Schrift und Bild


Vom 15. bis 17. Jahrhundert setzen Künstler Schrift auf besondere Weise in ihren Werken ein. Sie sind von der Form der Buchstaben fasziniert und gestalten kunstvolle Alphabete, in denen Menschen und Tiere Buchstaben mit ihren Körpern formen. Dialoge, Erklärungen und Titel in Spruchbändern machen Bilder lebendig und erleichtern dem Betrachter das Verständnis. Dies trifft auf Bildnisse und biblische Szenen, aber auch auf Darstellungen historischer Ereignisse zu. Die Ausstellung beleuchtet das vielfältige Zusammenspiel von Schrift und Bild anhand prominenter Werke aus dem Kupferstichkabinett.

Das Buch


Bob Brown (1886–1959) war Anfang der 1930er Jahre überzeugt: «Books are antiquated word containers» – und obwohl er schon damals der Meinung war, dass Bücher veraltet seien, haben sich bis heute die Prophezeiungen des Tods des Mediums alles andere als eingelöst. Immer wieder erweitern Kunstschaffende unsere Vorstellung, was überhaupt noch als Buch gelten kann. Muss es gebunden sein? Gedruckt? Aus Papier bestehen?

Cyprien Gaillard. Roots Canal


Cyprien Gaillard (1980) beschreibt und betont die kontinuierliche Zerstörung, Erhaltung und Konstruktion von Stadträumen durch Filme, Fotografien und Skulpturen. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten steht die kontinuierliche Transformation der urbanen Landschaft in Bezug auf Natur und Menschlichkeit. Gaillard betont, dass Aufbau und Zerstörung keine widersprüchlichen Konzepte sind, sondern zwei Seiten desselben Prozesses. Um neue Gebäude zu errichten, ist es notwendig, zuerst die alten zu zerstören, sei es eine Landschaft, ein anderes Gebäude oder Niemandsland. Bei einem Neubau geht es immer um die Zerstörung oder Verschlechterung des vorherigen.

Picasso und die Blaue und Rosa Periode


Im Alter von 20 Jahren begibt Pablo Picasso (1881–1973) sich auf die Suche nach immer neuen Bildthemen und Ausdrucksformen, die er zugleich zur Vollendung führt. In rascher Folge wechseln die Stile und Bildwelten – eine künstlerische „Revolution“ löst die andere ab. Die Ausstellung richtet den Fokus auf die Blaue und Rosa Periode (1901-1906) und damit auf eine zentrale Phase in Picassos Werk. Zudem eröffnet sie die Perspektive auf die epochale Entstehung des Kubismus um 1907, der sich aus dem vorangegangenen Schaffen entwickelt und hier in ein neues Licht gerückt wird.

Laterna Magica


Die Ausstellung erweckt mit moderner Projektions- und Animationstechnik die historischen Glasplattenbilder zu neuen Leben. Es ist eine Einladung, durch leuchtende Bilderwelten zu wandeln und faszinierende Geschichten im Spiel von Licht und Schatten zu entdecken.

Reisen mit dem fliegenden Teppich aus den Alpen in fremde Länder, wilde Tiere, Naturdramen, Märchen und Höllenszenarien – Die Laterna magica lässt das Publikum in eine Sinfonie von Bildern eintauchen. Vom 17.bis ins 20. Jahrhundert hinein waren diese Projektionsapparate weit verbreitet. Zunächst diente die Flamme einer Lampe, später eine Glühbirne als Lichtquelle, mit der die Zauber- oder auch Schreckenslaterne als Vorläufer des Filmprojektors Farben, Bilder und Geschichten über die Wände flackern liess. Vorführungen fanden auf Jahrmärkten, in Wirtshäusern, im Theater, in Kirchen oder zu Hause statt.

Exponate aus dem Kulturarchiv Oberengadin, dem Rätischen Museum und ausgesuchten internationalen Sammlungen illustrieren die Entwicklung der Projektionstechnik und anderer optischer Spiele bis hin zu neuester 3D-Technik.

