Die Kapellbrücke in Luzern

Die Kapellbrücke in Luzern wurd um 1360 errichtet und ist die älteste noch bestehende Holzbrücke Europas. Das Ensemble Kapellbrücke und Wasserturm ist das Wahrzeichen der Stadt Luzern.

Zusammen mit der weiter flussabwärts liegenden Spreuerbrücke zeugt es von der mittelalterlichen Geschichte der Stadt. Im 17. Jahrhundert entstand der Bilderzyklus, der die Geschichte der Eidgenossenschaft sowie der Luzerner Stadtheiligen St. Leodegar und St. Mauritius zeigt. 1993 fielen grosse Teile der Kapellbrücke einem Brand zum Opfer.

Zahlreiche Dreieckbilder in den Giebeln wurden dabei zerstört. Das Wahrzeichen der Stadt Luzern wurde jedoch wieder aufgebaut.

(Quelle: www.kapellbruecke.com).

 Korrektorin Melinda Fechner

Die Maloja Landschaft

Der geologische Untergrund bei Maloja ist 300 Millionen Jahre alt. Die Kräfte von Wasser und Eis, Pflanzen, Tieren und Menschen prägen die wunderschöne und einzigartige Landschaft am Malojapass.

Dieser Pass bietet auch gute Bedingungen für den Vogelzug über die Alpen. Die Gletscher und das Klima bildeten die Voraussetzungen für die Entstehung der Moore in Maloja.

Als die Gletscher am Ende der letzten Eiszeit schmolzen, bildeten sich Seen und Moore. Uralt ist das Moor Palü Marcía, sechzehntausend Jahre alt um genau zu sein.

Diese ausgedehnten Feuchtgebiete des Oberengadins auf einer Höhe von 1700-1800 m sind einzigartig im Alpenraum. Sie bilden ideale Brut-, Überwinterungs- und Rastplätze.

Die Wälder haben sich weitgehend von der jahrhundertelangen Beweidung erholt. Die im 19. Jahrhundert stark wachsenden Ortschaften erforderten grosse Mengen an Brenn- und Bauholz.

Der Turm Belvedere, im Besitz von Pro Natura, bietet einmalige weit- und Tiefblicke um diese Landschaft zu geniessen.

(Quelle: www.pronatura-gr.ch).

Korrektorin: Melinda Fechner

Die Abtei und Stadt St. Gallen

Die Abtei St. Gallen wurde im Jahr 719 gegründet. Die Geschichte begann mit der Legende des heiligen irischen Mönchs Gallus (um 550-620), der an diesem Ort im Jahr 620 gestorben war. Die erste Kapelle stand auch auf diesem Platz. Hier wurde 2009 ein Steinsarkophag aus dem 7. Jahrhundert geborgen.

Die Steinach in St. Georgen. Der Legende nach wanderte Gallus 612 von Arbon aus die Steinach entlang. Er fiel dort in den Busch, wo heute die Galluskapelle liegt. Für ihn war das ein göttliches Zeichen. Beim Ort Steinach fliesst die Steinach in den Bodensee.

St. Otmar (689-759) gründete 719 das Kloster und bald liessen sich in der Nachbarschaft, am heutigen Gallusplatz, Händler, Beamte und Handwerker nieder. Sie legten den Grundstein für die Stadt St. Gallen.

Der Klosterhof. Denkmal für den Heiligen Otmar, 759-1959

Die Gallus-Kapelle

Der Gallusplatz

Der Bahnhof

Die stadt

Die Abtei wurde in der Karolingerzeit immer mächtiger und war eine Reichsabtei mit einem Fürstabt im Heiligen Römischen Reich. Ab dem 15. Jahrhundert nahmen die Spannungen zwischen den Bürgern der Stadt und der Abtei zu.

Im Zuge der Reformation wechselte die Stadt um 1530 zum anderen Glauben. Die Abtei blieb bestehen, war aber von der protestantischen Stadt durch eine Mauer isoliert (eine Art Berliner Mauer (1961-1989) avant la lettre).

Für den Zutritt der Mönche in die Stadt galten strenge Regeln. In den Jahren 1755-1761 wurde die alte romanische Klosterkirche St. Gallus und Otmar vollständig im Barockstil umgebaut.

Nach der Gründung des Kantons St. Gallen in der neuen Schweizerischen Konföderation im Jahr 1803 wurde das Kloster 1805 vom Kanton aufgehoben. Nach 1805 liess der Kanton mehrere Regierungsgebäude auf dem Areal errichten. Seit 1848 ist der Komplex die Bischofsresidenz des Bistums St. Gallen.

