Die temporären Kunstwerke und -Projekte in situ für die dritte Art Safiental sind über das gesamte Safiental verteilt, von Valendas und Versam am Eingang des Tales über Tenna und Safien in der Mitte bis hin nach Thalkirch und Turrahus am Talende. Das Schwerpunktthema lautet Analog-Digital. Künstlerinnen und Künstler erschaffen Werke, die im Dialog stehen mit Natur und Umwelt. Die Werken machen auch Vorschläge für eine mögliche nächste Art Safiental, die neben Landschaft und Natur auch die Umwelt, Geschichte und die Gesellschaft einschliessen. (Weitere Informationen: www.artsafiental.ch).
Autor: Maarten Koning
Cressier eine katholische Enklave
Cressier ist ein Dorf mit rund 1 900 Einwohnern zwischen dem Neuenburger- und dem Bielersee am Rande des Kanals von Thielle.
Dieser Kanal verbindet beide Seen. Das Dorf unterscheidet sich wirtschaftlich nicht von den umliegenden Dörfern: der Weinbau ist eine wichtige wirtschaftliche Aktivität.
Das Dorf hat eine mittelalterliche Geschichte, die eng mit dem nahe gelegenen Le Landeron verbunden ist.
Die wohlhabenderen Bürger von Le Landeron bauten ihre Häuser in Cressier, das schliesslich eine unabhängige Gemeinde in der Grafschaft Neuenburg wurde.
Die wichtigste politische Entscheidung im Mittelalter war die Vereinbarung zwischen der (letzten) Gräfin von Neuenburg, Isabelle (1335-1395), und der Stadt Soleure im Jahre 1376. Als Mitglied der Eidgenossenschaft würde Soleure zur Zeit der Reformation katholisch und ein treuer Verbündeter Frankreichs bleiben.

Die mächtige Familie Vallier, die 1616 auch das imposante Schloss von Cressier errichten liess (siehe Swiss Spectator 18.09.2020 unter Denkmäler), garantierte sowohl den katholischen Glauben als auch das Verhältnis zum französischen König.
Die Nachfolger dieser Dynastie, die Familie De Roll ab 1716 und De Diesbach ab 1752, würden diese Beziehung mit dem französischen König aufrechterhalten, auch wenn der preussische König ab 1707 Prinz des Territoriums Neuenburg wurde.
Cressier würde ebenfalls eine katholische Enklave im protestantischen Neuenburg bleiben. Davon zeugt noch heute die katholische Kirche St. Martin von 1872. Sie ersetzte die mittelalterliche Kapelle.
Schloss Cressier
Jacob Vallier (1555-1623) wurde in Cressier in der Grafschaft Neuenburg, geboren. Während dieser Zeit regierte die französische Dynastie d’Orléans-Longueville.
Er arbeitete in der französischen Botschaft in Solothurn. Der französische König Henri IV. (1553-1610) verlieh ihm Adelstitel und die Seigneurie Saint-Aubin.
Von 1596 bis zu seinem Tod 1623 war er Gouverneur der Grafschaft. Er errichtete das Schloss von Cressier im Jahre 1616. Seit 1859 befindet sich das Schloss im Eigentum der Gemeinde Cressier.
Der Walserweg Graubünden
Der Walserweg Graubünden führt in Tagesetappen von San Bernardino Misox nach Brand im österreichischen Vorarlberg.
Der Wanderweg erstreckt sich auf historischen Wanderwegen über rund 300 km durch abgelegene Walser Gemeinden und Talschaften (z. B. Safien, Avers, St. Antoniën, Langwies, Lenzerheide, Arosa, Davos, Nufenen und Splügen).
Der Weg gehört mit der Nummer 35 zu dem Routennetz der Schweizer Kulturwege. Im Safiental haben sich die Kultur und Lebensweise der Walser seit ihrer Ankunft in Graubünden zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts in grossen Teilen aufrecht erhalten.
