Das Weiherschloss Binningen und der Wiedertäufer Johann von Brucke

Das Schloss Binningen wurde erstmals im Jahre 1299 als Weiherschloss erwähnt. Der Bauherr ist nicht bekannt, vielleicht erbaute der Basler Bürger Heinrich von Zeise das Schloss.

Johann von Brügge alias David Joris und Joachim van Berchem kauften im Jahr 1545 das Schloss, das Landgut St. Margarethen und das Holeeschlösschen. Im Jahre 1574 übernahm Nikolaus von Hatstatt das Schloss.

Das Bürgerhaus (links),  das Imhof-Haus (rechts)

Bis 1960 gab es viele andere Eigentümer, Renovationen und Ausdehnungen. Das Imhof-Haus (1591 errichtet) und das Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert gehören zur Gesamtanlage des ehemaligen Weiherschlosses

Die Gemeinde Binningen erwarb die Anlage im Jahr 1960. Heute befindet sich im Schloss ein Restaurant. Das Imhof-Haus beherbergt ein Hotel.

(Quelle und weitere Informationen: Schloss Binningen)

Eine Basler Familie in Inzlingen und jahrhundertelange regionalen Beziehungen

Das Wasserschloss Inzlingen (Baden-Württemberg) ist das einzige noch in seiner ursprünglichen Anlage erhalten gebliebene Wasserschloss in dieser Region Deutschlands. Im Kanton Basel-Landschaft gibt es in der Nähe von Basel zwei weitere Wasserschlösser (Weiherschlösser) in Binningen und Bottmingen.

Die Geschichte des Wasserschlosses Inzlingen bei Bettingen und Riehen ist mit derjenigen der Basler Familie Reich von Reichenstein eng verbunden.

Diese Familie trat im 13. Jahrhundert in den Dienst des Bischofs von Basel und wurde um 1250 vom Bischof mit der Burg Reichenstein bei Arlesheim belehnt. Die Reichensteiner waren vom 13. bis Mitte des 15. Jh. im Basler Rat vertreten und stellten sechs Bürgermeister und einen Rektor der Universität.

Im 16. und 17. Jahrhundert gehörte die Familie mit vier Domherren und hohen Beamten zur Führungselite des Fürstbistums Basel. Angehörige der Familie traten ab dem 15. Jahrhundert in den Dienst des Herzogs von Österreich und des Markgrafs von Baden.

Der im unteren Baselbiet, im Sundgau und im südlichen Schwarzwald gelegene Besitz bestand aus den Burgen und Herrschaften Reichenstein, Brombach im Wiesental, Wasserschloss in Inzlingen, Landskron mit Leymen und Biederthal, Thann und Pfirt im Elsass.

Das Wasserschloss Inzlingen

Das „Wasserhus“ zu Inzlingen wurde erstmals in einer Urkunde von 1470 erwähnt. Die Reichensteiner haben wahrscheinlich das Schloss errichtet. Markgraf Rudolf von Hachberg-Rötteln (1343-1428) hatte der Familie 1394 das Dorf Inzlingen zu Lehen gegeben.

Das Wasserschloss erhielt seine jetzige Gestalt im Wesentlichen in den Jahren 1562/63. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Schloss im Innen- und Aussenbereich im Rokokostil umgestaltet.

Die Reichensteiner wohnten bis zur Auflösung des Inzlinger Lehens 1813 als Herren von Inzlingen im Schloss! Sie verkauften das Wasserschloss 1819 an die Basler Fabrikantenfamilie Kern-de Crousaz, die darin eine Seidenband-Weberei errichtete. 1875 erwarb die aus der Schweiz stammende Familie Saner das Schloss.

Inzlingen

1969 erwarb die Gemeinde Inzlingen das Wasserschloss mit dem umliegenden Land. Heute ist das Schloss Gemeindehaus des Dorfs, es beherbergt einen Gastronomiebetrieb mit Übernachtungsmöglichkeiten und Räumen für Veranstaltungen.

Die Geschichte Inzlingens, gelegen am Fusse des Dinkelbergs (522 m), dem einzigen Berg im Kanton Basel-Stadt, ist auch die Geschichte der jahrhundertelangen selbstverständlichen politischen, wirtschaftlichen, sprachlichen und sozialen Beziehungen in dieser Region, die Baden-Württemberg, das Elsass und Basel umfasst.

