Kanton Nidwalden

Die Namen Unterwalden, Obwalden und Nidwalden tauchen bereits im 13. Jahrhundert in Urkunden auf. Unterwalden bedeutet „im Wald“ oder „inter silvas“ auf Latein. 1309 verlieh Heinrich VII. (1273-1313) dem „Unterwalden“ die Reichsunmittelbarkeit.

Der offizielle Name von Nidwalden in der Bundesverfassung war bis 1999 Unterwalden nid dem Wald.

Die Bauerndörfer erhielten den gleichen Status wie Städte. Dies war damals etwas  sehr Aussergewöhnliches. Es zeigt auch, dass diese Gemeinden bereits über ein hohes Mass an Selbständigkeit und finanziellen Mitteln verfügten.

1291-1798

Im Laufe des 14. Jahrhunderts entstanden die Orte Obwalden und Nidwalden. Sie werden auch in einem Bundesbrief von 1315, nach der Schlacht von Morgarten, erwähnt.

Diese Orte hatten nur eine Stimme in der Tagsatzung mit den anderen Mitgliedern der (späteren) Eidgenossenschaft. Dies blieb bis 1798 (Helvetische Republik). Obwalden und Nidwalden wechselten den Sitz in der Tagsatzung ab.

Beide Orte haben den gleichen historischen Hintergrund (Frühgeschichte, Kelten, Römer, gallorömische Kultur und Alemannen). Die alemannische Sprache und Kultur hatte die gallorömische Kultur um 900 abgelöst.

Nidwalden folgte weitgehend der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung von Obwalden.

Die wichtigsten Herrscher waren das Kloster Murbach aus Luzern, das Kloster Engelberg und bis 1173 die Grafen von Lenzburg. Im dreizehnten Jahrhundert war auch hier Habsburg die wichtigste Macht.

Nach der Eröffnung des Gotthardpasses waren Viehzucht und Handel die wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten.

Der Export von Vieh und Viehprodukten nach Italien sowie Import von landwirtschaftlichen Produkten aus der Bodenseeregion und Italien wurde zunehmend wichtiger. Luzern und Zürich waren die wichtigsten Marktplätze.

Die Landsgemeinde wurde die politische Organisation im 14. Jahrhundert. Sie wurde 1996 aufgehoben. Nidwalden folgte Uri und Schwyz in der Eroberung und Verwaltung der italienischen Untertanengebiete von 1403 bis 1798.

1798-1848

Nidwalden leistete auch starken Widerstand gegen die Helvetische Republik (1798-1803) und die Eidgenossenschaft von 1815. Truppen der Eidgenossenschaft besetzten Nidwalden, worauf der Kanton seine Zustimmung gab. Das Gebiet des Klosters Engelberg wurde jedoch als Sanktion an Obwalden abgetreten.

Der Kanton war eine katholische Bastion der Gegenreformation und blieb dies bis zum Sarnerbund (1832) und Sonderbund (1845) und dem Sonderbundskrieg (1847).

Die Fahne

Der Ursprung des Doppelschlüssels im Wappen von Nidwalden liegt wahrscheinlich im Siegel, das bereits im 14. Jahrhundert zum Besiegeln von Urkunden verwendet wurde.

Eine andere Erklärung ist der Schlüssel des heiligen Petrus, den Nidwalden als direkter Nachfahre der Römer und des ersten Bischofs von Rom führte.

Der kriegerische Papst Julius III. (1443-1513) gab dieser Legende nach 1512 seinen Segen als Anerkennung für die militärische Unterstützung Nidwaldens für seinen Feldzug in Italien.

Dieses militärische Abenteuer führte bekanntlich zur Niederlage bei Marignano im Jahre 1515. Tausende von Eidgenossen und Nidwaldern waren damals dringend auf den Schlüssel von St. Peter angewiesen.

(Quelle: B. Meier, Von Morgarten bis Marignano, Baden 2015; www.nidwalden.ch).

Korrektur: Melinda Fechner

Das Attisholz-Areal

Während 130 Jahren wurde auf dem Attisholz-Areal (Kanton Solothurn) industriell Cellulose und Papier produziert. Die Fabrik schloss 2016 seine Türen. Auf der grössten Industriebrache der Schweiz ist jedoch seit 2018 neues Leben erwacht.

