Schriftsteller und Maler Friedrich Dürrenmatt


© Centre Dürrenmatt Neuchâtel - Foto: Pino Musi

Friedrich Dürrenmatt (1921–1990) Schriftsteller und Autor von Theaterstücken, war auch ein leidenschaftlicher Maler und Zeichner.

Die Dauerausstellung des Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN) vermittelt sein bildnerisches und literarisches Werk im Dialog, thematisiert zudem seine Biografie sowie die Ausstrahlung seines Schaffens und die Aktualität seines Denkens.

Die Ausstellung bringt die vielseitigen Facetten seines Werks dank einer neugedachten Hängung und interaktiven Stationen einem breiten Publikum näher.

Der Besuch beginnt mit einem Einführungsfilm. Zur biografischen Darstellung gehören auch die Personen, die in Dürrenmatts Leben eine wichtige Rolle gespielt und sein Werk inspiriert haben. Ausserdem kann man Auszüge aus seinen Hörspielen hören und Näheres über sein Engagement als Staatsbürger erfahren, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Prager Frühling.

Eine interaktive Weltkugel zeigt die Ausstrahlung seines Werks rund um den Globus und die Reisen, die ihn inspiriert haben. Auf einer interaktiven Karte der Schweiz entdeckt man Dürrenmatts Beziehungen zu Basel, Locarno und anderen Orten des Landes.

Im grossen Saal sind Gouachen sowie eine Auswahl an Zeichnungen und Lithografien zu den zentralen Themen seines Werks zu sehen. In den verschiedenen Vitrinen wird sein Schaffensprozess vorgestellt.

Das von Mario Botta erbaute CDN integriert das erste Wohnhaus, in dem Friedrich Dürrenmatt mit seiner Familie lebte. Es umfasst die zweite Villa sowie ein Atelier, ein Schwimmbad und die Gärten. Das Museum vermittelt dieses einzigartige Kulturerbe und ermöglicht den Zugang zu mehreren Lebensräumen des Schriftstellers und Malers.

Neuenburg in Bewegung


Bewegungen zeichnen die Bahnen von Individuen, Objekten und Ideen nach. Neuenburg hat aufgrund seiner geografischen Lage und seiner Geschichte naturgemäss starke Beziehungen zum Ausland geknüpft.

Die Migrationsbewegungen und die Zirkulation von Waren und Techniken waren für seine Entwicklung treibende Elemente und wirkten auch am Aufbau und an der Definition seiner Identität mit.

Anlässlich seiner neuen Dauerausstellung (Mouvements) lässt das Museum seine Sammlungen aus der Perspektive der Bewegung in einen Dialog treten.

Der Rundgang beleuchtet die Mobilität auf eine neuartige und interdisziplinäre Weise. Welches sind die Profile und die Beweggründe von Migrantinnen und Migranten ? Welche Rolle spielen Kriege und der internationale Handel dabei ? Welcher Art sind die hergestellten Güter und welche Strategien werden angewandt, um sie zu exportieren ?  Welche Verbindungen gibt es zwischen Handelsnetzen und Sklavenhandel ? Was suchen Künstlerinnen und Künstler in der Ferne ? Auf welche Hindernisse stossen Migrantinnen und Migranten im Alltag ? Ein Rundgang durch grosse und kleine Geschichten, in denen sich Erinnerung und die unterschiedlichsten Schicksale widerspiegeln.

 

René Myrha


René Myrha, Atelier III, 1997 © 2021, Pro Litteris, Zürich. Foto A. Stocker.jpg

Als junger ausgebildeter Grafiker wird René Myrha (1939 in Delsberg, Kanton Jura) in den 60er Jahren in Paris und Mailand mit den aktuellen Strömungen von Kunst und Design seiner Zeit konfrontiert.

Mittels neuer Siebdrucktechniken und seinem grossen Flair für räumliche Umgebungen erschafft er ein kraftvolles Œuvre, das Zeichnungen, Acryl- und Ölbilder, Skulpturen und Reliefs umfasst.

Im Vordergrund seiner Beschäftigung stehen elementare Kräfte, die zwischen Formen und Volumen oszillieren und sich dynamisch zwischen konstruktiven und organisch gewachsenen Raum- und Architekturgebilden bewegen.

Die Ausstellung steht im Zusammenhang mit einem der Sammlungsschwerpunkte des Kunstmuseum Thun: Schweizer Pop Art. Sie bietet einen repräsentativen Querschnitt durch Myrhas Œuvre, von der Pop Art bis hin zur aktuellen Beschäftigung mit einer malerischen und skulpturalen Figurenwelt.

 

Ulysses 1922-2022


«Ulysses», den der irische Exilant James Joyce (1882–1941) in Triest, Zürich und Paris geschrieben hat, gilt heute als einer der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts.