Oskar Kokoschka, der Expressionist, Migrant und Weltbürger


Oskar Kokoschka, Paul Scheerbart, 1910. Neue Galerie New York. © Fondation Oskar Kokoschka, 2018 ProLitteris, Zurich

Oskar Kokoschka (1886–1980) gehört zu jener Malergeneration, die an der gegenständlichen Malerei festhielt, als die Abstraktion nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Dominanz etablierte. Die Retrospektive spürt den Motiven und der Motivation aus allen Lebensphasen mit rund 100 Gemälden und ebenso vielen Arbeiten auf Papier, Fotografien und Briefe. Zwei grossformatige dreiteilige Gemälde, Die Prometheus Saga (1950, The Courtauld Gallery, London) und Thermopylae (1954, Universität Hamburg) stellen den Höhepunkt von Kokoschkas reifem Werk dar. Erst einmal, 1962 in der Tate in London waren beide Wandbilder gemeinsam zu sehen.

Heiligenskulpturen in Schwyz


Die Ausstellung zeigt Heiligenskulpturen, deren Schönheit und Ausdruckskraft die Betrachter immer noch in den Bann ziehen. Neben zahlreichen Heiligenskulpturen und ihren Geschichten sind auch der Palmesel von Steinen von 1055, die Madonna von Raron von 1150, sowie eine romanische Marienfigur, die als Vorgängerin des Einsiedler Gnadenbildes gilt, zu sehen. Der Rundgang durch die Ausstellung gibt einen Einblick in die vielfältige Welt der Heiligen und in die Festtradition des Christentums. Beim Hören von Heiligenlegenden tauchen kleine und grosse Besucher ein in die Welt der Wunder und Heldentaten.

Exekias in Zürich


Der griechische Töpfer und Maler Exekias, der von etwa 550 (?) bis 525 v. Chr. im Kerameikos, dem Töpferviertel Athens, lebte und arbeitete, wird zu den herausragendsten Meistern seines Faches gezählt. Er verkörpert die schwarzfigurige Malerei Athens auf ihrem technischen und künstlerischen Höhepunkt. Sein Œuvre wird nun erstmals in einer Schau präsentiert. Eine Auswahl von gut 20 Werken ermöglicht es, die prächtigen Gefässe und ihre faszinierende Bilderwelt im Original zu betrachten und direkt miteinander zu vergleichen.

Schauschneiden in Liestal


Marlys Rohr, Lebendige Stadt. Foto: Museum.BL Liestal

Die Ausstellung zeigt die Werke von mehr als 60 Künstlern, die mit Scheren und Messern ihren Blick auf die Stadt zu Papier bringen. Die Arbeiten zeigen die Vielfalt dieses Handwerks – von der traditionellen Silhouette über die moderne Collage bis hin zur zarten Installation. In der Vergangenheit wurden nur schwarz-weisse Silhouetten erkannt. Heute sind die Arbeiten oft bunt und collagiert, geklebt und mit den unterschiedlichsten Werkzeugen gestaltet.

 

Die Schweizer Alpenmalerei und Niederländische Meister


Jan Both (1610-1652), Gebirge mit See, 1642. Kunstmuseum Winterthur, foto: SIK-ISEA, Zürich.

Niederländische Meister revolutionierten im 17. Jahrhundert die Landschaftsmalerei. Die Wiederentdeckung der Gebirgslandschaft in diesem Zeitalter trug auch Wesentlich zur Entwicklung der Schweizer Alpenmalerei bei. Jan Hackaert ((1628-1685) aus Amsterdam begab sich bereits 1655 mit dem Zürcher Maler Conrad Meyer (1618-1689) auf eine Expedition ins Glarnerland. Mit ihrer realistischen und geradezu modernen zeichnerischen Interpretation des Hochgebirges gelten sie als eigentliche Wegbereiter der Schweizer Alpenmalerei. In der Folge manifestiert sich bei zahlreichen Schweizer Künstlern des 18. Jahrhunderts eine Rezeption der holländischen Meister, die vom gefeierten Caspar Wolf ((1735-1783) bis ins 19. Jahrhundert zum international erfolgreichen Genfer Alexandre Calame(1810-1864) reicht.