Der Kanton Obwalden, mit seinem Hauptort Sarnen, bildet zusammen mit dem Kanton Nidwalden die Region Unterwalden in der Zentralschweiz.
Der offizielle Name von Obwalden in der Bundesverfassung war bis 1999 Unterwalden ob dem Wald. Der Kanton liegt an einem Ausläufer des Vierwaldstättersees und ist, obwohl klein, einer der Gründer der heutigen Eidgenossenschaft.
Die Kelten, Römer, das erste Burgunderreich (443-534), die Alemannen das Heiligen Römischen Reich
Nach den Kelten, Römern und dem ersten Burgunderreich (443-534) kamen die Alemannen in das Gebiet. Um 900 war Deutsch (Alemannisch) die Hauptsprache geworden. Ab 1032 war Obwalden Teil des Heiligen Römischen Reiches.
Die Grafen von Lenzburg spielten bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1173 eine dominierende Rolle. Auch die Klöster Beromünster und St. Leodegar waren bedeutende Grundbesitzer. Darüber hinaus spielten regionale Adelsfamilien eine Rolle.
1291-1798
Habsburg war die wichtigste Macht im dreizehnten Jahrhundert. Obwalden war seit 1291 und/oder 1309 Teil der ersten Eidgenossenschaft. 1309 wurde Obwalden von Kaiser Heinrich VII. (1273-1313) die Reichsunmittelbarkeit verliehen.
Ab der Schlacht von Morgarten und dem Bundesbrief im Jahr 1315 verfolgte Obwalden eine ähnliche Geschichte, wirtschaftliche Entwicklung und Süderweiterung wie die Nachbarkantone Nidwalden, Schwyz und Uri.
Von 1403 bis 1515 besetzte Obwalden italienische Territorien jenseits des Gotthards und verwaltete sie bis 1798 zusammen mit anderen Kantonen als „Untertanengebiete“.
Obwalden blieb während der Reformation katholisch und beteiligte sich an der Gegenreformation nach dem Konzil von Trient (1545-1563) und den lokalen Religionskriegen (Kappeler Kriege von 1529 und 1531 und Villmerger Kriege von 1656 und 1712).
Auf der europäischen Bühne nahmen Obwaldner Söldner an den (religiösen) Bürgerkriegen und Bündnissen mit katholischen Monarchen teil. Das Söldnergeschäft existierte bis zum föderalen Verbot in der neuen Verfassung im Jahr 1848. Die Landsgemeinde aus dem 13. Jahrhundert wurde 1998 abgeschafft.
1798-1848
Als Urkanton der Eidgenossenschaft leistete Obwalden auch Widerstand gegen die Helvetische Republik (1798-1803). Seit Beginn der Tagsatzung im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert teilte Obwalden seinen Sitz mit Nidwalden. Seit 1848 haben beide Kantone einen Sitz im Ständerat.
Obwalden war Mitglied des katholischen Sarnerbundes (1832) und des Sonderbundes (1845) und stimmte der Verfassung von 1848 nur widerwillig zu.
Die Fahne
Das Wappen von Obwalden ist dem Siegel (einem Schlüssel) entnommen, mit dem die ältesten Bundesbriefe ab 1291 besiegelt wurden. Das Originalsiegel ist im Archiv von Obwalden zu sehen.
Die Kantone Obwalden und Nidwalden hatten bis ins vuerzehnte Jahrhundert das gleiche Siegel. Dies ist der Grund, warum die Heraldik fast identisch ist. Dies gilt übrigens auch für die anderen (Halb-) Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft und Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden.
Quelle: Thomas Maissen, Geschichte der Schweiz, Baden, 2010).
Korrektorin: Melinda Fechner