (Deutsches Design 1949–1989. Zwei Länder, eine Geschichte) stellt das Design der damaligen DDR und BRD vergleichend gegenüber und verdeutlicht dabei ideologische und gestalterische Unterschiede ebenso wie Parallelen und Querbezüge, die Ost und West verbanden.
Die Exponate reichen von ikonischen Möbeln und Leuchten über Grafik, Industriedesign und Inneneinrichtung bis hin zu Mode, Textilien und Schmuck.
Tinguely und seine kinetischen Skulpturen
Jean Tinguely, Méta-Matic No. 10, 1959 Museum Tinguely, Basel, Donation Niki de Saint Phalle © 2021, ProLitteris, Zürich; Foto: Museum Tinguely, Basel, Serge Hasenböhler
Die neu gestaltete Sammlungspräsentation (Le définitif – c’est le Provisoire) legt einen Hauptfokus auf den Künstler Jean Tinguely (1925-1991) und seine medienwirksamen Auftritte mit kinetischen Skulpturen und Aktionen.
Darüber hinaus bietet die Präsentation Informationen zur Materialität und Funktionsweise der Werke Tinguelys.
Sie bietet Einblicke in ihre Bauweise und für den Laien versteckte, aber umso überraschendere, technische Details in deren konservatorischen Unterhalt.
Neuste Erkenntnisse zu den Radio-Skulpturen aus den 1960er-Jahren oder die restauratorische Herangehensweise bei so fragilen Arbeiten wie Ballet des pauvres (1961) oder den Balubas (ab 1961) können entdeckt werden.
Georges Bemberg

Foto: Fondation l'Hermitage, Lausanne.
Georges Bemberg (1915-2011) versammelte Gemälden, Zeichnungen und emblematischen Kunstobjekten von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert. Zum ersten Mal wird diese Sammlung ausserhalb der Mauern der Bemberg-Stiftung (Toulouse) ausgestellt.
Die Sammlung zeichnet sich durch eine aussergewöhnliche Qualität der Gemälde und Zeichnungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts aus, aber auch durch die Pracht der Kunstwerke der deutschen, flämischen, venezianischen und französischen Meister.
Die Ausstellung (Chefs-d’œuvre de la collection Georges Bemberg) zeigt 132 der Gemälde und Zeichnungen aus dieser Sammlung.
Warja Lavater
Warja Lavater, 1939, Umsetzung des Signets der Schweizerischen Landesausstellung von 1939 auf Hut, Tuch und als Anstecknadel. © ProLitteris.
Die Zentralbibliothek würdigt das Gesamtwerk der Schweizer Grafikerin, Buchkünstlerin und Malerin Warja Lavater (1913-2007).
Internationale Bekanntheit erlangte sie mit ihrem Künstlerbuch «Wilhelm Tell» (1962). «Wilhelm Tell» ist neben zahlreichen weiteren Werken in der Schatzkammer der Zentralbibliothek zu sehen.
Diese Bücher enthalten keine gewöhnlichen Illustrationen, sondern Bildfolgen von abstrakten Zeichen. Dafür prägte Lavater den Begriff «Folded Stories».
Sie definierte das Buch als künstlerisches Experiment für sich. Diese Form der Zeichenschrift erprobte sie dann über viele Jahre in den unterschiedlichsten Medien und Formaten.
Die Ausstellung „Sing-Song-Signs & Folded Stories“ ist zu sehen in der Schatzkammer der Bibliothek.
Nidwaldner Eidgenössische Söldner

Der Söldner, vor 1780, Nationalbibliothek, Kollektion Gugelmann
Vom 15. bis Mitte 19. Jahrhundert waren eidgenössische Söldner von allen europäischen Mächten umworben. Die Fremden Dienste bildeten in dieser Zeit eine elementare Einnahmequelle.
Die Schweiz war 500 Jahre lang der grösste Lieferant von Kriegsdienstleistern. Schätzungen gehen heute von bis zu 1,5 Millionen Soldaten aus, die unter fremden Fahnen dienten.
Auch zahlreiche Nidwaldner leisteten fremde Dienste. Darunter sind Persönlichkeiten wie «Borneo Louis», der Nidwaldner Louis Wyrsch, der als Offizier auf den Gewürzinseln im Dienst der niederländischen Kolonialarmee zu Rang und Namen kam.
In strukturschwachen Bergregionen bot der Solddienst als Form der Arbeitsmigration während Jahrhunderten einen Ausweg aus der Not.
Die Ausstellung geht Fragen der wirtschaftlichen Verhältnisse nach und folgt zahlreichen Einzelschicksalen von Innerschweizer Söldnern und Militärunternehmern.
Zuzug aus Osteuropa

Josef Hoffmann, Flächenmuster, o.J., Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm.
Obwohl Länder wie Tschechien, Polen, Ungarn und Russland geographisch nahe liegen, erscheinen sie oft noch heute fern.
Die Ausstellung zeigt grössere Werkgruppen mittel- und osteuropäischer Kunstschaffender mehrerer Generationen.
Sie zieht nicht nur eine Linie von «West» nach «Ost», sondern verbindet auch verschiedene Generationen und Sichtweisen.
Die Familie Leu

Tinguely Museum Basel. Plakat Ausstellung The Leu Art Family Leu.
Die Familie Leu geniesst unter Tattoo-Fans weltweit grosse Bekanntheit. Felix und Loretta finanzierten sich Ende der 1960er und in den 1970er Jahren mit dem Tätowieren ausgedehnte Reisen mit ihren vier Kindern Ama, Aia, Filip und Ajja.
Diese Jahre unterwegs waren genährt von künstlerischer Neugier und bildeten die Grundlage für einen einzigartigen familiären Kosmos.
Die Ausstellung (Leu Art Family. Caresser la peau du ciel) zeichnet anhand von Werken aller Familienmitglieder ein Bild dieses besonderen Universums.
Big City Life

Cartoonmuseum, Poster "Big City Life". © Gabriella Giandelli «Tutto L’anno» 2014 (detail)
Die Ausstellung „big City Life“ zeigt Originale von Comicschaffenden, die in oder von der Grossstadt handeln.
Die Ausstellung fokussiert auf formale und inhaltliche Vielfalt zeitgenössischer Autorencomics und versammelt Künstler*innen aus Europa und den USA.
Sie betrachten die Stadt eigenwillig und vielseitig. So vielfältig wie die Themen sind die Techniken,in denen die Werke ausgeführt wurden.