Die keltische Brücke von Cornaux

Seit 1965 ist Cornaux für Archäologen ein Begriff. Man stiess bei der zweiten Juragewässerkorrektion (1962-1973) bei zwischen Neuenburger- und Bielersee auf eine Holzbrücke über die Zihl aus dem 2. und 1. Jh. v.Chr.

Sie war 90 Meter lang und ruhte auf sieben Pfeilern, die je aus drei Pfählen und zwei schrägen Seitenstützen bestanden. Darauf lagen Balken und darüber Rundhölzer als Brückenbelag aus der späten Latènezeit. Dendrochronologisch konnte bestimmt werden, dass das Eichenholz im Jahr 116 v. Chr. gefällt worden war.

Bereits zu Beginn des 13. Jh. gab es in Cornaux. eine  landwirtsschaftliche Nutzungsgemeinschaft, die sich aber erst im 15. Jh. als Gem. konstituierte. Bis 1848 gehörte das Dorf zur Kastlanei Thielle.

Die politische. Gemeinde gibt es seit 1869. Die romanische Kirche Saint-Pierre ist seit 1228 belegt und gehörte zum Dekanat Solothurn (Diözese Lausanne).

(Quelle: Historisches Lexicon der Schweiz, Cornaux, www:hls-dhs-dss.ch/de/articles/002847/2006-09-12).

Der VR-Matterhorngipfel

Das Projekt (Red Bull the Edge: A Matterhorn VR experience) ist das Ergebnis einer innovativen und langjährigen Zusammenarbeit zwischen Schweizer und internationalen Pionieren.

Diese entwickelten die Idee der Genfer Filmproduzenten Stefan Lauper und Consuelo Frauenfelder weiter.

Dank völlig neuer 3D-Technologie verwandelte eine Agentur die Drohnenaufnahmen in ein interaktives und sehr realitätsnahes Kletterabenteuer, welches den unerreichbaren Berg für alle zugänglich macht.

Nach einem Video Briefing geht es, ausgerüstet mit VR-Brille und Klettergurten, Richtung Matterhorngipfel, die Kletterwand hinauf. Windsimulationen und die Geräuschkulisse sorgen für eine Verschmelzung der virtuellen und der realen Welt.

Während der 3-jährigen Entwicklungszeit arbeitete man eng zusammen mit Bergführern, Kletterer, Ingenieuren und Motion-Capture-Spezialisten.

In der Ausstellung kann man ausserdem mehr über den Mythos Matterhorn, die lange Tradition der Bergführer und Bergrettung, Innovationen und Bergbahnen erfahren.

Im Obersten Stock des Kletter-Pavillons lässt sich zudem ein wunderschöner VR-Ausblick auf den Berg geniessen.

(Quelle und weitere informationen: www.verkehrshaus.ch).

 

Die Berner Schlösser

Das Schloss – Kaum ein anderes Gebäude übt eine stärkere Faszination aus, setzt die Fantasie in Gang und bietet sich verlockender für Ausflüge und Entdeckungstouren an.

Die Vielfalt der Berner Schlösser ist enorm. Keines ist wie das andere, jedes hat seine Eigenheiten und Geschichte(n). Dauer- und Sonderausstellungen setzen Akzente, lenken den Blick und machen Lust auf mehr. Umgeben von Pärken und Gärten oder thronend auf hohem Fels laden die Berner Schlösser zum Besuch ein.

Elf Berner Schlösser und ihre Ausstellungen präsentieren sich auf einen Blick: Schloss Münsingen, Schloss Thun, Schloss Oberhofen, Schloss Spiez, Schloss Landshut, Schloss Burgdorf, Schloss Laupen, Schloss Jegenstorf, Schloss Hünegg, Schloss Thunstetten und Schloss Belp.

(Quelle und weitere Informationen: www.berner-schloesser.ch).

 

Anestre wurde zum Ins

Bereits in der Jungsteiszeit (4000-1800 v.Chr.) war die Gegend um das Dorf Ins (Kanton Bern) Besiedelt.  Auch die Römerzeit hinterliess ihre Spuren.

Aus dem frühen Mittelalter stammt 851 die erste Erwähnung: Villa de Anes. 1009 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung in der altfranzösischen Form Anestre.

Zu Beginn des 13. Jahrhundert gehörte Anestre noch zur französischsprachigen Grafschaft Neuenburg-Nidau. Savoyen  erwarb 1376 das Dorf zusammen mit der Herrschaft Erlach (Cerlier auf Französisch) . Bern eroberte während der Burgunderkriege (1476-1477) die Herrschaft Erlach und Anestre. Ins ist seitdem deutschsprachig und Teil des Kantons Bern.

