Mensch und Landschaft


Jakob Ritzmann (1894-1990), die Maler Hans Sturzenegger und Wilhelm Hummel, 1934. Sammlung Museum zu Allerheiligen schaffhausen

Landschaft ist die Schnittstelle zwischen Natur und Kultur. Täglich nehmen wir sie wahr und bewegen uns in ihr. Wir finden Erholung in ihr und verbinden mit ihr.

Wir formen Landschaft, graben sie um, errichten Bauten und spekulieren mit ihr. Die Werkstattausstellung spürt der Beziehung zwischen Mensch und Landschaft nach.

Die Ausstellung zeigt die Vielfalt der Landschaft. In der Ausstellung und an ausgewählten Orten laden mehrere Forschungsstationen und ein Landschaftslabor zum Mitmachen ein.

Die entstandenen Sichtweisen und Landschaftserfahrungen der Besuchenden aus den Forschungsstationen werden gesammelt und fügen sich im Laufe der Ausstellung zu einem gemeinsamen Werk zusammen.

Bis Anfang Juli prägt eine raumgreifende Videoinstallation mit Aufnahmen aus dem Landschaftslabor die Ausstellung.

Welt aus den Fugen: neun Installationen


Klimawandel, Pandemien und andere Konflikte und Probleme führen zu einer Desorientierung, welche die heutige Zeit prägt. Die Welt scheint regelrecht aus den Fugen geraten zu sein. Althergebrachte Erklärungsmuster taugen nicht mehr, um der Komplexität der Gegenwart beizukommen.

Vor mehr als hundert Jahren, im Jahr 1916, hatte die Dada-Bewegung in Zürich die gleiche Erfahrung. Der Grosse Krieg tobte, und die Künstler suchten nach neuen Wegen, um ihre Unruhen auszudrücken.

Der Grosse Krieg wurde jedoch 1939 in den Ersten Weltkrieg (1914-1918) umgewandelt. Auf den Zweiten Weltkrieg (1939-1945) folgten zahlreiche Konflikte und Probleme für die Nachkriegsgeneration und -Künstler, die darauf reagierten und antworteten.

Die heutige Generation steht vor neuen Herausforderungen. Sie reagiert auf ihre eigene Weise. Die Ausstellung (Welt aus den Fugen) bringt dies auf eindrucksvolle Weise zum Ausdruck.

Die Kunst reflektiert die heutigen Phänomene und entwickelt dazu ihre eigenen Strategien der Auseinandersetzung. Gerade in raumgreifenden Installationen ist das Publikum mit einer Fülle von Informationen und Ereignissen konfrontiert.

Die klare Trennung zwischen Kunstwerk und Publikum löst sich zugunsten multimedialer Räume auf, in denen Internet und Digitalisierung tragende Rollen übernehmen. Installationen werden nicht betrachtet, sondern erlebt; sie setzen einen interaktiven Prozess in Gang, der gleichzeitig vielfältige Denkansätze fördert.

Die Ausstellung vereint Installationen von neun jungen internationalen Kunstschaffenden. Alle Installationen befassen sich mit anderen inhaltlichen Aspekten.

Sie veranschaulichen, dass gesellschaftliche Fragen nicht mehr gültig beantwortet werden können. Jede für sich bildet einen Kosmos, der vom Zusammenspiel von Zeit und Raum, von unterschiedlichen Objekten und medialen Formaten lebt.

Diese innere Dichte wird vom Publikum fortwährend mitproduziert, indem es sie ordnet und situativ zusammensetzt. Zusammen erwecken die neun Installationen das Bild einer aus den Fugen geratenen Welt, in der Ambivalenzen auszuhalten sind um sie zu deuten.

Brice Marden zurück in Basel


Brice Marden, Tusche und farbige Tinte auf Papier, 1985. Sammlung Brice Marden.©ProLitteris, Zürich.

Brice Malden: „Nature is a huge influence. Nature is reality. We painters deal with this weird aspect of reality. Every painting you make, you really want it to be a real thing, not just a real painting, and you’re always sort of hoping for this weird kind of apotheosis, where it all comes together“. (Quelle: Interview Josef Helferstein mit Brice Marden, Kunstmuseum Basel). Die alte Discussion über die Beziehung zwischen Kunst und Natur erwähnt in einigen Wörtern.

Brice Marden (1938) etablierte sich in den 1960er Jahren mit monochromen Gemälden und emotional geprägten Zeichnungen. Er vereint in seinem Werk zwei grundlegende Positionen der modernen Malereitradition: einerseits die für den Abstrakten Expressionismus typische Gestik, andererseits den Hang zur Reduktion auf das Wesentliche.

Die Ausstelling Brice Marden. Inner Space präsentiert  Œuvre, das an die Sammlungsschwerpunkte der Öffentlichen Kunstsammlung Basel zur US-amerikanischen Kunst nach 1960 anknüpft. Der Künstler setzte sich während sieben Jahren intensiv mit der Stadt auseinander. 1978 gewann er einen Wettbewerb zur Neugestaltung der Chorfenster des Basler Münsters. Seine Entwürfe wurden jedoch nie realisiert.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der Studien zu diesem Projekt, die sich in der Sammlung des Kunstmuseums Basel befinden, sowie einige in diesem Kontext entstandene Window Paintings, die äusserst selten zu sehen sind.

Im Zentrum seiner malerischen und zeichnerischen Praktiken steht sein Interesse an Linien, Gesten und an der Beschränkung auf einfache Mittel und Materialien.

Durch die Gegenüberstellung von Zeichnungsserien und Malerei wird in Inner Space das Prozesshafte in Mardens Schaffen deutlich gemacht. Ausgangspunkt ist eine Werkphase, die in Basel ihren Ursprung hat:

Er begann sich Anfang der 1980er Jahre mit asiatischer Kalligrafie und Dichtung auseinanderzusetzen. Mit dieser Auseinandersetzung begann für Marden die Abkehr von der monochromen Malerei.

Mitte der 1980er Jahre begann er die Cold Mountain-Serie. Er bezog sich damit auf die Schriften des berühmten Dichters Han-Shan, bekannt als «Cold Mountain», der während der Tang-Dynastie (618–907) in China tätig war.

Die Flächen des Frühwerks sind darin aufgelöst und ersetzt durch Linien und Bildzeichen, die Bewegung spürbar werden lassen. Spannungsreiche Farbgitter und verschlungene Linien beherrschen fortan Mardens Leinwände. In den weiteren Jahren verfestigten sich die Lineaturen und finden wieder zu Farbe.

Inner Space ist eine erweiterte Version der Ausstellung Think of Them as Spaces. Brice Marden’s Drawings, The Menil Collection, Houston, 21.2.–14.6.2020).

Die Nabis in Bern


Félix Valloton, A. Th. Dostojekwski, 1885. Villa Rosa Winterthur. Dauerleihgabe and die Hahnloser/Jaeggli Stiftung

Die 1888 gegründete Gruppe der Nabis um die Künstler Pierre Bonnard, Maurice Denis, Félix Vallotton und Édouard Vuillard steht sinnbildlich für die Anfänge der modernen Kunst.

Die Ausstellung der Sammlung Hahnloser/Jaeggli zeigt deren prominenteste Werke und veranschaulicht ihre vielfältigen Bezüge zu Paul Gauguin und Odilon Redon.

An der Wende zum 20. Jahrhundert wandelte sich die Kunst von gegenständlichen Darstellungsformen hin zur Abstraktion. Es war eine Hinwendung zu einer modernen Kunst.

Der Name der Gruppe leitet sich vom hebräischen Begriff nebiim für Propheten oder Eingeweihte ab.

Obwohl die Nabis weder ein einheitlicher Stil, noch eine einheitliche Technik oder Entwicklung verbindet, gründen ihre Darstellungen auf denselben revolutionären Ideen dieser Umbruchszeit am Übergang zum 20. Jahrhundert.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die «intimen Orte» als Inspirationsquellen und Motive der Nabis.

An ihnen lassen sich besonders deutlich die für den Beginn der Moderne prägenden Spannungen zwischen Altem und Neuem, zwischen Gegenstand und Farbfläche und zwischen Mimesis und Experiment aufzeigen.

Im Gegensatz zum Impressionismus waren die Nabis nicht daran interessiert, das Leben der Grossstadt mit ihren dicht bevölkerten Boulevards und den von Leben erfüllten Plätzen und Parks darzustellen, sondern richteten den Blick auf ihre nächste Umgebung.

Bevölkerungsentwicklung, Fibonacci und die Natur


(English) Carlo Borer, Sleeping with the Gods, Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G. Foto/Photo: TES.

Kennen Sie diese Tiere: Psephurus gladius (Schwertstör 2019), Diceros bicornis longipes (Westafrikanisches Spitzmaulnashorn 2011), Ectopistes migratorius (Wandertaube 1914), Porphyrio albus (Lord-Howe-Purpurhuhn 1834), Thylacinus cynocephalus (Beutelwolf 1936), Hydrodamalis gigas (Stellers Seekuh 1768), Coregonus gutturosus (Bodensee-Kilch 1970), Raphus cucullatus (Dodo 1690),  Lagorchestes leporides (Östliches Hasenkänguru 1890), Lipotes vexillifer (Chinesische Flussdelfin 2002) und Equus quagga quagga (Quagga) ?

Wahrscheinlich nicht. Sie sind seit dem 17. Jahrhundert ausgestorben.

Der Künstler Carlo Borer(1961) präsentiert in der Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G raumfüllende Installationen unter dem Titel Sleeping with the Gods. Die Installationen und organischen Formen symbolisieren Meilensteinen auf der Zeitleiste der Evolutionsgeschichte, aus Daten der Bevölkerungsentwicklung der Erde und aus der dramatischen Regression der Artenvielfalt im Tierreich.

Die Entwicklung der Menschheit

Die Entwicklung der Menschheit, das Tempo, in welchem der Mensch sich auf der Erde ausbreitet und die Skrupellosigkeit, mit der er sie ausbeutet, treibt den Künstler um. Andererseits ist er vom technologischen Fortschritt und den damit verbundenen Entwicklungen fasziniert. Sie dienen ihm als Grundlage für seine Arbeit, in welcher er aus wissenschaftlichen Daten Kunstkörper schafft.

Das Hauptwerk der Ausstellung steht für die Anzahl an Menschen, die auf unserem Planeten leben. Die Menschheit nimmt ständig zu und verdrängt andere Lebewesen aus ihrem natürlichen Lebensraum und zerstört die Natur.

Die Ausstellung möchte jedoch keine Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck bringen, im Gegenteil. Die Stiftung meint dazu:

“Die Menschheit hat das Wissen und die Fähigkeit, das Handeln zu hinterfragen und zu ändern. Wenn die Kunst und die Ausstellung hierzu einen Denkanstoss liefern kann, sehen wir darin eine wichtige Aufgabe unserer Kulturstiftung“.

Digger

Der Erstkontakt in der Ausstellung erfolgt über die Figur „Digger“, einer unheimlichen Konstruktion zwischen Alien und Abbaumaschine, wie man sie aus dem Tagebau kennt. Sie ist Sinnbild für die Ausbeutung der Natur durch den Menschen und nimmt eine mögliche Verselbstständigung, die für ihre Schöpfer nicht mehr kontrollierbar ist, vorweg.

Die Mondlandschaft

Dahinter folgt in einem zweiten Ausstellungskomplex eine Installation, die einen Teil der Mondlandschaft eins-zu-eins wiedergibt, lediglich in fragmentierter Form. Der Mond steht als Sinnbild eines toten Planeten. In der hier gezeigten Form hat er sich in seine Bestandteile aufgelöst, dient der Wissenschaft lediglich noch als forensisches Forschungsobjekt, dessen Zerstörung mit derselben rationalen Akribie untersucht wird, wie die Trümmer eines Flugzeugwracks.

Sleeping with the Gods

Das Zentrum der Ausstellung bildet eine raumfüllende Installation, welche den gesamten hinteren Bereich des Ausstellungsraumes ein- und übernimmt. Um sie lesen zu können, muss man sich die gesamte Raumhöhe als Zeitachse von 1700 bis heute vorstellen. Der Boden repräsentiert also die Zeit vor rund 320 Jahren. Daraus erheben sich verschiedene, unterschiedlich hohe grasbewachsene Konen, die sich nach oben in der Zeitachse stetig verjüngen, bis sie zum Teil ihr Ende finden.

In ihrer Mitte erhebt sich ein mächtiger, hochglanzpolierter Edelstahl-Konus, der sich umgekehrt proportional entwickelt und immer mehr an Volumen und Macht gewinnt. Er steht für die rasante Bevölkerungsentwicklung, die grasbewachsenen, endlichen Konen für die verschiedenen Tierarten, welche in der Zeit der grössten menschlichen Eingriffe in die Natur dezimiert und ausgerottet wurden. Den verschiedenen Tierarten wird in Neonschrift sinnbildlich eine Gedenktafel gesetzt. Die Mutter des Künstlers hat die (lateinischen) Namen vorgeschrieben.

Fibonacci

Die Plastik aus Edelstahl bildet, zum Schluss, die Bevölkerungsentwicklung vom Jahr Null bis heute ab. Hier läuft eine Entwicklung, die bis zum 18. Jahrhundert sanft und gleichförmig verlief. Ab 1700 veränderte sich die Situation dramatisch. Mit den Folgen dieses Eingriffs in die Natur sehen die Menschen sich heute konfrontiert.

Auf dem Schrott erwähnt der Künstler auch die sogenannten Fibonacci Zahlen. Diese Zahlen stellen eine Exponentielle Bevölkerungsentwicklung dar.

Leonardo da Pisa oder Fibonacci (um 1170 – um 1240)  hat 1202 in seinem Buch Liber Abaci diese Zahlenreihe für die Vermehrung von Kaninchen publiziert, womit sich der Kreis zu Fragen der menschlichen Populationsentwicklung schliesst.

Vielfalt der Rebsorten


Rother Velteliner. Foto/Photo: Rebaumuseum am Bielersee, Ligerz.

Die Schweiz ist ein (relativ unbekanntes) Weinbauland. Der Kanton Wallis und die Kantonen um den Seen der Westschweiz sind die wichtigsten Weinbauregionen.

Weltweit werden die Rebsorten katalogisiert und inventarisiert. Der grösste Katalog ist der VIVC Vitis International Variety Catalogue.  In der Schweiz gibt es eine Datenbank an der Universität Lausanne (Swiss Vitis Microsatellite Database) und die Nationale Genbank PGREL.

Diese umfasst Rebsorten, welche in der Schweiz entstanden oder gezüchtet wurden oder eine nationale, regionale oder lokale Bedeutung hatten. Die neusten Kreuzungen, bzw. Züchtungen sind jedoch noch geschützt.

In der Schweiz werden mindestens 252 Rebsorten angebaut, 168 unter der kontrollierten Ursprungsbezeichnung AOC. Weltweit existieren aber bis 10000 Rebsorten, manche Schätzungen gehen bis zu 20000 Sorten, inkl. rund 5000 Hybride. Klone, also genetisch identische Sorten, sind hier nicht mitgezählt.

Die Bielerseeregion ist für den Anbau von Gutedel/Chasselas und Pinot noir bekannt. Heute umfasst der Sortenkatalog der Rebgesellschaft Bielersee mehr als 70 weisse und rote Rebsorten.

Rebsorten werden nicht über den Wein, sondern über die Beschreibung desWeinstocks bestimmt. Diese Wissenschaft ist die Ampelografie (von griechisch ámpelos = Weinstock und gráphein = schreiben). Die Rebstöcke werden verglichen, Form und Farbe der Blätter, Trauben und Beeren beschrieben.

Seit jeher versuchten Biologen die Rebsorten zu unterscheiden. Dank intensiven Studien wurden Ihre Werke immer wissenschaftlicher und genauer, ihre zum Teil wunderbar illustrierten Bücher immer umfassender. Und effektiv kann die Mehrheit der Rebsorten durch diese Methode der genauen Beobachtung und Beschreibung voneinander unterschieden werden.

So erhält jede Rebsorte heute ein einzigartiges genetisches Profil. Diese DNA-Tests erlauben es eine Rebsorte zweifelsfrei zu erkennen, sondern auch Verwandtschaften zwischen den Rebsorten und Stammbäume der Rebsorten zu rekonstruieren.

Die Ausstellung zeigt  alte und neue, bekannte und unbekannte Rebsorten zu zeigen und taucht ein in die vergangene Welt der Ampelografen und in die neue Welt der modernen Rebzüchtungen.

 

Italienische Kunst in Winterthur


Jan Both (1618/1622–1652) Südliche Landschaft mit See, 1642/1652. Kunst Museum Winterthur, Geschenk der Stiftung Jakob Briner. Foto: SIK-ISEA, 2018, Zürich, Jean-Pierre Kuhn

Seit der Renaissance übt Italien eine Faszination auf die europäischen Kunstschaffenden aus. Auch für Wissenschaftler und Dichter der Aufklärung im 18. Jahrhundert gehörte eine Bildungsreise in Italien zum Programm. Neben der Antikenbegeisterung und der Bewunderung für die italienische Kunstgeschichte war es die Sehnsucht nach dem Süden als Inbegriff von Freiheit und Einklang von Kunst und Leben im utopischen Arkadien.

Im 20. Jahrhundert änderte sich diese Sicht. Die Grand Tour wich dem Massentourismus und die Weltkriege führten zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der italienischen Geschichte.

Die Ausstellung Italia zwischen Sehnsucht und Massatourismus im Reinhart am Stadtgarten (Kunst Museum Winterthur)  lädt ein zu einer Reise an den Sehnsuchtsort Italien.

Dabei trifft das Arkadien auf die Gegenwart. Anhand von über siebzig Werken von namhaften Künstlern wie Claude Lorrain, Arnold Böcklin und Anselm Feuerbach bis zur Kunst der Gegenwart wird ein Bild des Landes gezeichnet. Die Bilder prägten während Jahrhunder­ten die Vorstellun­gen von Italien.

Im Obergeschoss des Museums wird unter dem Titel Nord -Süd ausserdem eine umfangreiche Ausstellung zur Kunst seit den 1950er Jahren gezeigt. Die Kunst des Südens mit der umfangreichen Arte Povera-Sammlung trifft auf Werke aus Deutsch­land.

Zu sehen sind Werke der bedeutendsten Vertreter der italienischen Nachkriegsavantgarde wie Lucio Fontana, Mario Merz, Marisa Merz und Luciano Fabro neben Gerhard Richter, Imi Knoebel und Isa Genzken.

Die Ausstellung wird ergänzt mit Di passaggio über Italienische Porträtminiaturen. Sie sind wenig bekannt und die Schau hebt die Qualität dieser Werke hervor.

 

Architekturikonen neu gesehen


Nord- und Ostfassade der Kapelle, Notre-Dame-du-Haut, Ronchamp.© Foto: Lea Meienberg

Sieben Fotografinnen und Fotografen besuchten sieben ikonische Bauten des Architekten und Künstlers Le Corbusier (1887-1966) in Frankreich und der Schweiz. Die Ausstellung zeigt Le Corbusiers Baukunst aus neuen Perspektiven.

Le Corbusier nutzte die Fotografie gezielt, um sein Talent und seine Visionen zu propagieren. Sie trug wesentlich zur Rezeption seiner Architektur bei. Doch wie begegnet die Fotografie seinem gebautem Werk heute?

Jürg Gasser war zu Gast in der Villa «Le Lac» (1923–1924), dem kleinen Haus in Corseaux am Ufer des Genfersees. Arthur Zalewsky fotografierte die Villa Savoye (1928–1931) in Poissy nahe Paris. Katharina Bayer besuchte die Unité d’Habitation (1946–1952) in Marseille. Seraina Wirz reiste fotografierte in Roquebrune-Cap-Martin den Cabanon (1951–1952), die Sommerresidenz Le Corbusiers. Lea Meienberg nahm sich der Kapelle NotreDame-du-Haut (1951–1955) in Ronchamp nahe Belfort an. Rasmus Norlander besuchte das Kloster Sainte-Marie de La Tourette (1953–1960), das Betongebäude des Dominikanerordens in Éveux bei Lyon. Erica Overmeer zeigt ein fotografisches Porträt des Pavillon Le Corbusier (1963–1967).

Das Pavillon steht als letzter baureifer Entwurf, der im Oeuvre Le Corbusiers zur Ausführung kam. Die sieben im Massstab und der Materialisierung identischen Architekturmodellen der fotografierten Bauwerke stehen Im Erdgeschoss.

Sagen im Alpenraum


Copyright©Schweizerisches Nationalmuseum

Die Teufelsbrücke, das Sennentuntschi und natürlich Wilhelm Tell zeigen, wie reich der zentrale Alpenraum an bekannten Sagen ist. Sagen werden im Gegensatz zu Märchen für «wahr» gehalten und weisen stets einen Bezug zu einem Ort, einer Person, einem Ereignis oder einer bestimmten Zeit auf.

Sagen be­richten von aussergewöhnlichen, übernatürlichen oder wunderbaren Ereignissen; Sagen faszinieren, lassen erschauern lassen und üben auch erzieherische, gesellschaftskritische und moralisierende Funk­tionen aus.

Diese und zahlreiche weitere Fragen zum Thema beantwortet die Ausstel­lung (Sagenhafter Alpenraum),  die vom 23. April bis zum 2. Oktober 2022 zu sehen ist. Im Vordergrund stehen die Entstehung und die Weiterverbreitung, aber auch die Funktion und die Wirkung von Sagen. Die Ausstellung widmet sich den mündlich wie schriftlich über­lieferten Sagen, aber auch den unzähligen Bildern, die Sagen hervorgebracht haben.

Ein Rahmenprogramm, Führungen mit Expertinnen und Experten geben Einblicke und interes­sante Hintergründe zu deren Rezeption, Herkunft und verschiedenen Motiven der Sagen.

Joseph Beuys im Kunstmuseum Basel


Basel, Kunstmuseum Basel I Gegenwart. Foto: TES.

Joseph Beuys (1921-1986) hat als Zeichner, Bildhauer, Aktions- und Installationskünstler die Künst des 20. Jahrhunderts grundlegend verändert.. 1969 stellte das Kunstmuseum Basel als eines der ersten Museen seine Werke aus.

Kurz nach Eröffnung des heutigen Kunstmuseum Basel I Gegenwart im Jahr 1980, wurde eine Auswahl seiner Werke exklusiv in wechselenden Konstellationen ausgestellt. Seit Frühjahr 2021 wird die Gruppe dieser Werke im Kunstmuseum Basel I Gegenwart Neubau präsentiert.

Die elf Vitrinen von Joseph Beuys beinhalten eine Vielzahl von kleinen Skulpturen und Gegenständen, die eigenständige Werke, Multiples und Relikte von spektakulären Performances des Künstlers sind.

Sie wurden erstmals 1998 unter dem Titel Laboratorien der Imagination in Basel ausgestellt. Die Vitrinen und das Basler Beuys-Konvolut sind im Kunstmuseum Basel | Neubau dauerhaft ausgestellt.