Der Zeitglockenturm

Der Zeitglockenturm is das älteste Bauwerk der Stadt Solothurn. Er wurde anfangs des 13. Jahrhunderts als Bestandteil der Burg erbaut und 1408 erstmals als Zitglogge erwähnt.

Unter dem Schirmdächlein stellen drei Symbole (Ritter, König und Gerippe) jede Stunde den Sinn des Lebens dar.

Das grosse astronomische Uhrwerk (1545) von Lorenz Liechti und Joachim Habrecht zeigt oben die zwölf Tagesstunden und unten die zwölf Nachtstunden auf dem 24 Stunden -Zifferblatt, Monat und Jahreslauf an.

Der Sonnenzeiger zeigt die zwölf Tierkreiszeichen und die Jahreszeiten. Der Mondzeiger läuft in der gleichen Richtung wie der Sonnenzeiger, denn auch der Mond bewegt sich im Tierkreis.

(Quelle und weitere Informationen: Tourismus Solothurn).

Korrektorin: Melinda Fechner

Ajoie, der Bischof, Dinosaurier und Pruntrut

Pruntrut (Porrentruy auf Französisch, Kanton Jura) war lange Zeit der Sitz des Bischofs von Basel, nachdem dieser während der Reformation 1528 seinen Bischofssitz im Basler Münster verlassen hatte.

Fürstbistum Basel

Der Bischof erwarb dieses Gebiet 999 durch eine Schenkung des (letzten) Königs von Burgund, Rudolf III. (977-1032). Der König übertrug dem Bischof die mächtige Abtei von Moutier-Grandval.

Diese Abtei besass die Ajoie und andere Territorien im Jura. Das Kloster wurde nach der Reformation um 1530 aufgegeben und bis auf den letzten Stein abgerissen (siehe auch Swiss Spectator 2. April 2022, Moutier und die Abtei Moutier-Grandval).

Pruntrut und Ajoie

Pruntrut liegt in der Region Ajoie, nördlich des Doubs, am Rande einer Jura Ebene und wenige Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Der grosse Bischofspalast und das Schloss auf dem Hügel, das Hôtel-Dieu, die Glacière aus dem 18. Jahrhundert und andere Bauten zeugen von der jahrhundertelangen Präsenz dieses Fürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Der Fürstbischof und Bern

Der Bischof, ebenfalls ein Fürst des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, daher der Titel Fürstbischof und Fürstbistum, blieb bis zum Einmarsch des revolutionären Frankreichs im Jahr 1792 im Besitz der Ajoie. Nur der Graf von Monbéliard wurde für einige Zeit, nämlich 1283 und 1386-1461, Herr dieser Region.

Der Fürstbischof verlor das Gebiet endgültig im Jahr 1792. Die Ajoie gehörte zusammen mit anderen Regionen des heutigen Kantons Jura zur kurzlebigen Raurakischen Republik (November 1792-März 1793), zum Departement Mont-Terrible (1793-1800) und zum Departement Haut-Rhin (1800-1813), bevor sie durch den Beschluss des Wiener Kongresses 1815 dem Kanton Bern angegliedert wurden.

Viele Grenzsteine in den Wäldern markieren die alte Grenze des Kantons Bern (mit dem Bären) oder CS, der Confédération Suisse, mit Frankreich, gekennzeichnet mit der französischen Fleur de Lille oder RF (République Française). Seit 1979 bildet der französischsprachige Kanton Jura die Grenze zu Frankreich.

Dinosaurier, Gletscher, Meer und prähistorischer Park

Nicht nur der Bischof, sondern auch die Dinosaurier, die Gletscher und das Meer sind noch sichtbar. Vor etwa 20 Millionen Jahren befand sich diese Region auf und unter einem subtropischen Meer.