Mit der Öffnung 2018 haben sich vielfältige Angebote auf dem Areal etabliert. Mit Live-Konzerten in der Attisholz-Arena, wechselnden Ausstellungen, Street-Art, Restaurants und grossen Freiräumen wird das Areal mit allen Sinnen erlebbar.

In den nächsten zwanzig bis dreissig Jahren entsteht ein Ort an der Aare  für Wohnungen, Arbeit, Forschung, Bildung, Kultur, Kunst, Erholung und Unterhaltung. Attisholz is ausserdem nur fünf Kilometer entfernt von der Stadt Solothurn

(Quelle: Attisholz Areal/Halter AG, Riedholz).

Die Auenlandschaft und das Naturschutzgebiet

Die Entstehung der direkten Demokratie

Die Entstehung der direkten Demokratie in der Schweiz lässt sich nicht einfach als organische Entwicklung verstehen, die von der vormodernen und mittelalterlichen Landsgemeinde zur Verankerung der Volksrechte wie Referendum und Initiative in den Kantonsverfassungen (1830-1870) und später in der Bundesverfassung (1874 und 1891) führt.

Diesem Deutungsmuster wird eine alternative Sichtweise entgegengestellt. Sie begreift die Entstehung der direkten Demokratie als Resultat politischer und sozialer Kämpfe und versucht die «soziale Logik» der vielgestaltigen Protestbewegungen zu entschlüsseln.

Im Zentrum stehen die Erfahrungen, Wahrnehmungsweisen, Interessenlagen und Bedürfnisstrukturen der historischen Akteure aus den unteren Gesellschaftsschichten. Diese erscheinen nicht nur als passive Objekte, sondern auch als Agierende und Reagierende.

Die Studie umfasst den Zeitraum von der Spätaufklärung bis 1874–1891. Der Schwerpunkt liegt auf dieser Zeit, in der sich Ansätze zur repräsentativen und direkten Demokratie parallel entwickeln. Schliesslich wird gezeigt, wie diese plebiszitären Instrumente ausgebaut werden und zur Verankerung des fakultativen Gesetzesreferendums und der Volksinitiative in der revidierten Bundesverfassung von 1874 und 1891 führen.

Zudem werden die Defizite der schweizerischen Demokratieentwicklung im 20. Jahrhundert aufgezeigt.

(Rolf Graber, Demokratie und Revolten. Die Entstehung der direkten Demokratie in der Schweiz, Zürich, 2017).

Die Reuss, Habsburg und Wildleben

Die Reuss ist ein rund 160 Kilometer langer Fluss mit zwei Quellen: dem Gotthardpass und dem Furkapass. Er ist zwar nicht der längste Fluss der Schweiz, aber er hat einen respektablen Rekord.

Sie fliesst zum Beispiel durch die Schöllenenschlucht. Bis ins 13. Jahrhundert war diese Schlucht ein unüberwindbares Hindernis für die Überquerung des Gotthards.

Doch für die Urner war kein Hindernis zu gross. Um 1230 wurden Brücken errichtet, eine technische Meisterleistung der damaligen Zeit. Der Handel (und die Eroberung) italienischer Gebiete auf der anderen Seite des Gotthards begann.

Habsburg, damals formaler Herrscher dieses Gebietes, zeigte infolgedessen grosses Interesse an dieser unwirtlichen Region. Dies führte zu Niederlagen gegen die ersten Eidgenossen in den Jahren 1315 und 1386. 

Die Reuss mündet bei Flüelen in den Vierwaldstättersee und fliesst in der Nähe der Stadt Luzern wieder aus. Auch Luzern lag im Einflussbereich der Habsburger. Der Italienhandel, der Wohlstand und die militärischen Erfolge der jungen Eidgenossenschaft führten dazu, dass die Stadt 1332 diesem Bündnis beitrat. Die Reuss und der Vierwaldstättersee waren zu wichtigen Handelswegen geworden.