(Quelle und weitere Informationen: Schlossverein Inzlingen)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Gurtnellen, der Gotthardweg, das Strahlnen und Kristall

Vom Strahlnen (oder Strahlen) haben viele Schweizer und Schweizerinnen wahrscheinlich noch nie gehört. Und doch hat das Strahlen (oder Strahlnen) von Granit das Dorf Gurtnellen im Kanton Uri  und Orte in anderen Kantonen weltberühmt gemacht.

Monarchen aus ganz Europa liessen ihre Kronleuchter und andere Gegenstände aus Urner Kristall und Kristall aus anderen Kantonen herstellen.

Beim Bau der Ersatzmauer an der Grimsel (Guttannen) im Berner Oberland stiessen Bauarbeiter 2019 auf mehrere Kristallgruppen mit Quarz.  Sammlung: Naturhistorisches Museum Basel. Foto: TES

Nachbildung einer Kristalkluft. Sammlung: Naturhistorisches Museum Basel. Foto: TES

Strahl ist ein alter Ausdruck für Bergkristall und strahlen (oder strahlnen) ist das schweizerdeutsche Wort für die Suche nach Kristallen in den Alpen. Menschen, die in den Alpen nach Kristallen suchen, heissen deshalb heute noch Strahler und die Arbeitsweise strahlen (oder strahlnen).

Die Geschichte des Dorfes geht auf die frühmittelalterliche Zeit zurück. Urkundlich erwähnt wurde die Ortschaft erstmals im 13. und 14. Jahrhundert. Das Dorf liegt am Gotthardübergang, der seit dem 13. Jahrhundert Arbeit und Wohlstand gebracht hat.

Einfache Holzbrücken (Stege), später massive Holz- und schliesslich Steinbrücken waren die Verbindung über die Reuss und die vielen Bäche.

Die Inbetriebnahme der Gotthardstrasse im Jahre 1826 und der Bau und die Eröffnung des ersten Gotthard-Eisenbahntunnels (1872-1982) bedeuteten auch in diesem Dorf starkes Bevölkerungswachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand.

In dieser Zeit entstanden die markanten Häuser des Dorfes. Auch in Gurtnellen stieg die Einwohnerzahl von einigen hundert auf über 1600 im Jahr 1920.

Dahinter steckten nicht nur Dienstleistungen für den Personen- und Güterverkehr, sondern auch andere Gewerbe. Granit-, Blei-, Kupfer-, Silber- und Steinbruchbetriebe und das Strahlen gehörten zu den wichtigen Pfeilern der lokalen Wirtschaft.

Das „Strahlen“ der Mineralien und der Kristall des Aaregranits machten das Dorf, und andere Orte weltberühmt! (Siehe auch das Buch über das Strahlen in Graubünden: Flurin Maissen, Mineralklüfte und Strahler der Surselva, Disentis 1988). 

Flurin Maissen (1906-1999) wurde der „Grüne Pater“ (Kloster Disentis) genannt, dank seines Engagements für den Umweltschutz und alternative Energien. 1969 war er Mitbegründer des Institut per studis retoromontschs in Rumein, später  Fundaziun Retoromana Pader Flurin Maissen in Laax.

Wie vielerorts wurde auch in Gurtnellen schon früh, um 1925, ein Wasserkraftwerk für weissen Strom gebaut. Heute bietet das vielseitige und innovative Dorf einen schönen Rastplatz an der Gotthardstrasse und hat sich sein ländliches Erscheinungsbild erhalten.

In gewisser Weise symbolisiert Gurtnellen eine der Qualitäten der Schweiz: Altes und Traditionen pflegen und mit neuen, innovativen und modernen Erkenntnissen, Wirtschafts-, Klimat- und Lebensweisen verbinden.

(Quelle und weitere Informationen: Gemeinde Gurtnellen; Schweizer Strahlermuseum)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Die Stadt und das Schloss Erlach

Erlach (Cerlier) wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Burkhard von Fenis (Bischof von Basel 1072-1105) erbaute die Burg, sein Bruder Kuno von Fenis (Bischof von Lausanne 1093-1103) stiftete die Abtei St. Johannsen.

Graf Rudolf von Neuenburg-Nidau (der Bielersee hiess damals noch der Nidauersee) verlieh Erlach um 1266 das Stadtrecht. Das Erlacherschloss ist eines der ältesten im Kanton Bern.