Noch weiter zurück, vor etwa 175 Millionen Jahren, war der Jura ein bevorzugter Lebensraum der Dinosaurier. Vor etwa 20.000 Jahren herrschte ein polares Klima mit Gletschern, die Hunderte von Metern dick und breit waren.

Der prähistorische Park in der Nähe des Dorfes Réclère (Préhisto-Parc de Réclère) rekonstruiert die Welt der Dinosaurier auf einem zwei Kilometer langen Pfad und in einem Dokumentationszentrum.

Entlang des Weges sind 45 naturgetreue Nachbildungen der ersten Fische, Reptilien und Dinosaurier zu Lande, im Wasser und in der Luft zu sehen. Die 1 500 Meter langen Höhlen mit ihren wunderschönen Stalagmiten und Stalaktiten in diesem Park sind in einem Millionen Jahre dauernden Prozess entstanden.

Die Kirche von Réclère beherbergt auch ein jüngeres Kunstwerk: die berühmten Glasfenster von Wilfrid Moser (1914-1997).

Ajoie

Der Name Ajoie leitet sich von dem Flüsschen Allaine ab, das durch Porrentruy fliesst und in den Doubs mündet. Andere Namen für diese Region sind Pay de Porrentruy oder  auf Deutsch Pruntruter Zipfel (früher auch Elsgau genannt).

Die Ebene der Ajoie ist von Bergen umgeben, die fast 1.000 m hoch sind. Die landwirtschaftliche Nutzung des Gebiets ist geprägt von Obstbau, Viehzucht und Ackerbau, darunter Raps und Getreide.

Der Wanderer kommt an mehreren alten Dörfern, wie Grandfontaine, oberhalb von Réclère, Roche d’Or, Rocourt und Chevenez vorbei.

Korrektorin: Melinda Fechner

Römische Theater und Amphitheater in der Schweiz

Römische Theater und Amphitheater in der Schweiz

Das Theater

Die Theateraufführungen in der Antike waren nicht der Elite vorbehalten, sondern ein grosses Fest für alle: Frauen, Sklaven, Senatoren, Ritter und Bürger.

Das Theater war ein Teil des städtischen Lebens und einer der wichtigsten Orte der Gemeinschaft. Das griechische und das römische Theater sind ein Spiegelbild der literarischen, humanistischen und politischen Kultur.

Die Griechen

Die Griechen schufen deshalb eine architektonische Theaterstruktur die bis heute in ihrem Wesen unverändert bleibt. Nur die Dekorationen, Bühnenbilder und Materialien haben sich gewandelt.

Das griechische Schauspiel hat seine Wurzeln in Athen. Die ältesten Theateranlagen sind in Attika gefunden worden(6. bis 5. Jahrhundert v. Chr.).

Die Theater-Festspiele fanden nur während religiöser Feiern statt. (Wie viele Aktivitäten in den religiösen Bereich fielen).

Das römische Theater und Rom

Das Theater wurde zu einem der wichtigsten und repräsentativsten Gebäude der griechischen Stadt. In Rom war das dauerhafte Theater ein spätes Phänomen.

Dieser Bau wurde während der Republik verboten, um aufrührerische Versammlungen zu verhindern. Daher wurden für Theateraufführungen Konstruktionen aus Holz benutzt. Es gab jedoch auch Theaterbauten aus Stein  in griechischen Bauten in Süditalien.

Erst 55 v. Chr. baute Gnaeus Pompeius Magnus (106 – 48 v. Chr.) das erste steinerne und dauerhafte Theater aus republikanischer Zeit. Das zweite grosse Theater in Rom, das Marcellus Theater, wurde 11. v. Chr. eröffnet.

Das dritte Theater in Rom wurde von Lucius Cornelius Balbus im Jahre 13.v Chr. gebaut, das letzte öffentliche Gebäude in Rom das Augustus nicht finanziert hat.

Diese neue, prachtvolle Erscheinungsform fand grossen Anklang und wurde in Italien sowie in den Provinzen kopiert.