(Quelle und weitere Informationen: Gemeinde Ins)

Eindrücke aus Ins

Das Albert Anker-Haus Ins

Der Maler Albert Anker wurde 1831 in diesem Haus in Ins (Kanton Bern) geboren und starb hier auch im Jahr 1910. Das Haus wurde 1803 von seinem Grossvater Rudolf Anker, einem Tierartz, in der Art der Seeländer Bauernhäuser erbaut.

Hauseinteilung, Ausstattung und Inventar entsprechen noch weitgehend dem Zustand, wie ihn der Maler und seine Vorfahren geschaffen haben. Das Atelier ist im Orignalzustand erhalten, ein seltenes Zeugnis des 19. Jahrhunderts.

Der Maler studierte erst Theologie, bevor er zur Malerausbildung nach Paris zog. Dort wohnte er mit seiner Frau und seinen Kindern während den Wintermonaten.

Die Sommermonate verbrachte er in Seinem Elternhaus, wo er die meisten Bilder mit Modelllen aus dem Dorf gemalt hat. Ab 1890 lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod in diesem Haus.

(Quelle und weitere Informationen: www.albert-anker.ch).

Der Maloja Palast

Die Zeit der Grand-Hotels führte auch zu ehrgeizigen oder nie realisierten Projekten. Ein Beispiel für Letzteres ist das Grand Palace in Riom (Kanton Graubünden). Andere Komplexe wurden gebaut, mussten aber bald finanzielle Rückschläge hinnehmen.

Als bekanntes Beispiel für ein finanziell nicht erfolgreiches Projekt sei  der Maloja-Palast erwähnt. Das  Hôtel-Kursaal de la Maloja (heute heisst das Hotel Maloja Palace) steht zwischen Bergell und Oberengadin und unweit von St. Moritz.

Das Hotel wurde vom belgischen Grafen Camille de Renesse (1836-1904) erbaut. Der Graf fasste diesen Plan, nachdem er St. Moritz 1880 besucht hatte. Zu dieser Zeit war St. Moritz bereits ein Dorf mit Grand-Hotels und Badehäusern.

Der Graf wollte sein eigenes Grand-Hotel und kaufte von Familie Giacometti ein Stück Land in Maloja am westlichen Ende des Silsersees. Giovanni Giacometti (1868-1933) malte das Hotel im Jahr 1899. Dieses Gemälde hängt heute im Hotel Schweizerhaus in Maloja.

Der Graf hatte grosse Ambitionen: Auf dem Grundstück sollten ein Villenpark, ein Casino, ein Golfplatz und Restaurants entstehen, zwei Kirchen, ein Schwimmbad, ein Tennisplatz sowie eine Eisbahn und eine Sprungschanze für den Wintersport.

Ausserdem plante er den Bau einer Eisenbahnlinie und eines Bahnhofs in Maloja (die nicht realisiert wurden) und die Renovation des (mittelalterlichen) Schlosses Belvedere (1903 teilweise fertiggestellt) und er kaufte zwei Dampfer für den Silsersee.

Das Hotel mit seiner 200 Meter hohen Fassade war damals das zweitgrösste Gebäude der Schweiz (nach der ETH in Zürich). Der belgische Architekt Jules Rau (1854-1919) stellte das Projekt in nur 15 Monaten fertig.

Die Eröffnung fand am 1. Juli 1884 statt. Es fehlte an nichts: 300 Zimmer mit 450 Betten, beheizte Säle mit einem ausgeklügelten Warmluftsystem, elektrisches Licht, ein Speisesaal für 300 Gäste und eine prächtige Innenausstattung, ein Raucherzimmer, eine Bibliothek, ein Konversationszimmer, (Bechstein-)Klaviere, ein Pferdeomnibus für den Transport der Gäste (von St. Moritz nach Maloja und umgekehrt), Galerien und eine Dachplattform mit herrlichem Blick auf die (Berg-)Landschaft sowie Anlegestellen am See für Ausflugsboote und die Dampfschiffe.

Fünf Monate nach der Eröffnung war das Hotel bankrott. Eine Choleraepidemie, der Tod der Gräfin Malvina de Kerckove von Denterghem (1846-1884), das Casino-Verbot, die Tatsache, dass die Eisenbahnlinie nicht hatte gebaut werden können und eine starke Überschuldung haben den Konkurs am 3. Januar 1885 verursacht.

Das Hotel wechselte bis 1934 mehrmals den Besitzer und wurde dann zur Residenz der Schweizer Armee und von 1962 bis 1980 zu einem Sommerhaus für (belgische) Kinder.

Nach einem weiteren Handwechsel wurde das Hotel Maloja Palace im Jahr 2009 nach jahrelanger Renovierung wieder eröffnet. Das Schloss Belvedere ist teilweise abgebrannt. Der Schlossturm befindet sich im Besitz der Stiftung Pro Natura.