Genau 100 Jahre nach seiner Ersterscheinung am 2.2.1922 widmet der Strauhof diesem Klassiker eine Ausstellung. In Zusammenarbeit mit der James Joyce Stiftung werd Entstehung und Rezeption, Inhalt und Form von «Ulysses» in 100 Exponaten inszeniert.

Objekte und Zitate, Bilder und Kommentare bilden ein komplexes Geflecht, das von der Publikationsgeschichte über die Kritik und Skandale nach der Erscheinung bis zum Eingang des Romans in die heutige Populärkultur erzählt. Ziel der Ausstellung ist es neue Zugänge zu Werk und Autor zu schaffen.

Joyce schilderte die Geschichte dreier Personen an einem gewöhnlichen Tag im Frühsommer 1904 in Dublin und kreierte dabei ein facettenreiches Porträt einer Stadt. Dafür brach er mit den geltenden Konventionen und bediente sich einer hochverdichteten Sprache und einer stilistischen Vielfalt.

Die wunderbar widersprüchliche Schweiz


Plakat der Ausstellung 'Wunderbar widersprüchlich', National Landesmuseum Zürich.

Die Schweiz wird oft als perfektes Land beschrieben: eine Landschaft zum Träumen, saubere Städte und eine gut funktionierende Infrastruktur. Lebensmittelengpässe und Wasserknappheit kennt man nur aus den Nachrichten. Politische Verwerfungen finden anderswo statt und humanitäres Engagement und «gute Dienste» sind Teile des Selbstverständnisses der Schweiz. Ein kleines Paradies mitten in Europa.

Bei genauerem Hinsehen tauchen Widersprüche auf. Was ist sie denn nun. Idyllisches Paradies oder biedere Provinz? Weltoffenes Land oder konservative Hochburg?

So einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten. Nicht nur kommt es auf den Blickwinkel an, sondern auch darauf, wer antwortet. Zudem gibt es oft mehrere Facetten, die sich teilweise vollständig unterscheiden. Die Schweiz ist verblüffend widersprüchlich.

Die Ausstellung «Wunderbar widersprüchlich» beleuchtet einige Innen- und Aussensichten und deckt widersprüchliche Seiten der Schweiz auf. Sie möchte die Besucherinnen und Besucher anregen, über sich selbst und die Beziehung zur Schweiz nachdenken.

Jenny Holzer und Louise Bourgeois


Louise Bourgeois , Garment from Performance ‘She lost it’©The Easton Foundation Pro Litteris, Zürich and VAGA at ASR (NY).

Jenny Holzer (geb. 1950), eine der bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen ihrer Generation, kuratiert eine Ausstellung über das Werk von Louise Bourgeois (1911–2010). Diese gilt weithin als eine der wichtigsten und einflussreichsten Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts.

Holzer ist international bekannt für ihren Umgang mit Sprache in der Öffentlichkeit durch die Verwendung unkonventioneller Formen. Das von einem starken Interesse an Psychologie geprägte Werk von Bourgeois setzt sich mit den menschlichen Emotionen auseinander: Liebe, Begehren, Abhängigkeit, Sexualität, Zurückweisung, Eifersucht und Verlassenheit.

Die Ausstellung zeigt durch diese Begegnung zweier aussergewöhnlicher Persönlichkeiten der amerikanischen Kunst das Werk von Bourgeois aus der Sicht von Holzer.

Für die Ausstellung wurden Werke aus sämtlichen Schaffensphasen von Bourgeois ausgewählt – Skulpturen, Installationen, Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafik und Texte –, die thematisch gruppiert in den Sälen des Neubaus ausgestellt werden.

Öyvind Fahlström


(English) Öyvind Fahlström, Ade-Ledic-Nander II, 1955-1957.Moderna Museet Stockholm. Donation 1959 from Theodor Ahrenberg. Photo/Foto: TES.

Der Ausstellungstitel  (Party for Öyvind) zitiert die Einladungskarte, die Patty und Claes Oldenburg zu einer Feier anlässlich seines Geburtstags in New York 1967 verschickten.

Öyvind Fahlström (1928-1976) studierte nach 1945 in Stockholm und Rom Kunstgeschichte und Archäologie. Ab 1952 lebte er in Rom, tauchte alsbald in die Kunstszene ein, schuf erste Werke und freundete sich mit anderen Künstlern.

1961 reiste er zu einem Stipendiumaufenthalt in die USA.. Erste Freunde waren Patty und Claes Oldenburg. Fahlström konnte Robert Rauschenbergs Atelier übernehmen. Er fand sich im Zentrum der rasanten Entwicklung in den USA, erlebte den Aufstieg von Pop Art und Happening. Barbro und Öyvind blieben in der Stadt und waren bis zu seinem Tod 1976 Teil der Kunstszene New Yorks.

Auch mit einem Leben in NY rissen die Kontakte nach Schweden nie ab. 1966 repräsentierte Fahlström sein Land an der Biennale in Venedig. Fahlström hatte Tinguely 1955 in Stockholm getroffen, als dieser seine erste Ausstellung in Schweden hatte.