Aosta, römisches Theater, das Einzige mit einem Dach, und das Amphitheater

Theater Aventicum (Avenches)

Die Kaiserzeit

In der Kaiserzeit erhielten die meisten Städte Theatergebäude, oft von privaten Bürgern, der Stadt oder eben dem Kaiser und seinem Hof oder von provinziellen Behörden gestiftet.

In Spanien (Hispaniae) und Frankreich (Gallia) wurden in der augusteischen Epoche und im 1. Jahrhundert zahlreiche Theaterbauten nach kaiserlich-römischen Typus gebaut.

War es Romanisierung oder Politik ? In Griechenland waren Theater des kaiserlichen Typus selten, denn viele Städte besassen bereits ein Theater, das nur mit einer römischen Reform bereichert wurde. War es Romanisierung ’bottom up’ oder Politik ‘top down’ ?

Am Ende des 2. Jahrhunderts gab es in den entferntesten Städten des römischen Imperiums Theaterbauten.

Die Theaterproduktionen im römischen Reich waren aber auf niedrigem Niveau und Komödien und Tragödien gab es kaum,  haupts und Pantomime, sowie einfachen Aufführungen.

Theater Augusta Raurica

Amphitheater

Amphitheater entstanden erst viel später, am Ende des 1. Jahrhunderts. Das Kolloseum in Rom (70 n. Chr.) ist das bekannteste Beispiel. Aufgrund des Erfolgs in Rom wurden im 1. und 2. Jahrhundert auch in den Provinzen Amphitheater gebaut. Spektakel, wilde Tiere und Gladiatoren waren die wichtigsten Veranstaltungen. Doch wie das Theater war auch das Amphitheater eine politische Einrichtung zur Propaganda und Kommunikation mit den Bürgern.

Fazit

Die Nutzung der antiken Theater endete mit der Antike und der klassischen Kultur im 5. und 6. Jahrhundert. Römische Theater in der Schweiz sind bisher in Avenches, Lenzburg, Augst und Lausanne belegt worden. Römische Amphitheater sind in Windisch, Avenches, Nyon, Augst, Kaiseraugst und Martigny  entdeckt worden.

(Quelle: U. Pappalardo, Antieke Theater, Petersberg 2007).

Avenches (Aventicum), Amphitheater, Modell Musée romain

Gebrauchsanweisung für das Engadin

Tiefblaue Seen, sonnenbestrahlte Schneegipfel – mit seiner extremen Landschaft und dem einzigartigen Licht gehört das Engadin zu den spektakulärsten Ferienzielen der Alpen. Das Buch stellt die bedeutendsten Orte und schönsten Landschaften vor, von Sent bis Sils, vom Corvatsch bis ins Münstertal.

Es erklärt, warum die Alpenpässe Eisenbahnfans begeistern und Autofahrern den Angstschweiss auf die Stirn treiben. Wieso sich Engadiner Spezialitäten nicht zum Abnehmen eignen und wie die uralte romanische Sprache weiterlebt.

Vom mondänen Oberengadin bis hinunter zum noch bäuerlichen Unterengadin ermöglicht das Buch faszinierende Einblicke in eines der schönsten Hochtäler der Schweiz, wenn nicht Europas.

Angelika Overath, Gebrauchsanweisung für das Engadin, München, 2016

Basel-Stadt und Basel-Landschaft

Nichts ist für immer, nicht einmal in der Schweiz. Die Schaffung des neuen Kantons Jura im Jahr 1979, die Entscheidung der Stadt Moutier (2021) zum Kanton Jura zu wechseln oder, zum Beispiel, die Fusionen von Gemeinden. Davon zeugt auch die Schweiz selbst, wie die neue Publikation von François Walter (Text) und Marco Zanoli (Karten), Historischer Atlas der Schweiz, (Zürich, 2021) zeigt. Auch der Kanton Basel hat eine ähnliche Geschichte.