Der Fluss setzte seinen Lauf in Richtung Norden im  Aargau fort. Auch dieses Gebiet gehörte bis 1415 zu Habsburg. In diesem Jahr eroberten es die Eidgenossen und regierten den Aargau als Untertanengebiet in Gemeiner Herrschaft von acht Kantonen (Uri, Luzern, Zürich, Bern, Zug, Schwyz, Unterwalden, Glarus).

Die schönen mittelalterlichen Städtchen Bremgarten und Mellingen sowie die Klöster (z.B. bei Hermetschwil und Bremgarten) zeugen noch heute von dieser habsburgischen Vergangenheit. Das alte Stadttor von Mellingen z.B. trägt das Wappen dieser acht Kantone, mit dem Doppeladler von Habsburg in der Mitte.

Obwohl die Eidgenossenschaft bereits im 15. Jahrhundert ein unabhängiges Bündnis souveräner Kantone (Orte) war, wurde der Kaiser von Habsburg weiterhin formell anerkannt. Denn in dieser zutiefst religiösen Zeit war es Blasphemie, einen von Gott ernannten und gesalbten oder gekrönten Herrscher zu stürzen. Aus diesem Grund hat die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen König Philipp II. in der Union von Utrecht (1581) formell anerkannt.

Die Reuss kümmert sich nicht um diese Entwicklungen und mündet bei Windisch (Kanton Aargau) in die Aare. Ein Spaziergang zwischen Mellingen und Bremgarten entlang der Reuss führt nicht nur in diese habsburgische und eidgenössische Vergangenheit, sondern auch in die Gegenwart schöner Naturgebiete.

Die Reussebene ist ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung und als solches im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN), L’Inventaire fédéral des paysages, sites et monuments naturels (IFP) enthalten. Er reicht bis zur Mündung in Windisch.

Zu Recht, wie unter anderem das Eichenwaldreservat Emaus, die Rüsshalde Stetten, der Foort Eggenwil, der Flachsee bei Unterlockhofen und Rottenschwil und die Moor- und Waldgebiete zeigen.

Biber und Eisvögel begleiten die Wanderer entlang der Reuss. Entlang der gesamten Strecke sind Bäume zu sehen, die von Bibern gefällt wurden. Schilfbeete mit Schwärmen von Wasservögeln haben sogar ein niederländisches Flair.

An manchen Stellen kann sich der Wanderer sogar in der kanadischen Wildnis oder in den Rocky Mountains wähnen.

Eine weitere Empfehlung für diese Wanderung ist der geringe Höhenunterschied zwischen Mellingen und Bremgarten. Nur in Mellingen muss man einen steilen Hügel überwinden, danach ist es eine flache Etappe.

Der Schweizer Alpen-Club (SAC)

Der Schweizer Alpen-Club (SAC) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet (und anderswo im Land).

Obwohl der Name anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur Skitouren, Bergsteigen und andere Sportarten im Hochgebirge und in den Alpen, sondern auch (Wander-)Aktivitäten in anderen Regionen.

(Quelle und weitere Informationen: www.sac-cas.ch).

Korrektur: Melinda Fechner

Kanton Wallis

Der Kanton Wallis (Valais) wurde 1815 Mitglied der Eidgenossenschaft der zweiundzwanzig Kantone.

Bis zur französischen Invasion im Januar 1798 bildete die Republik der Sieben Zenden (Gemeinde) im Oberwallis (Haut-Valais) die politische Verwaltung (mit sieben Sternen im Wappen des Wallis). Diese Republik herrschte von 1476 ebenfalls über das Unterwallis, den westlichen Teil des heutigen Kantons, bis nach St. Gingolph.

Geschichte bis 14. Jahrhundert

Die erste gut nachvollziehbare Geschichte des Wallis geht, wie in allen Kantonen, auf die Kelten zurück. In dem Gebiet von den Furkapas bis St. Gingolph Nantuates bewohnten Nantuates, Verager, Seduner und Uberer das Gebiet.

Nach der römischen Herrschaft und Provinz emigrierte um 440 der Stamm der Burgunder, ein Stamm aus der Nähe von Worms in Deutschland (davor aus der Insel Bornholm auf der Ostsee).