Das Kloster, die Bibliothek und das Archiv wurden 1983 in die Liste der UNESCO aufgenommen. Ausschlaggebend für die Wahl war die Verbindung der barocken Klosteranlage aus dem 18. Jahrhundert mit einer ins 8. Jahrhundert zurückreichenden Jahrhundert zurückreichenden Tradition. Die Bibliothek ist eine der ältesten und reichsten der Welt.

Das „Corona-Buch“. Während der Corona-Epidemie schrieben 1 000 Besucher die Bibel in ihrer eigenen Handschrift um.

(Quelle und weitere Informationen: E. Tremp, J. Huber, K. Schmuki, Stiftsbibliothek St. Gallen, St. Gallen, 2007;  www.stiftsbezirk.ch).

Korrektorin: Eva Maria Fahrni

Impressionen der Abtei, Kirche und Bibliothek

 

Zwei Gallus Reliken

Der Eingang zur Abteibibliothek mit der Aufschrift (frei übersetzt) „Balsam für die Seele“.

Der Notker Globus (2022), der nach dem oben genannten Text einer Handschrift aus dem Jahr 1050 erstellt wurde. Das Bemerkenswerte daran ist die runde Erde, Jahrhunderte vor Gallilei!

De Zeichen des Himmels, rond 450, das älteste Manuskript der Bibliothek

Der St. Galler Globus, 1576. Replik. Der Globus zeigt die Erde und den Himmel (Sterne und Planeten) nach dem damaligen Wissensstand. Das Original befindet sich im Landesmuseum in Zürich. Im Zweiten Villmergerkrieg (1712) plünderte das protestantische Zürich die Abtei und der St. Galler Globus war Kriegsbeute.  In den 1990er Jahren forderte der Kanton St. Gallen die Rückgabe des Originals. Der Kompromiss ist die von Zürich finanzierte Replik. Diese Fragen spielen sich auch zwischen schweizerischen Kantonen ab!

Der St. Galler Globus, 1576. Landesmuseum Zürich 

Kloster wurde Klosters

Das Kloster oder Spital wurde 1222 in einer Bulle des Papstes Honorius III (1150-1227) erstmals erwähnt. Das Dorf Klosters entstand danach.

Die Freiherren von Vaz waren die Schutzherren. 1338 kamen das Tal und das Dorf Klosters an die Freiherren von Toggenburg. Die Grafen von Montfort erbten das Gericht Klosters und verkauften es 1477 an Herzog Sigmund von Österreich.

1436 hat in Davos die Gründung des Zehngerichtebundes stattgefunden. Durch die Vereinigung der drei Bünde zu Vazeröl wurden 1471 das Tal und Klosters Mitglied aber blieben gleichzeitig auch österreichisches Untertanenland. Der Freistaat der drei Bünde wurde 1524 gegründet.

1525 hielt die Reformation in Klosters Einzug. In der Folge wurde das Kloster aufgehoben. 1649 kauften die zehn Gerichte sich frei von der österreichischen Herrschaft. 1803 trat Graubünden in die Konföderation ein (Mediationsakte), ebenso in 1815 und 1848.

1852 entstanden die ersten Hotels, 1889 wurde die Strecke Landquart-Klosters der Rhätischen Bahn eröffnet.

(Quelle: www.klosters-serneus.ch).

Rapperswil, Habsburg und die Eidgenossen

Der ursprüngliche Wohnsitz der Grafen von Rapperswil befand sich in Altendorf (Kanton Schwyz). Die Grafen profitierten von der wichtigen Handelsstrasse über die Bündner Pässe mit der Lombardei und Venedig.

1220 zogen die Grafen auf die heutigen Burghügel. Damit verbindet sich der Ursprung der Stadt. Die Erschliessung der Schöllenenschlucht um 1220 eröffnete einen direkteren Transit über den Gotthard und dürfte diesen Wechsel mitbestimmt haben, nebst der Pilgerroute nach Einsiedeln.

Seit 1253 ist Rapperswil eine eigenständige Stadtpfarrei, zuvor unterstand die Kirche dem Kloster Pfäfers. Die erste (romanische) Kirche ist 1229 auf dem Burghügel erbaut worden. 1354 gelangte die Herrschaft Rapperswil an die Herzöge von Österreich: Die Habsburger.

1415 wurde sie eine freie Reichsstadt. Das Rathaus stammt auch aus dieser Zeit.Unter dem Druck der Eidgenossen wurde die Stadt 1458 eidgenössisch. Dieeidgenössischen Schirmorte waren Schwyz, Glarus, Uri und Unterwalden (1464-1712) und Bern, Glarus und Zürich (1712-1798).