Die Grafen von Neuenburg bewohnten lange Zeit das Schloss. Nachher bewohnten Savoyische Vögte das Schloss. Bern erwarb die Stadt 1474 und das Schloss wurde Sitz der bernischen Landvögte.

Heute  beherbergt das Schloss eine Bildungsinstitution und das Museum Erlach.

(Weitere Informationen: www.museumerlach.ch)

Erlach und St. Petersinsel

Schloss Erlach

  

Weitere Eindrücke

 

Martin Disler (1949-1996), Bronzeskulptur aus der Serie ‚Häutung und Tanz‘, 1990. Leihgabe Galerie Mayhaus, Erlach

Bild: Museum Erlach

Bild: Museum Erlach

Göschenen, Wassen, der Gotthardtunnel, die zweite Gotthard-Röhre und General Suworow

Die Dörfer Göschenen und Wassen an der Gotthardroute schrieben 1882 mit dem Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt Geschichte.

Nur einige Kilometer entfernt schrieben am 19. September 1799 der russische General Alexander Suworow (1743-1800) und der französische General Claude-Jacques Lecourbe (1759-1815) in der Schöllenenschlucht eine andere Weltgeschichte. Nach schweren Verlusten zog General Suworow sich über den Panixerpass zurück.

Die Geschichte des Gotthardpasses und die Entwicklung der Dörfer Wassen und Göschenen begannen rund um 1220-1230. Der Gotthardpass entwickelte sich in dieser Zeit zur wichtigsten Verbindung zwischen Italien und dem Norden Europas.

Bild „Historische Reisepost“ mit der Gotthardpost

Ab 1830 fuhren Postkutschen über den Pass. Die ersten Hotels wurden errichtet. Göschenen zählte um 1872 mehr als 3000 Einwohner und auch Wassen entwickelte sich rasch.

Der Eisenbahntunnel war 1882 fertig und ausländische (hauptsächlich italienische) Arbeiter waren zum ersten Mal in grosser Anzahl in die Schweiz eingewandert.

Dann kam der Gotthard-Basistunnel, dessen Bau 1996 begann. Der Tunnel wurde in geringer Höhe gebaut, um einen Anstieg während der Fahrt zu vermeiden. Seine Inbetriebnahme fand am 11. Dezember 2016 statt.

Als Flachbahn konzipiert, verlaufen die beiden 57 Kilometer langen Einspurröhren des Gotthard-Basistunnels bis zum 2’300 Meter unter den Alpen. 

Bilder und Text: Verkehrshaus der Schweiz, Luzern

Es handelt sich um einen Tunnel mit zwei Röhren, der unter dem Gotthardmassiv verläuft. Mit einer Länge von 57,1 km ist er im Jahr 2020 der längste Tunnel der Welt. Seine Inbetriebnahme fand am  11. Dezember  2016 statt.

Er ist ein Meisterwerk der Bautechnik, verbindet Erstfeld im Kanton Uri mit Bodio im Kanton Tessin und ist hauptsächlich für den Hochgeschwindigkeitsverkehr auf der Schiene bestimmt. Für Reisende verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Zürich und Mailand auf 2 Stunden und 40 Minuten!

Auch heute noch sind Göschenen und Wassen einen Besuch wert, nicht nur wegen dieser Geschichte und der Ausstellung im Zusammenhang mit dem Bau des ersten Gotthardtunnels und dem heutigen Bau der zweiten Röhre, sondern auch, weil sich hier traditioneller Charme mit moderner Ausstrahlung mischt.

Am Ortseingang von Göschenen befindet sich der monumentale Teufelsstein, der an den Bau der legendären Teufelsbrücke über die tiefe Schöllenenschlucht erinnert, die das letzte Hindernis auf der wichtigen Nord-Süd-Passage durch die Alpen darstellte.

Ein Rundgang im Dorf widmet sich der Geschichte des längsten Eisenbahntunnels des 19. Jahrhunderts, der Entwicklung des Gotthardverkehrs und des Tourismus, des heutigen Basistunnel und der aktuellen Projekte.