Sie übernahmen die lokale Sprache (Vulgärlatein und Vorläufer des Französischen) und gründeten das (erste) burgundische Königreich (bis 534). Danach herrschten die Franken bis zum Zusammenbruch des karolingischen Reiches im Jahr 888.

Bis 1032 fiel das Gebiet unter das zweite burgundische Königreich. In dieser Zeit kamen immer mehr (deutschsprachige) Einwohner ins Oberwallis.

Von dort aus siedelten mehr und mehr Menschen in Richtung Westen um, so dass sich die Sprachgrenze immer weiter verschob. Ab dem dreizehnten Jahrhundert wanderten die Walser nach Osten und Süden aus. Politisch fiel das Gebiet ab 1032 unter das Heilige Römische Reich.

1400-1798

In diesem Reich waren die lokalen Machthaber die wirklichen Herrscher. Im Wallis waren dies die (französischsprachigen) Herzöge von Savoyen mit Sitten als Bischofsstadt. Die deutschsprachigen Zenden im Oberwallis widersetzen sich dieser Vorherrschaft in den kommenden Jahrhunderten.

Zur Zeit der Burgunderkriege (1474-1477) wurde Savoyen für immer aus dem Gebiet vertrieben. Dann entstand die Republik der sieben Zenden (Goms, Brig, Sitten, Visp, Raron, Siders, Leuk) mit dem (französischsprachigen) Unterwallis als Untertanengebiet, bis 1798.

Sitten, Salle du Grand Conseil

1798 bis 1815

Von 1798 bis 1815 hatte das Wallis sechs verschiedene politische Formen. Das Unterwallis wurde am 5. Februar 1798 offiziell dem Oberwallis gleichgestellt, und am 16. März wurde die Republik der zehn Zenden gegründet, sieben alte und drei neue Gemeinden des Unterwallis: Monthey, Saint-Maurice und Entremont.

Dies dauerte nicht lange, denn am 6. Mai endete die Unabhängigkeit dieser Republik und das Gebiet fiel als Kanton ohne Unabhängigkeit unter die Helvetische Republik.

Am 5. September 1802 hörte auch diese politische Einheit auf zu existieren, und das Wallis wurde zu einer unabhängigen Republik, die in 12 Zenden aufgeteilt wurde (mit der Hinzufügung von Martigny und Hérémence aus dem Unterwallis).

Natürlich unter französischer Aufsicht, aber als unabhängiger Staat, auch getrennt von der Konföderation von 1803-1813 (Mediationsakte).

Sitten, Kantonsgebäude Regierung und Parlament

Am 12. November 1810 hörte auch diese Republik durch ein französisches Dekret auf zu existieren und das Departement Simplon wurde zur Tatsache (der Simplonpass und der Grosse St. Bernhard-Pass waren für Napoleon strategisch wichtige Wege).

Mit der Niederlage Napoleons 1813 und dem Einmarsch der österreichischen Truppen zerfiel dann auch diese Republik am 31. Dezember 1813.

1815 wurde das Wallis zum Kanton der Eidgenossenschaft. Der Kanton war nicht nur zweisprachig, sondern auch religiös geteilt.

Das ehemalige Untertanengebiet Unterwallis forderte die gleichen Rechte wie das Oberwallis in der Verwaltung und im Parlament des Kantons und keine Wiederherstellung des Ancien Régime.

Das Unterwallis gewann, teilweise dank der Unterstützung aus England und Österreich (Wiener Kongress 1814-1815).

Auch die „alten“ Kantone des Bundes waren geteilt. Schliesslich waren sie sich einig und das Wallis wird am 4. August 1815 ein neuer Kanton der Konföderation.

Die Flagge

Die dreizehn Sterne im Wappen des Wallis symbolisieren die dreizehn Zenden bzw. die heutigen Bezirke des Kantons; die sieben Alten und die sechs Neuen aus dem Unterwallis. Conthey wurde am 4. August 1815 hinzugefügt.

(Quelle: G. Andrey, La Suisse Romande, une histoire à nulle autre pareille !, Pontarlier, 2012).

Korrektur: Melinda Fechner

Svizra Rumantscha in Bern

Das Kunstwerk “Svizra Rumantscha’ hängt seit Dezember 2021 im Haus der Kantone in Bern. Das Werk zeigt die Namen der rund 2200 Gemeinden der Schweiz auf Romanisch.