Basel, Rathaus 

Kanton Basel-Stadt

Der Kanton Basel war seit 1501 Mitglied der Eidgenossenschaft oder der Konföderation der dreizehn Kantone (ab 1513). Die Stadt Basel war die wichtigste politische und wirtschaftliche Gemeinde des Kantons. Eine Oligarchie von Zünften und Kaufleuten regierte die Stadt und die umliegenden Gebiete (die Landschaft).

Nach der Reformation von 1527-1528 verliessen die letzten Adelsfamilien die Stadt oder gingen im Bürgertum auf. Der Bischof und sein Kapitel zogen nach Porrentruy (Pruntrut im heutigen Kanton Jura). Der Bischof war auch ein Fürst im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, daher der Titel Fürstbischof und Fürstbistum.

Er behielt jedoch seinen Besitz und seine Ländereien, die sich auf das Elsass, Süddeutschland und die heutigen Kantone Jura, Bern, Basel-Stadt und Basel-Landschaft erstreckten. Diese Situation endete erst in der Zeit der französischen Invasion von 1792-1798 und des Wiener Kongresses 1815. Das Ende der französischen Herrschaft markiert den Beginn der Restauration, der Wiederherstellung des Ancien Régime.

Liestal, Museum BL

Kanton Basel-Landschaft

Doch die alten Zeiten sind nicht in den Kanton zurückgekehrt, nicht in der Stadt Basel, auch nicht in den ländlichen Gebieten. Die Städte und Gemeinden der Landschaft akzeptierten die politische Dominanz der städtischen Oligarchie nicht mehr.

Wirtschaftliche und demografische Motive waren die Ursache dafür. Erstens lebten in der Landschaft fast doppelt so viele Menschen wie in der Stadt Basel. Zweitens war die Landschaft seit dem 16. und 17. Jahrhundert viel wohlhabender und selbstbewusster geworden, was zum Teil auf die florierende Textilindustrie zurückzuführen war.

Die Bevölkerung der Landschaft forderte mehr Beteiligung an den politischen Entscheidungen. Dies führte zu Unstimmigkeiten mit der Kantonsregierung, die nach 1815 faktisch wieder in den Händen der alten Regierung von vor 1798 war.

Ab 1830 organisierten sich die Bewohner der Landschaft, teilweise inspiriert durch den Aufstand in Paris in jenem Jahr. Dies führte zu einer Volksabstimmung im Kanton, bei der sich eine Mehrheit für eine Abspaltung aussprach. Die Regierung akzeptierte das Ergebnis jedoch nicht.

Es führte zu einer Zeit der „Basler Wirren“ und des bewaffneten Eingreifens der Stadt Basel, nachdem die Bewohner der Landschaft in einer Volksabstimmung am 17. März 1832 eine Verfassung für den neuen Kanton Basel-Landschaft angenommen hatten. Es gab übrigens auch Gemeinden, die eine Aufteilung des Kantons nicht unterstüzten.

Tatsächlich herrschte auch innerhalb der Landschaft eine Art Bürgerkrieg, wie eine Proklamation der Sezessionsbefürworter vom 20. August 1831 belegt: „Jeder der zu Gunsten von Basel agiert oder Proklamationen verteilt, wird vogelfrei erklärt„.

Die Situation drohte aus dem Ruder zu laufen, als die Stadt Basel eine neue militärische Expedition startete, die am 3. August 1833 mit einer Niederlage endete. Die Tagsatzung, die Versammlung der Kantone, beschloss am 26. August 1833 mit grosser Mehrheit die Teilung des Kantons in die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Liestal wurde Hauptstadt des neuen Kantons und Sitz von Regierung und Parlament (Landrat).

Der neue Kanton Basel-Stadt akzeptierte diesen Beschluss der anderen Kantone und erstellte  am 3. Oktober 1833 eine neue Verfassung.

