Die Kirche St. Mauritius Appenzell

Die erste Kirche St. Mauritius in Appenzell (Kanton Appenzell Innerrhoden) dürfte um 1068-1071 entstanden sein. Die zweite Kirche wurde um das Jahr 1291-1300 an derselben Stelle errichtet.

Von 1488-1513 entstand die dritte Kirche mit der Unterkirche und dem heutigen noch erhaltenen mächtigen Turm und den spätgotischen Chor. Das Kirchenschiff wurde 1826 vollständig erneuert. Eine umfassende Innenrenovation erfolgte 1890-1892 und 1917 wieder eine Aussenrenovation.

Die letzte grosse Innenrenovation fand 1969-1971 statt. 1995/1996 wurde die Kirche aussen restauriert.

(Quelle: www.appenzell.ch).

Die erste Druckerei des Engadins

Jachen Andri Dorta gründete 1660 in diesem Haus in Scuol die erste Druckerei des Engadins. Es erschienen viele romanische Schriften und 1679 die ‘Heilige Bibel’ in romanischer Sprache (Bibla da Scuol), übersetzt durch die Pfarrer Jacob Dorta und Jachen Tönet Vulpius. La Gazetta ordinaria da Scuol, gedruckt von der Druckerei, war die erste Zeitung Graubündens.

Nach Abschluss des Bibeldruckes in Scuol nahm der Drucker Nuot Cla Janett seine hölzerne Handdruckpresse mit nach Tschlin und siedelte die Stamparia (Druckerei) 1689 später nach Strada um (heute das Stamparia Museum). Das Original der Presse steht im Rätischen Museum in Chur.

Stamparia Museum

Die Druckerei in Scuol machte weiter. 1743 erschien die zweite Auflage der Bibel und noch viele andere Publikationen bis es 1881 zur Schliessung der Druckerei kam.

(Quelle: www.museumscuol.ch, Museum d’Engiadina bassa).

 Korrektorin: Melinda Fechner

Der Stausee Alp Albigna

Bereits im 19. Jahrhundert entstanden die ersten Pläne, im steilen Tal des Bergells (Kanton Graubünden) die Wasserkraft zu nutzen.

Die Überschwemmungen, welche das Bergell im Jahr 1927 heimsuchten, führten zum Bau der Hochwasserschutzmauer auf Alp Albigna.

Die Idee eines Speichersees war somit entstanden. Im Jahr 1955 begann das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich mit dem Staumauerbau.

Für die Unterkunft und Verpflegung der Arbeiter wurde unterhalb der Staumauer ein Barackendorf erstellt. Weil auf die hochgelegene Alp Albigna keine Strasse gebaut werden konnte, wurden zur Erschliessung der Baustelle drei Luftseilbahnen erstellt. Eine Seilbahn ist heute auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Seit dem Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 1959 dient der Lägh da l’Albigna als künstlicher Wasserspeicher für die Stromproduktion. Das Wasser wird in den Kraftwerken Löbbia und Castasegna turbiniert.

(Quelle: Schloss Belvedere,  Pro Natura Maloja).

Korrektorin: Melinda Fechner

Die Plantas und die Chesa Poult in Zuoz

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches stand um das Jahr 500 das ganze Engadin unter der Herrschaft der Ostgoten. Um 539 kam das Land unter die Oberhoheit der Franken.

Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 843. Der Name Zuoz hängt wahrscheinlich mit suot (unter auf Romanisch) zusammen. Um das Jahr 1000 besass der Bischof von Chur im Oberengadin zahlreiche Rechte und Güter.

Zuoz war zum Mittelpunkt dieser Herrschaft im Oberengadin geworden. Die Plantas waren die mächtigste und führende Familie im Oberengadin. Der Bischof von Chur verlieh Andreas Planta 1244 das Kanzleramt.

Die San-Luzi ist 1139 urkundlich als eine der Hauptkirchen des Oberengadins erwähnt. Der Wohnturm war der Wohnsitz der Plantas.

Die Chesa Poult

Der kubisch gegliederte Bau wurde, wie viele der Patrizierhäuser im Dorf, von einer Engadiner Familie erbaut, die durch die Rekrutierung von Söldnern zu Wohlstand gekommen war.

Die Familie Poult kaufte das Haus (chesa) im Jahr 1757. Der weitere Ausbau fand bis 1766 statt. Es ist ein kubisch gegliederter Bau mit zurückspringendem, einen Hof ausscheidenden Mitteltrakt, der einen Wohnturm einschliesst und mit einem graziösen Giebelaufsatz bekrönt wird. Im Inneren befinden sich Täferstuben und Rokokostuckaturen.

(Quelle: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Kunstführer durch die Schweiz, Band 2, Bern 2005).

Die Seen von Oberengadin

Kristallklare und tiefblaue Seen in der Oberengadiner Seenlandschaft sind unverwechselbare Schönheiten. In der Uferzone berühren und überschneiden sich Wasser und Land.

