Die Romantik in der Schweiz
Arnold Böcklin (1827-1901), Wettertannen, 1849. Kunstmuseum Basel. Legat Clara Böcklin
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entfaltete sich die Romantik in Europa. Künstler begannen Werke zu schaffen, die die Gefühle und die Faszination für das Unerklärliche gegenüber der nüchternen und rationalen Kunst des Klassizismus in den Vordergrund stellten. In der Schweiz entdeckte man die heimatliche Landschaft als Bildmotiv und bannte die majestätische Bergwelt und das ewige Eis der Gletscher auf die Leinwände.
Mit über 150 Werken spannt die Ausstellung (Wild im Herzen) einen Bogen von Johann Heinrich Füssli über Alexandre Calame bis zum frühen Arnold Böcklin. Sie führt den Beitrag der Schweizer Künstler zur Entwicklung der europäischen Landschaftsmalerei vor Augen, folgt ihnen an die Akademien im Ausland und zeigt die enge Vernetzung auf, die zwischen den Malern bestand. Unter Einbindung namhafter Romantiker auch aus den Nachbarländern wie Caspar David Friedrich, Eugène Delacroix und William Turner würdigt dieser Überblick den Schweizer Beitrag zur Romantik in internationaler Perspektive.
MyCollection Bruno Monguzzi
Armin Wirt, Alu-Flex, 1951, photo: Franz Xaver Jaggy, Museum für Gestaltung Zürich, Design Collection, ZHdK
Nach Jasper Morrison und Stefan Sagmeister erfährt die Reihe MyCollection eine weitere Ausgabe. Bruno Monguzzi stellt seine persönlichen Highlights aus der umfangreichen Museumssammlung. Seine Auswahl aus der Sammlung vereint anonyme Artefakte mit Arbeiten grosser Meister, die ihn während der eigenen Ausbildung geprägt haben. Die entstandene Ausstellung verbindet traditionelles Handwerk und modernes Designbewusstsein. Monguzzis eigene Kulturplakate sind parallel dazu in der Eingangshalle des Toni-Areals zu sehen
Pasquart in Muttenz

Photo: Lia Wagner
Das Kunsthaus Baselland hat eine Reihe von Künstlerinnen und Künstlern mit Werken im Kunsthaus Centre d’art Pasquart in Biel eingeladen, bis zum 15. November eine Auswahl ihrer Werke zu zeigen. Ziel ist es, die Zeit bis zur Wiedereröffnung der Museen im Kanton Bern zu überbrücken und die Kunst weiterhin dem Publikum zu zeigen. Gezeigt werden Werke von Anna Barriball, Manuel Burgener, Klodin Erb, Livia di Giovanna, Clare Goodwin, Florian Graf, Kapwani Kiwanga, Rannva Kunoy, Rachel Lumsden, Barbara Probst, Markus Raetz und Rémy Zaugg.
SEXperten
Foto Ausstellung SEXperten. Bünder Naturmuseum Chur
Die Ausstellung (SEXperten – Flotte Bienen und tolle Hechte) dreht sich um den Motor der Evolution und Ursprung der hohen Artenviel-falt – die Fortpflanzung. Es geht um die Zukunft der eigenen Gene und die Erhaltung der eigenen Art.Wie finden Tiere eine geeignete Partnerin bzw. einen Partner? Was genau ist attraktiv fürs andere Geschlecht? Und wer wählt bei der Partnerwahl eigentlich wen? Kommt dazu, dass die Konkurrenz nicht schläft. Die Austellung gibt einen faszinierenden Einblick in das Fort-pflanzungsgeschehen in der Natur.
Eindrückliche Präparate und Beispiele veranschaulichen die unglaubliche Vielfalt dieses Themas, die Liebe, aber manchmal auch die Grausamkeit. Die männlichen Skorpionsfliege vergewaltigen manchmal das Weibchen, weiblichen Pfauenspinnen essen ihre männlichen Partner falls sie nicht produzieren. Erst vor 600 Millionen Jahren ist das Männchen entstanden. Frauen kamen fast drei Milliarden Jahren ohne Männer aus. Männchen gibt es nur um Eigenschaften weiterzugeben. Darum spielen sie eine aktive Rolle bei der Paarungssuche und müssen oft mit männlichen Artgenossen kämpfen, oder sich fressen lassen. “Sex sells” aber auch Seks zum Überleben.
Marguerite Burnat-Provins
Marguerite Burnat-Provins, Profil à la coiffe, 1899. private Sammlung© Le Mont-sur-Lausanne. Genoud Arts graphiques
Die Ausstellung ist Marguerite Burnat-Provins (1872-1952) gewidmet. In Arras (Frankreich) geboren und in Paris ausgebildet, lebte sie zwischen 1896 und 1907 in Vevey und La Tour-de-Peilz (Kanton Waadt). Sie arbeitete mit großem Geschick in einem breiten Spektrum künstlerischer Bereiche, von Zeichnen und Malerei über Schreiben bis hin zu den dekorativen Künsten. Ihr Leben und ihre Arbeit zeichnen sich durch ihre vielen Facetten als Künstlerin, Journalistin, Lehrerin, Aktivistin, Geschäftsfrau und begabte Rednerin aus. Diese Ausstellung zeigt ihre künstlerischen Leistungen, ihre Kunst und ihre Lebensgeschichte.
Rembrandts Orient