Die Ausstelling zeigt das Leben und die wichtigste Kunst von Fahlström.

Die Sammlung Montgomery


©2022-Jeffrey-Montgomery-FCM
Die Ausstellung Japan. Arts and Life präsentiert einhundertsiebzig Werke aus der Sammlung Montgomery, einer der grössten und bekanntesten Sammlungen japanischer Kunst ausserhalb Japans.

Sie umfasst Werke aus dem 12. bis 20. Jahrhundert, darunter Textilien, Einrichtungsgegenstände, Gemälde, religiöse und alltägliche Gegenstände – sorgfältig ausgewählt aus den mehr als 1.000 Objekten, die Jeffrey Montgomery im Laufe seines Lebens gesammelt hat.

Die Sammlung Montgomery ist weltbekannt für ihren aussergewöhnlichen Reichtum und ihre einzigartige Substanz: Sie ist „orientalisch“ und gleichzeitig Ausdruck einer „populären“ Kultur, die durch die elegante und raffinierte Auswahl des Sammlers auf höchstem ästhetischen Niveau neu interpretiert wird.

Im Namen des Bildes


Gegenüberstellung: Links: «Mandylion», Russland, um 1800, Farben auf Holz, Ikonen-Museum Recklinghausen, 630; Rechts: «Hilye-Tafel», Hafiz Osman, Istanbul, 1103 H. (1691/92), Chester Beatty Library, Dublin, T 559.4

Der Islam, so die landläufige Meinung, kenne ein absolutes Bilderverbot und sei figürlichen Darstellungen gegenüber feindlich eingestellt; ganz im Gegensatz zum Christentum. ‒ Aber stimmt die Behauptung überhaupt? Verbietet der Islam Bilder kategorisch? Und im Christentum: Besagt das Zweite Gebot Mose nicht, dass man sich kein Bildnis machen solle?

Was hat es mit dem Bilderverbot in den islamischen und christlichen Kulturen eigentlich auf sich? Wie gingen sie mit der figürlichen Darstellung, also dem Abbilden von Menschen und besonders des Propheten Muhammad und Christus, um?

Die Ausstellung Im Namen des Bildes. Das Bild zwischen Kult und Verbot in Islam und Christentum widmet sich diesen Fragen in einer kulturvergleichenden Schau. Sie zeichnet nach, welche Strategien Islam und Christentum im Verlauf der Jahrhunderte entwickelten, um mit dem Bilderverbot umzugehen. Im Zentrum steht dabei das Mittelalter, die Epoche zwischen dem 6. und 16. Jahrhundert.

In dieser Zeit wurde die Bilderfrage ausführlich von Theologen erörtert. Die 136 Werke der Ausstellung decken einen geografischen Raum ab, der vom lateinischen Westeuropa (Königreich Frankreich und Heiliges Römisches Reich) über den östlichen Mittelmeerraum (byzantinisches Reich und später Osmanisches Reich) und Westasien (Persien) bis nach Südasien (indisches Mogulreich) reicht.

Ergänzend zur Ausstellung werden einzelne Aspekte in einer Vortragsreihe vertieft. Dabei kommen weltweit anerkannte Expertinnen und Experten zu Wort.

Georgia O’Keeffe


Georgia O’Heeffe, pelvis with the Distance, 1943. Öl auf Leinwand, 60,6 x 75,6 cm Indianapolis Museum of Art at Newfields, Schenkung Anne Marmon Greenleaf in Erinnerung an Caroline Marmon Fesler. © Georgia O’Keeffe Museum / 2021, ProLitteris, Zurich

Mit einer grossen Retrospektive zu Georgia O’Keeffe (1887–1986) widmet die Fondation Beyeler die Ausstellung einer der bedeutendsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts und herausragenden Persönlichkeit der modernen amerikanischen Kunst.

Von O’Keeffes frühesten Abstraktionen bis hin zu ihren ikonischen Darstellungen von Blumen und Landschaften aus dem Südwesten der Vereinigten Staaten bietet die Retrospektive eine umfassende Auswahl von zum Teil selten gezeigten Gemälden der Künstlerin aus öffentlichen und privaten Sammlungen.

Die Ausstellung wird Georgia O’Keeffes besondere Art und Weise, ihre Umgebung zu betrachten und in neue und bisher noch nie gesehene Bilder der Realität zu übersetzen, genauer beleuchten. Die Ausstellung lenkt die Aufmerksamkeit auf die Aktualität von O’Keeffes kühner und radikaler Art des Sehens.

Die Ausstellung ist die erste grosse Retrospektive der Künstlerin in Basel und der erste umfassende Überblick über O’Keeffes OEuvre in der Schweiz seit fast 20 Jahren.

Die Ausstellung wurde von der Fondation Beyeler, Riehen / Basel, vom Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid, und vom Centre Pompidou, Paris, in Partnerschaft mit dem Georgia O’Keeffe Museum, Santa Fe, organisiert.