Die Wiedervereinigung der beiden Kantone und die Volksabstimmungen 

Der Kanton Basel-Landschaft führte 1863 als einer der ersten Kantone (mit Ausnahme der Kantone mit Landsgemeinde) direktdemokratische Bestimmungen ein: die direkte Wahl der Regierung und des Kantonsparlaments, das Recht, einen Abgeordneten jederzeit abzuwählen, das Initiativrecht und das obligatorische Gesetzesreferendum.

Eine der ersten Volksabstimmungen, die am 4. März 1864 stattfand, hob den „Niemals-Beschluss“ einer Wiedervereinigung der beiden Basel von 1832 auf. Ab 1900 gab es in den beiden Kantonen tatsächlich eine starke Bewegung für die Wiedervereinigung.

Ein Referendum im Jahr 1936 führte zu den Vorbereitungen für eine Wiedervereinigung. Dann kam jedoch der Zweite Weltkrieg. Eine erneute Volksabstimmung in Basel-Landschaft im Jahr 1958 bestätigte jedoch den Wunsch nach Wiedervereinigung.

Zwei Ereignisse vereitelten dieses Vorhaben: Basel-Landschaft war in den 1960er Jahren wirtschaftlich sehr erfolgreich. Der Kanton war sogar der wirtschaftlich am stärksten wachsende Kanton, was die Neigung zum Zusammenschluss mit dem relativ armen  Basel-Stadt verringerte.

Der zweite Faktor war die Einführung des Frauenstimmrechts im Kanton im Jahr 1968. Am 7. Dezember 1969 stimmten die Frauen in der Volksabstimmung für einen neuen Kanton Basel mit überwältigender Mehrheit gegen die Wiedervereinigung.

Zusammenarbeit 

Obwohl die Kantone seither in immer mehr Bereichen zusammenarbeiten, kam es vorerst nicht zu einer Wiedervereinigung. Die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Basel-Stadt haben die Wiedervereinigung in einer erneuten Volksabstimmung im September 2014 abgelehnt.

Eine neue Zeit? Eric Nussbaumer (SP), Kanton Basel-Landschaft, 2024 Präsident des Nationalrats (dritte von links), Eva Herzog (SP), Kanton Basel-Stadt, 2024 Präsidentin des  Ständerats (vierte von links), am 6. Dezember am Marktplatz. Beat Jans (SP), Präsident der Regierung Kanton Basel-Stadt, fünfte von links.

Die beiden Kantone schliessen jedoch in vielen Bereichen Abkommen ab, zum Beispiel im Gesundheitswesen. Die Bürgerinnen und Bürger in beiden Kantonen haben auch dann das letzte Wort. So lehnten die Bürger von Basel-Stadt 2019 in einer Volksabstimmung die Spitalfusion ab, während die Bürger von Basel-Landschaft dafür stimmten. Sogar die Daten der Fasnacht sind unterschiedlich, aber darüber gab es nie eine Volksabstimmung.

(Quelle: R. Teuteberg, Basler Geschichte, Basel 1988).

Korrektorin: Melinda Fechner

Notre-Dame du Vorbourg

Das älteste Mariaheiligtum (12. Jahrhundert) im Jura steht im Tal von Delsberg (Delémont). Die Kapelle war ursprünglich ein Teil des Schlosses Telsberg. Das Erdbeben von 1356 zerstörte die Burg. Die Kapelle blieb verschont.

Im Anschluss an den Dreissigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Kapelle bis zum Felsen vergrössert, auf dem sich der Turm Sankt Anna befindet. Zur selben Zeit wurde die Statue  Notre-Dame du Vorbourg errichtet. Am 7. April 1658 wurde Maria die Hauptschutzpatronin der Kapelle.  Die Votivtafeln aus dem Jahr 1671 gehören zu den bemerkenswertersten der Schweiz.