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

 Simulation des Baus des ersten Eisenbahntunnels, inkl. Explosionen und andere Arbeiten im Berg (1872-1882) 

Der heutige Bau der zweiten Röhre Gotthard

 

Impressionen von Wassen

 

Impressionen von Göschenen

 

Dada und der Ruderclub Aviron Roman in Zürich (1914-1918)

1916 ist nicht nur das Jahr, in dem Dada gegründet wurde. Dada entstand in Zürich aus einer Initiative von Künstlern und Künstlerinnen, die vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) in die Schweiz geflohen waren.

In ihren Augen hatte die alte Kunstwelt zu dieser Katastrophe beigetragen, sie jedenfalls nicht verhindert. Auch Schweizer und Schweizerinnen waren mit von der Partie. Die Treffen von Dada fanden im Cabaret Voltaire an der Spiegelgasse 1 statt. Dada als Bewegung existierte nur kurze Zeit, bis 1920, aber sein Einfluss reicht bis heute.

Membres du club vers 1910. Foto: 125 ans Aviron Romand

Nur einen Kilometer entfernt fand in Zürich ein weiteres bemerkenswertes Ereignis statt. Im Jahr 1892 hatten fünf (ausländische) Ruderclubs ihre Clubhäuser am Seeufer: der Seeclub, Nordiska Roddföreningen (aus den vier nordischen Ländern Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark), der Polytechniker Ruderclub Zürich, ein ungarischer Club und der Club Aviron Romand Zürich (gegründet 1892).

Der Pilot Raoul Coquard (1892) in einem Bréguet XIV. Foto: 125 ans Aviron Romand (Archive Familie Coquard)

Zur Zeit des Röstigrabens, während der Kriegsjahre, meldeten sich 36 französische, westschweizerische und elsässische Mitglieder des Aviron Romand freiwillig in der französischen Armee.

Darüber hinaus dienten sie in der Eliteabteilung der Armee, den Luftstreitkräften. Noch bemerkenswerter ist, dass die französische Escadrille BR 218, die Einheit, in der sie dienten, sogar das Logo des Aviron Romand übernahm.

Sie kämpften in der Luft an allen Fronten: in Verdun, an der Somme, in Noyon, Saint-Quentin, Flandern, Mont Kemmel und an der Marne. Sie haben sogar zwei Dicke Berthas zerstört! Ihr Prestige war so gross, dass die Staffel 218 nicht weniger als sieben Orden erhielt! Fünf Freiwillige überlebten jedoch nicht, sechs wurden verwundet.

Dieser Krieg fand vor über 100 Jahren statt. Dennoch existiert der Aviron Romand noch immer in der schönen Anlage am Zürichsee, ebenso wie Nordiska, der Seeclub und der Polytechniker Ruderclub Zürich.

Aviron Romand Zürich (ARZ) kämpft nicht mehr in der Luft, sondern rudert ausschliesslich auf dem Zürchersee, manchmal zusammen mit anderen Westschweizer Clubs (z.B. mit la Société Nautique Neuchâtel), aber immer noch in einem internationalen Kontext.

Die Anlage beherbergt auch: Nordiska Roddföreningen, Seeclub Zürich, Polytechniker Ruderclub Zürich, Ruderclub Industrieschule Zürich, Grasshopper Club section aviron, Ruderclub Kaufleuten Zürich, Club Nautique Français und Belvoir Ruderclub.

Das Logo des Aviron Romand ist so einfach wie seine Taten gross sind: Drei horizontale rote Streifen, die auch heute noch das Vereinsgebäude zieren!

(Quelle: D. Schaller, D. Masson (Red.), J. Bonhomme, F. Huber, D. Masson, G. de Morsier, R. Obi, M. Sigrist, 125 Jahre Aviron Romand, Zürich 2017)

Korrektorin: Giuanna Egger-Maissen

Der erste europäische trinationale Masterstudiengang

Eines der erfolgreichsten europäischen Kooperationsprojekte wird seit Jahrzehnten in der Region Oberrhein realisiert. Zu den treibenden Kräften gehören die Regio Basiliensis in der Schweiz sowie Organisationen in Baden-Württemberg (Deutschland) und im Elsass (Frankreich).

Am 20. September fand beispielsweise die Eröffnung des neuen trinationalen Masterstudiengangs „European Digital and Sustainable Business“ statt. Die EM Strasbourg Business School bietet diesen Studiengang in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Basel und der  Hochschule Offenburg in Deutschland an.

