Der Grosse St. Bernhard als Bildergeschichte


Eduoard Castres( 1831-1902), Napoleon am Bernhardinerpass. Militärmuseum Morges.

Der Pass ist mit dem Hospiz auf dem Grossen St. Bernhard ebenso eng verbunden wie die Chorherren mit Barry, dem Rettungshund. Geschichtlich und durch die Bilder, die den Ruf dieses mythischen Ortes, eine der unumgänglichen Passagen zwischen Nordwesteuropa und dem Mittelmeer, verbreitet haben.

Ein bedeutender Bestand an antiken Gravuren wurde geschaffen und in Ausstellungen und Veröffentlichungen bekannt gemacht.

Die Ausstellung lässt uns symbolträchtige Orte der Alpenpassage – vom Genfer See bis nach Aosta – das Hospiz, die Chorherren und die Hunde, aber auch das napoleonische Abenteuer im Jahr 1800 wiederentdecken.

Die Sprache der Welschschweiz


Plakat der Ausstellung. Foto/Photo: TES

Die Ausstellung zeigt die vergessene Sprache und den Wortschatz der Alpen und der Welschschweiz. Die Erinnerung der Walliser Mundart wird wach.

Im Patois-LAND, dem künstlichen Land der wiedergefundenen Wörter, entsteht eine Welt mit knirschenden Bildern und mit Schabernack, der die Geschichte eines Idioms erzählt.

Im Rampenlicht dieser Ausstellung steht das Patois, dessen wissenschaftliche Bezeichnung «frankoprovenzalische Sprache» lautet.

Mit seinem präzisen, üppigen Wortschatz, den blumigen Ausdrücken und Redewendungen findet der Volksmund selten Entsprechungen im Register der offiziellen Landessprachen.

Den immateriellen Wert des Patois kann man dank dieser Ausstellung geniessen und wieder erleben.

 

CharakterTypen und Swiss Style


(Nederlands) Plakat CharakterTypen. Papiermuseum Basel

In keinem anderen Jahrhundert seit der Erfindung des Buchdrucks gab es in Druckereien so fundamentale Umwälzungen wie im 20. Jahrhundert. Und mit der Technik wandelte sich auch die grafische Gestaltung nicht weniger radikal.

Neue Drucktechniken eröffneten eine bisher nicht gekannte Freiheit in der Textgestaltung und neue      Ausdrucksformen, mit Schrift und Satz umzugehen.

Doch schon vor diesen Umwälzungen in den 1950er-Jahren, bildete sich in der Schweiz ein wiedererkennbarer typografischer Stil heraus, der unter den Bezeichnungen Schweizer Typografie und Swiss Style internationale Bekanntheit erlangte und bis in unsere Gegenwart hinein wirkt.

Die damals entwickelten Gestaltungsrichtlinien gelten noch bis heute als modern.

Für die Entstehung dieses Stils kamen wesentliche Impulse aus Basel: Einerseits durch das beachtenswerte typografische Schaffen und der hervorragenden Ausbildung, andererseits durch die in Basel und Region erschaffenen Schriften, darunter die Helvetica.

Der aufkommende Fotosatz in den 1970er- und 1980er-Jahren veränderte den Prozess des grafischen Gestaltens vollends.

Diese Impulse haben  ihren Einfluss auf das zeitgenössische Schaffen hinterlassen. Die Ausstellung schliesst daher mit einem Blick auf das Heute.

Die Präsentation besteht aus zwei Teilen: Grundsätzliche Aspekte der Typografie und

die Entstehung der Schweizer Typografie und ihre Auswirkungen auf das zeitgenössische Schaffen.

Le Corbusier und die Farbe


Le Corbusier und die Farbe. Foto: Pavillon Le Corbusier, Zürich

Le Corbusier (1887–1965) setzte in all seinen Schaffensphasen Farbe als raumbildendes und identitätsstiftendes Element ein. Die Ausstellung widmet sich seinem Umgang mit Farbe.

Mit Fotografien, Originalen, Plänen und grossformatigen Installationen zeichnet die Ausstellung die wichtigsten Stationen der Polychromie.

