Kanton Nidwalden
2 Februar 2022
Die Namen Unterwalden, Obwalden und Nidwalden tauchen bereits im 13. Jahrhundert in Urkunden auf. Unterwalden bedeutet „im Wald“ oder „inter silvas“ auf Latein. 1309 verlieh Heinrich VII. (1273-1313) dem „Unterwalden“ die Reichsunmittelbarkeit.
Der offizielle Name von Nidwalden in der Bundesverfassung war bis 1999 Unterwalden nid dem Wald.
Die Bauerndörfer erhielten den gleichen Status wie Städte. Dies war damals etwas sehr Aussergewöhnliches. Es zeigt auch, dass diese Gemeinden bereits über ein hohes Mass an Selbständigkeit und finanziellen Mitteln verfügten.
1291-1798
Im Laufe des 14. Jahrhunderts entstanden die Orte Obwalden und Nidwalden. Sie werden auch in einem Bundesbrief von 1315, nach der Schlacht von Morgarten, erwähnt.
Diese Orte hatten nur eine Stimme in der Tagsatzung mit den anderen Mitgliedern der (späteren) Eidgenossenschaft. Dies blieb bis 1798 (Helvetische Republik). Obwalden und Nidwalden wechselten den Sitz in der Tagsatzung ab.
Beide Orte haben den gleichen historischen Hintergrund (Frühgeschichte, Kelten, Römer, gallorömische Kultur und Alemannen). Die alemannische Sprache und Kultur hatte die gallorömische Kultur um 900 abgelöst.
Nidwalden folgte weitgehend der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung von Obwalden.
Die wichtigsten Herrscher waren das Kloster Murbach aus Luzern, das Kloster Engelberg und bis 1173 die Grafen von Lenzburg. Im dreizehnten Jahrhundert war auch hier Habsburg die wichtigste Macht.
Nach der Eröffnung des Gotthardpasses waren Viehzucht und Handel die wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten.
Der Export von Vieh und Viehprodukten nach Italien sowie Import von landwirtschaftlichen Produkten aus der Bodenseeregion und Italien wurde zunehmend wichtiger. Luzern und Zürich waren die wichtigsten Marktplätze.
Die Landsgemeinde wurde die politische Organisation im 14. Jahrhundert. Sie wurde 1996 aufgehoben. Nidwalden folgte Uri und Schwyz in der Eroberung und Verwaltung der italienischen Untertanengebiete von 1403 bis 1798.
1798-1848
Nidwalden leistete auch starken Widerstand gegen die Helvetische Republik (1798-1803) und die Eidgenossenschaft von 1815. Truppen der Eidgenossenschaft besetzten Nidwalden, worauf der Kanton seine Zustimmung gab. Das Gebiet des Klosters Engelberg wurde jedoch als Sanktion an Obwalden abgetreten.
Der Kanton war eine katholische Bastion der Gegenreformation und blieb dies bis zum Sarnerbund (1832) und Sonderbund (1845) und dem Sonderbundskrieg (1847).
Die Fahne
Der Ursprung des Doppelschlüssels im Wappen von Nidwalden liegt wahrscheinlich im Siegel, das bereits im 14. Jahrhundert zum Besiegeln von Urkunden verwendet wurde.
Eine andere Erklärung ist der Schlüssel des heiligen Petrus, den Nidwalden als direkter Nachfahre der Römer und des ersten Bischofs von Rom führte.
Der kriegerische Papst Julius III. (1443-1513) gab dieser Legende nach 1512 seinen Segen als Anerkennung für die militärische Unterstützung Nidwaldens für seinen Feldzug in Italien.
Dieses militärische Abenteuer führte bekanntlich zur Niederlage bei Marignano im Jahre 1515. Tausende von Eidgenossen und Nidwaldern waren damals dringend auf den Schlüssel von St. Peter angewiesen.
(Quelle: B. Meier, Von Morgarten bis Marignano, Baden 2015; www.nidwalden.ch).
Korrektur: Melinda Fechner