Unternehmen müssen zunehmend zu globalen Nachhaltigkeitszielen beitragen. Der neue zweijährige Studiengang bildet zukünftige Führungskräfte in einem europäischen Kontext aus, der durch digitalen und ökologischen Wandel geprägt ist.

 Dieser Masterstudiengang ermöglicht es den Studierenden, einen Dreifach-Abschluss zu erwerben, der Management- und Technologieexpertise mit Berufserfahrung durch das Management von Projekten und nachhaltigen Geschäftsmodellen  und mit einem dualen Studium im 2. Jahr kombiniert. Der Studiengang ist interdisziplinär und stark praxisorientiert.

Foto: EM Strasbourg Business School 

Er ermöglicht es, Wissen und Kompetenzen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Betriebswirtschaft, Umwelttechnologien und Digitalisierung zu erwerben. Es werden konkrete Projekte mit Unternehmen und Organisationen durchgeführt.

So lernen die Studierenden, komplexe Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und ganzheitliche, innovative und wettbewerbsfähige Lösungen in die Praxis umzusetzen.

Das Studium in drei Sprachen (Deutsch, Englisch und Französisch) und in drei Ländern ermöglicht es den Absolventen, Verantwortung in internationalen Teams zu übernehmen.

Nach ihrem Abschluss erhalten sie ein Triple Degree – einen Masterabschluss von jeder der drei renommierten Partneruniversitäten, der sie als Spezialisten für digitale und nachhaltige Unternehmensführung qualifiziert.

  • Das 1. Masterjahr (M1) wird in Vollzeit studiert. Es teilt sich in Kurse an der Hochschule Offenburg (von September bis Mitte Februar) und an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel (von März bis Juni) auf.
  • Das 2. Masterjahr (M2) findet im Rahmen eines dualen Studiums an der EM Strasbourg Business School statt.

 Die Regio Basiliensis fordert seit langem solche grenzüberschreitende Vernetzung und Zusammenarbeit der Hochschulen. Mit konkreten Forderungen richtet sie sich an die politischen Verantwortlichen am Oberrhein und die zuständigen Ministerien in Deutschland, Frankreich und der Schweiz sowie an die Europäische Kommission. Zentral ist dabei eine rasche und vollumfängliche Assoziierung der Schweiz an Horizon Europe und Erasmus+.

Auch dieses Projekt hat sie von Anfang an eng begleitet und mit Know-How, Netzwerken und Publizität unterstützt.

(Quelle und weitere Informationen: EM Strasbourg Business School)

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

“The Sky is the limit” in Binningen und Franeker

Die Recheneinheit eines Jahres ist bekanntlich die Zeit, die der Planet Erde für seinen Umlauf um die Sonne benötigt. Auch der Mond und die Sterne spielen bei dieser Zeitmessung eine Rolle.

In der Schweiz gibt es 46 Obervatorien oder Sternwarten, von denen 26 der nationalen Organisation “Schweizerische Astronomische Gesellschaft” angeschlossen sind. Eine davon ist die Sternwarte St. Margarethen bei Binningen (Kanton Basel-Landschaft).

Fernrohr der Sternwarte St. Margarethen

Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet und befand sich zunächst in der Stadt Basel in der Nähe des Bernoullianums. Im Jahr 1928 wurde es an seinen heutigen Standort verlegt und gehörte bis 2007 der Universität Basel. Seither wird der Komplex von einem Verein verwaltet.

Das Bernoullianum

Schon die alten Ägypter, die seefahrenden Phönizier, die Griechen und die Römer hatten bahnbrechende Untersuchungen und Entdeckungen zum Universum und zur Zeitmessung in Jahren und Tagen gemacht. Auch die Wikinger verfügten auf ihren (fernen) Seereisen über die nötige Erfahrung mit Navigation und Zeitmessung anhand von Sternen, Planeten, Sonne und Mond.

Die Ägypter entwickelten auf der Grundlage ihrer Messungen die ersten Kalender, die Griechen und vor allem die Römer perfektionierten dieses System. Den Römern verdanken wir nicht nur die Namen der Monate und Tage, sondern auch den Julianischen Kalender, der in den meisten Teilen Europas  bis 1582 gültig war.

