Die Grande Cariçaie

Die Grande Cariçaie nimmt das gesamte Südufer des Neuenburgersees ein (45 km). Sie beherbergt mehr als 800 Pflanzenarten und mehr als 10 000 Tierarten, d. h. rund einen Viertel der schweizerischen Flora und Fauna.

Der Name Carex lässt sich auf das lateinische Wort carectum zurückführen, das eine mit Riedgräsern bewachsene Fläche beschreibt. Die Grande Cariçaie heisst also eine grosse mit Riedgräsern bewachsene Fläche.

Sie besteht aus 8 Naturschutzgebieten in den Kantonen Waadt, Freiburg und Neuenburg und ist fast 3‘000 Hektaren gross.

 Die Vielfalt der Natur, der Flora und Fauna sowie die Anzahl der Tier- und Pflanzenpopulationen haben die Grande Cariçaie weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt gemacht. Sie gehört auch zum Netzwerk der Ramsar-Gebiete.

(Quelle und weitere Informationen: www.grande-caricaie.ch).

Das Schloss von Auvernier

Das Schloss wurde 1559 von Blaise Junod, dem Einnehmer der Herrschaft Valangin, erbaut. Zu dieser Zeit gehörte die Grafschaft Neuenburg zum französischen (Königs-)Haus Orléans-Longueville. Die Grafschaft war also ein Fürstentum.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass der neue Besitzer, Jean-Jacques Tribolet, in der Armee von Heinrich von Navarra, dem späteren Heinrich IV, König von Frankreich (1553-1610), diente. Sein Nachfolger Pierre Chambrier (1542-1609), Staatsrat der Grafschaft Neuenburg, erweiterte das Schloss nach 1603.

Das Eingangstor stammt aus dem Jahr 1740. Der Weinbau war der Hauptwirtschaftszweig des Gutes, das sich auch heute noch in Privatbesitz befindet.

Die Schlossherren haben eine beeindruckende Militärlaufbahn hinter sich: vor dem König von Frankreich, Savoyen und der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen, Gouverneur des Fürstentums Neuenburg, Kammerherr des Königs von Preussen (Fürst von Neuenburg von 1707 bis 1857), Freund von Jean-Jacques Rousseau und Staatsrat des Fürstentums.

Korrektorin: Melinda Fechner

Cossinus, Cossonus oder Cossonay

Cossonay (Kanton Waadt) ist vom gallorömischen Namen Cossinus oder Cossonus abgeleitet. Im Mittelalter wurde er zu Cossinacum oder Cossonacum.

Das erste Dokument mit dem Namen Cossonay stammt aus dem Jahr 1096. Uldric von Cossonay schenkte dem Kloster von Romainmôtier seine Güter in Cossonay.

Im Jahr 1405 starb das Geschlecht der Herren von Cossonay aus und die Herzöge von Savoyen übernahmen die Stadt. Im Jahr 1536 eroberte Bern die Stadt und regierte sie bis 1798.

Diese Stadt hat viele interessante Sehenswürdigkeiten: Die Kirche St. Pierre (die ersten Fundamente stammen aus dem achten Jahrhundert), das Schloss, die Prieuré aus dem elften Jahrhundert, mittelalterliche Stadtmauern und Türme (darunter die Porte de Morges) und Strassen (darunter die Ruelle Punaise), das Haus des Banneret (16. Jahrhundert) und zahlreiche andere Gebäude aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

(Quelle und weitere Informationen: www.cossonay.ch)

Die Begräbniskirche Sous-le-Scex

Der in der Nähe der historischen Altstadt von Sitten, südlich des Hügels Valeria gelegene archäologische Fundort Sous-le-Scex gehört zu den bedeutendsten seiner Art im Alpenraum.

Die frühchristliche Begräbniskirche aus dem 5. Jahrhundert zählt zu den am besten erhaltenen in ganz Europa.

Die bis ins 9. oder 10. Jahrhundert genutzte Begräbniskirche weist den Grundriss einer Basilika auf: ein grosser gedeckter Versammlungsraum mit einer Apsis.

Im 5. Jahrhundert diente die Kirche als gedeckter Friedhof und scheint erst ab dem 8. Jahrhundert für liturgische Feiern genutzt worden zu sein. Über 1000 Skelette wurden in rund 500 Gräbern, davon einige mehrmals benutzt, gefunden.

Ab dem 10. Jahrhundert wurde der Standort der Begräbniskirche aufgegeben. In der Folge gab es dort Obstgärten und Reben.

(Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, Sitten, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002802/2017-11-16).

Zernez, die Plantas und das Naturparkzentrum

Die Besitztümer der Herren von Tarasp, von Wildenberg und von Frickingen sind im 12. und Jahrhundert fassbar. Diese gingen an den Bischof von Chur und im 14. Jahrhundert an die Plantas von Zernez.

1367 fand in Zernez die Gründung des Gotteshausbundes 1367 statt. 1499 (Schwaben oder Engadiner Krieg) und 1622 (Bündner Wirren) wurde das Dorf zerstört.

Zernez trat 1553 der Reformation bei. 1609 stiftete Rudolf von Planta die frühbarocke Pfarrkirche. 1652 kaufte sich Zernez, wie das übrige Tal, von Österreich los.

Das 1968 in Zernez eingerichtete Nationalparkzentrum/Museum zog 2008 in einen Neubau und seit 2007 beherbergt das Schloss Wildenberg die Parkverwaltung.

(Quelle: Historisches Lexicon der Schweiz, Zernez, www.hls-dhs-dss.ch/de/articles/001525/2016-12-14/).

Die Gärten der Fondation Pierre Gianadda

Die Gärten der Fondation Pierre Gianadda in Martigny (Kanton Wallis) beherbergen interessante gallo-römische Überreste und eine reiche Flora in einer Umgebung aus Teichen, Bächen und Felsen.

Die antiken Gebäudereste  gehören zu einem heiligen Bezirk – zu einem Temenon – von 85 m Breite und 185 m Länge. Um 50. v. Chr. wurde ein einheimischer (keltischer) Tempel errichtet. In dieser zu römischer Zeit veränderte Tempel verehrte man einen keltischen Merkur.

Die Umfassungsmauer des heiligen Bezirks wurde später errichtet, um 50 n. Chr. Zum Temenos gehörten auch Thermen mit Empfängungsräumen.

Skulpturen nehmen einen immer wichtigeren Platz ein. Die Ausstellung von Schweizer Skulpturen im Jahr 1991 war der Anfang. Seitdem präsentiert der Park jedes Jahr neue Ausstellungen, oft zusätzlich zu den Ausstellungen, die die Stiftung im Museum zeigt.

Die Stiftung baut ihre Skulpturensammlung noch weiter aus. Heute befinden sich im Park siebenundvierzig Werke, die sowohl von den grössten Künstlern als auch von neuen Talenten geschaffen wurden. Der Park ist für die Öffentlichkeit zugänglich.

(Quelle und weitere Informationen: Fondation Pierre Gianadda (www.gianadda.ch); Léonard Gianadda, La Sculpture et la Fondation, Martigny, 2008).