Während des Zweiten Weltkrieges legte der Pfarrer von Delsberg das Gelöbnis ab, dass er eine feste Priesterstelle in der Kapelle errichten würde, wenn die Schweiz der Nazi-Besetzung entginge. Bis 2018 wurde dieser Dienst von den Benediktinern verrichtet. Der derzeitige Wärter ist ein Priester der Diözese.

(Quelle: www.delemont.ch).

Natuurhistorisches Museum Basel

Basel eröffnete 1821 sein allererstes kantonales Museum im Falkensteinerhof am Münsterplatz. Das Zentrum für Lehre, Forschung und Vermittlung begeisterte das Publikum und die Wissenschaftler*innen.

Die Fachbibliotheken, Sammlungsobjekte und Forschungsgeräte waren nicht mehr über die ganze Stadt verstreut, sondern unter einem Dach versammelt.

Die Sammlungen, rund 11 Millionen Museumsobjekte, umfassen naturkundliche Objekte aus den Fachbereichen Zoologie, Entomologie, Mineralogie, Anthropologie, Osteologie und Paläontologie. Einige Sammlungen reichen bis ins Mittelalter zurück.

Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Basis für die heutige Sammlung gelegt. Zahlreiche Objekte stammen aus dem Kabinett des Basler Mediziners Felix Platter (1536-1614). Weitere bedeutende Stücke gehen auf das Amerbach-Kabinett zurück, welches  vom Rechtsprofessor Basilius Amerbach (1533-1591) Wunderkammer konstituiert wurde.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts stieg der Raumbedarf für die Sammlungen, insbesondere nachdem auch Peter Merian (1795 – 1883) seine Objekte dem Museum geschenkt hatte.

Seit 1849 befindet sich das Museum auf dem Münsterhügel im Herzen der Stadt. Der Neubau wird voraussichtlich 2026 fertiggestellt und den beiden Kulturinstitutionen übergeben. Die Eröffnung ist für 2027/2028 geplant.

Als Ort der Volksbildung vereint das Museum Vorlesungs-, Veranstaltungs- und Bibliotheksräume mit natur- und kunsthistorischen Sammlungen. Auch das physikalische Kabinett und das chemische Labor sind im Museum untergebracht.

(Quelle und weitere Informationen: www.nmbs.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner

Schloss Waldegg

Am Fuss des Juras, mitten im Naherholungsgebiet der Barockstadt Solothurn, liegt Schloss Waldegg. Der Solothurner Patrizier Johann Viktor von Besenval liess das barocke Schloss zwischen 1682 und 1686 als Sommerresidenz errichten.

Heute ist das Schloss im Besitz des Kantons Solothurn. Seit 1991 ist das Baudenkmal von nationaler Bedeutung als Museum der Öffentlichkeit zugänglich.

Museum Schloss Waldegg widmet sich mit seiner Dauerausstellung einem Kernthema der solothurnischen Geschichte: Vom 16. bis Ende des 18. Jahrhunderts residierten in Solothurn die Gesandten der französischen Könige und brachten höfischen Glanz, Savoir-vivre und viel Geld in die Stadt.

Die Ausstellung beleuchtet die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der französischen Ambassadoren für die lokalen Patrizierfamilien und die Stadt Solothurn.

Mit den reich dekorierten Salons, dem umfangreichen Bestand an prächtigen Gemälden und dem original erhaltenen Schlossmobiliar zeigt das Museum anschaulich die an Frankreich orientierte Lebensweise des Solothurner Patriziats. Weitere Höhepunkte auf dem Schlossrundgang sind auch die beiden Schlosskapellen und eine historische Badewanne im Gärtnerhaus.

(Quelle und weitere Informationen: www.dieschweizerschloesser.ch).

Der Bericht von John Bowring über die Schweiz

Der Bericht mit dem englischen Titel The Report on the Commerce and Manufactures of Switzerland wurde 1835 von John Bowring den beiden Kammern des Parlaments vorgelegt und 1836 veröffentlicht.