Schon in der Antike hatten Wissenschaftler entdeckt, dass die Sonne etwas mehr als 365 Tage braucht, um die Sonne zu umrunden. Dieser Unterschied zeigt sich heute in den Schaltjahren, in welchen jeweils am 29. Februar (alle vier Jahre) ein 366. Tag eingeschaltet wird.

François Ducommun (1763-1839), Planétaire, 1816. Sammlung: Musée international d’horlogerie

Die Zeitmessung in Stunden und Sekunden war jedoch erst Jahrhunderte später möglich, nämlich mit der Entwicklung mechanischer Uhren im 15. und 16. Jahrhundert. Das Uhrenmuseum (Musée d’horlogerie) in Le Locle und das Internationale Uhrenmuseum (Musée international d’horlogerie) in La Chaux-de-Fonds, das dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, sind diesem Thema gewidmet. Heutzutage ist sogar eine Messung in einer Femtosekunde möglich, also eine 0,000 000 000 000 1 Sekunde.

Der Gregorianische Kalender wurde im Jahr 1582 von Papst Gregor XIII. (1502-1585) eingeführt. Heute gilt er in fast allen Ländern. Der chinesische, der jüdische, der japanische und der buddhistische Kalender sowie die Kalender einiger anderer Religionen und Länder unterscheiden sich jedoch nach wie vor (formell).

Die Einführung des Gregorianischen Kalenders in der Schweiz. Bild: Sternewarte St. Margarethen

Die Einführung dieses (katholischen) Kalenders war auch in den europäischen Ländern keine Selbstverständlichkeit. In der Schweiz dauerte es  bis 1812, bis alle 22 Kantone der Eidgenossenschaft diesen Kalender verwendeten. Auch die Republik der Vereinigten Niederlande benötigte eine längere Zeitspanne, bis im Jahre 1701 Friesland, Groningen, Utrecht und schliesslich Drenthe als letzte (reformierte) Provinzen der Einführung des Kalenders zustimmten.

Ein weiterer interessanter Aspekt dieser Wissenschaft ist ihre jahrhundertelange Globalisierung seit dem Altertum. Aus jüngerer Zeit sind die Kontakte der Wissenschaftler im 16. und 17.Jahrhundert sehr bekannt.

Torùn, Nikolaus Kopernicus

Nikolaus Kopernikus (1473-1543) aus Torùn (Polen) und Galileo Galilei (1564-1642) aus Florenz sind bekannte Namen im Bereich der Astronomie. Der Basler Gelehrte Peter Megelin (1623-1686), Professor an der Universität Basel, veröffentlichte 1682 in Amsterdam sein bahnbrechendes Buch “Systema Mundi Copernicanum”. Johannes Hevelius (1611-1687) aus Gdansk (Danzig) veröffentlichte die “Selenographia sive Lunae Descriptio” und andere wichtige Studien, von denen einige noch heute gültig sind!

Die Sternwarte in Binningen ist dieser Geschichte gewidmet und wird auch heute noch als Messinstrument für verschiedene meteorologische Zwecke genutzt.

Bilder: Sternewarte St. Margarethen

An bestimmten Tagen ist das Observatorium für das Publikum geöffnet, welches (bei klarem Wetter) die Teleskope benutzen kann. Auch bei bewölktem Himmel ist das Observatorium wegen seiner (wissenschaftlichen und historischen) Informationen und Simulationen eines wolkenlosen Himmels einen Besuch wert.

Bild: Sternewarte St. Margarethen

Für alle Religionen, Länder und politischen Systeme gilt:Der Himmel ist die Grenze, the Sky is the limit, und er birgt noch viele Geheimnisse.

Das Universum, die Sonne, die Sterne, die Planeten, die Galaxien und andere Himmelskörper überall auf der Welt, unabhängig von Religion oder politischen Systemen, haben eines gemeinsam: The sky is the limit,  Der Himmel ist die Grenze und er birgt noch viele Geheimnisse. Wenn man sich damit beschäftigt, entsteht sicherlich nie Langeweile.

Auch Eise Eisinga (1744-1828) langweilte sich nicht in Franeker (Friesland, Niederlande). Er baute 1781 das älteste noch immer funktionierende Planetarium der Welt (heute UNESCO-Welterbe). Kürzlich wurde der dortige Kalender wegen des Schaltjahres manuell um einen Tag vorverlegt!