Er machte die Farbe zum integralen Bestandteil seiner architektonischen Konzeption und entwickelte darauf abgestimmte Farbklaviaturen.

Drei grossformatige Installationen bieten darüber hinaus ein sinnliches Farberlebnis.Polychromie:

Durch gezielten Farbeinsatz liess er einzelne Wandscheiben hervortreten oder zurückweichen. Oder er strich bewusst alle Oberflächen eines Raums mit der gleichen Farbe, um ihn als Bestandteil eines traditionellen Wohnbereichs zu identifizieren.

In seinem legendären Zürcher Vortrag im Jahr 1938 legte Le Corbusier das theoretische Fundament seiner «puristischen» Polychromie offen.

Nach dem zweiten Weltkrieg kam der Farbe in seinem Werk eine neue Bedeutung zu. Sie diente fortan der Flächengliederung und wurde im weitesten Sinne zu einem Ornament.

Der Architekt setzte kräftigere Töne im Zusammenspiel mit naturbelassenen Materialien wie Beton, Backstein oder Holz ein.

Im Untergeschoss werden die verschiedenen Stationen der Farbgestaltung in Le Corbusiers Oeuvre nachgezeichnet:

Von den ersten Versuchen in La Chaux-de-Fonds über die berühmten Wohnhäuser der 1920er-Jahre führt die Ausstellung zu späteren Grossbauten wie der Unité d’habitation in Marseille und zeigt den Entstehungsprozess der als Werkzeug gedachten Farbklaviaturen und ornamentalen Wanddessins.

 

Bruce Conner


Bruce Conner, A Movie. 1958. Courtesy Kohn Gallery and Connor Family Trust@ Connor Family Trust

Bruce Conners (1933-2008) Haltung zur Kunstwelt und sein Ruf als Vater des Videoclips sind legendär. Sein Schaffen in vielen Medien ist von einer grossen sinnlichen Kraft.

Die Ausstellung Light out of Darkness stellt sein filmisches Schaffen ins Zentrum, u.a. A Movie, Report, Mea Culpa, Crossroads, Monologo und Looking for Mushrooms.

Srefan Zweig und Martin Bodmer


Johann C. F. Hölderlin, Burg Tübingen, [vers 1790] © Fondation Martin Bodmer / Naomi Wenger.Graphisme : Karen Ichters

Stefan Zweig (1881 – 1942) war ein erfolgreicher Schriftsteller und Sammler von literarischen Manuskripten.

Diese Sammlung umfasst Entwürfe berühmter oder unveröffentlichter Werke, vorbereitende Notizen, persönliche Briefe, sogar für die Druckerei bestimmte Manuskripte, von Schriftstellern der Renaissance bis hin zu seinen Zeitgenossen.

1934 ins Exil gezwungen, entschloss sich Zweig, sich von seiner Sammlung zu trennen und wandte sich an den Wiener Buchhändler Heinrich Hinterberger, mit dem er den Verkauf der Manuskripte von London aus organisierte.

Den grössten Teil der Sammlung erwarb der Schweizer Bibliophile Martin Bodmer (1899 – 1971). Die Zweig-Sammlung blieb damit weitgehend erhalten.

Die Ausstellung (De Stefan Zweig à Martin Bodmer) bietet die Möglichkeit, einige der schönsten Texte von Autoren des literarischen Weltkulturerbes zu sehen.

Fleisch


Foto: Nationalbibliothek Zürich

Die Ausstellung folgt das Fleisch vom Teller über die Metzgerei und den Schlachthof bis in den Stall.

Dabei wird zeigt, was im Fleisch steckt, woher es kommt und wo seine Zukunft liegt. Frei nach dem Bonmot «Man ist, was man isst», verändert sich mit dem Menüplan auch unser Selbstverständnis. Diesem Wandel spürt die Ausstellung nach

In Anbetracht von Klimawandel und Tierrechtsdebatte wird der Biss in den Cervelat oder den Grillkäse zur Frage nach der Identität.