Hier befindet sich der grösste Lebensreichtum eines Sees. Nirgends ist die Artenvielfalt so gross. Das Leben findet jedoch zum grossen Teil im verborgenen statt.

Flussabschnitte, welche ab und zu überschwemmt werden, heissen auf romanisch Auen. Hier können rund 85% aller heimischen Tierarten leben. Die artenreichste Tiergruppe in den Auen sind die Insekten.

(Quelle, Pro Natura, Maloja).

 Korrektorin: Melinda Fechner

Das Frey-Grynäische Institut und die historische Bibliothek

Der Theologieprofessor Johann Frey (1684-1759) errichtete 1747 zur Erinnerung an seinen Freund und Kollegen Johannes Grynäus (1705-1744) das Frey- Grynäische Institut zur Förderung von Theologie und benachbarter Wissenschaften.

Der wichtigste Schatz des Basler Instituts ist seine bedeutende historische Bibliothek. Sie umfasst mehrere tausend Bände von den Anfängen der Buchdruckkunst bis ins 19. Jahrhundert. Besondere Schwerpunkte sind in den Bereichen Theologie, Orientalistik und Anglistik erkennbar.

Viele Bücher sind in Basel gedruckt und bezeugen die grosse Geschichte des Buchdrucks an diesem Ort. (Siehe auch das Museum die Basler Papiermühle, www.papiermuseum.ch).

Während jedoch die meisten dieser Bibliotheken später aufgelöst und in grosse Institutionen integriert wurden, ist diese Bibliothek geschlossen erhalten und hervorragend dokumentiert. Sie ist damit ein einzigartiges Zeugnis der Wissenschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts.

(Quelle: www.freygrynaeum.unibas.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner

Die Römerstrasse Neckar-Alb-Aare

Auf der bekannten Peutinger Karte, der mittelalterlichen Kopie einer antiken römischen Straßenkarte, ist auch die römische Strasse (Via Romana) dargestellt, an deren Verlauf sich die touristische Route (mit verschiedenen Römermuseen) der  Römerstrasse Neckar-Alb-Aare orientiert:

Vom Legionslager Vindonissa (Windisch) in der Schweiz führt sie über Tenedo (Zurzach, Hochrhein) und Iuliomago (Schleitheim, Kanton Schaffhausen) nach Brigobanne (Hüfingen). Von dort weiter über Arae Flaviae (Rottweil, die älteste Stadt von Baden-Württemberg) über Sumelocenna (Rottenburg) nach Grinario (Köngen) in Baden-Württemberg.

Ein gut ausgebautes Strassennetz war die Voraussetzung für die Organisation, Verwaltung und Versorgung des römischen Reiches.

Der Befehl zum Bau einer Strasse ging auf staatliche Initiative zurück. Die Ausführung lag in den Händen von römischen Soldaten, Ingenieuren und den anliegenden Gemeinden.

Um diese Strassen so bequem wie möglich zu gestalten, wurde das Gelände häufig eingeebnet und begradigt.

Über Täler wurden zum Teil Brücken errichtet, sogenannte Viadukte, die großartige Meisterleistungen der Ingenieurtechnik sind. War keine Brücke vorhanden, führte die Strasse durch eine Furt oder ein Fährdienst wurde eingerichtet.

Der Strassenkörper selbst bestand aus einem soliden Fundament aus grösseren Steinen. Darauf brachte man Schichten aus feinerem Kies auf. Bei wichtigen Strassen oder auch innerhalb von Gemeinden konnte darauf noch eine Pflasterung aus großen, unregelmäßigen Steinplatten liegen.

Die Strassen waren, wie heute auch, leicht gewölbt um das Regenwasser in die zu beiden Seiten befindlichen Strassengräben abzuleiten. An wichtigen Strassen befanden sich Strassenstationen.

Diese waren mit Soldaten besetzt, die den Verkehr kontrollierten, Strassenschäden weiter meldeten und für Kuriere Pferde  (die römische Post oder cursus publicum) zum Wechsel bereit hielten.

In regelmässigen Abständen waren entlang der Strassen sogenannte Meilensteine aufgestellt. Darauf befanden sich Inschriften mit Entfernungsangaben zu den nächsten Siedlungen und Informationen über den Erbauer oder Wiederhersteller der Strasse.

(Quelle und weitere Informationen: www.roemerstrasse.net).

Das Spalentor von Bazel

Das Spalentor wurde 1398 anlässlich der dritten Stadterweiterung erbaut. Es wurde  wegen befürchteter Auseinandersetzungen mit dem Burgund in den Burgunderkriegen (1474-1477) mit einem Vortor verstärkt.

Die drei Konsolfiguren, eine Madonna und zwei Propheten, stammen aus dem Jahr 1420. Es ist eines der drei Stadttore, welche heute noch existieren. Die anderen Stadttore sind das St. Alban Tor und das St. Johann Tor.