John Bowring (1792-1872) besuchte das Land und die meisten Kantone im Jahr 1835. Er schrieb den Bericht auf der Grundlage seiner Eindrücke und Besuche, Begegnungen und Treffen mit Politikern, Fabrikanten, Kaufleuten, Bürgern, Bauern und Arbeitern. Diese Zusammenfassung basiert auf dem vollständigen Text, der online verfügbar ist.

Introduction

„When I was directed to inquire into the commercial relations of Switzerland, it could not, indeed, but excite the attention of any reflecting person, that the manufacturers of Switzerland, almost unobserved, and altogether unprotected, had been gradually, but triumphantly, forcing their way into all the markets of the world, however remote, or seemingly inaccessible.

That such a remarkable result was not the consequence of geographical position is evident, for Switzerland neither produces the raw material which she manufactures nor when manufactured, has a shiny outlet port, except on the conditions her maritime neighbours impose upon her. No one of her fabrics owes its prosperity to protecting or interposing legislation.

Her progress has been almost unexampled in manufacturing prosperity. In most of the manufacturing cantons of Switzerland, the power of legislation is not only indirectly but directly in the hands of the whole body of the people. Were their commercial economy opposed to the common interest, it could not exist for a day. It has the sanction of universal experience and universal approbation.

Activity is visible everywhere, like in the trading and agricultural districts. There is no national debt in many of the cantons, and some of them nearly discharge their government’s expenses out of the interest of that capital which has been accumulated from the surplus revenues of many years.

But Switzerland is far away from all the great outlets of trade. The cotton she manufactures must be conveyed hundreds of miles from the Mediterranean and a greater distance from the Atlantic Ocean.

The silks she imports from Italy and France, and her wool from Germany. It must find its way over the Jura or the Alpine mountains; be conveyed down the irriguous rivers or on the inland lakes; yet, despite all impediments, the manufactured products of Switzerland are found in all the great markets of the universe; and the reason is simple, but unmistakable: Industry has been left to itself.

The system

Wealth has not been diverted by legislative interference from its natural tendencies. There has been no foolish struggle encouraged by the government between the protected monopoly of the few and the unprotected interests of the many.

It might be expected that the prohibitory system with which surrounding States have fenced their frontiers would alarm the manufacturers of Switzerland, and induce them to seek commercial alliances among neighbouring countries by adopting similar legislation, falsely called protective.

But such has not been the tendency of Swiss opinion nor the recommendation of Swiss experience. Many of the most enlightened manufacturers assured me that they were convinced that the free trade and the free-transit policy are the wisest, the most prosperous, and the best.

Notwithstanding the natural disadvantages of the geographical position of the Swiss cantons, I am persuaded there does not exist in the world a manufacturing industry more sound, healthy, and elastic than that of Switzerland.

While, on the one hand, it is an object of alarm to those who represent the interests of the protected portion of the manufacturers of France, while the markets of Germany and Italy are becoming less and less accessible to the produce of Swiss industry, that industry, on the other, is constantly making its way to new regions of demand.

That of the transatlantic states far exceeds the consumption it formerly found in Europe, and Switzerland has already, by courageous perseverance, in an intelligent and successful commercial policy. In travelling through the different districts, I constantly found merchants and manufacturers who had established connexions with the remotest countries of the globe.

The cantons

The cantonal independence has been singularly preserved. Revolutions which have entirely changed the constitution and the laws of one district have had little or no influence upon another. The boundary of a canton has bounded the most marked and violent political commotions. The civil war has not spread beyond the narrow sphere of local interests. No other example exists in the long continuance of separate adjacent communities so small yet wholly independent. Switzerland is a federation of large political self-governed families.

In some of the cantons, publicly assembled, the direct approval of a majority of the whole people is necessary to give any act of the legislature the form and sanction of law. In almost all, electoral suffrage is widely diffused and, in most instances, universal.