Der Künstler Donat Caduff hat die rund 2200 Namen übersetzt. Für die meisten von ihnen gab es bisher keine romanische Bezeichnung. Das Kunstwerk erinnert an die Bedeutung dieser Sprache für die sprachliche Vielfalt in der Schweiz und an das wertvolles Erbe der ganzen Schweiz.

Die Wanderausstellung ‘Rumantsch è….’ ist zugleicherzeit bis Anfang März im Rathaus in Chur zu sehen. Die Ausstellung präsentiert die Romanische Sprache und ihre Idiomen in den vier Landessprachen. Die Ausstellung kann auch online erlebt werden.

Quelle und weitere informationen: www.rumantsch-e.ch).

Kloster St. Martin bei Hermetschwil

Das Benediktinnerinenkloster St. Martin liegt im Freiamt Bremgarten (Kanton Aargau). Die im Jahr 1082 gegründete Klosteranlage ist eine der eindruckvollsten Kulturstätten in der Region.

Die Anfänge der Abtei gehen auf das Doppelkloster Muri zurück (Gründung im Jahr 1027). Dieses Kloster erhielt 1083 im Zuge der Hirsauer Reform zusätzlich einen Frauenkonvent und wandelte sich somit zu einem Doppelkloster. Ein monastisches Quorum und eine klösterliche Gleichberechtigung avant la lettre.

Die Gründung erfolgte 1082 durch Abt Giselbert. Die ersten Schwester stammten im 12. Jahrhundert aus dem mit St. Blasien im Schwarzwald (Gründung im 9. Jahrhundert) verbundenen Frauenkloster Berau (nahe Waldshut).

In der Zeit der Reformation im Kanton Aargau (um 1530) wurde das Kloster aufgehoben. Das Kloster erhielt 1973 seine volle Existenzberechtigung zurück und darf seither wieder Novizinnen aufnehmen.

Die Abtei liegt am linken Reussufer, nördlich des Dorfes Hermetschwil.

Vermagodunon wird Bremgarten

Die Stadt Bremgarten (Kanton Aargau) wurde im frühen 13. Jahrhundert von den Habsburgern gegründet. Schon vorher standen an ihrer Stelle zwei Siedlungen und eine Burg.

Der Name Bremgarten leitet sich vom Keltischen Vermagodunon her, was etwa so viel wie ‘grosse befestigte Anlage auf dem freien Feld bedeutet’.

Die Stadt erlebte im 15. und 16. Jahrhundert eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit. Das Kloster St. Klara, die Herrschaft über das Gebiet im Kelleramt, der Handel, das Gewerbe, der Wochenmarkt und die Jahrmärkte prägten die Stadt.

Als die Konföderation (die Eidgenossenschaft) 1415 den Aargau eroberte, wurde auch Bremgarten eine Untertanenstadt. Sie behielt jedoch eine weitgehende Selbständigkeit. 1803 wurde die Stadt dem neu geschaffenen Kanton Aargau zugeteilt.

(Quelle: www.freiamt.ch).

Korrektorin Melinda Fechner

Das Käppelijoch auf der Mittleren Brücke

Dem Käppelijoch auf der Mittleren Brücke in Basel  ist schon immer eine besondere Bedeutung zugekommen. Das Relief über dem Gitter zeigt einen Bischof mit einem zweibogigen Objekt in der Hand. Er ist flankiert von vier Engeln mit Kreuz und Lanze. Sie symbolisieren den göttlichen Schutz.

Fürstbischof Heinrich von Thun, Bischof von 1216 bis 1238, gilt als treibende Kraft hinter dem Bau der Brücke im Jahr 1225.

Das Standbild wurde im Jahr 1920 von Alfred Peter (1877-1959) geschaffen und ersetzt eine ältere Darstellung von Ferdinand Preckle (1823-1863) von 1857.