Plakat Ausstellung Kunstmuseum Basel. Rembrandt van Rijn (1606-1669), Brustbild eines Mannes in orientalischer Kleidung, 1635. Rijksmuseum Amsterdam
Die Ausstellung (Rembrandts Orient. Westöstliche Begegnung in der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts) untersucht, wie Rembrandt van Rijn (1606-1669) und andere Maler des niederländischen Goldenen Zeitalters im siebzehnten Jahrhundert auf die durch Handel, Reisen und Publikationen in den Blick geratenen Gebiete des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens reagierten. Die Schau beschränkt sich nicht auf Rembrandt, sondern zeigt auch Schöpfungen seiner Künstlerkollegen und Schüler, Publikationen und andere Quellen zum damaligen Verständnis des Orients. Erst durch diesen breiteren Kontext wird anschaulich, was an Rembrandts Verhältnis zum Osten einerseits zeittypisch war und worin sich andererseits seine Einstellung zu diesem Kulturraum von derjenigen seiner Zeitgenossen unterschied.
Räumliche Transparanz

Marguerite Hersberger, Pliagen. Foto: Rappaz Museum Basel.
Marguerite Hersberger (1943) ist Zeichnerin, Malerin und Plastikerin. Sie entwickelte ein auf elementare Strukturen reduziertes plastisches Werk. Fragen um den Zusammenhang von Licht und Raum sowie das Thema Transparenz beschäftigen die Künstlerin seit Beginn ihres Schaffens. Sie fanden Niederschlag in den zahlreichen Projekten im In- und Ausland.
In dieser Ausstellung zeigt sie Skulpturen und dreidimensionale Wandobjekte aus transparentem Acrylglas, einem von ihr bevorzugten Material. Den Schwerpunkt bilden die Werkgruppen «Pliagen» (Faltungen). Bei den aus lediglich einem Blatt gestalteten Werken entstehen Räume durch Überlagerungen der transparenten Farbschichten. Diese werden mittels Einschnitten zuweilen aufgebrochen und erzeugen nochmals neue Farb- und Raumeindrücke. Dabei geht es ihr nicht um den illusionistischen, sondern um den optisch wahrnehmbaren Raum.
Raphaël Imer
Raphaël Imer, Illusions II, 1998 © ayant droits. Le Musée jurassien des Arts
Der Schweizer Künstler Raphaël Imer (1976-1998) schuf ein Werk, das er als eine spirituelle Suche begriff. Er starb beinahe im Alter von sechzehn Jahren nach einem Riss in seiner Speiseröhre. Diese Erfahrung und die Zerbrechlichkeit des Lebens gaben ihm ein neues Bewusstsein. Er begann zu malen. Erst in Vancouver und dann in Montreal besuchte er die Kunstschule und entwickelte seinen Stil. Das Museum bringt diesen zu früh verstorbenen Künstler mit einem Überblick und Hintergrund seines Werkes der Öffentlichkeit näher.
Itten, Thun und Natur

Johannes Itten, Herbst am Bach, 1912, Privatbesitz. Foto: Kunstmuseum Thun
Das Museum zeigt das Frühwerk von Johannes Itten (1888–1967). Erstmalig wird wissenschaftlich vertieft aufgezeigt, wie der Künstler, einer der lehrenden Meister und Kunstpädagogen am Bauhaus in Weimar, am Thunersee den Weg zu seiner eigenen, ganz persönlichen Kunstauffassung und Malweise fand. Die Ausstellung wird die Bedeutung der verschiedenen Stationen und Aufenthalte von Johannes Itten in Thun und im Thuner Land veranschaulichen und am Beispiel seiner Naturdarstellungen zeigen, welche grundlegenden Impulse hiervon für sein gesamtes, späterhin international bekannt gewordenes Schaffen ausgegangen sind.
Die Zähringer
Schloss Thun, 1200. Photo: Wikipedia
Der letzte Herzog von Zähringen starb 1218. Zahlreiche Geschichten und Legenden ranken sich um dieses Geschlecht, das am Ober- und Hochrhein sowie in Burgund seinen Machtbereich hatte und für etwa 150 Jahre zu den einflussreichsten Reichsfürsten zählte. Sie waren bedeutende Burgenbauer und Städtegründer im deutschen Südwesten und in der Nordwestschweiz (u. a. Bern, Bräunlingen, Burgdorf, Freiburg (i.Br)., Freiburg i.Ü., Murten, Rheinfelden, Thun). Die Kunst, Legenden, Herrschaftsräume und Burgen der Zähringer, die Zähringer als Städtegründer, der Stammbaum, die Schweizer und die Zähringer und weitere Themen stehen im Vordergrund.