(Quelle und Weitere Informationen: www.walserweg.ch).
Der Tempel von St. Blaise
Die Kirche (le temple) in St. Blaise (Kanton Neuenburg) wurde an der Stelle einer Kirche aus karolingischer Zeit errichtet. Im fünfzehnten Jahrhundert wurde sie im gotischen Stil umgebaut. Auffällig sind der (romanische) Turm und die Fenster im Kirchturm, die Glasmalereien von Edmond Bille (1878-1959) und die Dekoration im Portal des Kirchturms.
Die Kirche ging während der Reformation (1530) zum protestantischen Glauben über, wie auch die meisten anderen Orte im heutigen Kanton Neuenburg.
Während dieser Zeit war die alte Grafschaft Neuenburg ein Fürstentum unter der französisch-katholischen Dynastie von d‘Orléans-Longueville.
Im Jahr 1707 wählte Neuenburg den protestantisch-preussischen König Friedrich I. als Nachfolger der ausgestorbenen Dynastie d‘Orléans-Longueville. Der preussische König sollte bis 1856/7 Prinz von Neuenburg und St. Blaise bleiben, obwohl der Kanton Neuenburg 1815 der Schweizerischen Eidgenossenschaft zugetreten war.
Büren an der Aare
Büren an der Aare ist eine (mittelalterliche) Stadt im Kanton Bern. Die Geschichte dieser Stadt ist auch ein Spiegel der Geschichte der Schweiz.
Die Kelten, Römer, Alemannen, Burgunder und Franken haben hier ihre (archäologischen) Spuren hinterlassen.
Seit dem dreizehnten Jahrhundert war die Stadt in den Händen der Freiherren von Strassberg, der Grafschaft Neuenburg, der Grafen von Neu-Kyburg, Solothurn, Österreich und schliesslich Bern.
Die Stadt Reiben auf der anderen Seite der Aare hingegen gehörte dem Fürstbistum Basel an. Der Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798 führte zur Gründung der Helvetischen Republik (1798-1803).
Auch Büren wurde ein Bezirk in dieser Republik. Reiben, als Teil dieses aufgehoben Fürstbistums, gehörte von 1800 bis 1814 zum französischen Departement Haut-Rhin. Der Wiener Kongress von 1815 fügte Reiben dem Kanton Bern hinzu.
Französische Truppen kehrten jedoch im Februar 1871 nach Büren und Reiben zurück, jedoch auf der Flucht vor der preussischen Armee.
Das Bourbaki-Panorama in Luzern zeigt den Grenzübergang der französischen Armee unter der Führung von General Bourbaki bei Verrières im Kanton Neuenburg.
Etwa 2 000 französische Soldaten gingen mit ihren Pferden nach Büren und Reiben. 1821 wurde dort eine Holzbrücke über die Aare gebaut.
1911 fusionierten beide Orte zu einer Gemeinde. Auch der Brand der Holzbrücke im Jahr 1989 konnte dieses Band nicht brechen. 1991 wurde die Brücke in ihrem alten Glanz wieder hergestellt.
(Quelle und weitere Informationen: www.bueren.ch).
Die Brücke von Aarberg
Im zwölften Jahrhundert gab es zwischen Bern (ebenfalls in diesem Jahrhundert gegründet) und Büren an der Aare nur eine Flussüberquerung: wo sich heute die Stadt Aarberg befindet.


Amtshaus
Um 1140 errichtete der Graf von Neuenburg in der Nähe dieser Brücke ein Schloss. Die Stadt wurde 1220 gegründet. Die heutige Brücke wurde 1568 erbaut. Bei der ersten Gewässerkorrektion des Drei-Seen-Landes (Juragewässerkorrektion in den Jahren 1868-1891) wurde ein Teil der Aare umgeleitet. Die riesige Holzbrücke erinnert an die Zeit der wilden Aare und ihrer vielen Überschwemmungen.
Ab 1891 war die Aare jedoch ein zahmes Flüsschen, die so genannte Alte Aare. Die Brücke zeigt die Breite des Flusses von vor der Korrektion.
(Quelle und weitere Informationen: www.aarberg.ch).

Büren an der Aare
Die mittelalterliche Stadt im Kanton Bern widerspiegelt die Geschichte der Schweiz. Die Kelten, Römer, Alemannen und Franken haben ihre (archäologischen) Spuren hinterlassen.
Seit dem dreizehnten Jahrhundert war die Stadt in den Händen der Freiherren von Strassberg, der Grafschaft Neuenburg, der Grafen von Neu-Kyburg, der Stadt Solothurn, der Habsburger und schliesslich der Stadt Bern.
Die Stadt Reiben auf der anderen Seite der Aare hingegen gehörte dem Fürstbistum Basel an. Der Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798 führte zur Gründung der Helvetischen Republik (1798-1803).
Büren wurde ein Bezirk in dieser Republik. Reiben, als Teil dieses aufgehobenen Fürstbistums, gehörte von 1800 bis 1814 zum französischen Departement Haut-Rhin. Der Wiener Kongress von 1815 fügte Reiben dem Kanton Bern hinzu.
Französische Truppen kehrten jedoch 1871 nach Büren und Reiben zurück, aber dann auf der Flucht vor der preussischen Armee. Das Bourbaki-Panorama in Luzern zeigt den Grenzübergang der französischen Armee unter der Führung von General Bourbaki bei Verrières im Kanton Neuenburg. Etwa 2.000 französische Soldaten gingen mit ihren Pferden nach Büren und Reiben.
1821 wurde eine (Holzbrücke über die Aare gebaut. 1911 fusionierten beide Orte schliesslich zu einer Gemeinde.
(Quelle und weitere Informationen: www.bueren.ch).
Korrektorin: Melinda Fechner
Das Grosse Moos
Das Grosse Moos ist ein Torfmoor am Ufer des Neuenburgersees im Drei-Seen-Land (Neuenburgersee, Murtensee und Bielersee).
Die Region wurde Jahrhunderte überflutet. Die ersten Initiativen zur Kontrolle der Seen und Flüsse in dieser Region fanden zwischen 1868 und 1891 statt. Der Wasserspiegel des Neuenburgersees sank dadurch um etwa 3 Meter.
So enstanden das (heutige) Naturschutzgebiet Grosse Moos und die nahe gelegenen Naturschutzgebieten Fanel und Cudrefin und das Naturzentrum Birdlife La Sauge (gegründet 2001).
Das Seebachtal
Das Seebachtal (Kanton Thurgau) ist eine Moorlandschaft und ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung.
Das Tal wurde vor 20 000 Jahren durch den Rheingletscher während der letzten Eiszeit gebildet. Drei Seen sind daraus entstanden: der Hüttwiler, der Nussbaumersee und der Hasensee. Der Anstieg des Wasserspiegels ist ein uraltes Naturphänomen.
Die Pfahlbauten liegen heute vier Meter unter der Wasseroberfläche des Nussbaumersees.
Schon die Römer schätzten dieses Gebiet. Davon zeugen die römische Villa am Ufer des Hüttwilersees und das nahe gelegene Römermuseum und Legionslager Vindonissa in Windisch.
Heute ist das Tal wieder ein Eldorado für Flora und Fauna. Vor dreissig Jahren jedoch war das Gebiet durch die vielen Bauarbeiten ausgetrocknet. Diese fanden ihren Ursprung in der Verteidigungslinie der Jahre vor und nach 1940.
Die hügelige Landschaft, die Seen und die Obstbäume und Weinberge bilden eine herrliche Kulisse für Naturliebhaber, Radfahrer und Wanderer.
(Weitere Informationen: www.thurgau-bodensee.ch).