Auf der Kleinbasler Seite des Rheines hatte man schon im Mittelalter Pfeiler (genannt „Joche“) aus Stein erstellt. Auf dem fünften und damit äussersten Steinpfeiler war das Käppelijoch errichtet worden. Mit dem Bärenfelser Joch wurde 1457 ein zusätzlicher Steinpfeiler in den Rhein gebaut, womit die Kapelle nicht länger auf dem äussersten Steinpfeiler stand.

Der Bau der Brücke war Bestandteil der regionalen Machtpolitik. Kleinbasel und Grossbasel waren zu dieser Zeit noch keine Einheit (Sie wurden erst im Jahr 1392 vereinigt). Kleinbasel gehörte (bis 1803) zum Bistum Konstanz und deshalb Erzbistum Mainz, Fürstbistum Basel zum Erzbistum Besançon.

Anfänglich bestand der Käppelijoch aus Holz. 1478 trat eine steinerne Kapelle an seine Stelle. 1905 wurde die Brücke ersetzt. Das originale Käppelijoch steht heute im Basler historischen Museum, eine Kopie erhebt sich auf dem mittleren Brückenpfeiler.

Das Gitter dient heute mit zahlreichen Liebesschlössern der Liebe. Im Mittelalter diente es jedoch als Ort, wo verurteilte durch Ertränken hingerichtet wurden.

Quelle: www.altbasel.ch; D. Heitz, Stadtjäger. Ein Spaziergang zu Basels versteckten Besonderheiten, Basel 2021).

Aargau, die Grafschaft Baden und der Grenzstein im Dominiloch

Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen im Jahr 1415 wurde die alte Grafschaft Baden von den acht Orten der Eidgenossenschaft verwaltet.

Die Grafschaft war im 11. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Lenzburg, ab 1173 der Grafen von Kyburg und ab 1264 der Grafen von Habsburg. Der Name Grafschaft Baden blieb nach 1415 erhalten.

Die drei anderen Regionen im Aargau waren: der Berner Aargau, das Freie Amt und das Fricktal. Das Freie Amt und die Grafschaft Baden waren eine gemeine Herrschaft der acht Orte.

Die Eidgenossen setzten zu ihrer Verwaltung eigene Landvögte ein. Organisatorisch war die Grafschaft Baden in Ämter aufgeteilt, denen jeweils ein vom Landvogt bestimmter Untervogt vorstand. Die Untertanen besassen keine politische Mitsprache. Unter der Aufsicht der Landvögte konnten sie allerdings relativ autonom schalten und walten.

Sammlung: Historisches Museum Baden. Grafik Susanne Mangold

Die Grafschaft Baden war in acht innere und drei äussere Ämter gegliedert. Die inneren Ämter waren Birmenstorf, Dietikon, Ehrendingen, Leuggern, Gebenstorf, Rohrdorf, Siggenamt und Wettingen. Die äusseren Ämter waren Kaiserstuhl, Klingnau und Zurzach.

Die Städte Baden, Bremgarten und Mellingen verwalteten sich selbst und  besassen eigene Gerichte und herrschten auch über einige Nachbardörfer. Auch die Klöster Wettingen und St, Blasien, die Johanniterkommende Leuggern und der Bischof von Konstanz besassen Gerichtsherrschaften.

Matthäus Merian (1593-1650), Baden, um 1642. Sammlung: Historisches Museum Baden

Die acht alten Orte der Eidgenossenschaft stellten den Landvogt. Ab 1712, nach der Niederlage der katholischen Orte im Zweiten Villmergerkrieg, regierten nur noch die drei reformierten Orte Zürich, Bern und Glarus. Die Landvögte residierten in Baden. Dort fanden oft die Tagsatzungen statt.

Aus der Grafschaft Baden wurde 1798  der Kanton Baden der Helvetischen Republik. 1803 ging dieser Kanton Baden im neu gegründeten Kanton Aargau auf.

Der Grenzstein im Dominiloch, gegenüber dem Kloster Hermetschwil und entlang der Reuss, trennte bis 1798 den Stadtstaat Zürich von der Grafschaft Baden. Der Grenzstein steht heute nicht mehr auf der Grenze,  bleibt jedoch ein wichtiger Zeuge der gemeinen Herrschaft der Eidgenossen im Aargau von 1415 bis 1798.

(Quelle: Historisches Museum Baden; www.aargau.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner