Jugendstil in Pully


Alphons Mucha, Bières de la Meuse, 1897, lithographie, private Sammlung © Fotoatelier Peter Schälchli

Die Ausstellung (La Belle Époque de l’Art Nouveau) zeigt verschiedene Aspekte der grossen künstlerischen Bewegung, die die Architektur und Kunst in Europa zwischen dem Ende des 19. und dem Beginn des 20 prägte.

Zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) erlebte Europa Jahre des Friedens (La Belle Epoque). Wohlstand, wissenschaftliche und technische Entdeckungen und Fortschrittsglaube wiesen bis 1914 alle in eine Richtung.

Der Jugendstil (Art Nouveau auf Französisch) forderte die klassische Kultur mit einer anderen Art der Wahrnehmung und Darstellung der alltäglichen Lebens- und Arbeitswelt heraus. Er war eine künstlerische Bewegung, die den Beginn des 20. Jahrhunderts radikal prägte.

Ihr Bestreben, die Gesellschaft durch die Schönheit der für jedermann zugänglichen und sichtbaren Objekte zu reformieren, fand in U-Bahnen, Strassen, (öffentlichen) Gebäuden und durch ihre bevorzugten Medien, Plakate, Zeitschriften und Drucke, weite Verbreitung.

Die gut dokumentierte Ausstellung stellt einige der einflussreichsten Künstler vor, darunter Jules Chéret, Edvard Munch, Pierre Bonnard, Alphonse Mucha, Gustav Klimt und Oskar Kokoschka.

Ovid im Jura


(Français) Scénographie exposition Ovide dans le Jura. Copyright: ©Musée national suisse

Was hat eine Wanddekoration, die man in einem Tuilerien-Palast erwarten würde, auf einem Bauernhof im Berner Jura zu suchen? Die Ausstellung eröffnet den Blick auf einen luxuriös eingerichteten Salon mit einer Tapete aus der Zeit gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Dieses Meisterwerk wird der Öffentlichkeit erstmals zugänglich gemacht, ergänzt um die spannende Geschichte seines illustren Besitzers. Wein und Tapete, grüne Weiden und Schmuggel – auf den ersten Blick völlig unabhängige Dinge, die beim genaueren Hinsehen erstaunliche Verbindungen an den Tag treten lassen.

Die Ausstellung Ovid im Jura zeigt eine aussergewöhnliche Schenkung, die 2011 in die Sammlungen des Museums gelangte: eine 15 Meter lange Tapete mit Motiven aus Ovids Metamorphosen, die auf einem Bauernhof im Berner Jura gefunden wurde.

Ihre Grösse, ihre reiche Ikonografie, ihr guter Konservierungszustand und ihre Seltenheit machen die schmucke Tapete zu einem Objekt von internationaler Bedeutung.

Les Imagiers de la Gruyère


Leila-Licchelli, Spirit technique mixte, 2022=©Leila Licchelli, musée de Charmey

Les Imagiers de la Gruyère wurde vor 50 Jahren gegründet. Es handelt sich um eine Gruppe von Künstlern, Handwerkern, Autodidakten und Profis. Ihr Ansatzpunkt ist die Verwendung von Materialien aus der Region, um Kunst zu schaffen.

Sie verwenden verschiedene Techniken und Materialien, um ihre Kunst mit der Vielfalt der Materialien aus der Region Greyerez (Kanton Freiburg) zu teilen. Die facettenreiche Schau präsentiert unerwartete und alltägliche Materialien und Kunst.

Mit Karin Biland, Jean-Pierre Bochud, Ginette Bolomey, Marilyne Caille-Bapst, Marielle Collin, Nicole Drompt Spicher, Danielle Elamari-Sudan, Patricia Gabriel, Jean-Marc Gaillard, Yvonne Gendre, Pierre-Alain Jemmely, Éric Jolliet, Brigitte Knecht, Leila Licchelli, Lucette Pauchard, Philippe Renevey, Tania Renevey, Ursula Rime, Marie-Claude Sudan, Daniel Sudan, Hélène Tinguely, Bruno Yerly, Philippe Zueblin und Catherine Zumkeller.

Die Umwelt und der nachhaltige Umgang mit Plastik


Ben Morrison, Das Flipflopi-Projekt, 2015. Ausstellung 'Plastik. Die Welt neu denken'. Vitra Design Museum, Weil am Rhein. Foto: TES.

Plastik prägt den Alltag wie kaum ein anderes Material: von der Verpackung bis zum Turnschuh, vom Haushaltsgerät bis zum Möbel, vom Auto bis zur Architektur.

Jahrzehntelang standen Kunststoffe für unbeschwerten Konsum und revolutionäre Neuerungen, sie beflügelten die Vorstellungskraft von DesignerInnen und ArchitektInnen. Doch diese Zeiten sind vorbei, seit die Folgen des Kunststoff-Booms drastisch sichtbar geworden sind.

Mit der Ausstellung »Plastik. Die Welt neu denken« untersucht das Vitra Design Museum die Geschichte, Gegenwart und Zukunft eines kontroversen Materials: vom rasanten Aufstieg der Kunststoffe im 20. Jahrhundert über ihre verheerenden Folgen für die Umwelt bis hin zu Lösungsansätzen für einen nachhaltigeren Umgang mit Plastik.

Gezeigt werden unter anderem Raritäten aus der frühen Moderne, Objekte der Pop-Ära, aber auch zahlreiche aktuelle Entwürfe und Projekte, darunter pragmatische Innovationen, Initiativen zur Säuberung der Ozeane, Konzepte zur Wiederverwertung sowie Bioplastik auf Basis von Algen oder Pilzzellen.

Die Kunst und die botanische Vielfalt


Francine Mury, Aurum 1, 2018. Courtesy the artist. Museo Villa Dei Cedri, Bellinzona.

Die Beziehung zwischen Mensch und Natur steht nicht festgeschrieben, sondern entwickelt sich ständig weiter.

Die Pflanzenwelt steht hier im Mittelpunkt in dieser Ausstellung. Sie ist nicht nur Gegenstand von Studien und Experimenten, sowohl wissenschaftlicher als auch künstlerischer Art, sondern gleichzeitig auch eine Quelle ästhetischer Inspiration.

Der interdisziplinäre Ansatz der Ausstellung bietet einen kritischen Blick auf unsere moderne Gesellschaft und untersucht Alternativmodelle für unser Verhältnis zur Natur.

Die ausgestellten Plastiken, Drucke, Fotografien, Gemälde und Installationen von Alan Butler, Thomas Flechtner, Anne-Laure Franchette, Roswitha Gobbo, Monica Ursina Jäger, Eduardo Kac, Lisa Lurati, Paolo Mazzuchelli and Dona De Carli, Gabriela Maria Müller, Loredana Müller, Francine Mury, Uriel Orlow, Ursula Palla and Suzanne Treister stehen in enger Verbindung mit dem jahrhundertealten Park des Museo Villa dei Cedri und den seinenHerbarien.

Sie laden zu einer realen, fiktiven, aber auch virtuellen Entdeckungsreise durch die botanische Vielfalt ein.

Lika Nüssli


Lika Nüssli, Zeichnen hilft, 2011. Ausstellung 'Lika Nüssli im Taumel', Cartoonmuseum Basel. Foto TES.

Lika Nüssli (1973) beobachtet, forscht und experimentiert verschiedene Formen der Kunst. Ihr vielgestaltiges Werk umfasst Zeichnung, Textielien, Illustration, Comic, Malerei, Installation, Performance und Texte.

Die Ausstellung (Lika Nüssli im Taumel) präsentiert die erste grosse Retrospektive der Künstlerin. Sie umfasst Arbeiten aus allen Schaffensphasen, von Comics und Comicreportagen bis zu grossformatigen Malereien auf Stoff und Dokumentationen ihrer Performances.

Ergänzt werden diese durch aktuelle Werke der naiven Senntumsmalerei aus Appenzell Ausserrhoden und Originalzeichnungen ihrer Graphic Novel Starkes Ding (2021) . Der Novel liegen die Erinnerungen ihres Vaters an seine Jugend als Verdingbub auf einem Bauernhof in der nachkrieglichen Schweiz zugrunde.

Sie hat schon in ihrer ersten Graphic Novel Vergiss dich nicht (2018) eine Verbindung von Autobiografischem, Dokumentarischem und Fiktivem um die sich verändernde Beziehung zu ihrer an Demenz leidenden Mutter geschaffen.

Viele ihrer Arbeiten sind unterwegs und während längerer Auslandaufenthalte in Belgrad, Paris, St. Petersburg, Moskau, Kairo und Palästina, entstanden.

Diese Comicreportagen und Reisezeichnungen beschäftigen sich oft mit aktuellen Themen, wie zum Beispiel Repression, Zensur oder der Stellung der Frau.

Auch in ihren Performances, nimmt sie Kontakt auf mit dem Publikum, zum Beipiel mit den Flüchtlingen in den Zeltlagern in Paris.

 

Wolfgang Laib


Wolfgang Laib, Crossing the River, 2022. Indischer Basmati Reis. © Wolfgang Laib

Wolfgang Laib (1950) gilt als einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. Sein Schaffen zeichnet sich durch eine tiefe Beziehung zur Natur und einem Bekenntnis zur Einfachheit aus. Dabei prägen östliche Philosophien aus Indien sein Leben und seine künstlerische Praxis seit den 1970er Jahren. Der Künstler konzentriert sich bis heute auf wenige zyklische Werkgruppen.

Seit seinen Reisen nach Indien als junger Mann inspirierte ihn die Idee, den Menschen als Teil eines grossen Ganzen zu sehen. Dieser Lebensweise folgt er auch in seiner Kunst. Der Künstler arbeitet mit natürlichen Materialien wie Pollen, Reis, Milch oder Bienenwachs.

Die Präsentation steht in einem ausgelegten Feld aus tausenden Reisbergen, die in Beziehung stehen zu den architektonischen Eigenschaften des Raumes. Als wichtiges Nahrungsmittel symbolisiert Reis Vitalität und ist grundlegend für das irdische Leben.

Mit der temporären Installation offenbart der Künstler die spirituelle Dimension der Kunst und führt uns direkt zu den Quellen seiner Poetik.

Friedrich Dürrenmatt und seine Karikaturen


Friedrich Dürrenmatt, Es steht geschrieben, Bockelson als Kaiser, ca. 1946, Sammlung Centre Dürrenmatt Neuchâtel CDN/Schweizerische Eidgenossenschaft

Das Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN) präsentiert eine Ausstellung, die Friedrich Dürrenmatts Karikaturen gewidmet ist.

Herkules, Wilhelm Tell, Teufel, Päpste oder Nonnen mit Engelsflügeln bevölkern die Karikaturen des Schriftstellers und Malers (1921-1990), der dieser Kunstform ganz besonders zugeneigt war. Die Ausstellung reiste in einer erweiterten Version nach Deutschland und Frankreich.

Die Karikatur bildet die grösste Themengruppe in Friedrich Dürrenmatts grafischem Werk. Dies liegt nicht nur an seiner Vorliebe für diese Gattung, sondern auch an der Schnelligkeit und Spontaneität, die ihm diese Kunstform erlaubte. Für ihn war die Karikatur eine Waffe des menschlichen Geistes, die er gerne auf gesellschaftliche und politische Missstände richtete.

Die Ausstellung (Karikaturen) präsentiert die gesamte Bandbreite dieser Gattung, von den Illustrationen für seine eigenen Stücke über satirische Zeichnungen, die auf Theaterkritiker zielen, bis hin zu Karikaturen religiöser und politischer Themen. Sie zeigt auch Dürrenmatts ausgeprägtes Interesse an anderen Karikaturisten.

Portrait und Selbstreflexion des museums für Gegenwartskunst Basel


William Kentridge, Drawing Lesson 50: learning from the Old Masters (in Praise of Folly), 2019. Kunstmuseum Basel I Gegenwart. Photo/Foto: TES.

Die Künstlerin Ruth Buchanan (1980) präsentiert einen Rundgang durch 40 Jahre Museumgeschichte und wirft einen Blick auf eine mögliche Zukunft des Hauses  (Kunstmuseum Basel I Gegenwart).

Je eine Frage leitet die Ausstellung (Heute nacht geträumt) vom Erdgeschoss bis in den dritten Stock des Gebäudes. Diese Fragen an den Kontext, an die räumlichen Bedingungen, an die Besucher*innen und an die Beziehung des Museums zu seiner Geschichte dienen als Ausgangspunkt, um ein Museum (für Gegenwartskunst) erlebbar zu halten oder/und zu machen.

Die Schlüsselfrage der Ausstellung lautet: Soll ein Besucher wiederkommen, ist es die Reise, die Zeit und das Ticket wert?

Das herausfordernde und innovative Konzept ist eine Selbstreflexion und ein Portrait, eine Kulturgeschichte und ein aktuelles Kunstwerk.

Die Künstlerin strukturiert das Ausstellungserlebnis durch Farben, Materialien, Texte und Einbauten, die sie den bestehenden Räumlichkeiten hinzufügt, und vor allem auch durch Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung.

Diese Werke wurden alle zwischen der Eröffnung des Museumsgebäudes im Jahr 1980 und heute in die Sammlungen des Kunstmuseums und der Emanuel Hoffmann-Stiftung angekauft oder als Schenkungen aufgenommen wurden.

Dieses Eintauchen in die Ausstellungs- und Sammlungsgeschichte des Museums wird durch verschiedene von Buchanan definierte und interpretierte Daten in Form eines eigenständigen Kunstwerks ergänzt.

Es sind Angaben wie: der Anteil der Werke unterschiedlicher Kategorien von Künstler:innen in der Sammlung, welche Medien bisher am meisten gesammelt wurden, die Zusammensetzung der Belegschaft, welche Sprachen wann verwendet wurden sowie die Entwicklung der Eintrittspreise.

Auch der Ausstellungstitel ist mit einem Werk aus der Sammlung verbunden. Miriam Cahns Gemälde heute nacht geträumt kam 2019 in das Kunstmuseum Basel. Es war mit seinem Titel Inspiration für die Ausstellung, weil es den Ort des Träumens mit dem Ort künstlerischer Arbeit verknüpft.

Kommunizierende Vasen


Alexandre Joly, Vase balustre, Japan, décor de Nikkō, 1890-1909. Museum Ariana, Genf, Inv. AR 8886

Die Vase gehört zu den verbreitetsten Gefässen der Gebrauchskeramik. Der Plastiker Alexandre Joly (Frankreich 1977) hat die 2990 Exemplare aus der Sammlung des Musée Ariana zu seinem Forschungsgebiet erklärt.

China und Japan, die Wiegen des Porzellans, zeichnen sich durch eine Produktion von Vasen und Töpfen mit einer unendlichen Vielfalt an Dekoren aus.

Er hat daraus fernöstliche Schmuckstücke ausgewählt und diese mit Spiegeleffekten vervielfacht für die Ausstellung (Vases communicants),  ein Ballett kontrastierender und sich ergänzender Wahrnehmungen.

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