(Quelle: P. Bröckli, Bis zum Tod der Gräfin. Das Drama um den Hotelpalast des Grafen Renesse in Majola, Zürich 1998; www.malojapalace.com).

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Der Weisse Turm in Mulegns

Die Stiftung Origen (Nova Fundaziun Origen) errichtet im Dorf Mulegns (Kanton Graubünden) ein komplett digital gedrucktes Gebäude, den Weissen Turm.

Das Gebäude bietet Raum für Kunstinstallationen, Hörspieltouren und Theateraufführungen. Der Weisse Turm demonstriert den eindrücklichen Formenreichtum digitaler Fabrikation und setzt neue Massstäbe im nachhaltigen Umgang mit Beton.

Im Kuppelsaal des Turmes schwebt eine Bühne, die eine atemberaubende Aussicht auf das Dorf gewährt und abends die letzten Sonnenstrahlen einfängt.

Situation Sommer 2023

Der Formenreichtum erinnert an das grosse handwerkliche Können der Bündner Stuckateure und Zuckerbäcker, die bis zum Ersten Weltkrieg halb Europa mit exquisiten Süsswaren bedienten und das Dorfbild von Mulegns entscheidend geprägt haben.

Der Weisse Turm soll für fünf Jahre stehen bleiben und im Sommer 2024 vor Ort gedruckt werden.

(Quelle und weitere informationen: www.origen.ch).

Die Stadtgeschichte in Stein gemeisselt

Jede Strassenecke im Zentrum des (alten) Basel, Basilea, hat ihre Geschichte. Auf dem Hügel des Münsters errichteten die Kelten im ersten Jahrhundert v. Chr. eine Verteidigungsmauer, den murus gallus.

Die Römer hingegen gründeten um 44 v. Chr. die Colonia Augusta Raurica zur Verteidigung gegen die Germanen auf der anderen Seite des Rheins (Rhenus).

Das Wachstum Basels begann erst nach dem Abzug der römischen Legionen um 410 n. Chr. Der Bischof hatte seinen Sitz in Augusta Raurica, zog aber im fünften Jahrhundert auf den Basler Hügel um.

Das Historische Museum in der Barfüsserkerk hat die Geschichte der Stadt in Stein gemeisselt. Die zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert entstandenen Sandsteinreliefs waren an öffentlichen Gebäuden, Kirchen, Wirtshäusern oder Privathäusern angebracht.

Sie zeugen von der Geschichte dieser Gebäude und ihren Besitzern. Viele von ihnen sind alles, was von den Gebäuden übrig geblieben ist.

(Quelle und weitere Informationen: www.hmb.ch).

Zentrum 19. Jahrhundert. Sammlung: Historisches Museum Basel

Der Bernstein der Germanen

Das Alemannenmuseum in Ellwangen organisierte die Sonderausstellung „Bernstein – Gold der Germanen: Das Collier von Trochtelfingen“.

Dieses ist das  kostbare Bernsteincollier einer Alamannin des 4. Jahrhunderts, das 2006 im Egertal bei Trochtelfingen (Ostalbkreis) entdeckt wurde.

Nach aufwändiger Restaurierung liessen sich diese zu einem aussergewöhnlichen, feingliedrigen Collier zusammenfügen, das aus gedrehten Ringperlen aus Bernstein unterschiedlicher Grössen und Stärke sowie zylindrischen, ringförmigen, polyedrischen und achterförmigen Ösenperlen aus dunkelblauem Glas bestand.

Das Collier wird  zum Thema Bernstein im Frühmittelalter präsentiert. Schon in der Bronzezeit muss es Handelswege zwischen Ostsee und Nil gegeben haben, die die Enden der damals bekannten Welt verbanden.

In einem weitgespannten Austauschsystem wurde das Gold der Ostsee über die Alpen von Händlern zu Fuss, auf Ochsenkarren oder auch zu Pferd transportiert.

Diese wichtigen Handelsrouten bezeichnet man auch als Bernsteinstraße. Hauptproduktionsstätte für Bernsteinobjekte war in der Eisen- und Römerzeit Aquileia an der Adria.

Auch bei den Alemannen der Völkerwanderungszeit galt der Bernstein als Statussymbol und wurde von ihnen in prachtvollen Ketten sicherlich mit grossem Stolz getragen.

In der Merowingerzeit sind die Bernsteinperlen nur noch Teil meist sehr aufwändiger Halsketten, die vor allem von farbenfrohen und vielgestaltigen Glasperlen dominiert werden.

Als Amulett am Gürtelgehänge von Frauen oder als magische Schwertperle der Kriegerelite spielten sie aber weiterhin eine wichtige Rolle.

Quelle und Weitere Informationen: www.alamannenmuseum-ellwangen.de