The independence of the different cantons has prevented the settlement of any general law of transit, the want of which is very sensibly felt. A significant proportion of the cantons receive a large part of their revenues from a Droit de péage, and the collection of tolls at the different frontiers necessarily impedes the transport of merchandise.

Merchants have made many attempts to equalise the transit duty and remove the charges and embarrassments of so many local administrations by some general plan. Still, the local influences have been hitherto invincible.

I had the satisfaction frequently of hearing discussions on trading and manufacturing interest. I was invariably struck with the calm and quiet good sense, the sobriety, order, and intelligence with which all such matters were debated.

It very frequently happens that, without local or personal influence, individuals are nominated by the electors solely on the grounds of their virtues or their talents. I am well aware this is not the place for those general details as to the improved condition of the labouring population of Switzerland.

Prosperity

I doubt whether any country has made the same comparative progress in prosperity. In the mountains of the Jura and Appenzell, along the borders of the lakes of Zurich and Constance, everywhere where the operatives are settled, I found in their habitations a mass of enjoyments, such as are possessed by few of similar stations in other countries.

If there be any ground for anxiety, it is in the gradual intrusion of machinery upon manual labour, an intrusion everywhere felt, and which menaces Switzerland more immediately and more alarmingly since so significant a portion of her manufactures is produced by domestic labour.

International relations

In December 1833, the Swiss confederation appointed a committee to report on the foreign commercial relations of Switzerland. The reports boast of the fact that the various industry of Switzerland has developed itself without protection or privilege for articles produced at home, as without prohibitions or duties on those imported from abroad, and it strongly recommends, in the fiscal and custom house struggle which is going on in Europe, that Switzerland should preserve a strict neutrality.

They declare that their political and commercial well-being demands perseverance in liberal legislation, which is the groundwork of their social policy.

The political character of the Prussian League—the interests of other countries, France, England, and Russia, which Switzerland is bound not to disregard — require that Switzerland should not be a party to a question likely to divide Europe into two opposing sections.

They state that however strong the motives for adhesion may be among the German cantons, opposed motives are far more vital in the Southern and Eastern districts, and, as the establishment of a different system between the North and South would destroy the unity of Switzerland, the Committee recommend that participation in the good or evil of the Prussian Commercial League should be declined.

Conclusion and recommendations

The Committee concludes the Report with the following resolutions: I. The Swiss confederation shall adhere to its established free trade and manufacturing system. II. Under no circumstances and conditions shall it form a part of the French custom-house system of the Prussian Commercial League or the custom-house line of any foreign nation. III. It shall use every effort to establish and extend the principles of free trade. IV. As far as possible, it shall discuss and establish conventions with the neighbouring states for maintaining the daily, reciprocal, economic, neighbourly and border traffic and market transactions. V. Wherever a free trade is not obtainable, it shall endeavour to remove all prohibitions, lower duties, and secure transit power on the most favourable terms.“

Grandval und die Abtei

Das Dorf liegt im Grand Val (Um 900 Grandemvallem). Grandval entstand nach der Gründung der Abtei Moutier-Grandval im Jahr 640.

Grandval gehörte bis 1797 zur gleichnamigen Propstei. Danach ging das Dorf an die französischen Departemente Mont-Terrible (1793-1800) und Haut-Rhin (1800-1813), bevor es 1815 Bern zugeschlagen wurde.

Die 962 erstmals erwähnte dem heiligen Martin geweihte Kapelle wurde im 14. Jahrhundert. zur Pfarrkirche erhoben. Nach 1663 wurde sie immer wieder umgebaut. Seit 1531 ist sie eine reformierte Kirchgemeinde.

(Quelle und weitere Informationen: Historisches Lexicon der Schweiz, François Wisart/Übersetzung: Anja Lindner, 10.01.2006).