1803 geschah die Kantonsgründung St. Gallen und die Übernahme des Schlosses durch die Stadt Rapperswil. Die neugotische Kirche mit den ungleichen romanisch-gotischen Türmen wurde nach dem Brand 1882 errichtet.

Das Polendenkmal Rapperswil

“Polens unsterblicher Genius nach hundertjährigem Kampf mit der Gewalt noch unbesiegt ruft auf Helvetiens freiem Boden zur Göttlichen und menschlichen Gerechtigkeit”. (Das Polendenkmal)

Das Polenmuseum in Rapperswil (Kanton St. Gallen) dokumentiert die  seit mehreren Jahrhunderten bestehenden polnisch-schweizerischen Beziehungen.

Es stellt die polnische Kultur und Geschichte vor und zeichnet den in der Tradition verankerten Kampf der Polen um Freiheit. Das Museum zeigt auch eine Darstellung des Beitrags von Polen zur materiellen und geistigen Kultur der Schweiz.

Korrektorin: Melinda Fechner

Laser Lightning Rod

In seiner Funktion als nationaler Wetter- und Klimadienst führt MeteoSchweiz kontinuierliche und flächendeckende meteorologische und klimatologische Messungen durch.

Der Säntis hat auch eine Station (SwissMetNet). Die komplexe alpine Topographie der Schweiz stellt eine besondere Herausforderung dar.

Ein neues Projekt auf dem Säntis heisst ‚Laser Lightning Rod‘. Seit der Erfindung des Blitzableiters durch Benjamin Franklin (1706-1790) im Jahr 1752 beschäftigt die Wissenschaft sich damit, das Naturphänomen Blitz zu verstehen.

Aufgrund der rasanten Entwicklung in der Lasertechnologie wird eine neue Art des Blitzschutzes untersucht. Das Ziel des Projekts ‘Laser Lightning Rod’ ist die Entwicklung eines neuen Laserblitzschutzsystems.

(Quelle: www.MeteoSchweiz.ch).

 Korrektorin: Melinda Fechner

Die Kapelle St. Evort

Im 10. und 11. Jahrhundert hatte die Kapelle in Pfäfers (Kanton St. Gallen)  innerhalb der mittelalterlichen Klosteranlage Pfäfers den Rang einer Kirche.

Die Kirche war  dem heiligen Evortius von Orléans geweiht. Um 900 wird ihm zu Ehren die Kapelle gebaut. Um 880 werden im Reliquienverzeichnis von Pfäfers die Reliquien erwähnt.

Sie hatte drei Altäre. Die älteste Darstellung stammt aus dem Jahr 1386. Die heute noch bestehende Kapelle wurde 1625 neu errichtet.

 Korrektorin: Melinda Fechner

Die Rhode Urnäsch in Appenzell Innerrhoden

Urnäsch (Kanton Appenzelle Innerrhoden) ist ein Strassendorf am Linken Ufer der Urnäsch und flächemässig die grösste Gemeinde im ganzen Kanton.

Bereits im 9. Jahrhundert kommt der Name ’Urnasca’ vor. Unter der Herrschaft der Abtei St. Gallen bildete das Dorf zuerst mit Herisau einen Bezirk.

Im 14. Jahrhundert war es eine Rhode des Amtes Hundwil. 1377 trat es dem schwäbischen Städtebund bei und 1401 dem Bund mit der Stadt St. Gallen. 1417 war die politische Selbständigkeit erreicht. 1525 trat das Dorf zur Reformation über.

Seit der Landteilung 1597 gehört Urnäsch als eine der sieben Rhoden zum Land  Appenzell Innerrhoden.

(Quelle: www.urnaesch.ch).

Piz Lunghin und die Dreifach-Wasserscheide

Nicht weit entfernt (1.8km) vom Naturzentrum Torre Belvedere (Maloja, Kanton Graubünden),befindet sich die einzige Dreifach-Wasserscheide von Europa.

Der Piz Lunghin liegt auf 2 780 m Höhe Der Pass Lunghin ist ein ganz besonderer Ort: ein Regentropfen der hier fällt, kann in drei Richtungen abfliessen:

Nordwärts mit der Julia und dem Rhein in die Nordsee, südwärts über die Maira und den Po ins Mittelmeer oder ostwärts über den Inn und die Donau ins Schwarze Meer.

(Quelle: Naturzentrum Torre Belvedere, Maloja).

 Korrektorin: Melinda Fechner