In der multimedialen Ausstellung dreht sich alles um das Innenleben von Fleischtigerinnen und Veganern. Denn Fleisch geht uns alle an.

Life


Durch den Einbezug einer Vielzahl von Perspektiven lädt Olafur Eliasson (1967) dazu ein, zukünftige Formen der Koexistenz zu erarbeiten.

Für seine Einzelausstellung in der Fondation Beyeler verwandelt der Künstler das Museum für eine immersive und grenzüberschreitende Erkundung unserer Vorstellungen von Natur und Kultur.

Life bietet die Möglichkeit alle Sinne zu aktivieren. Durch die Gerüche der Pflanzen und des Wassers, die Geräusche der Umgebung, die Feuchtigkeit in der Luft werden die Besuchenden immer wieder angeregt, mehr als nur den Sehsinn zu benutzen, um das Kunstwerk zu erkunden.

Die Ausstellung lädt zu einer „Panorama-Wahrnehmung“ innerhalb der Landschaft ein. Es wird suggeriert, dass das, was sich hinter, neben oder über befindet, genauso wichtig ist wie das, was räumlich oder zeitlich direkt vor uns liegt.

Unter der Lupe


In der Römerstadt Augusta Raurica (Augst, Basel-Landschaft) ist 2016 bei einer Notgrabung ein spektakulärer Bleisarg aus römischer Zeit gefunden worden.

Der ausserordentliche Fund wurde in der Zwischenzeit von zahlreichen Wissenschaftler*innen eingehend untersucht. Die Forschungsresultate erlauben einen Einblick in das Leben einer wohlhabenden Frau vor 1700 Jahren.

Die Ausstellung  zeigt die fachübergreifende Zusammenarbeit der archäologischen und anderen Wissenschaften.

Da Bleisärge aus römischer Zeit aber sehr selten sind, war die Entdeckung eines solchen im Spätsommer 2016 eine Sensation.

Särge aus Blei waren in römischer Zeit teuer und daher wohlhabenden Persönlichkeiten vorbehalten. In Augusta Raurica sind bisher nur vier Exemplare bekannt. Umso grösser war die Überraschung, dass sich der Neufund beinahe intakt zwischen den Fundamenten der neuzeitlichen Häuser und Leitungsgräben erhalten hatte.

Angestossen von diesem in verschiedener Hinsicht aussergewöhnlichen Fund, wurden breit angelegte Untersuchungen in die Wege geleitet

Dank der zahlreichen Analysen der einzelnen Artefakte konnte so eine Brücke von den antiken Objekten zur modernen Wissenschaft und zu aktuellen Fragestellungen geschlagen werden.

Aurelio Amendola


Aurelio Amendola, Giorgio de Chirico - Roma, 1973. © Aurelio Amendola

Aurelio Amendola (1938), der international berühmte Fotograf und Mitglied der Accademia delle Arti del Disegno (Florence), hat seinen Namen mit der Kunst verknüpft.

Im Laufe seiner Schaffenszeit hat er die wichtigsten Vertreter der Avantgardeströmungen des 20. Jahrhunderts porträtiert, darunter De Chirico, Lichtenstein, Pomodoro und Warhol.

Er pflegt zu vielen Künstlern Beziehungen. Daraus entstanden bedeutende monografische Arbeiten über moderne Bildhauer und Maler wie Marini, Burri, Manzù, Fabbri, Ceroli, Vangi und Kounellis.

Ein origineller Aspekt von Amendolas Fototalent ist seine Arbeit an der Skulptur. Unter anderem dokumentierte er bekannte Statuen der italienischen Renaissance und von Michelangelo.

Amendola ist der einzige Fotograf weltweit, der das Privileg hatte, das Gesamtwerk eines der grössten Meister aller Zeiten aufzunehmen, und er widmete ihm fünf Bücher.

Das Publikum kann in der Ausstellung zum Beispiel die exklusiven Aufnahmen der drei Pietà-Skulpturen von Michelangelo bewundern – die Pietà Rondanini im Castello Sforzesco in Mailand, die Pietà in Santa Maria del Fiore in Florenz und die berühmte Vatikanische Pietà im Petersdom.