(Quelle und weitere Informationen: Astronomischer Verein Basel)

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Jupiter. Bild: Sternewarte St. Margarethen

Galaxies. Bilder: Sternewarte St. Margarethen

Vals und seine Walser, Naturphänomene, Reformationszeit und Mineralquellen

Lawinen, Überschwemmungen und Bergstürze, im Dorf Vals (Valsertal, Kanton Graubünden) kann man schon seit Jahrhunderten  beim Thema mitreden. Eine Chronik (die Lawinenchronik) führt seit 1598 genau Buch über solche Naturereignisse.

Die Überschwemmungen von 1868 waren  so dramatisch, dass das ganze Dorf daran dachte, nach Amerika auszuwandern! Am 20. Januar 1951 riss eine Schneelawine 19 Einwohner in den Tod. Für die Talbewohner sind solche Ereignisse eine Katastrophe.

Im Schweizerischen Nationalpark im Engadin (Kanton Graubünden) werden solche Ereignisse jedoch nicht als Katastrophen bezeichnet, sondern als Naturphänomene. Schliesslich leben in diesem Park keine Menschen, und Tiere und Pflanzen sprechen gar nicht über sie.

Schon in prähistorischer Zeit hat sich die Natur bemerkbar gemacht. Der Flimser Felssturz ist ein solches Beispiel, das sich  vor 10’000 Jahren ereignete. Die Rheinschlucht zwischen Ilanz und Reichenau ist das Ergebnis davon, ein wahres Kunstwerk der Natur. Damals lebten allerdings noch keine Menschen in diesem Gebiet, es war also keine Katastrophe.

Das Dorf Vals  gab es damals noch nicht. Der Valserberg war aber seit der Römerzeit (und vorher) eine Verbindungsstrasse von Ilanz über den San-Bernardinopass ins Tessin. Die erste (romanische) Siedlung entstand erst im 11. Jahrhundert.

Um 1300 siedelten sich Walser im Dorf an und sie waren bald in der Mehrheit. Das Romanische wich wie im benachbarten Obersaxen der walserischen (deutschen) Sprache.

Die Reformation

Die Reformation führte auch in Vals zu heftigen Debatten und einigen Gewaltausbrüchen. Die Walser wollten mehrheitlich katholisch bleiben. Dies war nach dem Ilanzer Artikel von 1524 und 1526 möglich: Die Einwohner einer Gemeinde wählten ihre Religionszugehörigkeit selbst, es war nicht die Regierung, die darüber bestimmte (in diesem Fall der Graue Bund oder der Freistaat der drei Bünde). Vals blieb, wie die meisten Walserdörfer, katholisch.

Die katholische Kirche St. Peter und Paul

Das Dorf lebte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts von der Landwirtschaft und der Viehzucht. Der Handel mit Vieh und landwirtschaftlichen Produkten verlief zu jeder Jahreszeit über den Valserberg nach Hinterrhein, Bellinzona und Lugano.

Die Valser Wasserwelt

Wie in vielen Orten Graubündens und in anderen Teilen der Schweiz veränderten die Mineralquellen und Heilbäder sowie der rasch wachsende Tourismus das Leben dramatisch. Die St.-Peters-Quelle machte das Dorf weltberühmt, und Unternehmen aus anderen Kontinenten zogen ins Tal.

Das Kurhaus-Therme mit 60 Betten wurde 1893 errichtet. Am 14. Dezember 1996 öffnete die komplett renovierte Therme Vals ihre Türe. Die Eröffnung des Wasserkraftwerks Zervreila im Jahr 1958 und der Skianlagen in den Jahren 1975 und 1996 sorgten ebenfalls für einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Heute ist Vals eines der höchstgelegenen Skigebiete des Kantons.

Vals, rechtsoben die Therme Vals

Eines hat sich jedoch nicht geändert: Das Dorf ist nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Das Postauto oder das eigene Transportmittel  führen durch die schöne Landschaft, in der die Zeit stehen geblieben ist und Lawinen, Überschwemmungen und Bergstürze noch immer zu den Naturphänomenen gehören.

(Quelle und weitere informationen: Gemeinde Vals; Museum Gandahus)

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Impressionen von Vals 

 Brüggastall-Stallgeschichten und die Bibliothek zur glückligen Zukunft

Der Garten

Die Brücke über den Valser Rhein

Die Umgebung

St. Martin